Überblick
Wer heute Bilder für Marketingkampagnen, digitale Produkte oder kreative Projekte erstellt, kommt an KI-gestützter Bildgenerierung kaum vorbei. Der entscheidende Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem überzeugenden KI-Bild liegt dabei nicht im Werkzeug, sondern im Prompt. Diese Weiterbildung vermittelt das handwerkliche Wissen, um Bildgeneratoren wie DALL-E, Midjourney und Stable Diffusion zielgerichtet zu steuern – von der Wortwahl über Stilparameter bis hin zu komplexen Kompositionsvorgaben. Der Fokus liegt vollständig auf dem visuellen Bereich: Bildsprache, Ästhetik, Licht, Perspektive und Formatvorgaben sind die zentralen Werkzeuge dieses Kurses.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die technischen und gestalterischen Grundlagen. Teilnehmende verstehen, was hinter Diffusionsmodellen steckt, wie Trainingsdaten die Ausgaben prägen und welche grundlegenden Konzepte aus der Bildgestaltung – Komposition, Bildausschnitt, Lichtführung – direkt in Prompts übersetzt werden können. Dieses Fundament ist entscheidend, um später nicht zufällig, sondern systematisch gute Bilder zu erzeugen.
- Was sind Diffusionsmodelle, und wie erzeugen sie Bilder aus Text?
- Grundbegriffe der visuellen Gestaltung: Komposition, Perspektive, Tiefenschärfe
- Beleuchtungskonzepte für die Bildgenerierung: Gegenlicht, weiches Licht, dramatische Schatten
- Stilbeschreibungen in Prompts: fotorealistisch, Ölgemälde, Aquarell, isometrisch, Low-Poly
- Wie Trainingsdaten den Stil eines Modells prägen
- Promptstruktur: Subjekt, Stil, Umgebung, Detailgrad, Negativprompt
Das zweite Modul widmet sich DALL-E und seinen spezifischen Stärken. OpenAIs Bildgenerator folgt einer anderen Logik als Midjourney – sowohl in der Promptinterpretation als auch in der Ausgabequalität für bestimmte Sujets. Teilnehmende lernen, Prompts für DALL-E so zu strukturieren, dass Textdarstellungen im Bild gelingen, Personen und Szenen konsistent wirken und Layoutvorgaben eingehalten werden.
- Promptaufbau für DALL-E: Klare Subjektbeschreibungen und Kontextangaben
- Textelemente in Bildern: Wann und wie DALL-E Schrift korrekt darstellt
- Inpainting mit DALL-E: Bildteile gezielt ersetzen oder ergänzen
- Layoutsteuerung für Werbemittel, Social-Media-Formate und Präsentationsbilder
- Typische Fehler bei DALL-E-Prompts und wie man sie vermeidet
- Iterative Verfeinerung: Schritt für Schritt vom Rohbild zum fertigen Ergebnis
Das dritte Modul behandelt Midjourney mit seinen ausgeprägten Stärken im künstlerisch-ästhetischen Bereich. Kein anderes Tool erzeugt so konsistent stimmungsvolle Bilder – wenn man die Plattform versteht. Teilnehmende erarbeiten die Midjourney-spezifische Parameter-Syntax, lernen Stilreferenzen zu nutzen und entwickeln ein Gespür für die Eigenlogik dieses Generators.
- Midjourney-Syntax: Slash-Commands, Aspect-Ratio, Quality- und Stylize-Parameter
- Stilreferenzen und Image-Prompts: andere Bilder als visuelle Ankerpunkte einsetzen
- Konsistente Charaktere und Markenwelten über mehrere Generierungen hinweg
- Negative Prompts in Midjourney: unerwünschte Elemente zuverlässig ausschließen
- Remix- und Vary-Funktionen für gezielte Variationen
- Stimmungsbilder, Konzeptkunst und Produktvisualisierungen erstellen
Das vierte Modul erschließt Stable Diffusion als leistungsfähige Open-Source-Alternative. Wer Stable Diffusion beherrscht, hat maximale Kontrolle über Stil, Modellgewichtung und Nachbearbeitung.
- Überblick Stable Diffusion: Basismodelle, LoRAs, Embeddings
- CFG-Scale, Steps und Sampler-Einstellungen verstehen und gezielt wählen
- Outpainting: Bilder kompositionell erweitern
- ControlNet: Posevorgaben und strukturierte Kompositionshilfen
- Stil-Finetuning mit eigenen Trainingsbildern
- Lokaler Betrieb und Online-Plattformen im Vergleich
Praxisteil – Projekte und angewandte Bildgestaltung In diesem Block wenden Teilnehmende alle erlernten Techniken auf realistische Projekte an. Die Aufgaben orientieren sich an typischen beruflichen Szenarien aus Marketing, Design und Content-Produktion.
