Überblick
HR-Abteilungen stehen unter wachsendem Druck: Sie sollen Fachkräfte gewinnen, Mitarbeitende entwickeln, Veränderungsprozesse begleiten und dabei rechtliche Anforderungen einhalten — oft mit begrenzten Ressourcen. Digitale Werkzeuge und KI-basierte Anwendungen können diese Arbeit erheblich erleichtern, wenn man weiß, wie man sie einsetzt. Diese Weiterbildung verbindet deshalb vier Kernthemen des modernen Personalwesens: Compliance Management als rechtliche Absicherung, professionelles Personalmanagement als Organisationsrückhalt, Change Management als Begleitungskompetenz nach etablierten Modellen wie Kotter, Lewin und ADKAR sowie Prompt Engineering als praktische KI-Anwendungskompetenz. Der Kurs läuft über mehr als drei bis sechs Monate im Vollzeitmodus im Combined-Learning-Format.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt Compliance Management als strategisches und operatives Fundament für HR-Arbeit. Im Personalwesen entstehen täglich rechtlich sensible Situationen — von der Arbeitsvertragsgestaltung bis zu Datenschutzverstößen. Das Modul vermittelt, wie ein funktionierendes Compliance-System aufgebaut, gesteuert und im Ernstfall aktiviert wird.
- Überblick über Compliance-Anforderungen im deutschen Arbeits- und Unternehmensrecht
- Strukturen eines Compliance-Management-Systems: Richtlinien, Verantwortlichkeiten und Eskalationswege
- Präventive Maßnahmen: Code of Conduct, interne Schulungen und Kontrollmechanismen
- Monitoring, Reaktion und dokumentierte Nachverfolgung bei Compliance-Verstößen
- Datenschutz im Personalwesen: DSGVO-konforme Verarbeitung von Mitarbeiterdaten
- Schnittstellen zwischen Compliance und HR: Whistleblowing, Sanktionen und Dokumentationspflichten
Das zweite Modul widmet sich Personalorganisation und Personalmanagement in seiner ganzen Breite. Von der strukturellen Gestaltung von HR-Abteilungen über die Arbeit an Vergütungsmodellen bis zu strategischen Fragen der Fachkräftesicherung — dieses Modul bildet den operativen Kern der Weiterbildung.
- Aufbau moderner Personalstrukturen: Rollen, Funktionen und Schnittstellen zu anderen Bereichen
- Mitarbeitermotivation und Vergütungsmodelle: Fixgehalt, variable Anteile und Benefits im Vergleich
- Recruiting und Employer Branding: Fachkräfte gewinnen und binden in einem angespannten Arbeitsmarkt
- Personalentwicklung: Kompetenzmodelle, Laufbahnplanung und Trainingsbedarfsanalyse
- Strategisches Personalcontrolling: Kennzahlen, Dashboards und datengestützte HR-Entscheidungen
- Personalabbau und Neuausrichtung: Trennungsmanagement und sozialverträgliche Lösungen
Das dritte Modul behandelt Prompt Engineering und den Einsatz von KI in der HR-Arbeit. Hier steht der HR-Bezug im Vordergrund: Wie lassen sich KI-Werkzeuge für Stellenanzeigen, Mitarbeiterkommunikation, Dokumentenanalyse und strategische Planung nutzen — und welche rechtlichen Grenzen gelten dabei?
- Grundlagen der KI: wie Sprachmodelle funktionieren und was sie können und nicht können
- Prompt Engineering für HR-Aufgaben: Stellenanzeigen, Gesprächsleitfäden und Berichte erstellen
- Einsatzfelder von KI im Personalwesen: Screening, Kommunikation und Wissensmanagement
- Strategische Überlegungen zur KI-Einführung in HR-Abteilungen und deren Governance
- Fairness in KI-gestützten Personalentscheidungen: AGG-Anforderungen und Diskriminierungsrisiken
- DSGVO und Mitbestimmungsrechte beim KI-Einsatz in Personalentscheidungen und Recruiting
Das vierte Modul ist dem Change Management gewidmet. HR-Fachkräfte sind in Transformationsprozessen häufig in einer Doppelrolle: Sie gestalten den Wandel mit und begleiten gleichzeitig die davon betroffenen Mitarbeitenden. Das Modul vermittelt sowohl bewährte Methoden als auch die emotionale Dynamik von Veränderungsprozessen.
