Überblick
Dieser Kurs richtet sich an erfahrene Salesforce-Fachleute, die auf die Architektenebene im B2C-Commerce-Bereich vordringen möchten. Das ARC300-Curriculum von Salesforce legt den Fokus darauf, wie B2C Commerce Cloud-Lösungen konzipiert, entworfen und technisch bewertet werden: von der Systemintegration über Performance-Architektur bis hin zu Skalierbarkeits- und Sicherheitsüberlegungen. Anders als Administratoren- oder Entwicklerkurse denkt dieser Kurs auf der Ebene von Lösungsdesign, Trade-off-Analyse und architekturellen Entscheidungen. Ergänzt wird das Programm durch Microsoft Project Level 1 und Level 2, das für die Steuerung komplexer Implementierungsprojekte unverzichtbar ist. Wer Salesforce-Architektur-Credentials anstrebt, benötigt genau diese Kombination aus technischer Tiefe und Projektführungskompetenz.
Kursinhalte & Lernziele
B2C Commerce Cloud-Architektur und Plattformgrundlagen Bevor Architekturentscheidungen getroffen werden können, muss die Plattform in ihrer Tiefe verstanden sein. Dieses Modul behandelt das Deployment-Modell der B2C Commerce Cloud, die Sandbox-Hierarchie (Production, Staging, Development), die interne Struktur von Sites, Catalogs, Price Books und Customer Groups sowie das Konzept der Business Manager-Konfiguration. Es wird erklärt, wie Salesforce B2C Commerce cloud-nativ betrieben wird und welche Konsequenzen das für Architektur- und Integrationsentscheidungen hat.
- Deployment-Topologie und Sandbox-Hierarchie verstehen
- Site-Konfiguration, Catalogs und Shared Libraries strukturieren
- Business Manager als zentrales Konfigurationswerkzeug einsetzen
- Site Genesis vs. SFRA (Storefront Reference Architecture) gegenüberstellen
- Headless Commerce mit PWA Kit und OCAPI/SCAPI-APIs konzipieren
- Mandantenfähigkeit und Multi-Site-Architekturen entwerfen
Integrationsarchitektur und externe Systeme B2C Commerce ist selten ein Silo. Es kommuniziert mit ERP-Systemen (Bestandsdaten, Auftragsverarbeitung), PIM-Systemen (Produktdaten), Zahlungsanbietern und Fulfillment-Systemen. Dieses Modul behandelt Integrationsmuster: synchrone REST/SOAP-Aufrufe vs. asynchrone Event-basierte Architekturen, Message-Queues und Webhook-Callbacks. Besonderes Augenmerk liegt auf der Order Management-Integration und der Frage, wie Auftrags- und Bestandsdaten zwischen Systemen konsistent gehalten werden.
- synchrone und asynchrone Integrationsmuster abwägen
- SFCC-eigene APIs (OCAPI, SCAPI) einsetzen und dokumentieren
- ERP-Integration für Bestell- und Bestandsmanagement konzipieren
- PIM-Integration für Produktdaten-Synchronisation strukturieren
- Zahlungs-Gateway-Integration sicher und PCI-konform gestalten
- Integrations-Monitoring und Fehlertoleranz (Circuit-Breaker-Muster) einplanen
Performance, Skalierung und Sicherheitsarchitektur Commerce-Plattformen müssen Peak-Traffic standhalten — Black Friday, Flash Sales oder Marketing-Kampagnen erzeugen plötzliche Lastspitzen, die die Architektur vorbereitet haben muss. Dieses Modul behandelt Caching-Strategien (CDN-Layer, Page-Cache, Object-Cache), Session-Management, Indexing-Strategien für Produktsuche und Datenbankabfrageoptimierung. Sicherheitsarchitektur umfasst Authentifizierungsflüsse (OAuth 2.0, JWT), PCI-DSS-konforme Zahlungsabwicklung und Datenschutzanforderungen nach DSGVO.
- CDN-basiertes Caching und Cache-Invalidierungsstrategien entwerfen
- Elasticsearch-basierte Indexierung für Produktsuche optimieren
- Session-Skalierung und Stateless-Architekturen abwägen
- Lasttests planen und Performance-Budgets definieren
- OAuth 2.0-Flows und JWT-basierte Authentifizierung für APIs sichern
- DSGVO-Anforderungen in Commerce-Datenmodelle integrieren
Microsoft Project Level 1 und Level 2 Für Architekten, die große Commerce-Projekte steuern, ist strukturiertes Projektmanagement kein optionales Add-on — es ist Teil der Rolle. MS Project Level 1 führt in Projektstrukturpläne, Aufgabensequenzierung, Ressourcenzuordnung und Gantt-Darstellungen ein. Level 2 vertieft die Arbeit mit komplexen Abhängigkeiten, dem kritischen Pfad, Baseline-Vergleichen und Statusberichten, die gegenüber Steuerkreisen und Sponsoren kommuniziert werden.
