Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei eigenständige Qualifikationsbereiche: Der Salesforce-Teil (DEX450) vermittelt programmatische Entwicklung auf der Salesforce-Plattform mit Apex, Visualforce und einem Einblick in das Lightning Component Framework. Apex ist die proprietäre, Java-ähnliche Programmiersprache von Salesforce, mit der sich Geschäftslogik, Datenbankoperationen und automatisierte Prozesse direkt auf der Plattform umsetzen lassen. Ergänzt wird dieser Entwicklungsblock durch Microsoft Project Level 1 und Level 2, in dem Sie Projektpläne, Ressourcenverwaltung und Fortschrittsberichte mit dem etablierten Microsoft-Planungswerkzeug erarbeiten. Das Kursformat ist Combined Learning in Vollzeit.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Apex-Grundlagen und Datenoperationen Apex ist die Herzstücks der programmatischen Salesforce-Entwicklung. In diesem Modul lernen Sie, wie Apex-Klassen aufgebaut werden, wie die Sprache mit Standard- und benutzerdefinierten Salesforce-Objekten (sObjects) interagiert, und wie Sie Daten effizient abrufen und persistieren.
- sObjects in Apex: Standard- und Custom-Objekte als typisierte Datenstrukturen verstehen und nutzen
- SOQL-Abfragen schreiben — einfache Selects, Beziehungsabfragen (Parent-to-Child, Child-to-Parent), SOSL-Suchen
- DML-Operationen: Insert, Update, Upsert, Delete und Undelete korrekt einsetzen
- Variablen, Kontrollstrukturen, Schleifen und Fehlerbehandlung in Apex
- Collections in Apex: Lists, Sets und Maps für effiziente Datenverarbeitung nutzen
- Governor Limits verstehen: welche Limits gelten und wie bulkfähiger Code diese einhält
Modul 2: Trigger-Entwicklung und Save Order of Execution Apex-Trigger reagieren auf Datenbankoperationen und ermöglichen es, Geschäftslogik automatisch auszuführen. Dieses Modul behandelt, wie Trigger korrekt strukturiert werden, welche Reihenfolge bei der Datenspeicherung gilt, und wie deklarative und programmatische Automatisierungen zusammenwirken.
- Apex-Trigger schreiben: Before- und After-Trigger für Insert-, Update- und Delete-Ereignisse
- Trigger-Handler-Muster: Trennung von Trigger-Logik und Business-Logik für wartbaren Code
- Save Order of Execution auf der Salesforce-Plattform: Workflow Rules, Validation Rules, Triggers und Process Builder in Reihenfolge
- Interaktion zwischen deklarativen Automatisierungstools (Flows, Process Builder) und Apex-Triggern
- Rekursion in Triggern verhindern und Bulk-Szenarien (Massenimporte) korrekt abbilden
- Debugging-Techniken: Developer Console, Debug Logs und SOQL-Explorer verwenden
Modul 3: Visualforce und Benutzeroberflächen-Anpassung Visualforce ist die traditionelle Seitenarchitektur von Salesforce für benutzerdefinierte UI-Seiten. Auch wenn Lightning Experience zunehmend dominiert, ist Visualforce in vielen Bestandssystemen präsent und bleibt eine relevante Fähigkeit für Entwickler.
- Visualforce-Markup: Tags, Attribute und das Zusammenspiel mit Apex-Standard- und Custom-Controllern
- Standard-Controller und Extension-Controller für Visualforce-Seiten einsetzen
- Seitenaktionen, Navigation und Redirect-Logik in Visualforce konfigurieren
- Datenbindung zwischen Controller und View — Aufruf von Getter/Setter-Methoden
- Übersicht über das Lightning Component Framework und dessen Unterschiede zu Visualforce
- Deployment-Prozess: Änderungen vom Sandbox in Produktionsumgebungen transferieren
Modul 4: Microsoft Project Level 1 und Level 2 Microsoft Project ist ein bewährtes Werkzeug für die Planung und Steuerung von Projekten. Der Kurs umfasst beide Ausbaustufen — von der Grundstruktur bis zur Ressourcen- und Kostenkontrolle.
- Projekte anlegen, Vorgänge definieren und Meilensteine setzen (Level 1)
- Abhängigkeiten und Verknüpfungstypen zwischen Vorgängen konfigurieren (Level 1)
- Ressourcen anlegen und Arbeitspaketen zuweisen, Gantt-Diagramm pflegen (Level 1)
- Ressourcenauslastung analysieren und Überlastungen beheben (Level 2)
- Projektkosten planen, Basisplan speichern und Soll-Ist-Vergleiche erstellen (Level 2)
- Berichte und Dashboards für Stakeholder-Kommunikation in MS Project konfigurieren (Level 2)
Praxisblock: Übungsaufgaben und Transferszenarien Die Lerninhalte werden durch praktische Aufgaben gefestigt, die typische Alltagssituationen in der Salesforce-Entwicklung und im Projektmanagement simulieren.
