Überblick
Die Solarthermie zählt zu den etabliertesten Technologien der regenerativen Energieversorgung und gewinnt im Zuge staatlicher Förderprogramme und verschärfter Anforderungen an Heizungsanlagen weiter an Bedeutung. Dieses Modul vermittelt fundiertes Fachwissen zur Planung, Dimensionierung und Installation solarthermischer Anlagen. Es richtet sich an Fachkräfte, die bereits Grundkenntnisse in der Solartechnik mitbringen und diese in einem praxisorientierten Weiterbildungsformat systematisch vertiefen möchten. Angesprochen sind Handwerker:innen, Fachplaner:innen, Ingenieur:innen sowie Sachbearbeiter:innen in Kommunalverwaltungen und Finanzinstitutionen, die sich kompetent mit solarthermischen Projekten befassen wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Technische Grundlagen und Systemkunde bilden die Basis des Moduls. In diesem ersten Block werden die physikalischen Hintergründe der Solarthermie vertieft und die wichtigsten Anlagentypen vorgestellt. Die Teilnehmenden lernen, wie Sonneneinstrahlung in nutzbare Wärme umgewandelt wird und welche Systemkomponenten dabei zusammenwirken.
- Funktionsweise solarthermischer Systeme: Energieumwandlung und Kreislaufprinzip
- Überblick über Anlagentypen: Brauchwassererwärmung, Heizungsunterstützung, Kombianlagen
- Einflussfaktoren auf den Ertrag: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Klimazone
- Solarthermische Anlagen für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser im Vergleich
- Systemgrenzen und Schnittstellen zu anderen Haustechnikgewerken
- Sicherheitstechnische Anforderungen und einschlägige Normen
Kollektortypen und Montage stehen im zweiten Themenblock im Fokus. Hier werden die unterschiedlichen Bauformen von Solarkollektoren mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt und die Grundregeln der fachgerechten Montage erläutert. Dieser Block ist besonders relevant für Handwerksbetriebe und Fachplanung.
- Flachkollektoren: Aufbau, Wirkungsgrad und typische Anwendungsfelder
- Röhrenkollektoren: Vakuumröhren und deren Leistungsvorteile bei diffusem Licht
- Luftkollektoren als Sonderform und ihre Einsatzgebiete
- Montage auf Schrägdach, Flachdach und als Fassadenintegration
- Statische Anforderungen und Befestigungssysteme
- Dichtheit, Durchführungen und brandschutztechnische Aspekte bei der Montage
Dimensionierung, Speichertechnik und Systemintegration sind das Herzstück der Planung solarthermischer Anlagen. Dieser Block behandelt, wie Anlagenkomponenten aufeinander abgestimmt werden, um einen optimalen Jahresbetrieb zu gewährleisten. Besonders die Einbindung in bestehende Heizungsanlagen erfordert sorgfältige hydraulische Planung.
- Solarspeicher: Typen, Schichtladekonzepte und Dimensionierungsregeln
- Berechnung des solaren Deckungsgrads für verschiedene Lastprofile
- Hydraulische Einbindung in bestehende Heizungsanlagen
- Wärmetauscher und Solarflüssigkeiten: Auswahl und Wartungsintervalle
- Regelungsadaption und Betriebsweisen bei unterschiedlichen Lastprofilen
- Ertragsüberwachung und Monitoring im laufenden Betrieb
Wirtschaftlichkeit, Förderung und Kosten bilden den vierten thematischen Block. Investitionen in Solarthermie sind langfristig und müssen sorgfältig kalkuliert werden. Dieser Abschnitt gibt Werkzeuge an die Hand, um Wirtschaftlichkeit zu bewerten und Kund:innen fundiert zu beraten.
