Überblick
Generative KI verändert, wie Software gebaut wird. Wer heute verstehen möchte, wie große Sprachmodelle in echte Anwendungen eingebettet werden, braucht solide Python-Kenntnisse und ein konkretes Verständnis der darunter liegenden Infrastruktur. Dieser Kurs verbindet beides: Er beginnt beim Python-Werkzeugkasten für KI-Projekte und führt Schritt für Schritt in die Welt der LLM-basierten Applikationsentwicklung ein — mit LangChain, der OpenAI API, Vektordatenbanken und modernen Retrieval-Techniken. Am Ende steht kein theoretisches Zertifikat, sondern die Fähigkeit, eigenständig intelligente Systeme zu konzipieren, zu implementieren und bereitzustellen.
Kursinhalte & Lernziele
Python-Grundlagen für KI-Entwicklung Bevor KI-Anwendungen entstehen können, müssen die Python-Werkzeuge sitzen. Das erste Modul stellt sicher, dass alle Teilnehmenden denselben soliden Ausgangspunkt haben — unabhängig davon, ob sie Python bereits kennen oder neu einsteigen. Im Fokus stehen die Bibliotheken und Konzepte, die im KI-Kontext täglich gebraucht werden.
- Virtuelle Umgebungen, Paketverwaltung (pip, conda) und Projektstruktur
- NumPy und Pandas für Datenverarbeitung und -analyse
- Umgang mit JSON, REST-APIs und HTTP-Clients (requests, httpx)
- Async-Programmierung und Concurrency-Grundlagen für I/O-intensive KI-Calls
- Fehlerbehandlung, Logging und saubere Modulstruktur in KI-Projekten
- Typannotationen und grundlegende Software-Engineering-Praktiken
Große Sprachmodelle und die OpenAI API Im zweiten Modul steht das Herzstück generativer KI-Anwendungen im Mittelpunkt: Transformers, Token-Verarbeitung und die praktische Arbeit mit LLM-APIs. Die Teilnehmenden lernen, wie Sprachmodelle intern funktionieren, und entwickeln ein belastbares mentales Modell für das Verhalten von Chat-Completions, Sampling-Parametern und Kontextfenstern.
- Grundlegende Transformer-Architektur und das Konzept der Tokenisierung
- OpenAI API: Chat Completions, Function Calling und Streaming
- Modellauswahl und Kosten-Nutzen-Abwägung (GPT-3.5 vs. GPT-4 vs. Open-Source-Alternativen)
- Systemrollen, Few-Shot-Prompting und kontextbewusstes Gesprächsmanagement
- Sicherheitsmechanismen, Moderation API und Umgang mit Bias
- Alternativen und Open-Source-LLMs (Llama, Mistral) im Überblick
LangChain und Agenten-Architekturen LangChain ist das meistgenutzte Python-Framework für LLM-Anwendungen. Dieses Modul führt schrittweise durch die Kernkonzepte — von einfachen Chains bis hin zu komplexen Agenten, die eigenständig Entscheidungen treffen und externe Werkzeuge aufrufen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Kompositionsfähigkeit: Wie werden viele kleine LangChain-Bausteine zu einem robusten System?
- LangChain Expression Language (LCEL) und das Chain-Paradigma
- Prompt Templates, Output Parser und strukturierte Ausgaben
- Agenten-Typen: ReAct, OpenAI Functions, Custom Agents
- Tool-Integration: Web-Search, Code-Interpreter, Datenbankabfragen
- Memory-Strategien für mehrturnige Gespräche (ConversationBuffer, Summary Memory)
- LangSmith für Tracing, Debugging und Evaluation
Embeddings, Vektordatenbanken und RAG Das technisch anspruchsvollste Modul behandelt Retrieval-Augmented Generation — die Technik, die LLMs erlaubt, auf unternehmensinterne Dokumente, aktuelle Daten oder umfangreiche Wissensdatenbanken zuzugreifen, ohne diese in den Kontext laden zu müssen. Die Teilnehmenden bauen ein vollständiges RAG-System von der Dokumentenaufnahme bis zur abgesicherten Antwortgenerierung.
