Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei inhaltlich unterschiedliche Microsoft-Zertifizierungspfade: die Administration moderner Windows-Clients und Arbeitsstationen auf der einen Seite und die Entwicklung von KI-Lösungen auf Azure Cognitive Services und Azure OpenAI auf der anderen. Es handelt sich um ein Kombinationsangebot, das auf die Prüfungen MD-100 (Windows Client) und AI-102 (Designing and Implementing a Microsoft Azure AI Solution) vorbereitet. Zur Einordnung der Zertifizierungsstatus: Die MD-100-Prüfung (Windows 10) und ihre Partnerprüfung MD-101 (Managing Modern Desktops) wurden von Microsoft durch die neue Prüfung MD-102 (Endpoint Administrator) abgelöst. MD-100 wird seit 2023 nicht mehr aktiv angeboten. Der AI-102-Pfad hingegen ist aktuell gültig und vermittelt Kompetenzen in Azure AI Services, die für Entwickler und Architekten relevant sind. Dieses Bild — ein veralteter Windows-Client-Pfad kombiniert mit einem aktuellen KI-Pfad — sollte bei der Entscheidung für diesen Kurs berücksichtigt werden.
Kursinhalte & Lernziele
MD-100: Windows Client (Einordnung: abgelöst durch MD-102) Der MD-100-Abschnitt behandelt die Verwaltung von Windows-10-Clients — Installation, Konfiguration, Gerätemanagement und grundlegendes Troubleshooting. Diese Inhalte sind als Kenntnisgrundlage für Windows-Clientadministration weiterhin praktisch relevant; die Prüfung MD-100 selbst steht jedoch nicht mehr für neue Kandidaten offen. Wer eine aktuell prüfbare Zertifizierung im Bereich Endpoint-Administration anstrebt, sollte MD-102 (Endpoint Administrator) ins Auge fassen.
- Installation und Upgrade von Windows 10/11: saubere Installation, In-place Upgrade, Provisioning Packages
- Geräte- und Treiberverwaltung: Geräte-Manager, Treiberinstallation, Druckerverwaltung
- Netzwerkkonfiguration auf dem Client: IPv4/IPv6, DNS, VPN-Verbindungen, Wi-Fi-Profile
- Benutzerverwaltung lokal und mit Azure AD: lokale Konten, Azure-AD-Join, Hybrid-Join
- Sicherheitskonfiguration: Windows Defender, Firewall, BitLocker, Secure Boot
- Gruppenrichtlinien: lokale Richtlinien, Administrative Templates, Software-Restriktionen
- Verwaltungstools: PowerShell für Client-Skripte, Windows Admin Center (Grundlagen)
- Troubleshooting: Event Viewer, Ressourcenmonitor, Systemwiederherstellung
AI-102: Azure AI Engineer Associate (aktuell gültig) Das AI-102-Modul deckt die Entwicklung und Implementierung von KI-Lösungen auf Azure ab. Im Unterschied zum MD-100-Abschnitt ist AI-102 ein aktuell angebotener und weltweit anerkannter Zertifizierungspfad für Entwickler und Architekten, die KI-Dienste in Unternehmensanwendungen integrieren.
- Azure AI Services: Überblick über Cognitive Services (Vision, Language, Speech, Decision)
- Azure Computer Vision und Custom Vision: Bildklassifizierung, Objekterkennung, OCR
- Azure AI Language: Textanalyse, Named Entity Recognition, Sentimentanalyse, Custom Models
- Azure Speech Services: Spracherkennung (STT), Sprachsynthese (TTS), Sprachübersetzung
- Azure OpenAI Service: GPT-Modelle via API nutzen, Prompt Engineering, Embeddings
- Azure Cognitive Search: Index erstellen, Skillsets, AI Enrichment für unstrukturierte Daten
- Azure Bot Service und Power Virtual Agents: Konversations-KI ohne und mit Low-Code
- Responsible AI: Fairness, Zuverlässigkeit, Datenschutz, Inklusivität, Transparenz — Microsofts Responsible-AI-Prinzipien
- Sicherheit für KI-Lösungen: Managed Identities, Key Vault für API-Schlüssel, Netzwerkisolierung
- Deployment und Monitoring von KI-Diensten: Azure Monitor, Diagnoseprotokolle
Praxis und Lab-Arbeit Im praktischen Teil werden beide Themenbereiche in Laborumgebungen erarbeitet. Auf der Windows-Client-Seite stehen Konfigurationsaufgaben im Vordergrund; auf der KI-Seite werden Azure-SDK-Aufrufe, REST-API-Integrationen und die Konfiguration von Azure-KI-Diensten geübt.
