Überblick
Produktteams arbeiten längst mit KI-Sprachmodellen — aber oft unsystematisch und ohne gemeinsame Sprache. Ein Product Manager entwirft Prompts für User-Story-Texte, eine UX-Designerin nutzt KI für Wireframe-Ideen, und ein Entwickler fragt ChatGPT nach Code-Erklärungen. Was fehlt, ist eine gemeinsame Methodik, die all diese Anwendungsfälle verbindet und skalierbar macht. Genau das ist das Thema dieses Kurses.
Kursinhalte & Lernziele
Prompt Engineering Grundlagen für Produktkontexte Der erste Block legt das methodische Fundament. Dabei geht es nicht um allgemeine Prompting-Tipps, sondern um die spezifischen Anforderungen, die Produktarbeit an Sprachmodelle stellt: Kontext, Rollenzuweisung, Iterationslogik und Output-Formate.
- Wie Sprachmodelle Kontextinformationen verarbeiten und gewichten
- Zero-Shot, Few-Shot und Chain-of-Thought Prompting im Produktkontext
- Rollen- und Persona-Prompts für PM, Design und Engineering unterschiedlich kalibrieren
- Iterationsprinzip: Wie man einen Prompt durch gezielte Anpassungen verbessert
- Typische Fehlerquellen: Halluzinationen, Überverallgemeinerungen, fehlende Constraints
Discovery und User Research mit KI-Unterstützung User Research ist zeitintensiv — die Auswertung noch mehr. Dieser Block zeigt, wie Sprachmodelle beim Strukturieren von Interview-Transskripten, beim Herausarbeiten von Themes und beim Formulieren von Research-Fragen helfen können, ohne die Qualität zu kompromittieren.
- Interview-Transskripte zusammenfassen und nach Themenclustern strukturieren
- Affinity-Mapping-Prozesse durch gezielte Prompts beschleunigen
- Jobs-to-be-Done und Pain-Point-Formulierungen aus Rohdaten ableiten
- Leitfaden-Entwürfe für Nutzerinterviews mit KI entwickeln und iterieren
- Research-Insights für unterschiedliche Zielgruppen (Team, Stakeholder, C-Level) aufbereiten
Produktvision, Strategie und Requirements Engineering Von der Idee zur klaren Anforderung: Dieser Block behandelt, wie Prompting den oft mühsamen Weg von der strategischen Absicht zum spezifizierten Backlog-Item verkürzen kann — ohne die nötige inhaltliche Tiefe zu opfern.
- Produktvision und North-Star-Metriken mit KI schärfen und artikulieren
- User Stories nach INVEST-Kriterien formulieren und prüfen
- Akzeptanzkriterien aus Nutzeranforderungen ableiten
- Epics und Features aus strategischen Zielen herunterbrechen
- Anforderungen für technische Teams in präzise, umsetzbare Sprache übersetzen
Roadmap-Kommunikation, Stakeholder-Updates und Sprint-Management Produktteams verbringen viel Zeit damit, ihren Fortschritt zu erklären. Dieser Block zeigt, wie Prompting die Vorbereitung von Updates, Retrospektiven und Sprint-Abschlusskommunikation beschleunigt, ohne an Substanz zu verlieren.
- Release Notes und Changelog-Texte aus technischen Beschreibungen generieren
- Stakeholder-Präsentationen und Exec-Summaries KI-gestützt vorstrukturieren
- Retrospektiven-Prompts für Team-Diskussionen mit Tiefe entwickeln
- Sprint-Reviews vorbereiten: Fortschritt verständlich und überzeugend kommunizieren
- Konfliktszenarien in Stakeholder-Kommunikation durch Prompt-Simulation vorbereiten
Design-Prompts, Datenanalyse und gemeinsame Team-Workflows Der letzte thematische Block integriert Werkzeuge für Design und Datenarbeit und schafft den Übergang vom individuellen Prompting zum Team-Modus. Im Mittelpunkt steht die Prompt-Bibliothek als gemeinsames, lebendes Dokument.
- UX-Konzepte, Wireframe-Briefings und Interface-Beschreibungen mit Design-Prompts entwickeln
- KPIs und Produktmetriken durch datenorientierte Prompts schneller interpretieren
- Amplitude, Jira und Figma als Eingabequellen für KI-Analysen nutzen
- Prompt-Bibliothek strukturieren: Kategorien, Versionierung, Kollaborationsregeln
- Qualitätssicherung: Wie man Team-Prompts reviewt und kontinuierlich verbessert
Praxisübungen und Kursoutput Ein zentrales Ergebnis des Kurses ist die eigene Prompt-Bibliothek — kein abstraktes Lernziel, sondern ein direkt einsatzfähiges Artefakt, das Teilnehmende aus dem Kurs mitnehmen. Alle Übungen arbeiten mit realistischen Produktentwicklungsszenarien.