- Apex-Trigger für einen komplexen Geschäftsprozess (z. B. automatische Opportunitäts-Aktualisierung) entwickeln und testen
- SOQL-Abfragen optimieren und Governor-Limit-Verstöße identifizieren und beheben
- Visualforce-Seite mit Custom-Controller für eine spezifische Datenanzeige bauen
- Unit-Test-Klassen schreiben und Testabdeckung auf über 75 % bringen
- Deployment-Paket (Change Set) erstellen und dokumentieren
- MS-Project-Plan für ein simuliertes Salesforce-Implementierungsprojekt erstellen
- Ressourcenkonflikte im Projektplan erkennen und durch Umplanung auflösen
- Earned-Value-Kennzahlen berechnen und Projektfortschritt bewerten
- Fehlerhaften Apex-Code debuggen und korrekte Lösung dokumentieren
- JSON-basierte Schnittstelle zwischen Salesforce und externem System konzeptuell beschreiben
- Eigene Lösung nach Clean-Code-Kriterien reflektieren und kommentieren
- Feedback-Runde zur Lösung im Gruppenkontext
Das Nebeneinander von Entwicklungs- und Projektmanagement-Stoff entspricht der Realität vieler Consulting- und Projektumgebungen, in denen von Entwicklern erwartet wird, dass sie nicht nur Code schreiben, sondern auch Zeitpläne und Ressourcen im Blick behalten.
Lernziele:
- Apex-Klassen und Apex-Trigger schreiben, um Geschäftslogik auf der Salesforce-Plattform zu implementieren
- SOQL (Salesforce Object Query Language) für Datenbankabfragen und DML-Operationen zur Datenmanipulation einsetzen
- Visualforce-Seiten erstellen und mit Apex-Controllern verknüpfen, um individuelle Benutzeroberflächen zu bauen
- Mandantenfähigkeits-Einschränkungen der Salesforce-Plattform (Governor Limits) verstehen und codekonform umgehen
- Deklarative Automatisierungstools auf der Salesforce-Plattform kennen und in Beziehung zu programmatischen Lösungen setzen
- Save Order of Execution auf der Plattform erklären und bei der Trigger-Entwicklung berücksichtigen
- Automatisierte Unit-Tests für Apex-Code schreiben und Testabdeckung sicherstellen
- Salesforce-Lösungen in andere Umgebungen deployen (Sandboxen, Change Sets)
- Visual Studio Code mit Salesforce Extension Pack und Salesforce CLI als Entwicklungswerkzeuge einsetzen
- Projektpläne und Meilensteine mit Microsoft Project Level 1 strukturieren
- Ressourcenauslastung und Budgetkontrolle mit Microsoft Project Level 2 steuern
- Programmier- und Projektmanagement-Perspektive in der Praxis verknüpfen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind Personen, die bereits Software entwickeln und nun in die Salesforce-Plattformentwicklung einsteigen wollen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Einstieg in die programmatische Anpassung — also für Entwickler, die bisher mit deklarativen Salesforce-Tools (Flows, Prozessbuilder) gearbeitet haben und nun Apex lernen möchten, oder für externe Entwickler, die erstmals auf der Salesforce-Plattform tätig werden.
- Softwareentwickler mit Java- oder objektorientierten Programmiergrundlagen, die auf Salesforce umsteigen
- Salesforce-Administratoren, die ihren Tätigkeitsbereich auf programmatische Entwicklung ausweiten möchten
- IT-Consultants, die Salesforce-Implementierungsprojekte aktiv mitentwickeln
- Fachkräfte, die eine Salesforce-Plattformentwickler-Zertifizierung anstreben
- Technisch versierte Personen, die Projektplanung mit MS Project zusätzlich erlernen wollen
Für den Salesforce-DEX450-Teil sind grundlegende Programmierkenntnisse in Java oder einer objektorientierten Sprache erforderlich. Erfahrungen mit der Salesforce-Plattform — z. B. als Administrator oder im Umgang mit deklarativen Tools — sind hilfreich, aber keine formale Bedingung. Ein Verständnis von Datenbankkonzepten (Tabellen, Relationen, Abfragen) erleichtert den SOQL-Teil. Für den MS-Project-Teil sind keine speziellen Vorkenntnisse nötig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs nutzt ein Combined-Learning-Format: Trainer-begleitete Live-Sessions werden mit selbstgesteuerten Entwicklungsaufgaben in einer Salesforce-Sandbox-Umgebung kombiniert. Die praktischen Übungen bauen direkt auf den jeweiligen Kursinhalten auf und ermöglichen sofortigen Transfer. Für den MS-Project-Teil erstellen Sie eigene Projektpläne mit echten Planungsdaten. In Vollzeit durchgeführt, erlaubt das Format konzentriertes Arbeiten über mehrere Wochen.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit absolviert und erstreckt sich auf einen Zeitraum von mehr als einem Monat bis zu drei Monaten. Innerhalb dieser Spanne werden beide Themenbereiche — Salesforce-Plattformentwicklung (DEX450) und Microsoft Project (Level 1+2) — vollständig abgedeckt. Für konkrete Starttermine und Kursumfang in Stunden wenden Sie sich bitte an den Anbieter.
