Überblick
Produktionswirtschaft vermittelt das betriebswirtschaftliche Handwerkszeug, mit dem Fertigung und Produktion geplant, gesteuert und kalkuliert werden. Der Kurs führt von den Grundlagen der Produktionsplanung über Termindisposition und Kostenrechnung bis zu Fertigungsverfahren und Rationalisierungsansätzen in der Fertigung. Im Mittelpunkt steht das Verständnis dafür, wie Entscheidungen in der Produktion – etwa zu Bestellmengen, Kapazitäten oder Verfahrenswahl – wirtschaftlich fundiert getroffen werden.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen der Produktion und Zielsystem Der Einstieg schafft das begriffliche Fundament: Was zählt zur Produktion im betriebswirtschaftlichen Sinn, welche Zielgrößen stehen dabei oft in Konkurrenz zueinander, und wie unterscheiden sich Fertigungstypen in ihren Anforderungen an die Planung.
- Begriff und Aufgaben der Produktionswirtschaft im Unternehmen
- Zielsystem der Produktion: Kosten, Zeit, Qualität, Flexibilität
- Zielkonflikte zwischen den einzelnen Produktionszielen
- Produktionstypen: Einzel-, Serien- und Massenfertigung im Vergleich
- Auswirkungen des Produktionstyps auf Planung und Steuerung
- Einordnung der Produktionswirtschaft im Zusammenspiel mit Beschaffung und Absatz
Modul 2 – Termindisposition und Kapazitätsplanung Ein zentrales Thema der Produktionswirtschaft ist die zeitliche Steuerung der Fertigung. Dieses Modul behandelt, wie Termine geplant, Durchlaufzeiten berechnet und Engpässe erkannt werden.
- Ziele und Aufgaben der Termindisposition in der Fertigung
- Berechnung von Durchlaufzeiten einzelner Fertigungsaufträge
- Erkennung von Engpässen und deren Auswirkung auf den Produktionsplan
- Kapazitätsplanung und Abgleich von Bedarf und verfügbarer Kapazität
- Umgang mit Kapazitätsüber- und -unterlastung
- Grundlagen der Reihenfolgeplanung bei mehreren Fertigungsaufträgen
- Zusammenhang zwischen Losgröße, Rüstzeit und Durchlaufzeit einzelner Aufträge
- Grundlagen der Bestellmengenplanung unter Berücksichtigung von Lager- und Fehlmengenkosten
Modul 3 – Kosten und Beschäftigungsgrad Produktionsentscheidungen haben unmittelbare Kostenwirkungen. Dieses Modul vermittelt die kostenrechnerischen Grundlagen, um Fertigungsentscheidungen wirtschaftlich zu beurteilen.
- Unterscheidung fixer und variabler Kosten in der Produktion
- Zusammenhang zwischen Beschäftigungsgrad und Stückkosten
- Auswirkungen von Unter- und Überbeschäftigung auf die Kostensituation
- Grundlagen der Kostenartenrechnung im Produktionskontext
- einfache Wirtschaftlichkeitsvergleiche zwischen Fertigungsalternativen
- Einordnung von Fixkostendegression und deren praktische Bedeutung
Modul 4 – Fertigungsverfahren und Rationalisierung Im letzten inhaltlichen Modul geht es um die konkrete Ausgestaltung der Fertigung: welche Verfahren existieren, wie sie sich unterscheiden und welche Ansätze zur Rationalisierung der Fertigung genutzt werden.
- Überblick über gängige Fertigungsverfahren und deren Einsatzgebiete
- Eignung unterschiedlicher Verfahren je nach Produktionstyp und Stückzahl
- Grundprinzipien der Rationalisierung in der Fertigung
- Automatisierung und Standardisierung als Rationalisierungsansätze
- Abwägung zwischen Flexibilität und Effizienz bei der Verfahrenswahl
- Auswirkungen von Rationalisierungsschritten auf Kosten und Durchlaufzeit
Praxisnahe Arbeit im Kurs Der Kurs ist um durchgehende Rechen- und Planungsübungen an einem Fallbeispiel aus der Fertigung aufgebaut, in dem die Teilnehmenden produktionswirtschaftliche Entscheidungen selbst treffen und begründen.
