Überblick
Diese Weiterbildung verbindet drei Themenfelder, die in modernen Unternehmen zunehmend zusammenwachsen: Lean Management als Methodik für schlanke und verschwendungsarme Prozesse, Prompt Engineering als Schlüsselkompetenz für die produktive Arbeit mit KI-Werkzeugen wie ChatGPT, und agiles Projektmanagement mit Scrum als strukturierter Rahmen für iterative Teamarbeit. Der Kurs richtet sich an Berufstätige und Personen in beruflicher Neuorientierung, die digitale Transformationsprozesse aktiv mitgestalten und ihren Arbeitsalltag mit modernen Technologien effizienter gestalten wollen. Er läuft im Vollzeitmodus über mehr als sechs Monate im Combined-Learning-Format und verbindet selbstgesteuerte Lernphasen mit synchronen Online-Einheiten.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Themenfeld widmet sich den Grundlagen des agilen IT-Projektmanagements. Ausgehend vom klassischen Wasserfallmodell wird der Wandel hin zu agilen Methoden nachvollziehbar erklärt. Scrum steht dabei im Mittelpunkt — von der theoretischen Einführung bis zur praktischen Anwendung in simulierten Projektsituationen.
- Überblick über klassisches und agiles Projektmanagement im Vergleich
- Scrum-Rollen im Detail: Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam mit ihren jeweiligen Verantwortlichkeiten
- Artefakte und Ereignisse: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement, Sprint Review und Retrospektive
- Planung, Durchführung und Auswertung von Sprints in der Praxis
- Anforderungsmanagement mit User Stories, Akzeptanzkriterien und Backlog-Refinement
- Qualitätssicherung und kontinuierliche Verbesserung durch gezielte Retrospektiven
Das zweite Themenfeld behandelt Lean Management und Prozessoptimierung. Hier erarbeiten die Teilnehmenden das konzeptionelle Fundament schlanker Unternehmensführung, angefangen bei den historischen Wurzeln des Toyota-Produktionssystems bis hin zu modernen Anwendungen in Administration und Dienstleistungsbereichen. Der Themenkomplex wird durch die Six Sigma White Belt Zertifizierung abgerundet, die ein statistisches Grundvokabular für Prozessanalysen liefert.
- Grundlegende Lean-Prinzipien: Wert, Wertstrom, Fluss, Pull und Perfektion im Überblick
- Kaizen als Philosophie kontinuierlicher Verbesserung im Arbeitsalltag anwenden
- Lean Production und Lean Administration: Unterschiede, Gemeinsamkeiten und typische Einsatzbereiche
- Push- und Pull-Systeme in der Produktions- und Prozesssteuerung verstehen
- Six Sigma White Belt: statistische Grundlagen, DMAIC-Zyklus und Zusammenhang mit Lean
- Verschwendungsarten (Muda) systematisch erkennen und reduzieren
Das dritte Themenfeld fokussiert Prompt Engineering und die produktive Nutzung von KI in der Arbeitswelt. ChatGPT wird hier nicht als abstraktes Zukunftsthema behandelt, sondern als praktisches Hilfsmittel für konkrete Aufgaben im Berufsalltag — von der Textgenerierung bis zur Prozessunterstützung. Der Abschnitt vermittelt außerdem, wie KI-Einführung in Unternehmen strategisch begleitet wird.
- Entwicklung und Einsatzfelder von KI-Technologien im strukturierten Überblick
- Grundlagen des Prompt Engineerings: Struktur, Kontext, Iteration und Qualitätskontrolle
- ChatGPT und vergleichbare Sprachmodelle für berufliche Aufgaben gezielt nutzen
- Strategische Überlegungen zur KI-Einführung im Unternehmen und zum Veränderungsmanagement
- Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen beim Einsatz generativer KI im Unternehmenskontext
Das vierte Themenfeld schließt die digitale Werkzeugkompetenz ab: Microsoft 365 für kollaboratives Arbeiten sowie Datenschutz und IT-Sicherheit als unverzichtbare Querschnittskompetenzen.
- Digitale Zusammenarbeit mit Microsoft 365: Teams, SharePoint und OneDrive im Praxiseinsatz
- Word und Excel für den beruflichen Alltag professionell einsetzen und effizient nutzen
- Grundlagen der IT-Sicherheit und Überblick über aktuelle Bedrohungsszenarien
- DSGVO-Anforderungen, Betroffenenrechte und sicheres Datenmanagement in der Praxis
Praxisorientierte Übungen vertiefen alle vier Themenbereiche in angewandten Aufgaben und verbinden die theoretischen Bausteine miteinander.