- Embedding-Modelle: text-embedding-ada-002, Sentence Transformers
- Vektordatenbankvergleich: Chroma (lokal), Pinecone, Weaviate, FAISS
- Chunking-Strategien und deren Einfluss auf Retrievalqualität
- Ähnlichkeitssuche (Cosine, Dot Product) und hybride Suchmethoden
- RAG-Pipelines: Document Loader, Text Splitter, Retriever, QA-Chain
- Evaluierung von RAG-Systemen (Faithfulness, Answer Relevance)
Praxisprojekte — Intelligente Systeme end-to-end aufbauen
- Entwicklung eines Dokumenten-Q&A-Systems für eigene PDF- und Textquellen
- Aufbau eines Kunden-Support-Chatbots mit Gesprächsgedächtnis und Eskalatons-Logik
- Integration von Funktionsaufrufen (Function Calling) für strukturierte Datenabfragen
- Implementierung einer semantischen Suchmaschine über einen strukturierten Produktkatalog
- Entwicklung eines Multi-Agenten-Workflows zur automatisierten Recherche und Zusammenfassung
- Deployment einer LangChain-App mit FastAPI und Docker
- Kostenmonitoring und Token-Budget-Steuerung in produktiven Umgebungen
- Prompt-Injection-Angriffe erkennen und absichern
- Latenz-Optimierung durch Caching (LangChain Cache, Redis)
- Auswahl und Einbindung von Open-Source-LLMs als kosteneffiziente Alternativen
- Strukturierte Ausgaben mit Pydantic und JSON Schema
- End-to-End-Test einer KI-Anwendung mit automatisierten Evaluationsmetriken
Zum Abschluss des Praxisteils entwickeln die Teilnehmenden ein eigenes KI-Projekt, das alle gelernten Komponenten integriert. Die Arbeit an echten Daten und realen Anwendungsszenarien stellt sicher, dass das erworbene Wissen direkt im Berufsalltag eingesetzt werden kann. Der Kurs kombiniert Theorie, Live-Coding-Sessions und eigenständige Implementierungsaufgaben. Lösungsreviews im Plenum und direktes Feedback während der Umsetzungsphasen sorgen dafür, dass Teilnehmende nicht nur Konzepte verstehen, sondern robuste, produktionsnahe Code schreiben lernen.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen nachweisen.
- Die Grundprinzipien großer Sprachmodelle erläutern und deren Einsatzgebiete einordnen
- Python für KI-Projekte gezielt einsetzen — von Datenaufbereitung bis zur API-Integration
- Prompts systematisch gestalten und iterativ verbessern (Prompt Engineering)
- Die OpenAI API und kompatible Schnittstellen für Chat, Completion und Embedding ansprechen
- LangChain-Chains und -Agenten aufbauen und mit externen Werkzeugen verbinden
- Embeddings berechnen und semantische Ähnlichkeitssuche verstehen
- Vektordatenbanken (z. B. Chroma, Pinecone oder FAISS) einrichten und abfragen
- RAG-Systeme (Retrieval-Augmented Generation) von Grund auf implementieren
- Eigene Dokumente und Wissensdatenbanken als Kontext in LLMs einbetten
- Komplexe Multi-Step-Agenten mit Werkzeugzugang (Tools, Plugins) entwickeln
- Skalierbarkeit, Latenz und Kosten von LLM-Anwendungen beurteilen und optimieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die bereits Erfahrung in der Softwareentwicklung oder Datenwissenschaft mitbringen und konkret in die Entwicklung generativer KI-Anwendungen einsteigen möchten.
