Überblick
In einer globalisierten Wirtschaft sind effiziente und regelkonforme Lieferketten ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Lieferketten nicht nur kostenoptimiert zu gestalten, sondern auch den wachsenden gesetzlichen Anforderungen im Bereich Zoll, Compliance und Sorgfaltspflicht gerecht zu werden. Diese Weiterbildung vermittelt die Kompetenzen, die für die professionelle Steuerung internationaler Lieferketten heute und morgen gebraucht werden. Von der Optimierung von Distributionsnetzwerken über effiziente Transportlösungen bis zu Zollabwicklung, IATA-Regelungen, Risikomanagement und den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) bietet der Kurs ein vollständiges Bild des modernen Supply Chain Managements.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Distributionsmanagement und internationale Netzwerke Dieses Modul legt das strategische Fundament des Supply Chain Managements. Es zeigt, wie globale Lieferketten aufgebaut, optimiert und gesteuert werden — von der Beschaffung über die Produktion bis zur Auslieferung beim Endkunden.
- Grundlagen und Konzepte des Supply Chain Managements
- Aufbau und Steuerung internationaler Distributionsnetzwerke
- Lagerstrategien: Zentrallager, Regionallager, Cross-Docking
- Bestandsmanagement und Just-in-Time-Konzepte
- Lieferantenauswahl und Lieferantenbeziehungsmanagement
- Kooperationsmodelle: 3PL, 4PL und Outsourcing in der Logistik
Modul 2: Transportlogistik und Modalitäten Dieses Modul behandelt die verschiedenen Verkehrsträger und deren spezifische Anforderungen. Gute Supply-Chain-Fachkräfte kennen die Eigenschaften jeder Transportart und können die richtige Wahl für unterschiedliche Güter, Strecken und Kostenziele treffen.
- Straßentransport: Netzwerke, Kosten, Rechtslage (CMR)
- Schienentransport: internationale Bahnnetzwerke und CIM-Abkommen
- Seefracht: Containerisierung, Seekonnossement, Linienverkehr vs. Trampschifffahrt
- Luftfracht: IATA-Vorschriften, Gefahrgutregeln (IATA DGR), Sicherheitsanforderungen
- Multimodale Transportketten und Umschlagpunkte
- Nachhaltige Transportlösungen: CO2-Bilanzierung und Alternativen
Modul 3: Zollabwicklung, Compliance und LkSG Compliance und Rechtssicherheit sind im internationalen Handel nicht optional. Dieses Modul gibt einen umfassenden Überblick über die zoll- und handelsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie über die neueren Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.
- Grundlagen des Zollrechts: Zolltarife, Ursprungsregeln, Präferenzen
- Import- und Exportabwicklung: Anmeldung, Dokumente, Fristen
- Incoterms: Bedeutung, Wahl und Risikozuordnung
- Exportkontrolle und Sanktionslisten im internationalen Handel
- Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG): Anforderungen, Risikobewertung, Berichtspflichten
- IATA-Compliance im Luftfrachtbereich: Sicherheitsschulung, Known-Shipper-Status
Modul 4: Risikomanagement und digitale Trends Dieses Modul befasst sich mit den Risiken globaler Lieferketten und den technologischen Möglichkeiten, sie transparenter und resilienter zu gestalten. Vom Rohstoffrisiko bis zum Cyberangriff — Supply-Chain-Profis brauchen ein strukturiertes Risikodenken.
- Risikoidentifikation und Risikobewertung in Lieferketten
- Resilienzstrategien: Redundanz, Dual Sourcing, Notfallpläne
- Technologien: ERP-Systeme, Track-and-Trace, IoT in der Logistik
- Blockchain-Anwendungen im Supply Chain Management
- Künstliche Intelligenz für Nachfrageprognosen und Routenoptimierung
- Nachhaltigkeitsreporting und ESG-Anforderungen in Lieferketten
Praxisorientierte Vertiefung Die Weiterbildung verbindet theoretisches Wissen konsequent mit praxisnahen Anwendungsfällen aus dem Berufsalltag internationaler Logistikunternehmen. Dieser Praxisbezug ist entscheidend für den direkten Lerntransfer in die berufliche Tätigkeit.