- Kampagnenbild für Social Media in einem definierten Stil und Format erstellen
- Produktmockup für einen fiktiven E-Commerce-Shop generieren
- Konzeptuelle Illustration für eine Präsentation entwickeln
- Konsistente Bildwelt für einen fiktiven Markennamen über drei Bilder aufbauen
- Hintergrund ersetzen, Elemente entfernen, Kontext durch Outpainting erweitern
- Schritt-für-Schritt-Verfeinerung eines Prompts mit dokumentierten Zwischenergebnissen
- Vergleich identischer Prompts in DALL-E, Midjourney und Stable Diffusion
- Negative-Prompt-Bibliothek für häufige Qualitätsprobleme anlegen
- Barrierefreie und inklusivere Bildsprache in Prompts umsetzen
- Stil-Moodboard aus zehn Schlüsselbegriffen in eine konsistente Bildwelt übersetzen
- Prompt-Dokumentation: Versionierung und Wiederverwendung sicherstellen
- Reflexion über Urheberrecht, Nutzungsrechte und ethische Fragen bei KI-Bildern
Prompt-Engineering für visuelle Inhalte erfordert ein anderes Denken als das Schreiben von Textanweisungen für Sprachmodelle. Bilder entstehen nicht durch korrekte Grammatik, sondern durch Schlüsselbegriffe, die Trainingsdaten aktivieren. Wer das versteht, lernt, Bilder zu „dichten" statt zu beschreiben. Die im Kurs erarbeiteten Projekte dienen gleichzeitig als Portfolio-Grundlage. Wer Bildgenerierung professionell einsetzt, kann seinen Workflow mit konkreten Ergebnissen belegen – ein echter Vorteil im kreativen Berufsumfeld.
Lernziele:
Teilnehmende können nach Abschluss des Kurses erklären, wie Diffusionsmodelle und generative Bildnetzwerke technisch funktionieren, ohne dabei in Implementierungsdetails abzugleiten. Sie verstehen, warum Prompts für Bildgeneratoren andere Regeln befolgen als Textprompts für Sprachmodelle. Sie kennen die wichtigsten Stilbeschreibungen, Kompositionsbegriffe und Belichtungsparameter, die Generatoren zuverlässig interpretieren. Sie können für DALL-E, Midjourney und Stable Diffusion jeweils plattformspezifische Prompts formulieren und gezielt variieren. Sie beherrschen erweiterte Techniken wie Negative Prompts, Inpainting, Outpainting und Bildbearbeitung durch Prompt-Verfeinerung. Sie sind in der Lage, einen konsistenten visuellen Stil über mehrere Bilder hinweg zu definieren und zu reproduzieren. Sie können Bildgeneratoren für Mockups, Illustrationen, Werbemittel und konzeptionelle Designs einsetzen. Sie wissen, wie sie aus unscharfen Ideen schrittweise durch iterative Prompt-Anpassung zu präzisen Ergebnissen kommen. Sie kennen Nutzungsrechte, ethische Fragen und typische Stolpersteine beim kommerziellen Einsatz generierter Bilder. Sie können Prompts systematisch dokumentieren und für verschiedene Aufgaben in einer persönlichen Bildbibliothek aufbereiten. Sie sind in der Lage, KI-Bildgeneratoren produktiv in bestehende Kreativworkflows einzubinden. Sie kennen aktuelle Entwicklungen und Grenzen der Bildgenerierungstechnologie.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die in kreativen oder kommunikativen Berufsfeldern arbeiten und KI-Bildgenerierung als ernstzunehmendes Werkzeug einsetzen wollen. Vorerfahrung im Grafikdesign ist ein Plus, aber keine Bedingung.
- Content Creator, Social-Media-Redakteure und Community Manager
- Grafikdesigner und Mediengestalter, die ihr Workflow-Repertoire erweitern möchten
- Marketing-Fachleute, die Kampagnenmaterial mit KI-Tools effizienter produzieren wollen
- Personen, die eine berufliche Neuorientierung in Richtung KI-gestützte Mediengestaltung anstreben
- Quereinsteiger mit technischem oder kreativem Hintergrund und Interesse an generativer KI
Teilnehmende sollten sicher mit dem Computer umgehen und grundlegende Interneterfahrung mitbringen. Vorkenntnisse in Bildbearbeitung oder Grafikdesign sind hilfreich, werden aber nicht vorausgesetzt. Englischkenntnisse auf Grundniveau sind nützlich, da viele Prompt-Begriffe englischsprachig sind. Eigene KI-Erfahrung ist nicht erforderlich – der Kurs beginnt mit den konzeptuellen Grundlagen der Bildgenerierung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet stark visuell: Jede Technikeinheit wird sofort am Generator ausprobiert. Teilnehmende generieren von Anfang an eigene Bilder und vergleichen, was unterschiedliche Prompt-Varianten bewirken. Zwischen den praktischen Einheiten gibt es kurze theoretische Inputs zu Stilbegriffen, Kompositionsprinzipien und Modelllogik. Die Lehrmaterialien enthalten Prompt-Vorlagen, Stilwörterbücher und Negative-Prompt-Sammlungen als Arbeitsmittel. Peer-Feedback-Runden helfen dabei, die eigene Wahrnehmung für Bildqualität zu schärfen.