- Windows-Client-Labs: Gruppenrichtlinien konfigurieren, BitLocker aktivieren, Azure-AD-Join durchführen
- Azure-AI-Labs: Computer-Vision-API aufrufen, Textanalyse-Pipeline bauen, Custom-Vision-Modell trainieren
- Azure-OpenAI-Lab: Completion-API mit eigenen Prompts testen, Embeddings für einfache Suchszenarien nutzen
- Sicherheitskonfiguration für KI-Dienste: Managed Identity statt API-Key in Lab-Szenarien
Lernziele:
- Windows-10/11-Clients installieren, konfigurieren und verwalten (auf Basis des MD-100-Curriculums)
- Active Directory und Azure Active Directory für Client-Management verstehen
- Netzwerkeinstellungen, Sicherheitsrichtlinien und Gruppenrichtlinien auf Windows-Clients konfigurieren
- Azure AI Services und Cognitive Services beschreiben und anwendungsbezogen auswählen
- Spracherkennungs-, Bildanalyse- und Textanalyse-APIs von Azure in Anwendungen integrieren
- Azure OpenAI Service grundlegend verstehen und in Lösungsarchitekturen einbinden
- Responsible-AI-Prinzipien von Microsoft auf KI-Lösungen anwenden
- Azure Cognitive Search für wissensbankbasierte Lösungen konfigurieren
- Bot-Dienste und Konversations-KI mit Azure AI Language aufbauen
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in KI-Lösungen auf Azure berücksichtigen
- Auf die MD-100-Prüfungsstruktur (Windows-Client-Verwaltung) vorbereitet sein
- Auf die AI-102-Prüfung (Azure AI Engineer Associate) vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieses Kombinationsangebot spricht unterschiedliche Interessen an: IT-Administratoren mit Windows-Client-Hintergrund, die in KI-Themen hineinwachsen wollen, und Entwickler mit Azure-Vorerfahrung, die Windows-Administrationskenntnisse ergänzen möchten.
- Systemadministratoren und Desktop-Support-Mitarbeitende, die Windows-Clientverwaltung auf Azure-AI-Themen erweitern wollen
- Entwickler mit Azure-Grundkenntnissen, die auf AI-102-Niveau zertifiziert sein möchten
- IT-Consultants, die sowohl Endpoint-Management als auch KI-Dienste bei Kunden beraten
- Personen in Umgebungen, die parallel Windows-Client-Administration und Azure-KI-Projekte betreiben
- Kandidaten, die explizit das AI-102-Zertifikat als berufliches Ziel verfolgen
Für den MD-100-Teil sind Kenntnisse in Windows-Clientsystemen und Grundlagen der Netzwerkadministration hilfreich. Für den AI-102-Teil werden Azure-Grundkenntnisse und Programmierkenntnisse in einer der unterstützten Sprachen (Python, C#, JavaScript) empfohlen, da die Labs Azure-SDK-Aufrufe enthalten. Der Anbieter führt ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn durch, um den individuellen Einstiegspunkt zu klären.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, mit Vollzeit-Struktur über einen Zeitraum von mehr als einem bis zu drei Monaten. Live-Einheiten im virtuellen Klassenzimmer wechseln mit Laborphasen ab. Die virtuellen Lab-Umgebungen ermöglichen gefahrloses Experimentieren mit Windows-Client-Konfigurationen und Azure-AI-Diensten, ohne produktive Systeme zu beeinflussen. Interaktion über Mikrofon, Kamera und Chat ist vorgesehen; Teilnahme aus dem Homeoffice ist laut Anbieter möglich.
Die Kursdauer liegt nach Angaben des Anbieters bei mehr als einem Monat und bis zu drei Monaten bei Vollzeit-Teilnahme. Die Kombination zweier inhaltlich verschiedener Zertifizierungspfade erklärt die vergleichsweise lange Laufzeit: Beide Themenblöcke — Windows-Client-Administration und Azure-AI-Engineering — sind für sich genommen umfangreich.
