Überblick
ChatGPT ist ein Werkzeug — kein Zertifikat und kein eigenständiger Berufsstandard. Aber es ist ein Werkzeug, das verändert, wie Texte entstehen, wie Recherchen ablaufen, wie Code geschrieben wird und wie Informationen aufbereitet werden. Wer es professionell einsetzen will, muss verstehen, wie Prompts strukturiert werden, warum Ergebnisse variieren, wo die Grenzen des Modells liegen und welche ethischen Fragen beim Einsatz im Arbeitsalltag entstehen. Dieser Kurs vermittelt genau das: praxisorientiertes Wissen zu ChatGPT und verwandten Sprachmodellen, strukturiertes Prompt Engineering für verschiedene Berufsfelder, und eine fundierte Auseinandersetzung mit den ethischen Implikationen von KI. Ergänzt wird die Maßnahme durch ein Modul zu Microsoft Teams als tägliches Arbeitswerkzeug.
Kursinhalte & Lernziele
Die Maßnahme verbindet praxisorientierte KI-Nutzung mit Prompt-Engineering-Techniken, ethischer Reflexion und dem kollaborativen Arbeiten in Microsoft Teams. Funktionsweise von ChatGPT und Sprachmodellen Bevor Prompts geschrieben werden, hilft es, das Modell zu verstehen. Dieses Modul klärt, was ChatGPT tatsächlich macht — und was nicht.
- Was ist ein Large Language Model? Token, Wahrscheinlichkeiten, Generierung im Überblick
- Unterschied zwischen GPT-4, Claude, Gemini und anderen Modellen: Stärken und Einschränkungen
- Wie Kontextfenster funktionieren: warum lange Gespräche die Qualität beeinflussen
- Halluzinationen: wann und warum Modelle falsche Informationen mit Überzeugung liefern
- Unterschied zwischen wissensbasiertem Retrieval (RAG) und reiner Generierung
- KI-Modelle im Unternehmenskontext: Cloud-Dienst vs. On-Premises-Optionen, Datenhaltung
Prompt Engineering — Techniken und Strategien Prompt Engineering ist keine Magie, sondern strukturiertes Schreiben mit Verständnis des Modells. Dieses Modul zeigt, welche Techniken in welchen Situationen wirken.
- Aufbau eines Prompts: Kontext, Anweisung, Format, Beispiel und Persona
- Zero-Shot-Prompts: direkte Aufgabenstellung ohne Beispiele
- Few-Shot-Prompts: durch Beispiele im Prompt das Ausgabeformat steuern
- Chain-of-Thought-Prompting: Denkschritte explizit einfordern für komplexere Aufgaben
- Rollenbasierte Prompts: ChatGPT als Experten, Kritiker oder Gesprächspartner einsetzen
- Iterative Verfeinerung: Prompts anpassen und auf Basis der Ausgabe verbessern
- Systemanweisungen und benutzerdefinierte GPTs für wiederkehrende Aufgaben einrichten
- Prompt-Bibliotheken anlegen und für Teams strukturiert teilen
Anwendungsfälle im Berufsalltag ChatGPT bringt nur dann Mehrwert, wenn es für die richtigen Aufgaben eingesetzt wird. Dieses Modul arbeitet mit konkreten beruflichen Szenarien aus verschiedenen Domänen.
- Textarbeit: Berichte schreiben, Zusammenfassungen erstellen, E-Mails formulieren
- Recherche und Wissensarbeit: komplexe Themen aufschlüsseln, Sachverhalte strukturieren
- Code-Unterstützung: Erklärungen, Korrekturen und erste Entwürfe für einfache Skripte
- Präsentationen und Pitch-Decks vorbereiten: Struktur entwickeln, Argumente schärfen
- Kundenkommunikation: Tonalität anpassen, Einwände formulieren, FAQ generieren
- Bildungs- und Lernszenarien: Erklärungen vereinfachen, Übungsaufgaben entwickeln
- Grenzen im Einsatz: was ChatGPT nicht leisten kann — aktuelle Informationen, juristisches Urteil, vertrauliche Daten
Ethische Implikationen und Datenschutz KI-Werkzeuge im professionellen Kontext einzusetzen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Dieser Modul-Teil ist kein Pflichtkapitel am Rand, sondern inhaltlicher Schwerpunkt des Kurses.
