Überblick
OmniStudio ist das Framework, mit dem Salesforce Industry-Cloud-Applikationen ihre geführten, digitalen Interaktionserlebnisse umsetzen. Wer FlexCards und OmniScripts beherrscht, kann Anwender durch komplexe Geschäftsprozesse führen, ohne dafür Apex-Code schreiben zu müssen. Dieser Lehrgang kombiniert den OMS435-Kurs „Build Guided Experiences with OmniStudio" mit Microsoft Project auf zwei Niveaustufen. Die Kombination ist besonders sinnvoll für Entwickler und Architekten, die OmniStudio-Projekte nicht nur technisch umsetzen, sondern auch in ihrer zeitlichen und ressourcenbezogenen Dimension planen müssen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — OmniStudio: FlexCards und Oberflächengestaltung FlexCards sind das Darstellungselement in OmniStudio, das Kontextinformationen kompakt und konfigurierbar auf Lightning-Seiten anzeigt. Sie rufen Daten aus verschiedenen Quellen ab und können Aktionen wie Starten eines OmniScripts oder Navigieren zu einem Datensatz direkt auslösen.
- FlexCard-Typen: Datensatz-, Listen- und Eltern-Kind-Karten im Vergleich
- Datenquellen: direkte SOQL-Abfragen, DataRaptors und Integration Procedures verknüpfen
- Conditional Rendering: Karten- und Element-Sichtbarkeit über Bedingungslogik steuern
- Aktionen konfigurieren: OmniScript starten, Felder inline bearbeiten, URL-Aktionen
- FlexCards in Lightning Experience, OmniStudio Interaction Console und Communities einbetten
- Custom Lightning Web Components in FlexCards integrieren
Modul 2 — OmniStudio: OmniScripts OmniScripts sind das Herzstück geführter Benutzererlebnisse in OmniStudio: Sie modellieren mehrstufige Formulare und Prozesse deklarativ und steuern, welche Fragen und Aktionen einem Benutzer in welcher Reihenfolge präsentiert werden.
- Step-Typen und Navigationsmodi: lineare und verzweigte OmniScript-Strukturen
- Elemente: Text-Input, Datepicker, Radio-Buttons, Repeatable Blocks und Lookups konfigurieren
- Validierungen auf Feld- und Schrittebene, serverseitige Plausibilitätsprüfungen
- Formelfelder und bedingte Sichtbarkeit innerhalb eines OmniScripts
- DataRaptor Transform und Integration Procedure aus OmniScripts aufrufen
- Testen und Debuggen: OmniScript-Debugger und Preview-Modus nutzen
Modul 3 — OmniStudio: Datenwerkzeuge (DataRaptors und Integration Procedures) DataRaptors und Integration Procedures sind die deklarativen Backend-Schichten von OmniStudio. Sie trennen die Datenlogik sauber von der Präsentationsschicht und erlauben es, Informationen aus Salesforce-Objekten, externen APIs und JSON-Strukturen zusammenzuführen.
- DataRaptor-Typen: Extract (Lesen), Load (Schreiben) und Transform (Umwandeln)
- JSON-Mapping: Quell- und Zielfelder verknüpfen, Arrays iterieren
- Integration Procedures: serverseitige Orchestrierung mehrerer DataRaptor- und HTTP-Aktionen
- Externe Datenquellen über Named Credentials einbinden
- Caching-Strategien für häufig abgerufene Datenstrukturen
- Fehlerbehandlung und Logging in DataRaptors und Integration Procedures
Modul 4 — Microsoft Project Level 1 und Level 2 Microsoft Project ermöglicht es, Entwicklungsprojekte — wie die Einführung einer OmniStudio-Lösung für eine Industry Cloud — transparent zu planen und zu steuern. Level 1 vermittelt den Einstieg in Vorgangs- und Terminplanung, Level 2 vertieft Ressourcen-, Kosten- und Mehrprojektmanagement.