- Python-Entwicklerinnen und -Entwickler, die ihr Portfolio um KI-Komponenten erweitern wollen
- Data Scientists, die vom Modelltraining in die Anwendungsentwicklung wechseln
- Backend-Entwickler, die LLM-APIs in bestehende Systeme integrieren möchten
- Technische Fachkräfte aus anderen Sprachen (Java, C#, JavaScript), die Python für KI-Projekte erlernen
- Interessierte aus dem Bereich Machine Learning Operations (MLOps), die Produktionssysteme aufbauen
Grundlegende Python-Kenntnisse sind Pflicht — Variablen, Schleifen, Funktionen und grundlegende objektorientierte Konzepte sollten sicher beherrscht werden. Erfahrung mit REST-APIs und einem Versionsverwaltungssystem (z. B. Git) ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Vorkenntnisse in Machine Learning oder KI sind willkommen, jedoch keine Bedingung — das Modul zu LLM-Grundlagen schafft die nötige konzeptuelle Basis. Ein leistungsfähiges Notebook oder ein Cloud-Arbeitsumfeld (Google Colab oder ähnliches) ermöglicht das Mitarbeiten an allen praktischen Übungen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt: angeleitete Online-Einheiten wechseln sich mit selbstgesteuerten Coding-Phasen ab. Live-Sessions — für direkte Fragen, Code-Reviews und gemeinsame Fehleranalyse — bilden den Rahmen, in dem die Teilnehmenden an realen Projekten arbeiten. Alle Übungsaufgaben und Projekte sind so gestaltet, dass sie direkt auf dem eigenen Rechner oder in einer Cloud-Umgebung ausgeführt werden können. Die Kurssprache ist Deutsch; technische Dokumentation und APIs werden auf Englisch eingeführt und erklärt, sodass Teilnehmende auch im internationalen Berufsumfeld sicher agieren können.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitkurs konzipiert. Die genaue Gesamtdauer richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter und dem individuellen Stundenplan; aktuelle Termindaten und Laufzeiten sind direkt bei den Durchführenden erhältlich. Zwischen den Lehreinheiten empfiehlt sich das eigenständige Weiterarbeiten an den Projekten, um das Tempo der Kursinhalte optimal zu nutzen.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Absolventinnen und Absolventen ein trägerinternes Zertifikat, das die bearbeiteten Themen und den Qualifikationsnachweis dokumentiert. Einige Anbieter bereiten zusätzlich auf internationale Herstellerzertifizierungen im KI- und Cloud-Bereich vor — konkrete Prüfungen und Badges sind anbieterabhängig und sollten direkt erfragt werden. Wichtig ist: Das Zertifikat bildet reale Projekterfahrung ab, kein reines Selbststudiums-Assessment.
Nutzen & Perspektiven
Generative KI ist nicht länger ein Nischenthema für Forschungsinstitute — sie verändert aktiv, wie Produkte gebaut, Prozesse automatisiert und Kundenerlebnisse gestaltet werden. Wer heute die Fähigkeit mitbringt, LLM-Komponenten in Software-Systeme zu integrieren, ist am Arbeitsmarkt klar im Vorteil. Dieser Kurs legt genau diese Fähigkeit an — nicht als theoretisches Überblickswissen, sondern als handfestes Engineering-Know-how. Das besondere an diesem Kurs liegt in der Kombination aus Breite und Tiefe: LangChain, RAG, Agenten und Vektordatenbanken werden nicht als getrennte Themen abgehandelt, sondern im Verbund eines durchgängigen Anwendungsentwicklungs-Stacks. Wer den Kurs abschließt, versteht nicht nur einzelne Werkzeuge, sondern hat ein Systemverständnis dafür, wie intelligente Anwendungen aus diesen Bausteinen zusammenwachsen. Der Berufseinstieg oder -umstieg in KI-Entwicklung erfordert mehr als theoretisches Wissen über Transformer-Architekturen. Arbeitgeber suchen Personen, die ein GitHub-Repository mit echten Projekten vorweisen können — eigene RAG-Systeme, funktionierende Chatbots, deploybare Microservices. Genau das ermöglicht der Praxisteil dieses Kurses.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Python-Vorkenntnisse brauche ich?
Grundlegende Kenntnisse in Python sind Pflicht — Variablen, Schleifen, Funktionen und einfache objektorientierte Konzepte sollten sicher beherrscht werden. Ein Hintergrund in Machine Learning oder Deep Learning ist willkommen, aber nicht Voraussetzung.
Was ist LangChain und warum ist es wichtig?
LangChain ist das meistgenutzte Python-Framework zur Entwicklung von Anwendungen mit großen Sprachmodellen. Es stellt Bausteine für Chains, Agenten, Memory und Tool-Integration bereit und beschleunigt die Entwicklung komplexer KI-Systeme erheblich.
Was ist RAG und warum ist diese Technik relevant?
RAG (Retrieval-Augmented Generation) ermöglicht es, LLMs mit eigenen Dokumenten oder Datenbanken zu verbinden, ohne sie neu trainieren zu müssen. Das Ergebnis sind KI-Anwendungen, die präzise und quellengebundene Antworten liefern — ein Schlüsselmuster in produktiven Unternehmenssystemen.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat, das den Kursinhalt und den Leistungsnachweis dokumentiert. Einige Anbieter bereiten zusätzlich auf externe Herstellerzertifizierungen vor. Genaue Angaben dazu erhält man direkt beim jeweiligen Anbieter.
Kann ich den Kurs mit einem Bildungsgutschein finanzieren?
Ob eine Förderung über die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder andere Träger in Frage kommt, hängt von den persönlichen Voraussetzungen ab. Informationen zur Förderfähigkeit dieses Kurses sind auf der Kursdetailseite unter dem jeweiligen Angebot einsehbar.
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