- Bias in Sprachmodellen: woher Verzerrungen kommen und wie sie sich in Ausgaben äußern
- Datenschutz beim Einsatz von ChatGPT: welche Daten OpenAI verarbeitet, was in Prompts nicht hineingehört
- DSGVO-Relevanz: was Unternehmen bei der Nutzung von Cloud-KI-Diensten beachten müssen
- Urheberrecht und KI-generierte Inhalte: aktuelle rechtliche Unsicherheiten und praktische Vorsicht
- Transparenzpflichten: wann und wie KI-Nutzung offenzulegen ist
- Automatisierungsfolgen: Auswirkungen auf Arbeitsrollen und ethische Verantwortung beim Einsatz
- Verantwortungsvoller KI-Einsatz im Team: Richtlinien, Policy-Frameworks und Entscheidungshilfen
Microsoft Teams Microsoft Teams ist für viele Berufsfelder das primäre Kommunikations- und Arbeitstool — die KI-gestützte Arbeit entfaltet sich im Kontext dieser Plattform.
- Teams-Grundlagen: Kanäle, Chats, Besprechungen und Dateifreigabe strukturieren
- Integration von KI-Werkzeugen in den Teams-Arbeitsablauf
- Microsoft 365 Copilot als KI-Erweiterung von Teams: was bereits verfügbar ist und was erwartet wird
- Besprechungszusammenfassungen, Aufgabenverfolgung und Dokumentation in Teams
- Produktive Nutzung von Teams für verteilte und hybride Teams
Lernziele:
Der Kurs zielt auf eine unmittelbar einsetzbare, differenzierte Kompetenz im Umgang mit KI-Sprachmodellen im Berufsalltag.
- ChatGPT und vergleichbare Sprachmodelle (Large Language Models) in ihrer Funktionsweise verstehen
- verschiedene berufliche Anwendungsfälle für KI-gestützte Textgenerierung identifizieren und bewerten
- effektive Prompts für unterschiedliche Aufgaben strukturieren, formulieren und iterativ verbessern
- Prompting-Strategien unterscheiden: Zero-Shot, Few-Shot, Chain-of-Thought und rollenbasierte Prompts
- Qualität und Verlässlichkeit von KI-generierten Inhalten kritisch einschätzen und prüfen
- Grenzen und Risiken von Sprachmodellen kennen: Halluzinationen, Bias, Kontextlimitierungen
- Datenschutzanforderungen beim Einsatz von KI-Tools im Unternehmenskontext verstehen
- ethische Grundsätze für den verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Arbeitspraxis anwenden
- Microsoft Teams für berufliche Kommunikation, Projektarbeit und Dokumentation produktiv nutzen
- KI-Werkzeuge in den eigenen Arbeitsablauf sinnvoll integrieren, ohne kritisches Urteilsvermögen aufzugeben
- aktuelle Entwicklungen im KI-Bereich einordnen und deren Relevanz für die eigene Berufsrolle beurteilen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Berufstätige, die ChatGPT und verwandte KI-Tools fundiert in ihren Arbeitsalltag integrieren wollen.
- Wissensarbeiter aus allen Branchen, die KI-Werkzeuge professionell und kritisch nutzen wollen
- Teamleiter und Projektmanager, die den Einsatz von KI in ihrer Organisation begleiten oder steuern möchten
- Marketing-, Kommunikations- und HR-Fachkräfte, die Textarbeit und Recherche mit KI unterstützen
- IT-Fachkräfte ohne KI-Hintergrund, die das Thema für ihre eigene Arbeit erschließen
- Lehrende und Trainer, die KI in Bildungskontexten verantwortungsvoll thematisieren
Keine technischen oder IT-spezifischen Vorkenntnisse erforderlich. Grundlegende Computer- und Internetkenntnisse sowie die Bereitschaft, mit einem neuen digitalen Werkzeug aktiv zu arbeiten, reichen aus. Der Kurs eignet sich auch für Personen ohne Programmierkenntnisse; der Code-Anwendungsfall ist als optionaler Einstieg in das Thema gestaltet, nicht als Kerninhalt. Berufserfahrung ist hilfreich, da die Anwendungsfälle stets an konkreten Aufgaben aus dem Arbeitsleben orientiert sind.
