Überblick
Dieser Kurs vereint zwei eigenständige Qualifikationsstränge zu einer kompakten Weiterbildung: die fundierte Vertiefung in SAP Extended Warehouse Management (EWM) inklusive offizieller SAP-Anwenderzertifizierung und ein aufbauendes Business-Englisch-Programm für den internationalen Berufsalltag. Das Besondere gegenüber reinen SAP-Logistikkursen liegt in der sprachlichen Dimension: Wer als EWM-Anwender in internationalen Lieferketten arbeitet, braucht nicht nur System-Know-how, sondern auch die Fähigkeit, Prozesse auf Englisch zu kommunizieren, Berichte zu verfassen und mit ausländischen Partnern zu korrespondieren. Beide Stränge sind gleichwertige Kursbestandteile und bedingen sich inhaltlich gegenseitig.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — SAP-Systemüberblick und EWM-Einstieg Der Kurs beginnt mit dem Modul S4H00, das einen strukturierten Überblick über SAP S/4HANA als Plattform bietet. Teilnehmer lernen die Architektur des Systems kennen, verstehen die Zusammenhänge zwischen den zentralen Logistik-Modulen (SD, MM, PP) und der Buchhaltung (FI/CO) und entwickeln ein Gefühl für die systemweite Navigation. Dieser Überblick ist Voraussetzung, um EWM nicht isoliert, sondern im Kontext ganzheitlicher Lieferkettenprozesse zu verstehen.
- Architektur von SAP S/4HANA und Modulstruktur
- Navigation, Transaktionscodes und Rollen im System
- Zusammenspiel von SD, MM, PP, FI/CO und EWM
- Grundlegende Lagerverwaltungsbegriffe im SAP-Kontext
- Stammdaten: Materialstamm, Lagerort, Werke und Lagernummern
Modul 2 — Prozesse und Customizing in SAP EWM Mit den Modulen EWM100, EWM110, EWM120 und EWM125 erarbeiten die Teilnehmer die operativen und konfigurativen Kernbereiche des Extended Warehouse Managements. Das Modul EWM100 vermittelt die typischen Warenbewegungen — Wareneingang, interne Umlagerungen, Warenausgang — im Systemablauf. EWM110 und EWM120 gehen in das Customizing: Wie werden Lagerstrukturen, Lagertypen und Lagerbereiche konfiguriert, welche Aktivierungsschritte sind notwendig, und wie lassen sich Prozessvarianten steuern?
- Wareneingangsprozess: Anlieferung, Einlagerung und Qualitätsprüfung
- Warenausgangsprozess: Kommissionierung, Verpackung und Versand
- Customizing der Lagerstruktur: Lagernummer, Lagertyp, Lagerbereich, Lagerplatz
- Konfiguration von Lagerprozesstypes und Aktivitätsbereichen
- Zusätzliche Customizing-Themen: Ausnahmehandling und Fehlerprozesse
- Labor Management: Kapazitätsplanung und Mitarbeitersteuerung im Lager (EWM125)
Modul 3 — Ressourcenmanagement, Yard Management und Qualität Die Module EWM115 und EWM140 erweitern das Bild um zwei strategisch wichtige EWM-Bereiche. EWM115 behandelt das Ressourcenmanagement: die gezielte Steuerung von Gabelstaplern, Handscannern und Lagermitarbeitern über das System. EWM140 beleuchtet die Qualitätsmanagement-Integration — wie werden Probenahmen, Sperrlager und Qualitätsprüfungen in EWM abgebildet?
- Ressourcentypen und Ressourcenverwaltung im EWM
- Warehouse-Task-Management und Auftragssteuerung
- Yard Management: Andockverwaltung, Hofsteuerung und Transportplanung
- QM-Integration: Probenahme, Nutzungsentscheidung und Sperrlager
- Monitoring-Tools und Lagerübersicht in EWM
Modul 4 — Business English für den internationalen Logistik-Alltag Der Business-Englisch-Strang gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Einheiten. Das Grundlagenmodul legt das wirtschaftssprachliche Fundament — Vokabular für Bestellprozesse, Lieferketten und Lagerabläufe. Das Aufbaumodul vertieft Sprachkompetenz in verhandlungsorientierten und analytischen Kontexten. Das Modul Geschäftskorrespondenz fokussiert auf schriftliche Kommunikation: E-Mails, Berichte und formale Anfragen auf Englisch.
