Überblick
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) hat die unternehmerische Verantwortung in Deutschland grundlegend verändert. Seit 2024 sind Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden verpflichtet, entlang ihrer gesamten Lieferkette Sorgfaltspflichten in Bezug auf Menschenrechte und Umweltstandards zu erfüllen und darüber Bericht zu erstatten. Diese gesetzlichen Anforderungen betreffen nicht nur Nachhaltigkeits- und CSR-Abteilungen, sondern auch Einkauf, Beschaffung, Supply-Chain-Management und Compliance. Der Kurs SCM Nachhaltigkeit durch LkSG vermittelt umfassende Kenntnisse zu den rechtlichen Anforderungen des Gesetzes und seiner praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden lernen, Risiken in der Lieferkette systematisch zu analysieren, Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und die geforderte Berichterstattung korrekt durchzuführen. Der Kurs verbindet rechtliches Wissen mit praxisorientierten Werkzeugen des Lieferantenmanagements und des Risikomanagements. Er wird als Combined Learning angeboten und ist sowohl für Führungskräfte als auch für operative Fachkräfte in den relevanten Bereichen geeignet.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in mehrere inhaltlich geschlossene Module gegliedert, die aufeinander aufbauen und gemeinsam die vollständige LkSG-Compliance abdecken. Der erste Block gibt einen Überblick über rechtliche Grundlagen und den Geltungsbereich des LkSG. Bevor konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können, müssen die Teilnehmenden verstehen, was das Gesetz konkret fordert und für wen es gilt.
- Entstehungsgeschichte und politischer Hintergrund des LkSG
- Sachlicher und persönlicher Anwendungsbereich: Welche Unternehmen sind betroffen?
- Pflichten des LkSG im Überblick: Risikoanalyse, Prävention, Abhilfe, Beschwerde, Berichterstattung
- Verhältnis des LkSG zur EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD)
- Sanktionen und Bußgeldrahmen bei Verstößen
- Rolle des BAFA als zuständige Aufsichtsbehörde
Der zweite Block behandelt Nachhaltigkeit in der Lieferkette und soziale Verantwortung. Dieser Block vertieft das Verständnis für die inhaltlichen Anforderungen des Gesetzes an Menschenrechte und Umwelt.
- Menschenrechtsstandards und internationale Abkommen im Lieferkettenkontext
- Verbotene Handlungen nach dem LkSG: Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung
- Umweltbezogene Sorgfaltspflichten: Boden, Wasser, Luft, Klimaschutz
- Soziale Verantwortung im Lieferantennetzwerk kommunizieren und einfordern
- Nachhaltigkeitsstrategien für globale Lieferketten entwickeln
- Integration von ESG-Kriterien in Beschaffungsentscheidungen
Der dritte Block widmet sich dem Lieferantenmanagement und Risikomanagement im LkSG-Kontext. Hier werden die operativen Werkzeuge vermittelt, mit denen die gesetzlichen Pflichten im Tagesgeschäft umgesetzt werden.
- Risikoanalyse: Methoden zur systematischen Identifikation von LkSG-Risiken
- Priorisierung von Lieferanten nach Risikoexposition
- Lieferantenaudits: Planung, Durchführung und Dokumentation
- Vertragsgestaltung mit Nachhaltigkeitsklauseln und Verhaltenskodizes
- Maßnahmen zur Risikominimierung: präventive und reaktive Ansätze
- Aufbau eines internen Kontrollsystems für LkSG-Compliance
Der vierte Block befasst sich mit Beschwerdemechanismen, Berichterstattung und Kommunikation. Das LkSG schreibt nicht nur Risikoanalyse und Präventionsmaßnahmen vor, sondern auch Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber Behörden und der Öffentlichkeit.
- Einrichtung eines zugänglichen Beschwerdeverfahrens für Betroffene
- Dokumentation und Nachverfolgung von Beschwerdefällen
- Erstellung des jährlichen LkSG-Lageberichts
- Offenlegungspflichten und formale Anforderungen an die Berichterstattung
- Interne und externe Kommunikation zu LkSG-Aktivitäten
- Umgang mit medialer und öffentlicher Aufmerksamkeit für Lieferkettenthemen
Im Praxis-Block werden die Inhalte an realistischen Szenarien erprobt und vertieft.