Der Kurs bereitet auf zwei externe Microsoft-Prüfungen vor: MD-100 (Windows Client) und AI-102 (Designing and Implementing a Microsoft Azure AI Solution). Es ist wichtig zu wissen, dass MD-100 seit 2023 durch MD-102 ersetzt wurde und neue Kandidaten diese Prüfung nicht mehr regulär ablegen können. AI-102 hingegen ist eine aktuell gültige Prüfung, die von Microsoft ausgestellt wird und das Niveau eines Azure AI Engineer Associate zertifiziert. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Für den AI-102-Teil ist der Mehrwert klar: Azure AI Engineer Associate ist eine der am stärksten nachgefragten Azure-Zertifizierungen für Entwickler, die KI in Unternehmensanwendungen einsetzen. Unternehmen, die Azure Cognitive Services, Azure OpenAI oder Azure Cognitive Search nutzen, suchen genau diese Kompetenz — und AI-102 ist der Standard-Nachweis dafür. Der Windows-Client-Teil des Kurses liefert solides Administrationswissen, das in vielen Unternehmensumgebungen direkt anwendbar ist — besonders dort, wo Windows 10/11-Clients zentral verwaltet werden, GPO-Strategien gepflegt werden müssen oder Azure-AD-Join-Szenarien aufgebaut werden. Wer jedoch speziell eine aktuelle Microsoft-Zertifizierung im Endpoint-Bereich anstrebt, sollte parallel prüfen, ob MD-102 (Endpoint Administrator) besser zum Karriereziel passt. Die Kombination beider Themen ist ungewöhnlich — ein Windows-Administrator und ein Azure-AI-Engineer sind normalerweise verschiedene Rollen. Für Personen, die beide Welten in einer einzigen Weiterbildungsmaßnahme abdecken möchten oder müssen, bietet dieser Kurs eine effiziente Möglichkeit, beides strukturiert anzugehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die MD-100-Prüfung noch aktiv verfügbar?
Nein. Microsoft hat MD-100 (Windows Client) durch die neue Prüfung MD-102 (Endpoint Administrator) abgelöst. Neue Kandidaten können MD-100 nicht mehr regulär ablegen. Wer eine aktuell angebotene Microsoft-Zertifizierung im Bereich Windows-Client- und Endpoint-Management anstrebt, sollte auf MD-102 umsteigen.
Ist der AI-102-Pfad noch aktuell?
Ja. AI-102 (Designing and Implementing a Microsoft Azure AI Solution) ist eine aktuell gültige Microsoft-Zertifizierungsprüfung und zertifiziert das Niveau eines Azure AI Engineer Associate. Der Prüfungsinhalt wird von Microsoft regelmäßig aktualisiert und umfasst Azure OpenAI Service, Cognitive Services und Cognitive Search.
Für wen ist dieser Kurs trotz des veralteten MD-100-Pfads sinnvoll?
Vor allem für Personen, die gezielt den AI-102-Abschluss anstreben und die Windows-Inhalte als Wissenserweiterung nutzen. Außerdem für IT-Fachleute, die in Umgebungen mit Windows-10/11-Clientverwaltung und Azure-KI-Projekten parallel tätig sind und beides strukturiert erlernen möchten.
Welche Programmierkenntnisse werden für den AI-102-Teil benötigt?
AI-102 ist eine technische Prüfung, die Kenntnisse in mindestens einer Programmiersprache (Python, C# oder JavaScript) voraussetzt, da Azure-AI-SDKs in Codebeispielen und Labs genutzt werden. Wer keine Programmiererfahrung hat, wird die Lab-Inhalte nur eingeschränkt umsetzen können.
Was ist der Unterschied zwischen AI-900 und AI-102?
AI-900 (Azure AI Fundamentals) ist ein Einstiegs-Level-Zertifikat, das grundlegendes Verständnis von KI-Konzepten und Azure-AI-Diensten nachweist — ohne Programmierfähigkeiten. AI-102 ist das technische Zertifikat auf Associate-Niveau, das zeigt, dass man Azure-AI-Lösungen eigenständig implementieren kann. Dieser Kurs zielt auf AI-102, nicht auf AI-900.
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