- Wirtschaftsenglisch Grundlagen: Supply-Chain-Vokabular, Zahlen, Prozessabläufe
- Wirtschaftsenglisch Aufbau: Präsentationen, Meetings, Verhandlungssituationen
- Geschäftskorrespondenz: formelle E-Mails, Anfragen, Bestellbestätigungen, Reklamationen
- Branchenspezifisches Vokabular: Warehouse, Logistics, Procurement, Inventory
- Sprachkompetenz für internationale Projektkommunikation
Praxisblock — Systemarbeit und Zertifizierungsvorbereitung Der praktische Teil des Kurses ist konsequent am Live-System ausgerichtet. Die Teilnehmer führen reale EWM-Transaktionen durch, durchlaufen vollständige Lagerszenarien vom Wareneingang bis zur Auslieferung und arbeiten an praxisnahen Fallstudien.
- Vollständiger Wareneingangsprozess im SAP-Live-System abwickeln
- Kommissionierauftrag erstellen, steuern und quittieren
- Interne Umlagerungsprozesse konfigurieren und testen
- Yard-Management-Szenario: Andockplanung und Hofsteuerung durchführen
- Ressourcenzuweisung und Kapazitätsmonitoring im Live-System üben
- Qualitätsprüfungsablauf in SAP EWM simulieren
- Customizing-Übungen: Lagerstruktur anlegen und aktivieren
- Business-Englisch-Übungen mit Logistikkontext: Rollengespräche und E-Mail-Simulationen
- Abschlussszenario: integrierter Prozessdurchlauf als Abschluss-Selbstkontrolle
- Fachvokabular beider Kursbestandteile in kombinierten Fallstudien anwenden
- Systematische Wiederholung der EWM-Zertifizierungsinhalte im Live-System
- Feedback-Schleifen zur Qualitätssicherung der Lernergebnisse
Die Zertifizierungsprüfung "SAP User in Extended Warehouse Management" wird als offizieller SAP-Abschluss abgelegt. Der Business-Englisch-Anteil wird mit einer trägerinternen Bescheinigung dokumentiert.
Lernziele:
- Grundlegende Methoden und Anwendungen im SAP-System sicher einsetzen können
- Überblick über die SAP-Module FI/CO, HCM, SD/MM und PP als systemweite Grundlage entwickeln
- EWM-spezifisches Customizing selbstständig vornehmen und Lagerstrukturen konfigurieren
- Warehouse-Tasks, Ressourcen und Mitarbeiter über das SAP EWM Ressourcenmanagement steuern
- Labor Management in SAP EWM für den operativen Lagerbetrieb nutzen
- Qualitätsmanagement-Funktionen in SAP EWM verstehen und anwenden
- Yard Management als Erweiterung zur Transportplanung einsetzen
- Praxisübungen am Live-System selbstständig durchführen und Systemabläufe nachvollziehen
- SAP-Anwenderzertifizierung "SAP User in Extended Warehouse Management" ablegen
- Wirtschaftsenglisch auf Grundlagen- und Aufbauniveau festigen
- Geschäftskorrespondenz auf Englisch verfassen und berufliche Situationen sprachlich sicher meistern
- KI-Tools als ergänzendes Arbeitsmittel im Logistik-Berufsalltag einordnen und nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bereits Berufserfahrung im Logistik- oder Lagerumfeld mitbringen und ihre SAP-EWM-Kompetenz auf einem zertifizierten Niveau nachweisen wollen — ergänzt um die Sprachkompetenz für internationale Arbeitskontexte.
- Lagermitarbeiter und Logistiker mit ersten SAP-Kenntnissen
- Disponenten und Supply-Chain-Fachkräfte im internationalen Umfeld
- Fachkräfte, die als Power User EWM-Prozesse in ihrem Unternehmen verantworten
- Personen, die ihre Karrierechancen in internationalem Kontext gezielt ausbauen wollen
- Berufserfahrene Quer- und Aufstiegsinteressierte aus Lager, Transport und Intralogistik
Der Kurs setzt grundlegende SAP-Systemkenntnisse voraus — ideal sind erste praktische Erfahrungen im SAP-Umfeld, etwa aus einem allgemeinen Einführungskurs oder der beruflichen Praxis. Berufserfahrung in Lager, Logistik oder Supply Chain erleichtert das Verständnis der Geschäftsprozesse erheblich. Für den Business-Englisch-Anteil werden grundlegende Englischkenntnisse auf mindestens Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens erwartet. Gute Deutschkenntnisse sind notwendig, da der Kurs in deutscher Sprache durchgeführt wird. Sichere PC-Grundkenntnisse werden vorausgesetzt, da die Arbeit am SAP-Live-System zentral ist.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format als Vollzeitweiterbildung durchgeführt. Präsenz- und Online-Lernphasen wechseln sich ab und ergänzen sich. SAP-Systemübungen finden am Live-System statt — keine eingeschränkte Übungsumgebung, sondern echte Systemarbeit. Der Business-Englisch-Strang ist didaktisch kommunikativ ausgerichtet: Übungen, Rollenspiele und schriftliche Praxisfälle stehen im Mittelpunkt. Beide Stränge sind inhaltlich koordiniert, sodass EWM-Fachbegriffe und logistische Situationen im Englischunterricht wieder aufgegriffen werden.