- Analyse eines vorgegebenen Fertigungsszenarios mit mehreren Produktionsaufträgen
- Berechnung von Durchlaufzeiten für unterschiedliche Auftragskonstellationen
- Erstellung eines einfachen Kapazitätsplans für die Beispielfertigung
- Identifikation von Engpässen im vorgegebenen Fallbeispiel
- Berechnung von Stückkosten bei unterschiedlichem Beschäftigungsgrad
- Vergleich zweier Fertigungsalternativen anhand einer Wirtschaftlichkeitsrechnung
- Auswahl eines geeigneten Fertigungsverfahrens für ein vorgegebenes Produkt
- Entwicklung eines Vorschlags zur Rationalisierung eines Fertigungsschritts
- Ermittlung des Materialbedarfs für einen Beispielauftrag
- Interpretation vorgegebener Produktionskennzahlen
- Diskussion der eigenen Lösungsansätze in Kleingruppen
- Präsentation eines eigenen Planungsvorschlags inklusive Kostenbegründung
Der Praxisteil verzahnt die einzelnen Themenblöcke des Kurses an einem gemeinsamen Fallbeispiel, sodass Termindisposition, Kostenrechnung und Verfahrenswahl nicht isoliert, sondern im Zusammenhang einer realistischen Fertigungssituation geübt werden.
Lernziele:
- die zentralen Ziele und Zielkonflikte der Produktionswirtschaft benennen (Kosten, Zeit, Qualität, Flexibilität)
- unterschiedliche Produktionstypen (Einzel-, Serien-, Massenfertigung) und deren Auswirkungen auf die Planung unterscheiden
- die Ziele der Termindisposition in der Fertigung einordnen und praktisch anwenden
- Durchlaufzeiten berechnen und Engpässe in der Fertigung erkennen
- Kapazitätsplanung und Beschäftigungsgrad einer Fertigung analysieren
- fixe und variable Kosten in der Produktion unterscheiden und in einfachen Kalkulationen anwenden
- den Zusammenhang zwischen Beschäftigungsgrad und Stückkosten nachvollziehen
- unterschiedliche Fertigungsverfahren nach Eignung für verschiedene Produktionssituationen bewerten
- Rationalisierungsschritte in der Fertigung identifizieren und deren wirtschaftliche Auswirkung einschätzen
- Materialbedarfsplanung von der Bedarfsermittlung bis zur Bestellauslösung nachvollziehen
- Kennzahlen der Produktionswirtschaft (z. B. Durchlaufzeit, Auslastung, Ausschussquote) interpretieren
- produktionswirtschaftliche Entscheidungen anhand einfacher Wirtschaftlichkeitsrechnungen begründen
- den Zusammenhang zwischen Losgröße, Rüstzeit und Durchlaufzeit in der Fertigungsplanung nachvollziehen
- Bestellmengen und Sicherheitsbestände unter Berücksichtigung von Lager- und Fehlmengenkosten abwägen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die erste berufliche Erfahrungen im Bereich Produktion sammeln konnten und ihr betriebswirtschaftliches Verständnis der Fertigung systematisch vertiefen möchten.
- Fertigungssteuerer:innen und Produktionsplaner:innen
- kaufmännische Fachkräfte mit Bezug zur Produktion
- angehende SAP-PP-Berater:innen mit Interesse an den fachlichen Grundlagen
- Berufserfahrene aus Logistik oder Fertigung, die sich Richtung Produktionsplanung weiterentwickeln möchten
- Fachkräfte, die produktionswirtschaftliche Kennzahlen im Arbeitsalltag besser einordnen wollen
Vorausgesetzt werden ein kaufmännischer Berufsabschluss, Berufserfahrung in Logistik oder Produktion sowie sichere Computerkenntnisse. Der Kurs baut auf einem grundlegenden betrieblichen Verständnis auf; vertiefte Vorkenntnisse in Kostenrechnung oder Fertigungsplanung sind nicht erforderlich, da die entsprechenden Grundlagen im Kursverlauf systematisch vermittelt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet fachliche Einführungen zu den einzelnen produktionswirtschaftlichen Themenblöcken mit durchgehenden Rechen- und Planungsübungen an einem gemeinsamen Fertigungsfallbeispiel. Statt Termindisposition, Kostenrechnung und Verfahrenswahl getrennt zu behandeln, greifen die Übungen ineinander, sodass die Teilnehmenden produktionswirtschaftliche Entscheidungen im Zusammenhang üben, wie sie in der Praxis auch zusammenhängend anfallen.
