Überblick
Datenbankspezialisten sind das Rückgrat datengetriebener Unternehmens-IT: Sie sorgen dafür, dass Abfragen schnell laufen, dass Daten konsistent bleiben, dass Ausfälle minimiert werden und dass Reporting-Infrastrukturen skalieren. Dieser Kurs bündelt vier aufeinander aufbauende Microsoft-SQL-Server-Kompetenzfelder — Abfragen mit T-SQL, Datenbankadministration, Data Warehousing und Performance Tuning — und ergänzt sie um das ITIL 4 Foundation-Modul für IT-Service-Management. Das Ergebnis ist ein Spezialistenprofil, das technische Datenbanktiefe mit dem Prozessverständnis verbindet, das in professionellen IT-Betriebsumgebungen erwartet wird.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — SQL Server Abfragen: T-SQL von Grundlagen bis komplexen Abfragen Abfragen sind das täglichste Handwerkszeug eines Datenbankspezialisten. Dieses Modul deckt T-SQL vollständig ab — von der grundlegenden SELECT-Syntax bis zu fortgeschrittenen Abfragemustern, die in echten Datenbankumgebungen gebraucht werden. Besonderer Wert liegt auf der Lesbarkeit und Wartbarkeit von SQL-Code. Die Themen sind
- SELECT-Grundlagen, Filterung mit WHERE, Sortierung und Mengenoperationen
- Joins verstehen und korrekt einsetzen: INNER, LEFT, RIGHT, FULL, CROSS
- Aggregatfunktionen, GROUP BY und HAVING für Berichte und Auswertungen
- Unterabfragen, Common Table Expressions (CTEs) und Window-Funktionen
- T-SQL-Programmierung: Variablen, Kontrollstrukturen, gespeicherte Prozeduren, Trigger
- Fehlerbehandlung mit TRY-CATCH und Transaktionen mit COMMIT und ROLLBACK
Modul 2 — SQL Server Administration: Betrieb, Sicherheit und Hochverfügbarkeit Ein Datenbanksystem zu administrieren bedeutet weit mehr als Abfragen auszuführen. Dieser Block behandelt den professionellen Betrieb von SQL-Server-Instanzen — von der Installation bis zu Hochverfügbarkeitskonzepten, die Ausfallzeiten minimieren. Die Inhalte sind
- SQL Server installieren, konfigurieren und aktualisieren
- Datenbankdateien, Dateispeicherorte und Log-Verwaltung strukturieren
- Backup-Typen: vollständig, differenziell, Transaktionsprotokoll — und wann welcher Typ verwendet wird
- Wiederherstellungsszenarien planen und Point-in-Time-Recovery durchführen
- Benutzer, Rollen und Berechtigungen: loginbasierte und datenbankbasierte Sicherheit
- SQL Server-Monitoring: Performancezähler, Dynamic Management Views (DMVs), Activity Monitor
Modul 3 — Data Warehousing: Dimensionales Modell und ETL Data Warehouses sind die Grundlage für Business Intelligence und unternehmerische Entscheidungen auf Datenbasis. Dieser Block behandelt den Aufbau und Betrieb eines SQL-Server-basierten Data Warehouse von den theoretischen Grundlagen bis zur praktischen Implementierung. Die zentralen Themen sind
- Unterschied zwischen OLTP und OLAP: warum separate Systeme sinnvoll sind
- Dimensionales Modell nach Kimball: Fakten-Tabellen, Dimensionen, Sternschemata und Schneeflockenschemata
- Slowly Changing Dimensions: Typen 1, 2 und 3 und ihre Konsequenzen für historische Analysen
- ETL-Grundprinzipien: Extrahieren, Transformieren, Laden — mit SQL Server Integration Services (SSIS)
- Aufbau eines einfachen ETL-Pakets in SSIS: Verbindungen, Transformationskomponenten, Fehlerbehandlung
- SQL Server Analysis Services (SSAS) im Überblick: multidimensionale und tabellarische Modelle
Modul 4 — Performance Tuning: Abfragen und Datenbanken optimieren Datenbankperformance ist kein Zufallsprodukt — sie ist das Ergebnis gezielter Entscheidungen bei Schema-Design, Indexstrategie und Abfrageformulierung. Dieses Modul vermittelt die Werkzeuge und das konzeptionelle Verständnis, um Leistungsprobleme systematisch zu diagnostizieren und zu beheben. Die Themen umfassen
- SQL Server-Ausführungsplan lesen und interpretieren: Table Scan, Index Seek, Nested Loop
- Indextypen in SQL Server: clustered, non-clustered, covering Index, Filtered Index
- Statistiken und wie SQL Server sie für die Abfrageoptimierung nutzt