- Analyse einer realen Lieferkette auf Optimierungspotenzial
- Simulation einer Zollabwicklung mit Musterdokumenten
- Erstellung einer LkSG-Risikoanalyse für ein Modellunternehmen
- Fallstudie zur Wahl des optimalen Transportträgers
- Übung zur Berechnung und Minimierung von Transportkosten
- Analyse einer Lieferkettenunterbrechung und Entwicklung von Reaktionsmaßnahmen
- Diskussion aktueller Entwicklungen in der internationalen Handelslogistik
- Gruppenarbeit zu multimodalen Transportszenarien
- Praxisübung zur IATA-konformen Dokumentation einer Luftfrachtlieferung
- Erarbeitung eines Maßnahmenplans zur Lieferkettentransparenz
- Präsentation von Supply-Chain-Verbesserungsvorschlägen
- Reflexion eigener Berufs- und Branchenerfahrungen
Diese praxisnahe Herangehensweise stellt sicher, dass die Teilnehmenden nicht nur Fachwissen erwerben, sondern auch die Fähigkeit entwickeln, komplexe Lieferkettensituationen zu analysieren und eigenständig Lösungen zu erarbeiten. Der Kurs macht aus Fachkräften mit Teilwissen umfassend qualifizierte Supply-Chain-Profis.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können die Teilnehmenden internationale Lieferketten strukturiert analysieren und Optimierungspotenziale identifizieren. Sie kennen die wesentlichen Transportmodalitäten — Straße, Schiene, See, Luft — und können die Vor- und Nachteile für unterschiedliche Güterarten und Strecken einordnen. Sie sind vertraut mit den Grundlagen der Zollabwicklung für Import- und Exportvorgänge und können typische Zolldokumente benennen und einordnen. Sie verstehen die spezifischen Anforderungen der IATA für den Luftfrachtbereich und können diese in der Praxis anwenden. Sie kennen die wesentlichen Inhalte und Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und wissen, welche Sorgfaltspflichten Unternehmen entlang ihrer Lieferkette treffen. Sie sind in der Lage, Risiken in Lieferketten systematisch zu identifizieren, zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Sie kennen aktuelle Technologien und digitale Trends im Transportbereich, von Track-and-Trace-Systemen bis zu Blockchain-Anwendungen. Sie können Distributionskonzepte entwickeln und bewerten, die logistische Effizienz und Nachhaltigkeit vereinen. Sie sind vertraut mit den Grundzügen des internationalen Logistikmanagements einschließlich Incoterms und Kreditdokumenten. Sie wissen, wie Compliance im internationalen Handel aufgestellt werden muss, um rechtliche Risiken zu minimieren. Sie können Supply-Chain-Projekte strukturiert planen und die wesentlichen Stakeholder koordinieren. Sie sind für weiterführende Qualifizierungen und berufliche Entwicklungen im Bereich Logistik und Supply Chain vorbereitet.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an ein breites Spektrum von Personen aus dem Bereich Logistik und angrenzenden Feldern.
- Fachkräfte aus Industrie, Handel und Logistikdienstleistung, die ihr Wissen systematisch vertiefen möchten
- Mitarbeitende in Beschaffung, Einkauf, Materialwirtschaft und Lagerhaltung mit dem Ziel, SCM-Kompetenzen aufzubauen
- Berater und Analysten im Bereich Lieferkette und Transportlogistik
- IT-Fachkräfte, die sich mit Lieferkettensoftware und Digitalisierungsprojekten befassen
- Projektmanager für Lieferkettenprojekte sowie Führungskräfte, die ihre SCM-Kompetenzen erweitern wollen
- Quereinsteiger mit Berufserfahrung in Vertrieb, Produktion oder Qualitätssicherung
Für die Teilnahme werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 und grundlegende Englischkenntnisse vorausgesetzt, da internationale Fachbegriffe und Quelldokumente häufig auf Englisch vorliegen. Darüber hinaus ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen, wirtschaftswissenschaftlichen, technischen, logistischen oder IT-Bereich erforderlich. Damit ist diese Weiterbildung eine Vertiefungs- und Aufbauqualifizierung, die auf vorhandene Berufserfahrung aufbaut und kein Einstiegskurs für Berufsanfänger ohne jegliche Vorkenntnisse ist.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning durchgeführt und verbindet strukturierte Präsenzphasen mit flexiblen Online-Lernphasen. Fachvorträge, Fallstudienarbeit, Gruppenübungen und Simulationen sind die zentralen didaktischen Methoden. Die Teilnehmenden arbeiten sowohl eigenständig an Aufgaben als auch im Team, was den kollegialen Austausch und das Lernen voneinander fördert. Digitale Lernmaterialien und Fachliteratur ergänzen die Präsenzinhalte. Das Vollzeitformat sorgt für ein intensives Lernumfeld.