- Projektrahmen definieren: Vorgänge, Sammelvorgänge, Meilensteine anlegen
- Abhängigkeiten: Verknüpfungstypen (FS, SS, FF) und Zeitpuffer kalkulieren
- Ressourcen zuweisen, Überlastungen erkennen und Nivellierung anwenden
- Kostenplanung: Ressourcensätze, feste Vorgangskosten und Gesamtbudget
- Basislinien setzen und Fortschrittsüberwachung mit Soll-Ist-Vergleich
- Mehrprojektumgebungen: Masterprojekt anlegen, Teilprojekte verbinden
- Statusberichte und Netzplandarstellungen für Stakeholder aufbereiten
Lernziele:
- FlexCards erstellen, konfigurieren und in Lightning-Seiten einbetten
- OmniScripts für mehrstufige, geführte Benutzerprozesse aufbauen und validieren
- DataRaptors zum Lesen, Umwandeln und Schreiben von Salesforce-Daten konfigurieren
- Integration Procedures als serverseitige, wiederverwendbare Datenoperationen aufsetzen
- Die OmniStudio Interaction Console für kontextbezogene Kundeninteraktionen nutzen
- Interne und externe Daten über deklarative Werkzeuge zu einer 360-Grad-Kundensicht zusammenführen
- Grundprinzipien der Salesforce-Industry-Cloud-Architektur verstehen und einordnen
- OmniStudio-Anwendungen debuggen und Performance-Engpässe identifizieren
- Voraussetzungen und Prüfungsziele für Salesforce Certified OmniStudio Developer einordnen
- Projekte mit Microsoft Project von der Initiierung bis zum Abschluss strukturieren
- Ressourcen und Kosten in Project planen und laufend überwachen
- Mehrere Teilprojekte in einem Masterprojekt zusammenführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich primär an Personen, die technisch in Salesforce-Projekten arbeiten und dort die OmniStudio-Komponente verantworten oder entwickeln. Grundlegende Salesforce-Kenntnisse und Erfahrung mit der Plattform werden vorausgesetzt.
- Plattformentwickler und UI-Entwickler in Salesforce-Industry-Cloud-Projekten
- Lösungsarchitekten und technische Architekten, die OmniStudio-Anwendungen konzipieren
- Administratoren mit Entwicklungsinteresse, die in OmniStudio-Projekte einsteigen
- Kandidaten für die Zertifizierung Salesforce Certified OmniStudio Developer
- Projektleiter in Salesforce-Umgebungen, die Projektmanagement-Werkzeuge systematisch einsetzen möchten
Für den OmniStudio-Teil sollten Teilnehmende solide Grundkenntnisse der Salesforce-Plattform mitbringen: Vertrautheit mit dem Datenmodell, Lightning Web Components sowie JSON-Strukturen. Die Qualifikation als Salesforce Administrator oder Salesforce Platform Developer I ist empfehlenswert. Kenntnisse relationaler Datenbanken und ein Grundverständnis von REST-APIs erleichtern den Einstieg erheblich. Der Microsoft-Project-Teil setzt keine spezifischen Vorkenntnisse voraus; Projekterfahrung im Team ist von Vorteil, aber keine Pflicht.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang wird als Combined Learning im virtuellen Klassenzimmer durchgeführt — live, synchron und mit direkter Trainer-Interaktion. OmniStudio-Inhalte werden in Developer-Orgs mit OmniStudio-Paket geübt; die Teilnehmenden konfigurieren FlexCards, OmniScripts und DataRaptors selbst und beobachten das Ergebnis sofort in der laufenden Org. Demos wechseln sich mit gelenkten Übungen ab, in denen schrittweise komplexere Szenarien umgesetzt werden. Microsoft Project wird ebenfalls anhand realistischer Projektszenarien geübt, bei denen die Teilnehmenden eigene Projektpläne anlegen und weiterentwickeln.
Der Gesamtlehrgang dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten, je nach Teilzeitmodell und individueller Moduleinteilung. Beide Hauptbestandteile — OMS435 und Microsoft Project — sind zeitlich eigenständige Blöcke. Individuelle Startzeitpunkte und angepasste Wochenstunden können im Beratungsgespräch vereinbart werden.