- Abfrageparametersniffing: was es ist, warum es Probleme verursacht, wie man es behandelt
- Tempdb und ihre Auswirkungen auf Performance: Konfiguration und Überwachung
- Wait Statistics als Diagnosewerkzeug: Top-Warttypen und ihre Bedeutung
Praxisblock: ITIL 4 Foundation — IT-Service-Management für Datenbankprofis ITIL 4 beschreibt, wie IT-Dienste so geplant, betrieben und verbessert werden, dass sie echten Mehrwert für Kundinnen und Kunden sowie das Unternehmen erzeugen. Für Datenbankspezialisten ist dieser Kontext direkt relevant: Datenbanken sind kritische IT-Services, deren Betrieb in Incident-, Problem- und Change-Management-Prozesse eingebettet ist. Die Inhalte dieses Blocks umfassen
- Das Service Value System (SVS) von ITIL 4 als übergeordneter Rahmen
- Die Service Value Chain: sechs Aktivitäten, die zusammen Dienstleistungen liefern
- Sieben Leitprinzipien von ITIL 4: wie sie praktische IT-Entscheidungen leiten
- Die vier Dimensionen des Service-Managements: Organisationen, Informationen, Partner, Technologie
- ITIL-Practices im Überblick: Incident Management, Problem Management, Change Enablement
- ITIL 4 Foundation Prüfungsvorbereitung: Prüfungsformat, Themenbereiche und typische Fragemuster
- Anwendung von ITIL-Konzepten auf typische Datenbankszenarien: Datenbankausfall als Incident, Patch als Change
- Terminologie sicher beherrschen: Begriffe wie Service, Utility, Warranty, CI, SLA
- Vier wichtige ITIL-Konzepte gegenüberstellen: Value, Outcomes, Costs, Risks
- Unterschied ITIL v3-Lifecycle und ITIL 4 Service Value System klar artikulieren können
- Anwendungsübungen zu ITIL-Practices anhand realistischer IT-Szenarien
- Abschluss-Review und offene Fragen zur Prüfungsvorbereitung
Lernziele:
Der Kurs entwickelt folgende Kompetenzen
- Komplexe Abfragen in Transact-SQL (T-SQL) schreiben, optimieren und debuggen
- Datenbankschemas entwerfen, Indizes anlegen und die Auswirkungen auf Abfrageleistung verstehen
- Microsoft SQL Server installieren, konfigurieren, sichern und überwachen
- Backup-Strategien planen und Wiederherstellungsszenarien durchführen
- Sicherheitskonzepte für SQL Server umsetzen: Authentifizierung, Berechtigungen, Verschlüsselung
- Ein Data Warehouse mit SQL Server nach dimensionalem Modell konzipieren und implementieren
- ETL-Prozesse mit SQL Server Integration Services (SSIS) entwickeln
- Leistungsprobleme diagnostizieren, Ausführungspläne analysieren und Datenbankperformance optimieren
- Das IT-Service-Management-Rahmenwerk ITIL 4 mit seinen zentralen Konzepten — Service Value System, Service Value Chain, sieben Leitprinzipien — erklären und anwenden
- Datenbank-Incidents und Changes in ITIL-Prozessen strukturiert bearbeiten
- Technische Datenbankarbeit in den Kontext von Servicequalität und Kundenperspektive einordnen
- Grundlegende Prüfungsanforderungen für die ITIL 4 Foundation-Prüfung kennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die eine solide Datenbankexpertise aufbauen und zusätzlich IT-Service-Management-Grundlagen zertifizieren möchten. Typische Teilnehmende sind
- Datenbankentwickler, die ihre T-SQL- und Administrationskenntnisse systematisch vertiefen
- Systemadministratoren, die Datenbankbetrieb als Teil ihrer Aufgaben übernehmen
- IT-Fachleute in gemischten Rollen, die sowohl technische als auch prozessuale Kompetenz brauchen
- Personen, die sich auf eine Stelle als Datenbankadministrator oder DBA vorbereiten
Grundlegende IT-Kenntnisse und erste Erfahrungen mit relationalen Datenbanken erleichtern den Einstieg. Für den SQL-Server-Teil sollten Sie mit dem Konzept von Tabellen, Schlüsseln und grundlegenden SELECT-Abfragen vertraut sein; tiefes SQL-Vorwissen ist nicht zwingend erforderlich, da der Kurs von den Grundlagen aufbaut. Für den ITIL-4-Teil genügt IT-Berufserfahrung — ein Verständnis dafür, was IT-Dienste leisten und wie IT-Abteilungen organisiert sind, ist hilfreicher als formales Vorwissen. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt.