- Eigene Prompts für aktuelle Arbeitssituationen entwickeln und dokumentieren
- Paarweises Review von Prompts mit strukturiertem Feedback
- Simulation eines Discovery-Sprints mit KI-Unterstützung von der Forschung bis zum Backlog
- Stakeholder-Update für ein fiktives Feature mit KI vorbereiten und präsentieren
- Prompt-Bibliothek in einem kollaborativen Tool (Notion, Confluence oder ähnlich) anlegen
- Retrospektive zum Kurs: Was funktioniert im eigenen Kontext, was nicht?
- Diskussion von Grenzfällen: Wann sollte man KI-Output nicht verwenden?
- Übung zur Qualitätskontrolle: KI-generierte User Stories auf Fehler und Lücken prüfen
- Design-Prompt-Sprint: Wireframe-Briefing in 30 Minuten mit KI-Unterstützung erstellen
- Gruppenarbeit: Gemeinsame Prompt-Sprache für ein fiktives Produktteam entwickeln
- Abschlusspräsentation: eigene Prompt-Bibliothek mit Erklärung der Kategorien vorstellen
- Peer-Feedback auf die Bibliotheksstruktur und Anwendbarkeit im Arbeitsalltag
Der Kurs arbeitet mit realen Tools wie ChatGPT, Claude, Notion AI, Miro, Jira, Figma und Amplitude — nicht mit abstrakten Beispielen.
Lernziele:
- Prompt-Strukturen für unterschiedliche Produktentwicklungsaufgaben zielgerichtet aufbauen
- User-Research-Daten mit KI-Unterstützung systematisch auswerten und Insights generieren
- Produktvision, Strategie und Positioning mit Hilfe gezielter Prompts schärfen und kommunizieren
- User Stories, Akzeptanzkriterien und technische Anforderungen KI-gestützt formulieren und überarbeiten
- Stakeholder-Updates, Release Notes und Roadmap-Kommunikation mit KI effizienter gestalten
- KPIs und Produktmetriken durch gezielte Prompts schneller auswerten und interpretieren
- Design-Prompts für UX-Konzepte, Wireframe-Briefings und Interface-Ideen nutzen
- Sprint-Planung, Backlog-Pflege und Retrospektiven durch KI-Eingaben strukturieren
- Team-Prompting-Workflows etablieren, dokumentieren und kontinuierlich verbessern
- Eine team-spezifische Prompt-Bibliothek aufbauen, pflegen und kollaborativ weiterentwickeln
- KI-Tools (ChatGPT, Claude, Notion AI, Figma AI) situationsgerecht einsetzen und vergleichen
- Grenzen und Qualitätsrisiken von KI-Outputs erkennen und im Teamkontext kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich explizit an Produktteams und ihre Mitglieder — nicht an einzelne Technikspezialisten. Die Kombination aus PM, Design und Engineering-Perspektive ist Absicht: Prompting wirkt am stärksten, wenn ein Team eine gemeinsame Methodik entwickelt.
- Product Manager und Product Owner, die KI in alle Phasen der Produktarbeit integrieren wollen
- UX-Designer, die KI für Konzeptentwicklung und Research-Unterstützung nutzen möchten
- Softwareentwickler, die ihr Prompting-Wissen auf Produktanforderungen ausdehnen wollen
- Agile Coaches und Scrum Master, die KI in Retrospektiven und Planungssessions einbinden
- Quereinsteiger mit digitalem Interesse, die in Produktrollen wechseln möchten
Grundkenntnisse digitaler Tools genügen als Einstieg. Ein tiefes Verständnis von Softwareentwicklung oder KI ist nicht erforderlich — wichtiger ist Interesse an Produktentwicklungsprozessen und die Bereitschaft, mit verschiedenen KI-Tools zu experimentieren. Deutschkenntnisse auf B2-Niveau werden erwartet. Wer bereits mit KI-Sprachmodellen gearbeitet hat, kann diese Vorerfahrung in den Kurs einbringen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Format des virtuellen Klassenzimmers statt — synchrone Live-Sessions mit aktiver Beteiligung, ergänzt durch asynchrone Übungsanteile. Die Arbeitsweise ist praxisorientiert: Jede Session enthält handhabbare Aufgaben, die unmittelbar mit realen Produktentwicklungsszenarien verknüpft sind. Der Kurs ist sowohl für Einzelpersonen als auch für Teams konzipiert; Teams können gemeinsam buchen und ihre Prompt-Bibliothek im Kurs gemeinschaftlich entwickeln.