- Jahresnutzungsgrad berechnen und als Basis für die Wirtschaftlichkeit nutzen
- Vollkostenrechnung für solarthermische Anlagen: Investition, Betrieb, Wartung
- Aktuelle staatliche Förderprogramme (BAFA, KfW) und deren Antragsbedingungen
- Versicherung solarthermischer Anlagen: Gebäude- und Anlagenversicherung
- Amortisationsrechnung und Break-Even-Analyse für typische Anlagengrößen
- Einfluss steigender Energiepreise auf die Wirtschaftlichkeit
Praxisblock — Planung und Beratung. Dieser abschließende Praxisblock vertieft die erworbenen Kenntnisse durch fallbasierte Übungen und Planungsszenarien. Typische Aufgabenstellungen sind
- Planung einer Brauchwasseranlage für ein Einfamilienhaus: Schritt für Schritt
- Auslegung einer Heizungsunterstützungsanlage für ein Mehrfamilienhaus
- Beratungsgespräch simulieren: Kundenfragen kompetent beantworten
- Förderprogramm-Check: welche Mittel stehen bei welchem Vorhaben zur Verfügung
- Fehlerdiagnose im Betrieb: typische Anlagenprobleme erkennen und beheben
- Ertragsprognose erstellen und mit realen Messwerten abgleichen
- Angebot und Kostenkalkulation für einen solarthermischen Auftrag erstellen
- Normen- und Regelwerkcheck: relevante technische Regeln für die tägliche Arbeit
- Abnahmeprotokoll und Dokumentation nach Fertigstellung einer Anlage
- Umgang mit behördlichen Anforderungen und Baugenehmigungen
- Nachhaltigkeitsaspekte kommunizieren: CO2-Einsparung und Klimaschutzargumente
- Abschlusspräsentation: Planungsergebnis vorstellen und verteidigen
Die Weiterbildung schließt mit einer Gesamtreflexion ab, in der die Teilnehmenden ihre Planungsergebnisse vorstellen und gemeinschaftlich diskutieren. Praxisnahe Fallbeispiele aus echten Projekten ergänzen die theoretischen Inhalte und schaffen einen direkten Bezug zum Berufsalltag.
Lernziele:
- Die physikalischen Grundlagen der Solarthermie und die Funktionsweise solarthermischer Kreisläufe erklären können
- Verschiedene Kollektortypen nach technischen Merkmalen und Einsatzfeldern unterscheiden und auswählen
- Solarspeicher sachgerecht dimensionieren und die optimale Anlagengröße für typische Anwendungsfälle berechnen
- Montagearbeiten fachgerecht planen und bei der praktischen Ausführung Qualitätsstandards einhalten
- Solarthermische Anlagen in bestehende Heizungssysteme einbinden und hydraulische Schnittstellen berücksichtigen
- Regelungsstrategien für solarthermische Systeme verstehen und die Betriebsweise an unterschiedliche Lastsituationen anpassen
- Jahresnutzungsgrade berechnen und als Grundlage für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen nutzen
- Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchführen und Investitionsentscheidungen fachlich begleiten
- Aktuelle Förderprogramme für solarthermische Anlagen kennen und Kund:innen oder Auftraggeber:innen kompetent informieren
- Versicherungsaspekte und haftungsrechtliche Grundlagen bei der Installation einbeziehen
- Kosten solarthermischer Anlagen abschätzen und in Angeboten realistisch darstellen
- Planung und Dimensionierung mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus der Anlage vornehmen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die bereits über Grundkenntnisse in der Solartechnik verfügen und sich nun auf Solarthermie spezialisieren möchten. Sie ist bewusst interdisziplinär konzipiert und spricht mehrere Berufsgruppen an.
