Überblick
Die Energiewende ist kein Zukunftsprojekt mehr — sie findet jetzt statt. Photovoltaik ist dabei eine der tragenden Säulen: Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Das schafft enormen Bedarf an Fachkräften, die PV-Anlagen professionell planen, dimensionieren, montieren und in Betrieb nehmen können. Dieser Kurs — Modul 3 der Solartechnik-Reihe — vermittelt das praktische und theoretische Rüstzeug für genau diese Aufgaben. Von den elektrotechnischen Grundlagen über die Planung netzgekoppelter Anlagen bis hin zur Inbetriebnahme und Wartung deckt die Weiterbildung alle wesentlichen Kompetenzfelder ab. Wer nach dem Kurs entsprechende Projektierungssoftware und Wechselrichterdimensionierung erlernen möchte, findet in diesem Kurs die ideale Vorbereitung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Elektrische Grundlagen und Funktionsprinzip der Photovoltaik Ohne ein fundiertes Verständnis der elektrotechnischen Grundlagen ist eine sichere und korrekte Planung von PV-Anlagen nicht möglich. Dieses Modul legt die technische Basis: von den physikalischen Prinzipien der Photovoltaik über Gleichstromtechnik bis hin zum Netzanschluss. Sie lernen, wie aus Sonnenlicht elektrische Energie wird und welche physikalischen und elektrischen Gesetzmäßigkeiten dabei eine Rolle spielen.
- Photovoltaischer Effekt: Halbleiterphysik, p-n-Übergang und Ladungsträgertrennung
- Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom und maximaler Leistungspunkt (MPP)
- Verschaltung von PV-Modulen: Reihenschaltung (String) und Parallelschaltung
- Gleichstromtechnik in PV-Anlagen: Kabel, Sicherungen, Schalter
- Prinzip der netzgekoppelten Anlage: DC-Seite, Wechselrichter, Einspeisepunkt
- Netzanforderungen und technische Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber
Modul 2 — Inselanlagen und autarke Systeme Nicht jede PV-Anlage ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Inselanlagen versorgen Gebäude, Fahrzeuge oder Kleinsysteme autark — und stellen besondere Anforderungen an Speicherung, Dimensionierung und Lastmanagement. Dieses Modul zeigt die Unterschiede zu netzgekoppelten Systemen auf und erläutert, wann und wie Inselanlagen sinnvoll eingesetzt werden.
- Definition und Anwendungsfälle von Inselanlagen
- Batterietechnologien: Blei, Lithium-Ionen, Kapazität und Entladetiefe
- Dimensionierung von Speicher und Solaranlage nach Energiebedarf
- Ladereglertypen: PWM und MPPT im Vergleich
- Lastmanagement in autarken Systemen
- Hybridlösungen: Kombination aus Insel- und Netzanbindung
Modul 3 — Planung, Auslegung und Dimensionierung Eine fachgerecht geplante PV-Anlage arbeitet effizient, sicher und wirtschaftlich. Planung ist damit die Kernkompetenz aller am Bau von PV-Anlagen Beteiligten. In diesem Modul erlernen Sie den vollständigen Planungsprozess: von der Bestandsaufnahme des Gebäudes und der Dachfläche über die Ertragssimulation bis zur Festlegung aller Systemkomponenten.
- Standortanalyse: Dachneigung, Ausrichtung, Verschattungsanalyse
- Energiebedarfsermittlung und Eigenverbrauchsoptimierung
- Systemauslegung: Modulzahl, Stringplanung und Wechselrichterauswahl
- Wechselrichterdimensionierung nach MPP-Tracking und Eingangsspannung
- Energieertragsberechnung mit Einstrahlungsdaten (z. B. PVGIS)
- Einspeisetarife, Eigenverbrauch und wirtschaftliche Grundberechnung
Modul 4 — Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Arbeitssicherheit Die beste Planung nützt wenig, wenn die Ausführung fehlerhaft ist. In diesem Modul stehen die handwerklichen und sicherheitstechnischen Aspekte im Mittelpunkt: Wie werden Module auf Dächer montiert? Wie wird eine Anlage sicher angeschlossen? Welche Schritte gehören zur Inbetriebnahme? Und wie wird eine Anlage dauerhaft in gutem Betriebszustand gehalten?