Die Weiterbildung findet in Vollzeit statt und umfasst einen Zeitraum von mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Der genaue Umfang in Stunden sowie der Kursplan variieren je nach Bildungsträger. Detaillierte Informationen zu Terminen, Lernzeitaufwand und Kursstruktur sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich. Die Vollzeitstruktur erlaubt eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten und einen zügigen Wissenserwerb.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dabei handelt es sich um keinen staatlich anerkannten Abschluss, jedoch um einen aussagekräftigen Qualifikationsnachweis im Bereich internationales Supply Chain Management, der in Bewerbungsunterlagen und Gesprächen mit Arbeitgebenden eingesetzt werden kann.
Nutzen & Perspektiven
Internationale Lieferketten stehen unter zunehmendem Druck — durch geopolitische Spannungen, steigende Compliance-Anforderungen, Nachhaltigkeitsziele und den technologischen Wandel. Fachkräfte, die all diese Dimensionen beherrschen und mit einem prüfungssicheren Grundlagenwissen in LkSG, Zoll, IATA und Risikomanagement ausgestattet sind, sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Diese Weiterbildung vermittelt genau diese Kombination an Kompetenzen — praxisnah, aktuell und mit direktem Bezug zu den tatsächlichen Herausforderungen des internationalen Handels. Gerade das LkSG hat seit seinem Inkrafttreten viele Unternehmen vor neue Herausforderungen gestellt. Wer versteht, wie Risikobewertungen im Kontext des Sorgfaltspflichtengesetzes funktionieren und wie Berichtspflichten korrekt umgesetzt werden, bringt einen konkreten Mehrwert in jedes Unternehmen, das international tätig ist. Gleiches gilt für Zoll- und IATA-Kompetenzen, die in vielen Unternehmen intern nur begrenzt vorhanden sind und externe Unterstützung erfordern. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Förderberatung vor Kursbeginn ist empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Erfahrung in der Logistik?
Ja, die Weiterbildung setzt eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen, technischen, logistischen oder IT-Bereich voraus. Sie ist als Vertiefungs- und Aufbauqualifizierung konzipiert und richtet sich an Personen mit Berufserfahrung, die ihr Wissen im SCM-Bereich systematisch erweitern möchten.
Was ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)?
Das LkSG verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe, Risiken für Menschenrechte und Umwelt in ihrer gesamten Lieferkette zu identifizieren, zu bewerten und Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Im Kurs werden Inhalt, Anforderungen und die praktische Umsetzung des LkSG ausführlich behandelt.
Was sind IATA-Vorschriften und warum sind sie wichtig?
Die IATA (International Air Transport Association) legt verbindliche Standards für den Luftfrachtbereich fest, darunter die IATA Dangerous Goods Regulations (DGR) für Gefahrguttransporte und Sicherheitsanforderungen für den Luftverkehr. Wer im Bereich internationale Logistik mit Luftfracht zu tun hat, muss diese Vorschriften kennen und einhalten.
Kann ich die Weiterbildung fördern lassen?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Weitere Optionen sind das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Rehabilitationsträger und der Deutschen Rentenversicherung.
Welche Berufe kann ich nach der Weiterbildung anstreben?
Die Weiterbildung qualifiziert für Positionen als Supply-Chain-Manager, Logistikleiter, Import-/Export-Manager oder Transportmanager. Sie ist auch eine Grundlage für spezialisierte Tätigkeiten in Zollabwicklung, Compliance und Risikomanagement im internationalen Handelsumfeld.
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