- Projektstrukturpläne (PSP/WBS) für Commerce-Implementierungen aufbauen
- Aufgaben-Abhängigkeiten und Meilensteine definieren
- Ressourcenauslastung überwachen und Engpässe erkennen
- Baselines setzen und Soll-Ist-Vergleiche durchführen
- Statusberichte und Gantt-Exporte für Stakeholder erstellen
- Risikofelder im Projektplan kennzeichnen und Puffer einplanen
Praxisprojekte und Fallstudien
- einen vollständigen Architektur-Blueprint für einen B2C-Commerce-Launch entwerfen
- eine Headless-Commerce-Architektur mit PWA Kit und SCAPI skizzieren und begründen
- ein Integrations-Diagramm für ERP-PIM-Commerce-Zusammenspiel erstellen
- eine Performance-Analyse durchführen und Optimierungsmaßnahmen priorisieren
- ein Sicherheitskonzept für eine PCI-DSS-konforme Checkout-Architektur ausarbeiten
- Migrationsstrategie von einer Magento-Installation auf B2C Commerce Cloud entwickeln
- einen MS-Project-Plan für ein 6-monatiges Commerce-Implementierungsprojekt aufbauen
- kritischen Pfad in einem komplexen Implementierungsplan identifizieren und Puffer berechnen
- Trade-off-Analyse zwischen SFRA und Headless-Ansatz für einen fiktiven Kunden durchführen
- API-Dokumentation für eine Drittanbieter-Integration auf Basis von SCAPI erstellen
- Sicherheitsaudit-Checkliste für eine Produktiv-Salesforce-Commerce-Instanz erarbeiten
- Risikobewertung für eine internationale Multi-Site-Expansion dokumentieren
Die Fallstudien orientieren sich an realen Implementierungsszenarien und konfrontieren die Teilnehmenden mit typischen Fragen, die in Architektur-Reviews, RFPs und Design-Authority-Gremien gestellt werden. Die Verbindung mit MS Project zeigt, wie ein Architektur-Entscheid unmittelbar auf den Projektplan ausstrahlt.
Lernziele:
- B2C Commerce Cloud-Architekturen end-to-end zu entwerfen und ihre technischen Komponenten zu erklären
- Integrationsmuster zwischen B2C Commerce, Order Management und externen Systemen (ERP, PIM, WMS) zu bewerten und zu empfehlen
- Performance-Bottlenecks in B2C-Commerce-Implementierungen zu identifizieren und architektonische Gegenmassnahmen zu formulieren
- Sicherheitsarchitektur für Commerce-Plattformen zu konzipieren, inklusive Datenschutz, PCI-DSS-Relevanz und Authentifizierungsflüsse
- Skalierungsstrategien für Peak-Traffic-Szenarien (Seasonal Sales, Flash-Sales) technisch zu fundieren
- Entscheidungen zwischen Headless-Commerce-Ansätzen und klassischem SFRA (Storefront Reference Architecture) zu begründen
- API-First-Designprinzipien auf Commerce-Integrationsszenarien anzuwenden
- Datenmodelle und Catalog-Strukturen für komplexe Produkthierarchien zu entwerfen
- Migrationspfade von Legacy-Commerce-Systemen auf B2C Commerce Cloud zu planen
- Projekte mit Microsoft Project Level 1 von Grund auf zu planen, Gantt-Diagramme zu erstellen und Ressourcen zuzuweisen
- komplexe Projektpläne in MS Project Level 2 mit kritischem Pfad, Baseline-Tracking und Stakeholder-Reporting zu verwalten
- Architektur-Entscheidungen gegenüber nichttechnischen Stakeholdern klar zu kommunizieren und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs setzt erhebliche Salesforce-Vorerfahrung voraus und richtet sich nicht an Einsteiger.
- Erfahrene Salesforce-Entwickler oder -Consultants, die auf die Architekten-Ebene wechseln möchten
- Solution Architects, die ihre Expertise auf B2C Commerce spezialisieren
- IT-Projektleiter oder technische Leads mit Salesforce-Hintergrund
- Salesforce-Partner-Mitarbeiter, die Enterprise-Commerce-Projekte leiten
- CTO- oder Enterprise-Architect-Kandidaten in Organisationen mit Salesforce-Commerce-Einsatz
Mehrjährige Salesforce-Erfahrung als Entwickler oder Consultant ist Voraussetzung. Kenntnisse in Salesforce B2C Commerce oder einem vergleichbaren E-Commerce-System sind notwendig. JavaScript-Kenntnisse sind für das Verständnis der SFRA- und Headless-Architekturen hilfreich. Grundkenntnisse in REST-APIs, Integrationsmuster und Systemarchitektur werden erwartet. Für den MS-Project-Teil genügen grundlegende Office-Kenntnisse.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet stark mit Fallstudien und Design-Challenges: Die Teilnehmenden erhalten beschriebene Business-Anforderungen und müssen Architektur-Entscheidungen begründen, Alternativen abwägen und ihre Designs präsentieren. Trainer-Demonstrationen am Live-System zeigen reale Konfigurationen und Integrationen. MS-Project-Übungen erfolgen mit realistischen Implementierungsprojektdaten aus dem Commerce-Kontext. Diskussionsrunden im Plenum sichern den Transfer zwischen Kurskonzepten und den beruflichen Situationen der Teilnehmenden.