Ablauf & Abschluss
Das Besondere an einem ChatGPT-Kurs ist, dass das Lernobjekt unmittelbar verfügbar ist: Jede Technik kann direkt ausprobiert werden, das Feedback kommt sofort. Der Kurs nutzt deshalb eine stark hands-on-orientierte Methodik — Prompts werden live geschrieben, Ergebnisse bewertet und schrittweise verbessert. Ergänzend gibt es geführte Diskussionen zu ethischen Fragen, die kein einziges „richtiges" Ergebnis haben. Die Maßnahme findet im Combined-Learning-Format statt: angeleitete Phasen mit Trainer wechseln sich mit selbstständigem Ausprobieren und Reflektieren ab. Vollzeitdurchführung ist möglich; Teilzeit ist auf Anfrage realisierbar.
Die Maßnahme dauert üblicherweise mehr als eine Woche bis zu einem Monat — je nach Tiefe, in der die Praxis-Anwendungsfälle erarbeitet werden, und abhängig vom jeweiligen Vollzeit- oder Teilzeitformat.
Zu ChatGPT und Prompt Engineering gibt es derzeit keine offizielle Herstellerzertifizierung von OpenAI oder einer vergleichbaren Standardisierungsorganisation. Die Maßnahme schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des Anbieters ab. Dieses Dokument bescheinigt die erworbenen Kompetenzen im Bereich KI-Nutzung und Prompt Engineering — es ist aber kein Branchenzertifikat nach dem Vorbild von CompTIA, Microsoft oder EC-Council.
Nutzen & Perspektiven
Der Mehrwert eines ChatGPT-Kurses entsteht nicht durch ein Zertifikat, das man am Ende in der Hand hält, sondern durch den Kompetenzaufbau, der die tägliche Arbeit verändert. Wer nach diesem Kurs einen Bericht schreiben, einen Kunden-E-Mail formulieren oder eine Präsentation strukturieren muss, geht mit einem anderen Werkzeugkasten an die Aufgabe — schneller, variantenreicher und mit einem klaren Urteil darüber, wann das Ergebnis gut genug ist und wann nachgebessert werden muss. Das Modul zu ethischen Implikationen ist kein Pflichtbeiwerk, sondern der Teil des Kurses, der am nachhaltigsten wirkt. Datenschutz, Bias und Transparenzpflichten sind Themen, die in vielen Unternehmen noch ungeklärt sind — wer diese Fragen bereits aus dem Kurs kennt, kann in der eigenen Organisation als informierter Gesprächspartner auftreten. Das schafft Vertrauen und verhindert kostspielige Fehler. KI-Werkzeuge entwickeln sich schnell weiter — und das ist kein Argument gegen diesen Kurs, sondern für ihn. Wer versteht, wie Sprachmodelle funktionieren und wie Prompts wirken, kann sich an neue Modelle und Schnittstellen anpassen. Das fundamentale Prinzip — strukturierte Aufgabenformulierung, iterative Verbesserung, kritische Bewertung des Outputs — gilt unabhängig davon, welches Modell aktuell führend ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gibt es am Ende eine offizielle Zertifizierung?
Nein. Es existiert aktuell keine offizielle Herstellerzertifizierung zu ChatGPT oder Prompt Engineering — weder von OpenAI noch von einer Standardisierungsorganisation. Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab.
Brauche ich Programmierkenntnisse für den Kurs?
Nein. Der Kurs ist für Berufstätige ohne technischen Hintergrund konzipiert. Programmierung wird als optionaler Anwendungsfall behandelt, nicht als Voraussetzung. Wer keine Programmierkenntnisse hat, lernt die relevanten Inhalte ohne Einschränkung.
Warum ist das Ethik-Modul ein Schwerpunkt und nicht nur Randthema?
Datenschutz, Bias und Transparenzpflichten beim KI-Einsatz sind in Unternehmen häufig ungeklärt. Wer diese Fragen versteht, kann in der eigenen Organisation als informierter Ansprechpartner auftreten und kostspielige Fehler — etwa den Einsatz sensibler Daten in Cloud-KI-Diensten — vermeiden.
Lerne ich hier ChatGPT oder KI im Allgemeinen?
Beides, mit praktischem Fokus auf ChatGPT und GPT-basierte Modelle. Der Kurs gibt aber auch einen Überblick über andere Sprachmodelle und erklärt die grundlegenden Mechanismen, die für alle LLMs gelten. Das Wissen ist damit nicht an eine einzige Plattform gebunden.
Was nehme ich konkret aus dem Kurs mit?
Eine strukturierte Methodik für das Schreiben von Prompts, ein Repertoire an Anwendungsfällen für verschiedene Berufsfelder, ein Verständnis der ethischen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen sowie praktische Erfahrung im Umgang mit ChatGPT. Kein Zertifikat, aber echte Handlungskompetenz.
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