- Lean-Analyse eines realen oder simulierten Unternehmensprozesses nach dem Wertstrom-Prinzip
- Entwicklung eines Verbesserungsvorschlags nach Kaizen-Prinzipien für einen gewählten Prozessausschnitt
- Planung und Durchführung eines mehrstufigen Sprints in einer Projektgruppe mit vollständigen Artefakten
- Erstellung eines Product Backlogs mit priorisierten User Stories und Akzeptanzkriterien
- Konzeption einer KI-gestützten Arbeitsroutine mit konkret formulierten ChatGPT-Prompts
- Anwendung des DMAIC-Zyklus auf ein Six-Sigma-Fallbeispiel mit Kennzahlenanalyse
- Erarbeitung eines einfachen IT-Sicherheitskonzepts für ein fiktives Unternehmens-Szenario
- Erstellung kollaborativer Dokumente und Präsentationen mit Microsoft 365
- Auswertung eines Sprint-Reviews und Ableitung konkreter Maßnahmen für die nächste Iteration
- Visualisierung eines Wertstroms auf einem ausgewählten Prozessausschnitt
- Diskussion eines KI-Ethik-Dilemmas anhand eines realen oder konstruierten Praxisfalls
- Abschlusspräsentation mit integriertem Lean-Scrum-Projektbericht
Die einzelnen Module sind inhaltlich verzahnt: Lean-Prinzipien wirken auf die Sprintplanung ein, und KI-Werkzeuge lassen sich sowohl im Anforderungsmanagement als auch bei der Dokumentation agiler Prozesse einsetzen. Diese Querverbindungen machen die Weiterbildung besonders praxisnah und transferfähig.
Lernziele:
- Grundprinzipien des Lean Managements verstehen und auf betriebliche Abläufe übertragen
- Den Kaizen-Ansatz und Pull-/Push-Systeme in Prozessoptimierungen anwenden
- Scrum-Rollen, Artefakte und Meetings klar voneinander abgrenzen und situationsgerecht einsetzen
- Sprints und Releases planen, durchführen und in Teams koordinieren
- ChatGPT als Werkzeug für Recherche, Texterstellung und Prozessunterstützung produktiv nutzen
- Prompt-Engineering-Grundlagen erlernen und eigene Prompts strukturiert aufbauen
- KI-Anwendungen strategisch im Unternehmenskontext einordnen und bewerten
- Ethische und rechtliche Fragestellungen rund um KI-Nutzung sachkundig beurteilen
- Anforderungsmanagement in agilen Projekten mit User Stories und Akzeptanzkriterien umsetzen
- Qualitätssicherung und kontinuierliche Verbesserung in Scrum-Prozessen verankern
- Digitale Zusammenarbeit mit Microsoft 365 professionell gestalten
- IT-Sicherheitsgrundlagen und DSGVO-Anforderungen im Berufsalltag einhalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die beruflich in Bereichen tätig sind oder tätig werden wollen, in denen Prozessoptimierung, agiles Arbeiten und der Einsatz moderner Technologien an Bedeutung gewinnen. Auch Quereinsteiger mit Interesse an Digitalisierung und Projektarbeit sind ausdrücklich angesprochen.
- Berufstätige, die in Projekt- oder Prozessmanagement-Rollen wechseln oder sich weiterentwickeln möchten
- Personen mit Interesse an KI-gestützter Arbeitsgestaltung ohne tiefe Programmierkenntnisse
- Anwärter auf Rollen als Scrum Master, Prozessmanager oder digitaler Koordinator
- Menschen, die bestehende Verwaltungs- oder Planungskompetenzen mit modernen Methoden erweitern wollen
- Wiedereinsteiger und Personen in beruflicher Neuorientierung mit Interesse an agilen Arbeitswelten
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich, ein (auch nicht abgeschlossenes) Studium oder nachweisbare Berufserfahrung in einem relevanten Umfeld. Grundlegende EDV- und Internetkenntnisse sind erforderlich. Gute Englischkenntnisse sind empfehlenswert, da viele Fachbegriffe aus dem Englischen stammen. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Technische Vorkenntnisse in KI oder agilen Methoden sind keine Voraussetzung — alle Themenbereiche werden von Grund auf aufgebaut.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format absolviert, also einer Kombination aus digital begleiteten Selbstlernphasen und synchronen Online-Einheiten. In den betreuten Phasen stehen Fallanalysen, Gruppenübungen und angewandte Projektarbeit im Vordergrund. Die digitalen Selbstlernphasen ermöglichen ein flexibles Lerntempo und eignen sich für das Durcharbeiten von Grundlagentexten, Lehrvideos und interaktiven Aufgaben. Das Format berücksichtigt die Anforderungen sowohl von Berufstätigen als auch von Personen in Vollzeit-Weiterbildung.