- Durchführung einer simulierten Risikoanalyse für ein fiktives Unternehmen
- Erarbeitung eines Lieferantenfragebogens zu LkSG-relevanten Themen
- Entwicklung einer Präventionsmaßnahme auf Basis eines identifizierten Risikos
- Übungen zur Berichterstattung: Gliederung und Inhalte eines LkSG-Lageberichts
- Einrichtung eines einfachen Beschwerdeverfahrens für Stakeholder
- Analyse eines realen Fallbeispiels aus der Unternehmensberichterstattung
- Rollenspiel zur internen Kommunikation von LkSG-Anforderungen an Einkaufsteams
- Überarbeitung eines Mustervertrags mit Nachhaltigkeitsklauseln
- Bewertung von Lieferanten nach einem ESG-Scoring-Modell
- Vorbereitung auf eine simulierte BAFA-Prüfungssituation
- Diskussion von Praxisherausforderungen und Lösungsansätzen
- Reflexion der eigenen Unternehmensrealität und Transferplanung
Das LkSG stellt Unternehmen vor komplexe operative und strategische Aufgaben. Dieser Kurs befähigt die Teilnehmenden, diese Aufgaben systematisch und sicher anzugehen. Die Kombination aus rechtlichem Wissen, strategischen Analysemethoden und operativen Werkzeugen macht diesen Kurs zu einer umfassenden Vorbereitung auf die tägliche LkSG-Compliance.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses kennen die Teilnehmenden die wesentlichen Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes und können diese auf ihr Unternehmen anwenden. Sie verstehen den gesetzlichen Rahmen für Sorgfaltspflichten in globalen Lieferketten und können diesen im Kontext des europäischen und internationalen Rechts einordnen. Die Lernenden sind in der Lage, eine systematische Risikoanalyse entlang der Lieferkette durchzuführen und dabei menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken zu identifizieren. Sie können auf Basis der Risikoanalyse konkrete Präventionsmaßnahmen entwickeln und deren Wirksamkeit überprüfen. Die Teilnehmenden kennen die Anforderungen an Lieferantenaudits und Lieferantenverträge im Kontext des LkSG. Sie können Beschwerdemechanismen für Betroffene einrichten und betreiben. Die Lernenden verstehen die Berichterstattungspflichten des LkSG und können einen Bericht nach den gesetzlichen Vorgaben erstellen. Sie sind in der Lage, interne Prozesse und Richtlinien an die LkSG-Anforderungen anzupassen. Die Teilnehmenden kennen die Schnittstellen zwischen LkSG-Compliance und anderen Managementsystemen wie ISO 14001 oder SA8000. Sie können das Thema Lieferkettensorgfalt in ihrer Organisation kommunizieren und intern Bewusstsein schaffen. Sie sind auf Prüfungen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vorbereitet.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte und Führungskräfte, die in ihren Unternehmen für die Umsetzung des LkSG verantwortlich sind oder werden.
- Nachhaltigkeits- und CSR-Manager sowie Umweltbeauftragte
- Supply-Chain-Manager, Einkäufer und Beschaffungsverantwortliche
- Compliance-Beauftragte und Menschenrechtsbeauftragte
- Personalverantwortliche mit Bezug zu internationalen Lieferketten
- Führungskräfte, die LkSG-Themen strategisch verankern möchten
Der Kurs setzt Grundkenntnisse im Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagement voraus, da er auf diesen Kenntnissen aufbaut und gezielt vertieft. Auch Basiskenntnisse in Beschaffung oder Supply-Chain-Management sind von Vorteil. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich, da der Kurs rechtliche Texte und komplexe Sachverhalte auf Deutsch vermittelt. PC-Kenntnisse für die Arbeit mit digitalen Lernmaterialien werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten, das heißt, digitale Lerninhalte (Erklärvideos, Gesetzestexte, Fallbeispiele) werden durch tutorielle Begleitung und praktische Übungsaufgaben ergänzt. Praxisorientierte Szenarien und Fallstudien aus der Unternehmenspraxis machen die abstrakten gesetzlichen Anforderungen greifbar. Die Vollzeitstruktur ermöglicht ein konzentriertes und zügiges Durcharbeiten der Inhalte.
Der Kurs wird im Vollzeitformat ohne definierte Höchstdauer angeboten. Die Bearbeitungszeit variiert je nach Angebot des Bildungsträgers und individuellem Lernfortschritt. Er kann als eigenständige Weiterbildung oder als Teil einer umfassenderen Qualifizierung im Bereich Nachhaltigkeit und Supply-Chain-Management absolviert werden.
Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses bescheinigt die erworbenen Kenntnisse zur LkSG-Umsetzung. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss, jedoch um einen anerkannten Weiterbildungsnachweis in einem gesetzlich relevanten Themenfeld.
Nutzen & Perspektiven
Das LkSG ist für betroffene Unternehmen kein optionales Thema, sondern eine gesetzliche Verpflichtung mit konkreten Sanktionsmöglichkeiten. Fachkräfte, die die Anforderungen des Gesetzes kennen und praktisch umsetzen können, sind für ihre Unternehmen unverzichtbar. Der Kurs gibt den Teilnehmenden die Werkzeuge an die Hand, um die LkSG-Compliance in ihrer Organisation sicher und effizient zu gewährleisten. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Damit kann die Weiterbildung für viele Interessierte ohne eigenen finanziellen Aufwand absolviert werden. Wer diesen Kurs abschließt, ist nicht nur für die aktuelle LkSG-Praxis gerüstet, sondern auch für die schrittweise Ausweitung der Anforderungen durch die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD). Das vermittelte Wissen und die erlernten Methoden sind auf die europäischen Anforderungen übertragbar und geben den Teilnehmenden damit eine nachhaltige berufliche Qualifikation, die in den kommenden Jahren weiter an Relevanz gewinnen wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für welche Unternehmen ist das LkSG relevant?
Seit 2024 gilt das LkSG für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden in Deutschland. Es verpflichtet sie zur Sorgfaltspflicht entlang der gesamten Lieferkette in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt.
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs erforderlich?
Der Kurs setzt Grundkenntnisse im Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagement voraus. Kenntnisse in Beschaffung oder Supply-Chain-Management sind von Vorteil, aber keine formale Voraussetzung.
Was unterscheidet den Kurs von einem allgemeinen Nachhaltigkeitskurs?
Der Kurs fokussiert sich spezifisch auf das LkSG und seine praktische Umsetzung: Risikoanalysen, Lieferantenaudits, Beschwerdemechanismen und die gesetzlich geforderte Berichterstattung. Er ist deutlich praxisorientierter und rechtlich fundierter als allgemeine Nachhaltigkeitskurse.
Bereitet der Kurs auch auf die EU-Lieferkettenrichtlinie vor?
Die im Kurs vermittelten Methoden und Kenntnisse sind auf die Anforderungen der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) übertragbar. Der Kurs legt damit eine Grundlage, die auch für zukünftige europäische Anforderungen genutzt werden kann.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach Situation in Betracht.
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