Der genaue Stundenumfang richtet sich nach dem gewählten Anbieter. Die Weiterbildung ist sowohl in Vollzeit- als auch in Teilzeitformaten verfügbar. Viele Termine finden online statt, was ortsunabhängiges Lernen ermöglicht. Die Kombination aus synchronen Lehrphasen und eigenständigen Übungseinheiten sorgt dafür, dass die Techniken wirklich verinnerlicht werden.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung mit der Bezeichnung „Prompt Engineering – KI Bildgenerierung". Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kompetenzen im Umgang mit KI-Bildgeneratoren und kann in Bewerbungsunterlagen oder als Nachweis gegenüber Auftraggebern eingesetzt werden. Es handelt sich nicht um ein staatlich anerkanntes oder durch einen Hersteller ausgestelltes Zertifikat, sondern um eine anerkannte Qualifikationsdokumentation im Weiterbildungsbereich.
Nutzen & Perspektiven
KI-Bildgenerierung ist keine Spielerei mehr – sie ist ein produktiver Bestandteil professioneller Kreativarbeit. Agenturen, Selbstständige und Unternehmen nutzen Midjourney, DALL-E und Stable Diffusion, um Entwürfe zu testen, Kampagnenmaterial zu erstellen und Illustrationen ohne externe Dienstleister zu produzieren. Wer Prompts gezielt einsetzen kann, spart Zeit und Budget und behält die kreative Kontrolle. Dieser Kurs geht über die bloße Bedienung von Tools hinaus. Er vermittelt ein Verständnis dafür, warum bestimmte Prompts funktionieren – und warum andere trotz langer Beschreibungen zu schlechten Ergebnissen führen. Dieses konzeptuelle Wissen ist plattformunabhängig: Wenn neue Generatoren auf den Markt kommen, können Absolventen die gelernten Prinzipien übertragen. Im Berufsleben eröffnet die Qualifikation konkrete Perspektiven: Content-Produktion für Social Media, Visualisierung von Konzepten in frühen Projektphasen, schnelle Mockup-Erstellung für Kundenpräsentationen oder die Entwicklung eines eigenständigen Angebots als KI-Bildgestalter. Der Markt für diese Kompetenz wächst, und wer sie belegen kann, hat einen handfesten Vorteil.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich vorher schon mit KI-Bildgeneratoren gearbeitet haben?
Nein. Der Kurs beginnt mit den konzeptuellen Grundlagen und setzt keine Vorerfahrung mit Midjourney, DALL-E oder Stable Diffusion voraus. Auch wer bisher nur gelegentlich mit solchen Tools experimentiert hat, steigt problemlos ein.
Welche Programme und Plattformen werden im Kurs genutzt?
Im Zentrum stehen DALL-E, Midjourney und Stable Diffusion. Die jeweiligen Plattformen werden zu Kursbeginn gemeinsam eingerichtet. Für Stable Diffusion gibt es sowohl online zugängliche als auch lokal betriebene Varianten – der Kurs erklärt beide.
Kann ich die erlernten Techniken direkt beruflich einsetzen?
Ja. Der Kurs orientiert sich an realen Anwendungsfällen aus Marketing, Design und Content-Produktion. Die erstellten Projekte können direkt als Arbeitsproben genutzt werden. Außerdem vermittelt der Kurs übertragbares Prinzipienwissen, das auch mit neuen Generatoren funktioniert.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem allgemeinen KI-Kurs?
Dieser Kurs ist ausschließlich auf visuelle KI-Ausgaben fokussiert. Sprachmodelle, Textgenerierung oder Coding-Assistenten stehen nicht auf dem Programm. Stattdessen geht es tief in Bildkomposition, Stilsteuerung, Farbästhetik und Bildqualität – Themen, die in allgemeinen KI-Kursen nur gestreift werden.
Darf ich mit KI generierte Bilder kommerziell verwenden?
Das hängt von den Nutzungsbedingungen der jeweiligen Plattform ab und wird im Kurs detailliert behandelt. Midjourney, DALL-E und Stable Diffusion haben unterschiedliche Regelungen. Der Kurs vermittelt das nötige Grundwissen, um rechtliche Stolpersteine zu erkennen.
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