Die Weiterbildung läuft über mehr als sechs bis zu einem Jahr im Vollzeitmodus. Die einzelnen Module sind aufeinander aufgebaut und zeitlich so strukturiert, dass zuerst die IT-Projektmanagement- und Scrum-Grundlagen erarbeitet werden, bevor Lean, Prompt Engineering und abschließende digitale Kompetenzmodule folgen. Der genaue Stundenumfang richtet sich nach dem laufenden Kursplan; vergleichbare Formate umfassen typischerweise 700 bis 900 Unterrichtsstunden.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende mehrere Nachweise: ein ICDL-Zertifikat für die Microsoft-365-Module, ein Scrum-Zertifikat (Vorbereitung auf anerkannte Prüfungen wie PSM I oder EXIN Scrum Master), ein Six Sigma White Belt Zertifikat sowie ein trägerinternes Abschlusszertifikat, das alle Kursteile zusammenfasst. Der Kurs verbindet damit trägerinterne Qualifikationen mit der Vorbereitung auf extern anerkannte Zertifizierungen in mehreren Disziplinen.
Nutzen & Perspektiven
Wer Lean Management, Scrum und KI-gestützte Arbeitsweisen in einer Weiterbildung verbindet, erwirbt eine Kombination, die am Arbeitsmarkt noch vergleichsweise selten anzutreffen ist. Gerade in mittelständischen Unternehmen, die Digitalisierungsprojekte ohne große IT-Abteilungen umsetzen, sind Mitarbeitende gefragt, die sowohl methodisch denken als auch mit modernen Werkzeugen sicher umgehen können. Diese Weiterbildung schließt genau diese Lücke — ohne dass man vorher Entwickler oder Projektmanager sein müsste. Der Einsatz von ChatGPT als Arbeitswerkzeug — nicht als Marketingbegriff, sondern als konkret erlernbare Praxisfähigkeit — macht den Unterschied zu rein theoretischen Management-Kursen aus. Wer in der Lage ist, Prompts strukturiert zu formulieren und die Ergebnisse kritisch zu bewerten, kann ChatGPT tatsächlich in seinen Arbeitsalltag integrieren: für Kommunikationsaufgaben, für die Auswertung von Informationen, für die schnelle Erstellung von Berichten. Gleichzeitig stellt der Six Sigma White Belt eine sachliche Erweiterung dar: Er liefert das statistische Grundvokabular, das für die Bewertung von Prozessverbesserungen unerlässlich ist und Lean Management auf eine messbare Grundlage stellt. Durch die breite Zertifikatsstruktur — ICDL, Scrum, Six Sigma und trägerintern — eröffnet die Weiterbildung mehrere Berufswege gleichzeitig: vom Scrum Master in agilen Softwareteams bis zur Prozessmanagerin in der Unternehmensorganisation. Die Kombination macht Absolventinnen und Absolventen flexibel einsetzbar und fördert die Karrieremobilität in einem sich schnell verändernden Arbeitsmarkt. Wer alle vier Themenbereiche beherrscht, kann in interdisziplinären Teams sowohl methodisch führen als auch digital operieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten ein ICDL-Zertifikat für die Microsoft-365-Module, ein Scrum-Zertifikat (Vorbereitung auf PSM I oder EXIN Scrum Master), ein Six Sigma White Belt Zertifikat sowie ein trägerinternes Abschlusszertifikat. Zusammen decken diese Nachweise vier eigenständige Kompetenzbereiche ab.
Brauche ich Vorkenntnisse in Programmierung oder KI?
Nein. Der Kurs setzt keine Programmierkenntnisse voraus. ChatGPT wird als Arbeitswerkzeug erlernt, nicht als technische Infrastruktur. Alle Themenbereiche — Lean, Scrum, Prompt Engineering — werden von Grund auf vermittelt.
Was ist der Six Sigma White Belt und wozu dient er?
Der Six Sigma White Belt ist die Einstiegsstufe der Six Sigma Zertifizierung. Er vermittelt statistische Grundlagen und den DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control), der für die Analyse und Verbesserung von Unternehmensprozessen eingesetzt wird. Er ergänzt Lean Management um eine messbare, datengestützte Perspektive.
Wie ist der Kurs zeitlich aufgebaut?
Der Kurs läuft im Vollzeitmodus über mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr. Die Module sind aufeinander aufgebaut: Zunächst Scrum und IT-Projektmanagement, dann Lean und Six Sigma, anschließend Prompt Engineering und KI, abschließend Microsoft 365 und IT-Sicherheit. Das Combined-Learning-Format verbindet Selbstlernphasen mit synchronen Online-Einheiten.
Für wen ist diese Weiterbildung besonders geeignet?
Der Kurs richtet sich an Berufstätige und Personen in beruflicher Neuorientierung, die in Projektmanagement, Prozessoptimierung oder digitale Koordinationsrollen wechseln möchten. Auch Quereinsteiger ohne einschlägigen Abschluss können teilnehmen, sofern sie ausreichend Berufserfahrung mitbringen.
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