Die Weiterbildung erstreckt sich über meist mehr als einen Monat, teils bis zu sechs Monate — je nach gewähltem Tempo und Format. Der Schwerpunkt liegt auf Teilzeit, wodurch der Kurs mit beruflicher Tätigkeit kombinierbar ist. Die Lernzeiten verteilen sich auf synchrone Sessions und eigenverantwortliche Praxisphasen zwischen den Terminen.
Die Weiterbildung schließt mit einem Zertifikat des Bildungsträgers ab, das den Titel „Prompt Engineering für Produktteams" trägt. Es handelt sich um einen trägerinternen Abschluss, kein staatlich anerkanntes Zertifikat und kein Herstellerzertifikat. Das zentrale prüfbare Ergebnis des Kurses ist die eigene, fertiggestellte Prompt-Bibliothek.
Nutzen & Perspektiven
Viele Produktteams nutzen KI schon — aber jede Person für sich, ohne Absprache und ohne gemeinsames Vokabular. Das führt zu doppelter Arbeit, inkonsistenten Outputs und verpassten Synergiepotenziale. Dieser Kurs adressiert genau dieses strukturelle Problem: Er vermittelt nicht nur Prompting-Techniken, sondern den Aufbau einer gemeinsamen Team-Infrastruktur für KI-gestützte Produktarbeit. Der konsequente Bezug auf reale Produktentwicklungs-Werkzeuge wie Jira, Figma, Amplitude und Notion macht die Kursübungen direkt transferierbar. Was im Kurs als Übung beginnt, kann am nächsten Tag im Arbeitsalltag eingesetzt werden — weil die Szenarien nicht abstrakt konstruiert, sondern typischen Sprint-Situationen nachempfunden sind. Wer den Kurs abschließt, nimmt nicht nur Wissen mit, sondern ein konkretes Artefakt: eine strukturierte Prompt-Bibliothek für den eigenen Arbeitskontext. Das ist der Unterschied zwischen einem Kurs, der theoretisches Verständnis schafft, und einem, der in die Praxis übersetzt wird. In einer Arbeitswelt, in der KI-Kompetenz zunehmend erwartet wird, ist diese Bibliothek ein Nachweis, den man vorzeigen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich als Teilnehmende bereits KI-Tools genutzt haben?
Nein. Der Kurs startet mit den Grundlagen des Prompt Engineerings und setzt keine Vorerfahrung mit ChatGPT, Claude oder ähnlichen Tools voraus. Wer bereits Erfahrungen mitbringt, kann diese in den Gruppenübungen einbringen.
Kann ein ganzes Produktteam gemeinsam teilnehmen?
Ja, das ist ausdrücklich vorgesehen. Teams können gemeinsam buchen und ihre team-spezifische Prompt-Bibliothek im Kurs kollaborativ entwickeln — was das eigentliche Ziel des Kurses ist.
Was ist eine Prompt-Bibliothek und wofür brauche ich sie?
Eine Prompt-Bibliothek ist eine strukturierte Sammlung erprobter Prompts für wiederkehrende Aufgaben im Produktteam — zum Beispiel für User-Story-Formulierungen, Research-Auswertungen oder Sprint-Reviews. Sie dient als gemeinsames Werkzeug und reduziert den Aufwand, denselben Prompt immer wieder neu zu erfinden.
Welche Tools werden im Kurs eingesetzt?
Der Kurs arbeitet mit ChatGPT, Claude, Notion AI, Miro, Jira, Figma und Amplitude. Diese Tools werden nicht nur erwähnt, sondern in Übungsszenarien aktiv eingesetzt.
Unterscheidet sich dieser Kurs von allgemeinen Prompt-Engineering-Kursen?
Ja, der Fokus liegt ausschließlich auf Produktentwicklungsprozessen: Discovery, Requirements Engineering, Sprint-Planung, Stakeholder-Kommunikation und UX-Design. Allgemeine Prompting-Grundlagen werden behandelt, aber immer aus der Perspektive von Produktteams und nicht als eigenständiges Ziel.
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