- Phasen der Veränderung: rationale und emotionale Dimensionen des Change-Prozesses
- Erfolgsfaktoren für Change-Projekte: Kommunikation, Beteiligung und Führungsverantwortung
- Change-Management-Modelle im Vergleich: 8-Phasen-Modell nach Kotter, Drei-Phasen-Modell nach Lewin, ADKAR-Ansatz
- Prozessanalyse und Steuerung mit bewährten Methoden des Prozessmanagements
- Umgang mit Widerstand: Typen, Ursachen und konstruktive Reaktionsmöglichkeiten
- Nachhaltige Verankerung von Veränderungen in der Unternehmenskultur
Alle vier Module werden durch angewandte Aufgaben vertieft, die typische HR-Arbeitssituationen nachbilden.
- Entwicklung eines Compliance-Richtlinien-Entwurfs für einen fiktiven Unternehmensfall
- Erstellung eines Vergütungsmodells mit Benchmarkanalyse für eine definierte Berufsgruppe
- Entwicklung eines Recruiting-Prozesses für eine Fachkräftekategorie nach AGG-konformen Kriterien
- Simulation eines Change-Management-Projekts mit Stakeholderanalyse und Kommunikationsplan
- Prompt-Engineering-Workshop: HR-Kommunikation und Dokumentation mit KI-Unterstützung entwickeln
- Analyse eines KI-Tools auf seine Tauglichkeit für HR-Aufgaben (Datenschutz, Fairness, Transparenz)
- Erarbeitung eines Change-Communication-Plans für eine Reorganisationsmaßnahme
- Aufstellung eines HR-Kennzahlen-Dashboards für einen Unternehmensbereich
- Diskussion eines Compliance-Verstoßfalls und Ableitung systemischer Gegenmaßnahmen
- Präsentation eines integrierten HR-Transformationsszenarios mit DSGVO- und AGG-Check
Die Module sind so aufeinander abgestimmt, dass das Compliance-Wissen in alle Change-Management-Einheiten einfließt und die KI-Kompetenz als Querschnittswerkzeug für alle vier Bereiche verstanden wird.
Lernziele:
- Compliance-Management-Systeme aufbauen, steuern und im Unternehmensalltag verankern
- Rechtliche Rahmenbedingungen im HR-Bereich — insbesondere AGG und DSGVO — kennen und umsetzen
- Moderne Personalstrukturen gestalten und attraktive Vergütungsmodelle entwickeln
- Fachkräftegewinnung, Personalentwicklung und strategisches HR-Controlling systematisch verzahnen
- Veränderungsprozesse mit Change-Management-Methoden nach Kotter, Lewin und ADKAR begleiten
- Widerstände in Transformationsprozessen erkennen, einordnen und konstruktiv adressieren
- KI-Technologien im HR-Kontext fachkundig einordnen und strategisch einsetzen
- ChatGPT und Sprachmodelle für operative HR-Aufgaben wie Kommunikation und Dokumentation nutzen
- Prompt Engineering gezielt für Kommunikations-, Analyse- und Dokumentationsaufgaben in HR anwenden
- Ethische und rechtliche Grenzen beim KI-Einsatz in Personalentscheidungen korrekt beurteilen
- Digitale Transformation im Personalwesen als gestaltende Kraft aktiv mitentwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die im Personalwesen tätig sind oder einsteigen möchten, und die gleichzeitig an der Schnittstelle von HR und Digitalisierung arbeiten wollen. Auch Personen, die aus anderen Fachbereichen ins Personalwesen wechseln, finden hier eine strukturierte Grundlage.
- HR Business Partner und Personalreferentinnen in Transformationsphasen
- Change Manager mit HR-Schnittstellenfunktion
- Führungskräfte, die HR-Verantwortung übernehmen oder ausbauen möchten
- Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen
- Personen im beruflichen Umstieg ins Personalwesen mit Erfahrung aus anderen Fachbereichen
Für die Teilnahme wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich, ein (auch nicht abgeschlossenes) Studium oder vergleichbare Berufserfahrung erwartet. Grundlegende EDV-Kenntnisse sind Voraussetzung. Englischkenntnisse sind wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind notwendig.
Ablauf & Abschluss
Das Combined-Learning-Format verbindet betreute Online-Unterrichtsphasen mit strukturierten Selbstlernzeiten. Fallstudien aus der HR-Praxis, Rollenspiele und Gruppenaufgaben ergänzen die theoretischen Einheiten. Inhalte wie Change-Management-Simulationen und Compliance-Fallbesprechungen eignen sich besonders für den kollegialen Austausch in synchronen Sessions. Die Vollzeitvariante ermöglicht eine intensive und fokussierte Auseinandersetzung mit den Inhalten.