Für den OMS435-Teil erhalten die Teilnehmenden ein herstellerseitiges Kurszertifikat, das die Absolvierung des offiziellen Salesforce-Kurses bestätigt. Wer die externe Prüfung „Salesforce Certified OmniStudio Developer" anstrebt, wird durch die Inhalte dieses Kurses gezielt darauf vorbereitet; die Prüfung wird eigenständig bei Salesforce abgelegt. Für Microsoft Project wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Der gesamte Lehrgang wird mit einem trägerinternen Lehrgangszertifikat abgeschlossen.
Nutzen & Perspektiven
OmniStudio ist der Schlüssel zu den Industry-Cloud-Produkten von Salesforce — von Financial Services Cloud über Health Cloud bis zu Public Sector Solutions. Wer diese Technologie beherrscht, ist in einem Marktsegment positioniert, das stark wächst und in dem Fachkräfte mit praxiserprobten OmniStudio-Kenntnissen gesucht werden. FlexCards und OmniScripts ermöglichen geführte Prozesse, die früher aufwendige Apex-Entwicklung erfordert hätten; wer diese Werkzeuge effizient einsetzt, senkt Entwicklungszeit und Fehlerquote erheblich. Der Microsoft-Project-Anteil eröffnet eine Perspektive, die technischen Fachleuten in Projekten oft fehlt: strukturierte Terminplanung, belastbare Ressourcenzuweisung und transparente Kostenverfolgung. In der Praxis sitzen OmniStudio-Entwickler oft in Projektteams, deren Zeitplan und Ressourcenlage sie direkt beeinflussen — ein Grundverständnis von Project-Plänen hilft, realistische Zusagen zu machen und Abhängigkeiten sichtbar zu kommunizieren. Zusammen bilden OMS435 und Microsoft Project ein seltenes Kompetenzprofil: tiefe technische Expertise auf der Salesforce-Plattform, gepaart mit der organisatorischen Fähigkeit, Projekte zu steuern. Arbeitgeber in Salesforce-Implementierungspartnern und größeren Endkunden-Organisationen schätzen diese Kombination, weil sie die Kommunikation zwischen Technik und Projektmanagement vereinfacht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist OmniStudio und warum ist es für Salesforce-Entwickler wichtig?
OmniStudio ist ein deklaratives Entwicklungs-Framework innerhalb der Salesforce-Plattform, das vor allem in Industry-Cloud-Produkten wie Health Cloud oder Financial Services Cloud eingesetzt wird. Mit FlexCards und OmniScripts lassen sich interaktive, geführte Benutzerprozesse konfigurieren, ohne Apex-Code schreiben zu müssen. Das macht es zu einem zentralen Werkzeug für Entwickler und Architekten in diesen Segmenten.
Führt der Kurs direkt zur OmniStudio Developer Zertifizierung?
Der OMS435-Kursinhalt ist auf die Prüfungsanforderungen des Salesforce Certified OmniStudio Developer ausgerichtet und bereitet inhaltlich auf die Prüfung vor. Die externe Zertifizierungsprüfung muss separat bei Salesforce abgelegt werden; sie ist nicht im Lehrgang enthalten.
Welche Unterschiede gibt es zwischen DataRaptors und Integration Procedures?
DataRaptors sind spezialisierte Werkzeuge zum Lesen, Schreiben und Transformieren von Salesforce-Daten. Integration Procedures sind serverseitige Prozessoren, die mehrere DataRaptors, HTTP-Aktionen und Transformationsschritte in einer orchestrierten Abfolge zusammenführen. Beide werden im Kurs ausführlich geübt.
Welchen Nutzen bringt Microsoft Project für Salesforce-Entwickler?
In der Praxis arbeiten Salesforce-Entwickler und -Architekten meist in Projekten mit festen Zeitplänen und Ressourcenbudgets. Kenntnisse in Microsoft Project helfen, eigene Aufwände realistisch einzuschätzen, mit Projektmanagern auf Augenhöhe zu kommunizieren und den eigenen Anteil am Projektplan transparent darzustellen.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja. Individuelle Teilzeit- und Startzeitpunkte können im Beratungsgespräch abgestimmt werden. Die Dauer verlängert sich entsprechend, bleibt aber innerhalb des angegebenen Rahmens von bis zu drei Monaten.
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