Das Kombiprogramm erstreckt sich über mehrere Kurstage. Das ARC300-Curriculum ist inhaltlich umfangreicher als Einsteigerkurse und verlangt mehr Vor- und Nachbereitungszeit. Die MS-Project-Anteile nehmen typischerweise zwei bis drei volle Kurstage in Anspruch. Die genaue Durchführungsform (Vollzeit, Teilzeit, Online, Präsenz) bestimmt der jeweilige Anbieter.
Nach Kursabschluss wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Trägers ausgestellt. Das Programm bereitet inhaltlich auf Salesforce-Architect-Zertifizierungen vor (insbesondere Salesforce Certified B2C Commerce Architect), die als separate, von Salesforce administrierte Prüfungen abgelegt werden müssen.
Nutzen & Perspektiven
Salesforce Architects gehören zu den gefragtesten und am besten bezahlten IT-Spezialisten auf dem Markt. Die Fähigkeit, skalierbare, sichere und integrierte B2C-Commerce-Lösungen zu entwerfen, unterscheidet einen Architekten von einem Entwickler und schlägt sich in Gehaltsverhandlungen, Karriereentwicklung und dem Ansehen im Kunden- und Partnerumfeld direkt nieder. Die Kombination von technischer Architekturkompetenz (ARC300) und Projektführung (MS Project) spiegelt die reale Anforderung wider: Architekten werden in Enterprise-Projekten erwartet, nicht nur Blueprints zu liefern, sondern auch die Implementierung zu steuern. Wer beides beherrscht, ist sofort einsetzbar in komplexen Salesforce-Commerce-Projekten. Auf dem Pfad zu Salesforce-Certified Architect-Credentials — insbesondere dem begehrten CTA (Certified Technical Architect) — ist der B2C-Commerce-Architect-Track ein wertvoller Baustein. Das hier aufgebaute Wissen zu Integrationsmustern, Performance-Architektur und Sicherheitsdesign ist direkt transferierbar auf andere Salesforce-Architekturdisziplinen und auf breitere Enterprise-Architect-Rollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist der ARC300-Kurs geeignet?
Für erfahrene Salesforce-Entwickler oder Consultants, die auf die Architektenebene wechseln möchten. Vorausgesetzt werden mehrjährige Salesforce-Praxis und Kenntnisse in B2C Commerce oder vergleichbaren E-Commerce-Systemen. Der Kurs ist kein Einstiegskurs.
Was unterscheidet ARC300 von einem Entwicklerkurs für B2C Commerce?
Entwicklerkurse fokussieren auf Code und Konfiguration. ARC300 denkt auf Systemebene: Wie integrieren verschiedene Plattformen? Wie skaliert die Lösung bei Traffic-Spitzen? Welche Sicherheitsarchitektur passt? Die Perspektive ist die eines Architekten, der Entscheidungen begründet und Trade-offs bewertet.
Bereitet der Kurs auf eine offizielle Salesforce-Architect-Zertifizierung vor?
Inhaltlich legt der Kurs das Fundament für die Salesforce Certified B2C Commerce Architect-Prüfung. Die Zertifizierungsprüfung selbst ist separat bei Salesforce abzulegen und ist nicht im Kurs enthalten.
Warum ist Microsoft Project Teil dieses Architektenkurses?
Architekten in großen Commerce-Projekten tragen häufig Verantwortung für die Projektplanung. MS Project ermöglicht strukturierte Planung von Implementierungsprojekten mit kritischem Pfad, Ressourcensteuerung und Stakeholder-Reporting — Fähigkeiten, die in Enterprise-Projekten erwartet werden.
Was ist der Unterschied zwischen SFRA und Headless Commerce in Salesforce?
SFRA (Storefront Reference Architecture) ist das traditionelle, server-seitig gerenderte Frontend-Framework von Salesforce B2C Commerce. Headless Commerce entkoppelt Frontend und Backend vollständig — das Frontend (z. B. eine React-App mit PWA Kit) kommuniziert ausschließlich über APIs (SCAPI). Dieser Kurs behandelt beide Ansätze und hilft bei der Entscheidung, welcher für welchen Use Case besser geeignet ist.
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