Die Weiterbildung dauert mehr als drei bis sechs Monate im Vollzeitmodus. Die vier inhaltlichen Module sind zeitlich aufeinanderfolgend konzipiert und bauen aufeinander auf: Compliance zuerst, dann Personalmanagement, anschließend KI und Prompt Engineering, abschließend Change Management.
Nach Abschluss aller Module erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Abschlusszertifikat für die Gesamtqualifikation. Es handelt sich um keine externe Herstellerzertifizierung, sondern um eine bildungsträgerinterne Qualifikationsbescheinigung, die den abgedeckten Themenumfang — Compliance, Personalmanagement, KI und Change — dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
HR-Arbeit in Zeiten der Transformation ist keine reine Verwaltungsaufgabe mehr. Wer Veränderungsprozesse begleiten, rechtliche Risiken managen und gleichzeitig digitale Werkzeuge gezielt einsetzen will, braucht eine Kombination aus strategischem Denken, rechtlichem Grundlagenwissen und handwerklicher Methodenkompetenz. Diese Weiterbildung liefert genau diese Kombination in einem kohärenten Lernpfad — strukturiert über vier aufeinander aufbauende Module. Das Thema Prompt Engineering innerhalb eines HR-Kurses mag auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken, ist aber konsequent: HR-Fachkräfte verbringen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit Kommunikation, Dokumentation und Analyse. Genau hier entfalten KI-Werkzeuge ihren größten Nutzen — wenn man weiß, wie man sie mit gut formulierten Prompts steuert und gleichzeitig die Grenzen kennt, die durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, Datenschutzrecht und Mitbestimmungsregeln gesetzt werden. Diese rechtliche Einbettung hebt den Kurs von reinen KI-Anwenderkursen ab. Für die Karriereentwicklung bietet der Kurs eine wertvolle Positionierung an der Schnittstelle von HR und Digitalisierung — einem Bereich, in dem der Bedarf stark wächst, das Angebot an qualifizierten Fachkräften aber noch vergleichsweise gering ist. Wer Compliance, Change Management und KI-Kompetenz zusammendenken kann, ist für moderne Personalorganisationen ein echter strategischer Mehrwert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen HR-Managementkurs?
Der Kurs verbindet HR-Fachkompetenz gezielt mit KI-Anwendungskompetenz und Change-Management-Methodik. Prompt Engineering für HR-Aufgaben, die rechtliche Einbettung nach DSGVO und AGG sowie bewährte Change-Modelle wie Kotter, Lewin und ADKAR machen ihn zu einem praxisorientierten Gesamtprogramm für HR in der Transformation.
Welche Change-Management-Modelle werden im Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt drei etablierte Modelle: das 8-Phasen-Modell nach John Kotter, das Drei-Phasen-Modell nach Kurt Lewin (Auftauen, Bewegen, Einfrieren) und das ADKAR-Modell (Awareness, Desire, Knowledge, Ability, Reinforcement). Die Modelle werden vergleichend betrachtet und auf typische HR-Transformationssituationen angewendet.
Wie wird KI im HR-Kontext rechtlich eingebettet?
Der Kurs behandelt den KI-Einsatz im Personalwesen unter den Gesichtspunkten DSGVO (Verarbeitung von Mitarbeiterdaten, Profiling), AGG (Diskriminierungsrisiken in KI-gestütztem Recruiting und Screening) und Mitbestimmungsrecht (Betriebsrat, Einführung neuer Technologien). Diese rechtliche Perspektive ist integraler Bestandteil des Moduls zu Prompt Engineering und KI.
Benötige ich Vorkenntnisse in KI oder Programmierung?
Nein. KI-Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Das Kursmodul zu Prompt Engineering und KI baut von Grund auf auf und richtet sich an HR-Fachkräfte ohne technischen Hintergrund. Im Vordergrund stehen die praktische Anwendung von Sprachmodellen für typische HR-Aufgaben und das Verständnis der rechtlichen Grenzen.
Welches Zertifikat erhalte ich nach Abschluss?
Sie erhalten ein trägerinternes Abschlusszertifikat, das alle vier Module — Compliance Management, Personalmanagement, Prompt Engineering/KI und Change Management — als abgeschlossen bescheinigt. Es handelt sich nicht um ein staatlich anerkanntes Zeugnis oder eine Herstellerzertifizierung, sondern um eine bildungsträgerinterne Qualifikationsbescheinigung.
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