- Befestigungssysteme für Schrägdach, Flachdach und Fassade
- Kabelführung, Steckverbinder und Schutzklassen
- Blitzschutz und Überspannungsschutz für PV-Anlagen
- Inbetriebnahme-Checkliste: Sicherheitsprüfungen vor dem Einschalten
- Messungen: Leerlaufspannung, Kurzschlussstrom, Isolationswiderstand
- Wartungsintervalle, Sichtprüfungen und Reinigungsmaßnahmen
Praxis-Block — Planungsaufgaben und praktische Übungen Im Praxisteil bearbeiten Sie realitätsnahe Planungsaufgaben und wenden das erlernte Wissen auf konkrete Szenarien an. Sie dimensionieren Anlagen, berechnen Erträge und erarbeiten Montagekonzepte für verschiedene Gebäudetypen.
- Verschattungsanalyse für ein Beispieldach durchführen
- Stringplanung und Modulanzahl für eine konkrete Dachfläche berechnen
- Wechselrichterauswahl für verschiedene Anlagengrößen begründen
- Energiebilanz für ein Einfamilienhaus mit PV und Eigenverbrauch erstellen
- Planung einer Inselanlage für ein Ferienhaus ohne Netzanschluss
- Sicherheitsprüfung simulieren: Checkliste abarbeiten
- Arbeitssicherheitsregeln auf eine reale Montagsituation anwenden
- Dokumentation einer PV-Anlage für Netzbetreiber und Behörden erstellen
- Übungsaufgaben zur Wechselrichterdimensionierung mit MPPT-Berechnung
- Einführung in gängige Projektierungssoftware und Simulationstools
- Ertragsberechnung mit Wetterdaten und Einstrahlungsdatenbanken
- Präsentation eines Planungsergebnisses mit Begründung aller Designentscheidungen
Die Lehrenden verbinden fachliche Erläuterungen mit praktischen Rechenaufgaben und Fallbeispielen aus der Praxis. Dabei werden sowohl technische als auch kaufmännische und rechtliche Aspekte der PV-Planung berücksichtigt, sodass Teilnehmende nach dem Kurs ganzheitlich auf Projektierungsaufgaben vorbereitet sind.
Lernziele:
- Elektrische Grundlagen der Photovoltaik verstehen und auf reale Anlagen anwenden
- Das Prinzip netzgekoppelter PV-Anlagen vollständig erklären und planen
- Inselanlagen von netzgekoppelten Systemen abgrenzen und richtig auslegen
- PV-Anlagen systematisch planen und den Energiebedarf analysieren
- Wechselrichter und weitere Komponenten korrekt dimensionieren
- Montagetechniken für Dach- und Freiflächenanlagen kennen und anwenden
- Inbetriebnahme-Protokolle erstellen und PV-Anlagen sicher in Betrieb nehmen
- Wartungs- und Inspektionskonzepte für den laufenden Betrieb entwickeln
- Grundlagen der Arbeitssicherheit bei PV-Montage und Elektroanlagen beachten
- Projektierungssoftware für Simulation und Planung einschätzen und nutzen
- Fachgespräche mit Bauherren, Behörden und Netzbetreibern kompetent führen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte und Interessierte aus Elektrotechnik, Bauwesen, Verwaltung und Planung, die fundierte Kenntnisse über Photovoltaik-Anlagen erwerben möchten. Der Kurs ist sowohl für technische Fachkräfte als auch für Planer, Berater und Verwaltungsfachleute geeignet, die im beruflichen Umfeld mit PV-Projekten in Berührung kommen.