- Elektroinstallateure und Heizungsbauer:innen, die solarthermische Anlagen in ihr Portfolio aufnehmen möchten
- Fachplaner:innen aus den Bereichen Gebäudetechnik, Versorgungstechnik und TGA
- Ingenieur:innen als strukturierten Überblick und fachlichen Einstieg in die Solarthermie
- Sachbearbeiter:innen in öffentlichen Fachverwaltungen, die Förderprogramme bearbeiten oder Baugenehmigungen erteilen
- Finanz- und Bankkaufleute, die Finanzierungen für solarthermische Projekte begleiten
- Politiker:innen und Entscheidungsträger:innen auf kommunaler Ebene, die fundierte Entscheidungen zur Wärmewende treffen wollen
Für die Teilnahme werden Grundkenntnisse in der Solartechnik vorausgesetzt, wie sie beispielsweise im Modul 1 (Grundlagen der Solartechnik) vermittelt werden. Ohne dieses Basiswissen können die Inhalte des Moduls nicht vollständig erschlossen werden. Handwerkliche Praxiserfahrung ist vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich. Für Fachverwaltung und Finanzbereich ist ein fachlich fundiertes Interesse ausreichend.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenz- oder Online-Lehreinheiten mit begleitenden Selbstlernphasen kombiniert. Dozent:innen aus der Praxis bringen reale Projektbeispiele ein und veranschaulichen die Inhalte anhand echter Planungsaufgaben. Die Kursgröße ist so ausgelegt, dass individuelle Fragen gestellt und Beratungssituationen realitätsnah durchgespielt werden können. Die Weiterbildung findet in Vollzeit statt. Je nach Anbieter können Vor-Ort-Besichtigungen oder Exkursionen zu solarthermischen Anlagen Teil des Programms sein.
Dieses Modul ist ein kompaktes Fachmodul, das typischerweise in Vollzeit durchgeführt wird. Die genaue Dauer variiert je nach Anbieter. Auf Kursweg stehen Ihnen 29 Anbieter mit mehr als 600 Angeboten zur Auswahl — Sie finden für jede Region und jeden Zeitraum ein passendes Angebot.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Es handelt sich um ein anbieterinternes Zertifikat, das die absolvierten Lerninhalte dokumentiert. Staatlich anerkannte Abschlüsse werden in diesem Modul nicht vergeben; die Bescheinigung ist jedoch branchenweit bekannt und im Handwerks- und Planungsbereich akzeptiert.
Nutzen & Perspektiven
Solarthermie ist eine Schlüsseltechnologie der Wärmewende. Handwerksbetriebe, die solarthermische Anlagen installieren können, profitieren von einem wachsenden Auftragsvolumen, das durch staatliche Förderungen und gesetzliche Vorgaben zur Reduktion fossiler Brennstoffe weiter angetrieben wird. Wer dieses Modul absolviert, ist in der Lage, Kund:innen kompetent zu beraten, Anlagen fachgerecht zu planen und sicher zu installieren — und damit einen messbaren Mehrwert für den eigenen Betrieb zu schaffen. Für Fachplaner:innen, Sachbearbeiter:innen und Verwaltungsangestellte bietet die Weiterbildung eine strukturierte Einführung in ein Fachgebiet, das in Förderprogrammen und Genehmigungsverfahren zunehmend Relevanz gewinnt. Wer Förderanträge prüft, Baugenehmigungen erteilt oder Finanzierungen begleitet, trifft bessere Entscheidungen, wenn das technische Grundverständnis vorhanden ist. Das Modul schafft diese Grundlage auf einem Niveau, das für Nicht-Handwerker:innen angemessen und verständlich aufbereitet ist. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Darüber hinaus können je nach individueller Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Anspruch genommen werden. Eine Beratung durch die zuständige Fachstelle klärt, welcher Weg der sinnvollste ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse werden benötigt?
Grundkenntnisse in der Solartechnik werden vorausgesetzt — beispielsweise aus einem Grundlagenmodul zur Solartechnik. Ohne diese Basis ist der Einstieg in das Modul schwierig. Handwerkliche Praxiserfahrung ist vorteilhaft, aber keine Pflicht.
Für wen ist die Weiterbildung geeignet?
Neben Handwerkern und Fachplaner:innen richtet sich das Modul auch an Verwaltungsfachkräfte, Banker:innen und kommunale Entscheidungsträger:innen, die fundiertes Wissen über solarthermische Anlagen benötigen, ohne selbst zu installieren.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz, Rehabilitationsleistungen und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Welcher Abschluss wird vergeben?
Die Teilnehmenden erhalten eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsanbieters. Es handelt sich um ein anbieterinternes Zertifikat, das die absolvierten Inhalte dokumentiert.
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- Technischer Fachkaufmann/Technische Fachkauffrau für Sanitär/Heizung/Klima109 Stellen
- Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Umweltschutztechnik und regenerative Energien/Bachelor Professional in Technik5 Stellen