Der Kurs schließt mit einem international anerkannten Salesforce-Herstellerzertifikat für programmatische Plattformentwicklung sowie einem Lehrgangszertifikat ab. Das Salesforce-Zertifikat bestätigt Apex- und Visualforce-Kenntnisse auf dem Niveau des DEX450-Curriculums und ist auf dem Salesforce-Arbeitsmarkt bekannt und nachgefragt.
Nutzen & Perspektiven
Salesforce hat sich in vielen Unternehmen als zentrales CRM-System etabliert, und mit der programmatischen Entwicklung — also Apex, Triggers und API-Integration — öffnet sich ein deutlich breiteres Aufgabenspektrum als mit rein deklarativen Konfigurationsmethoden. Wer Apex beherrscht, kann Geschäftsprozesse automatisieren, die mit Standard-Tools nicht abbildbar sind, und wird als Developer gehandelt — nicht mehr nur als Admin. Die Kombination mit Microsoft Project spricht einen praktischen Bedarf an: In Consulting-Umgebungen und IT-Abteilungen wird von Entwicklerinnen und Entwicklern zunehmend erwartet, dass sie Projektkontext verstehen und kommunizieren können. MS Project ist dabei oft das Werkzeug, in dem Timelines und Ressourcenpläne verwaltet werden. Mit Level 1 und Level 2 erwerben Sie echte Planungskompetenz, nicht nur Basis-Bedienung. Für Personen, die eine Salesforce-Entwicklerkarriere anstreben, bietet dieser Kurs eine solide Ausgangsbasis: Die DEX450-Inhalte sind direkt auf die Vorbereitung auf das Salesforce Platform Developer I-Zertifikat ausgerichtet, und die Kombination mit dem MS-Project-Abschluss signalisiert Arbeitgebern ein vollständigeres, praxisreifes Profil.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Apex und wozu brauche ich es in Salesforce-Projekten?
Apex ist die proprietäre Programmiersprache von Salesforce, die direkt auf den Salesforce-Servern ausgeführt wird. Sie ermöglicht komplexe Geschäftslogik, automatische Datenbankoperationen und Schnittstellen, die mit den deklarativen Tools (Flows, Process Builder) allein nicht umsetzbar sind. Für professionelle Salesforce-Entwickler ist Apex unverzichtbar.
Was sind Governor Limits und warum sind sie wichtig?
Governor Limits sind Ausführungsbeschränkungen, die Salesforce auf Apex-Code anwendet, um die mandantenfähige Plattform zu schützen. Sie begrenzen z. B. die Anzahl der SOQL-Abfragen oder DML-Operationen pro Transaktion. Das Verständnis dieser Limits ist essenziell für korrekt funktionierenden Apex-Code, besonders bei Massenoperationen.
Gibt es einen Unterschied zwischen Visualforce und dem Lightning Component Framework?
Ja. Visualforce ist die ältere, seitenbasierte UI-Technologie von Salesforce, die weiterhin in vielen Bestandssystemen eingesetzt wird. Lightning Components (LWC und Aura) ist der moderne Ansatz für reaktive, komponentenbasierte UIs in Lightning Experience. Dieser Kurs behandelt Visualforce und gibt einen Überblick über das Lightning Component Framework.
Muss ich Salesforce bereits kennen, bevor ich diesen Kurs starte?
Grundlegende Salesforce-Kenntnisse sind hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Wichtiger ist Programmiererfahrung in einer objektorientierten Sprache wie Java. Wer Salesforce noch gar nicht kennt, sollte sich vorab mit den Grundprinzipien der Plattform vertraut machen.
Wie hängen der Salesforce-Teil und der MS-Project-Teil zusammen?
Beide Bereiche sind inhaltlich eigenständig, ergänzen sich aber praktisch: Salesforce-Entwicklungsprojekte laufen in strukturierten Projektkontexten, in denen Planungswerkzeuge wie MS Project eingesetzt werden. Das kombinierte Format ermöglicht, beide Kompetenzen in einer Weiterbildung zu erwerben.
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