- Elektroinstallateure und Elektriker, die PV-Anlagen montieren und anschließen
- Fachplaner aus dem Bereich Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär mit Interesse an Solarenergie
- Ingenieure, die einen strukturierten Überblick über Photovoltaik als Einstieg in das Fachgebiet benötigen
- Sachbearbeiter in Baubehörden, Stadtwerken oder Energieversorgungsunternehmen
- Finanz- und Bankkaufleute, die PV-Projekte finanzieren, bewerten oder beraten
Grundkenntnisse der Solartechnik oder Elektrotechnik sind von Vorteil und erleichtern den Einstieg. Eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung oder ein Meistertitel sind empfehlenswert, da der Kurs auf einem gewissen Vorwissensstand aufbaut. Für Teilnehmende aus kaufmännischen oder administrativen Bereichen sind elektrotechnische Vorkenntnisse hilfreich, aber nicht in jedem Fall zwingend notwendig, da der Kurs auch als Überblickskurs geeignet ist.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined Learning statt und verbindet Fachvorträge mit Rechenübungen, Planungsaufgaben und praktischen Demonstrationen. Technische Inhalte werden mit realen Beispielen und Fallstudien untermauert, damit Teilnehmende nicht nur theoretische Formeln lernen, sondern ein Gespür für reale Anlagengrößen und Planungsherausforderungen entwickeln. Lehrende mit Praxiserfahrung in der PV-Planung oder -Montage stellen sicher, dass das Wissen direkt auf Arbeitssituationen übertragbar ist. Die Vollzeitstruktur ermöglicht konzentriertes Arbeiten und schnelles Fortschreiten.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. Innerhalb dieses Zeitraums werden die Inhalte in kompakten Tageseinheiten vermittelt, die theoretische Unterrichtsblöcke mit praktischen Übungsphasen kombinieren. Der genaue zeitliche Rahmen hängt vom jeweiligen Bildungsträger ab. Der Kurs schließt direkt an Grundlagenmodule der Solartechnik an und ist als drittes Modul in einer aufbauenden Kursreihe konzipiert.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Das Zertifikat bestätigt die Teilnahme und den Erwerb der vermittelten Fachkenntnisse in der PV-Planung und -Montage. Es handelt sich um ein trägerinternes Dokument ohne externe Prüfungsstelle. Für bestimmte Tätigkeiten — etwa das selbstständige Anschließen von Anlagen an das Stromnetz — können zusätzliche behördliche Zulassungen oder Meistertitel notwendig sein, die im Kurs nicht erworben werden.
Nutzen & Perspektiven
Der Solarmarkt wächst rasant — und mit ihm der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Wer sich heute in der Photovoltaik-Planung und -Montage weiterbildet, positioniert sich in einem der dynamischsten Wachstumsmärkte der deutschen Wirtschaft. Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Mitarbeitern mit PV-Kenntnissen; Planungsbüros erweitern ihr Angebotsportfolio; Kommunen und Unternehmen brauchen Berater, die PV-Projekte realistisch bewerten können. Diese Weiterbildung schafft die Grundlage, um in all diesen Rollen kompetent zu agieren. Besonders wertvoll ist der Kurs als Vorbereitung auf den Einsatz von Projektierungssoftware: Wer die physikalischen und elektrotechnischen Grundlagen versteht, erlernt entsprechende Programme deutlich schneller und kann deren Ergebnisse kritisch bewerten — statt sie unkritisch zu übernehmen. Das unterscheidet den Fachmann vom bloßen Softwareanwender. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus können je nach persönlicher Situation Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Rehabilitationsleistungen oder die Deutsche Rentenversicherung in Betracht kommen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Elektriker sein, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein, eine Ausbildung als Elektriker ist keine Pflichtvoraussetzung. Der Kurs richtet sich auch an Fachplaner, Ingenieure, Sachbearbeiter und kaufmännische Fachkräfte. Elektrotechnische Grundkenntnisse sind jedoch hilfreich und erleichtern das Verständnis der technischen Inhalte.
Ist dies ein Kurs für Anfänger oder für Fortgeschrittene?
Das Modul 3 ist als Aufbaukurs konzipiert und setzt Grundkenntnisse der Solartechnik voraus, die idealerweise in den vorherigen Modulen der Reihe erworben wurden. Für Einsteiger empfiehlt sich zunächst ein Grundlagenmodul, um die nötige Basis zu legen.
Darf ich nach dem Kurs PV-Anlagen eigenständig ans Netz anschließen?
Der Kurs vermittelt das Fachwissen für Planung, Montage und Inbetriebnahme. Für bestimmte Anschlussarbeiten am öffentlichen Stromnetz können zusätzliche behördliche Zulassungen, ein Meistertitel oder die Eintragung in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers erforderlich sein. Bitte klären Sie dies mit dem zuständigen Netzbetreiber.
Welche Berufsfelder werden durch diesen Kurs erschlossen?
Der Kurs qualifiziert für Tätigkeiten in der PV-Projektierung, Montage, Inbetriebnahme und Wartung sowie für beratende Tätigkeiten in Energieversorgung, Bauwesen und Finanzierung von Solaranlagen. Der Solarmarkt ist ein wachsendes Berufsfeld mit stabiler Nachfrage.
Kann ich diesen Kurs mit einem Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über Bildungsgutschein förderbar. Wenden Sie sich an Ihre Agentur für Arbeit oder Ihr Jobcenter, um Ihre individuelle Förderberechtigung prüfen zu lassen.
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