Der Kurs findet als Vollzeitmaßnahme statt. Die konkrete Gesamtdauer richtet sich nach dem Anbieterformat und kann zwischen mehreren Wochen und einigen Monaten variieren. Beide Kursbestandteile — SAP EWM und Business English — sind zeitlich aufeinander abgestimmt und laufen parallel oder aufeinanderfolgend. Kursbuchungsdetails zu Startdaten und Umfang sind beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Der SAP-Anteil schließt mit der offiziellen SAP-Anwenderzertifizierung "SAP User in Extended Warehouse Management" ab. Dabei handelt es sich um eine externe Prüfung, die durch SAP abgenommen wird und ein anerkanntes Herstellerzertifikat verleiht. Das Zertifikat belegt vertieftes Anwenderwissen in SAP EWM und ist am Arbeitsmarkt bekannt. Der Business-Englisch-Kursanteil wird mit einem trägerinternen Zertifikat bzw. einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus SAP EWM-Zertifizierung und Business-Englisch-Abschluss schafft ein Qualifikationsprofil, das im Markt nicht selbstverständlich ist. Viele Fachkräfte beherrschen entweder das System oder die Sprache — dieses Kursformat schließt beide Lücken gleichzeitig. Gerade in internationalisierten Logistikbetrieben, Automotive-Lieferketten oder globalen Handelsunternehmen ist die Kombination aus EWM-Expertise und Englischkompetenz ein konkreter Vorteil im Bewerbungsprozess. Auf der fachlichen Seite vermittelt der Kurs nicht nur Anwender-Know-how, sondern auch Customizing-Wissen, das Power User von reinen Anwendern unterscheidet. Wer Lagerstrukturen in SAP EWM konfigurieren, Ressourcen steuern und Qualitätsprozesse integrieren kann, übernimmt typischerweise Key-User-Rollen im Unternehmen — mit entsprechendem Einfluss auf Prozessoptimierungen und System-Rollouts. Die sprachliche Komponente wirkt dabei in beide Richtungen: Sie bereitet auf die Zusammenarbeit mit internationalen SAP-Beratern vor, die häufig auf Englisch dokumentieren und kommunizieren, und ermöglicht zugleich den Zugang zu englischsprachigen SAP-Ressourcen, Handbüchern und Communitys. Wer diesen Kurs abgeschlossen hat, ist in der Lage, SAP-EWM-Projekte sowohl technisch als auch kommunikativ professionell zu begleiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches SAP-Zertifikat wird am Ende des Kurses ausgestellt?
Am Ende des SAP-Anteils wird die offizielle SAP-Anwenderzertifizierung "SAP User in Extended Warehouse Management" abgelegt. Es handelt sich um ein externes Herstellerzertifikat von SAP, keine rein trägerinterne Urkunde. Der Business-Englisch-Anteil wird mit einer trägerinternen Bescheinigung dokumentiert.
Welche Englischkenntnisse sind für den Kurs erforderlich?
Für den Business-Englisch-Anteil werden Grundkenntnisse auf mindestens Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens erwartet. Der SAP-Kursanteil findet auf Deutsch statt, sodass gute Deutschkenntnisse ebenfalls notwendig sind.
Brauche ich Vorkenntnisse in SAP EWM?
Grundlegende SAP-Systemkenntnisse sind empfehlenswert, da der Kurs mit einem strukturierten S/4HANA-Überblick beginnt und dann zügig in die EWM-Tiefe geht. Berufserfahrung im Lager- oder Logistikumfeld ist hilfreich, um die Geschäftsprozesse praxisnah zu verankern.
Wie ist der Kurs aufgebaut — Präsenz oder Online?
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format als Vollzeitweiterbildung durchgeführt. Präsenz- und Online-Lernphasen wechseln sich ab. SAP-Übungen finden am Live-System statt.
Wofür steht EWM im SAP-Kontext, und was unterscheidet es von der klassischen Lagerverwaltung?
EWM steht für Extended Warehouse Management und ist das leistungsstärkere SAP-Lagerverwaltungssystem im Vergleich zum älteren WM-Modul. Es bietet deutlich feinere Steuerungsmöglichkeiten für komplexe Lagerstrukturen, Ressourcenverwaltung, Yard Management und Qualitätsintegration — und ist das Zukunftsmodul für anspruchsvolle Logistikprozesse in SAP S/4HANA.
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