Der zeitliche Umfang des Kurses richtet sich nach dem jeweiligen Kurstermin und ist der aktuellen Terminübersicht zu entnehmen. Der modulare Aufbau von den Grundlagen über Termindisposition und Kostenrechnung bis zu Fertigungsverfahren erlaubt es, je nach beruflicher Vorerfahrung unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen.
Die Teilnahme wird mit einer Bescheinigung des Kursanbieters bestätigt. Es handelt sich um eine kursinterne Teilnahmebestätigung, keine staatlich anerkannte Prüfung und keine externe Zertifizierung.
Nutzen & Perspektiven
Wer in der Produktion arbeitet, trifft täglich Entscheidungen, die letztlich wirtschaftliche Konsequenzen haben – von der Reihenfolge der Fertigungsaufträge bis zur Wahl des Fertigungsverfahrens. Der Kurs liefert das betriebswirtschaftliche Handwerkszeug, um diese Entscheidungen nicht aus Erfahrung allein, sondern anhand nachvollziehbarer Kennzahlen und Rechnungen zu treffen. Besonders für den Übergang von einer ausführenden in eine planende oder steuernde Rolle in der Fertigung ist dieses Verständnis von Termindisposition, Kostenrechnung und Kapazitätsplanung zentral: Wer Engpässe, Beschäftigungsgrad und Stückkosten korrekt einordnen kann, trifft fundiertere Entscheidungen als jemand, der sich allein auf betriebliche Routine verlässt. Für Fachkräfte, die sich in Richtung SAP-PP-Beratung oder Produktionsplanung orientieren, bildet der Kurs zudem eine fachliche Grundlage: Die im Kurs behandelten Konzepte wie Termindisposition, Kapazitätsplanung und Materialbedarfsplanung finden sich in vergleichbarer Form in gängigen Produktionsplanungssystemen wieder. Auch der Zusammenhang zwischen Losgröße, Rüstzeit und Bestellmengen wird im Kurs nicht abstrakt behandelt, sondern anhand des durchgehenden Fallbeispiels konkret durchgerechnet. Wer diesen Zusammenhang einmal selbst kalkuliert hat, erkennt im späteren Arbeitsalltag schneller, an welcher Stelle sich eine Anpassung der Losgröße oder des Bestellrhythmus wirtschaftlich lohnt und wo Rationalisierung tatsächlich Wirkung zeigt statt nur Aufwand zu verursachen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den Kurs Produktionswirtschaft?
Vorausgesetzt werden ein kaufmännischer Berufsabschluss, Berufserfahrung in Logistik oder Produktion sowie sichere Computerkenntnisse. Kostenrechnung und Fertigungsplanung werden im Kurs von Grund auf vermittelt.
Was genau bedeutet Termindisposition in diesem Kurs?
Termindisposition umfasst die zeitliche Planung und Steuerung von Fertigungsaufträgen, etwa die Berechnung von Durchlaufzeiten und die Erkennung von Engpässen. Sie ist eines der zentralen Themenmodule des Kurses.
Wird im Kurs mit konkreten Zahlen und Rechnungen gearbeitet?
Ja, der Kurs enthält durchgehende Rechen- und Planungsübungen an einem Fertigungsfallbeispiel, etwa zu Durchlaufzeiten, Stückkosten und Wirtschaftlichkeitsvergleichen zwischen Fertigungsalternativen.
Für wen ist der Kurs besonders relevant?
Der Kurs eignet sich für Fertigungssteuerer:innen, Produktionsplaner:innen und kaufmännische Fachkräfte mit Bezug zur Produktion sowie für Interessierte an einer Weiterentwicklung Richtung SAP-PP-Beratung.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Sie erhalten eine Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters. Es handelt sich nicht um eine staatlich anerkannte Prüfung oder eine externe Zertifizierung.
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