Ablauf & Abschluss
Technische Inhalte werden durch Live-Demonstrationen in SQL Server Management Studio (SSMS) vermittelt und durch Laborübungen unmittelbar angewendet. In virtuellen Lab-Umgebungen arbeiten Sie mit realistischen Datenbankszenarien, die typische Herausforderungen aus dem Datenbankbetrieb widerspiegeln. Der ITIL-4-Teil kombiniert konzeptionelle Einheiten mit szenariobasiertem Üben — in ITIL-Prüfungen ist das Anwenden der richtigen Terminologie auf konkrete Situationen entscheidend, was regelmäßiges Üben an prüfungsnahen Fragen voraussetzt.
Der Kurs dauert im Combined-Learning-Format mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Er kann hauptsächlich in Vollzeit absolviert werden; Teilzeitvarianten sind auf Anfrage möglich. Die Kombination aus vier SQL-Server-Modulen und ITIL 4 Foundation ist inhaltlich umfangreich — das Vollzeitformat stellt sicher, dass beide Kompetenzfelder gründlich durchgearbeitet werden können.
Sie erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf zwei Zertifizierungspfade vor: die Microsoft-Prüfungen im SQL-Server-Bereich für Entwicklung, Administration und Data Warehousing sowie das ITIL 4 Foundation Certificate in IT Service Management, das von einem akkreditierten Prüfungsinstitut wie PeopleCert ausgestellt wird. Das ITIL 4 Foundation-Zertifikat ist international anerkannt und in IT-Stellenbeschreibungen häufig als Mindestanforderung genannt.
Nutzen & Perspektiven
SQL-Server-Kenntnisse sind in Microsoft-geprägten Unternehmensumgebungen nach wie vor hochgradig gefragt. Data Warehouses auf SQL-Server-Basis speichern Berichtsdaten für ganze Geschäftsbereiche; wer diese Infrastruktur aufbauen, betreiben und optimieren kann, ist in IT-Abteilungen und externen Dienstleistungsumgebungen gleichermaßen gefragt. Die Ergänzung durch ITIL 4 hebt das Profil vom rein technischen Datenbankspezialisten ab. Wer versteht, wie Datenbankdienste in ITIL-Prozesse eingebettet sind — wie ein Datenbankausfall als Incident behandelt wird, wie ein Patch durch Change-Management-Prozesse läuft — kann auf Augenhöhe mit IT-Service-Managern kommunizieren und wird als verlässliche Schnittstelle zwischen Technik und Prozess wahrgenommen. Für Berufseinsteiger und Quereinsteiger in der IT bietet diese Kombination einen klar strukturierten Einstieg in zwei anerkannte Kompetenzfelder, die in Stellenanzeigen für Datenbankrollen häufig gemeinsam aufgeführt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche SQL-Server-Prüfungen deckt dieser Kurs ab?
Der Kurs deckt die Inhalte der SQL-Server-Module Querying, Administering und Implementing a Data Warehouse ab. Hinzu kommt Performance Tuning and Optimizing. Das Prüfungsformat für SQL Server 2012 ist als MCSA: SQL Server 2012 bekannt; dieser Lernpfad vermittelt die relevanten Inhalte für Datenbankentwickler und -administratoren.
Was ist ITIL 4 und warum ist es in einem Datenbankspezialisten-Kurs enthalten?
ITIL 4 ist der aktuelle Standard für IT-Service-Management. Für Datenbankspezialisten ist er relevant, weil Datenbanken als kritische IT-Services in Incident-, Change- und Availability-Management-Prozesse eingebettet sind. ITIL 4 Foundation vermittelt das Sprachregister und die Prozesslogik, die im Unternehmens-IT-Betrieb vorausgesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen dem SQL-Server-Teil und ITIL 4?
Der SQL-Server-Teil ist technisch: Sie lernen, Datenbanken abzufragen, zu verwalten und zu optimieren. Der ITIL-4-Teil ist prozessual: Er vermittelt, wie IT-Dienste — darunter auch Datenbankdienste — in einer Organisation als qualitativ hochwertige Services geplant, betrieben und verbessert werden.
Gilt ITIL 4 oder noch ITIL v3 als aktueller Standard?
Seit 2019 ist ITIL 4 der aktuelle Standard. ITIL v3 wurde abgelöst. ITIL 4 baut nicht mehr auf dem Service-Lifecycle-Modell auf, sondern auf dem Service Value System (SVS) mit der Service Value Chain als Kern und sieben Leitprinzipien. Dieser Kurs verwendet ITIL 4.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet auf externe Prüfungen vor: im SQL-Server-Bereich auf die entsprechenden Microsoft-Prüfungen, im ITIL-Bereich auf das ITIL 4 Foundation Certificate in IT Service Management, das von einem akkreditierten Prüfungsinstitut ausgestellt wird.
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