Überblick
Globale Lieferketten stehen unter wachsendem Druck: geopolitische Unsicherheiten, Rohstoffknappheit, Klimaanforderungen und regulatorische Vorgaben fordern Unternehmen heraus, ihre Supply Chains widerstandsfähiger und zugleich nachhaltiger zu gestalten. Diese Weiterbildung vermittelt praxisorientiertes Wissen zu den drei Kerndisziplinen moderner Lieferkettengestaltung: Risikomanagement, Nachhaltigkeit und Projektmanagement. Teilnehmende lernen, Risiken systematisch zu identifizieren, Gegenstrategien zu entwickeln und Lieferkettenprozesse nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten zu gestalten.
Kursinhalte & Lernziele
Supply-Chain-Risikomanagement Dieses Modul legt das methodische Fundament für den professionellen Umgang mit Risiken in der Lieferkette. Teilnehmende lernen unterschiedliche Risikoarten kennen und üben den Einsatz bewährter Bewertungsinstrumente.
- Risikoarten in der Lieferkette: operativ, strategisch, regulatorisch, ökologisch
- Risikoidentifikation: Workshops, Datenanalyse, Expertenbefragung
- Risikobewertung: Wahrscheinlichkeits-Schadens-Matrix, Monte-Carlo-Simulation
- Risikominderungsstrategien: Diversifikation, Dual Sourcing, Pufferbestände
- Krisenmanagement: Aufbau effektiver Kontinuitätspläne
- Business Continuity Management: Planungszyklus und Eskalationslogik
Nachhaltigkeit in Lieferketten Nachhaltigkeit ist kein optionales Add-on mehr, sondern regulatorische Anforderung und Wettbewerbsfaktor. Dieses Modul vermittelt, wie Unternehmen ihre Lieferketten entlang ökologischer und sozialer Kriterien neu ausrichten.
- Grundlagen nachhaltiger Lieferketten: Ökologie, Soziales, Governance (ESG)
- Nachhaltige Beschaffung: Lieferantenbewertung, Audits, Zertifizierungen
- Klimabilanz und CO2-Fußabdruck in der Logistik messen und reduzieren
- Soziale Verantwortung: Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit, fairer Handel
- Nachhaltigkeitskennzahlen: KPIs, Reporting-Standards (GRI, CSRD)
- Best Practices aus der Praxis: Kreislaufwirtschaft, Reverse Logistics
Projektmanagement für Lieferketten Lieferkettenprojekte erfordern strukturierte Planung und Steuerung. Teilnehmende lernen klassische und agile Projektmanagement-Methoden kennen und wenden sie auf logistische Fragestellungen an.
- Grundlagen des Projektmanagements: Phasen, Rollen, Kommunikationsplanung
- Werkzeuge: Gantt-Diagramme, Netzplantechnik, Meilenstein-Tracking
- Agile Methoden in der Lieferkette: Scrum-Prinzipien, Kanban für Logistikprojekte
- Stakeholder-Management: Interessen kartieren und Kommunikation steuern
- Projektrisiken managen: Risikolog, Eskalationspfade
- Projektabschluss und Lessons Learned dokumentieren
Praxisblock: Fallstudien und angewandtes Lernen In diesem Abschnitt verbinden Teilnehmende die Lerninhalte aller drei Module in praxisnahen Übungen und Szenarien aus der Logistikbranche.
- Risikoanalyse an einem realen Lieferkettenszenario durchführen
- Kontinuitätsplan für eine unterbrochene Lieferkette erarbeiten
- Nachhaltigkeitsaudit eines fiktiven Lieferanten vorbereiten und bewerten
- CO2-Fußabdruck einer Transportkette berechnen und Reduktionsmaßnahmen ableiten
- Gantt-Diagramm für ein Logistikprojekt erstellen und Ressourcen planen
- Agile Sprint-Planung für ein Beschaffungsprojekt simulieren
- Stakeholder-Analyse und Kommunikationskonzept entwickeln
- Kennzahlen-Dashboard für eine nachhaltige Lieferkette gestalten
- Fallstudie: Lieferkettenkrise analysieren und Handlungsempfehlungen formulieren
- Gruppendiskussion: Zielkonflikte zwischen Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit
- Präsentation eigener Projektergebnisse und Peer-Feedback
- Abschlussdiskussion: Zukunftstrends in SCM, ESG-Regulierung, KI in der Logistik
Die Praxisübungen orientieren sich an realen Branchenszenarien und ermöglichen einen unmittelbaren Bezug zur späteren Arbeitspraxis. Teilnehmende verlassen diesen Block mit konkreten Arbeitsergebnissen, die sie direkt in ihren beruflichen Kontext übertragen können. Die Kombination aus Risikomanagement, Nachhaltigkeitsstrategie und Projektsteuerung macht Absolvent:innen zu gefragten Generalisten in einem Berufsfeld, das sich fundamental verändert. Lieferketten werden heute nicht mehr nur nach Effizienz- und Kostenkriterien bewertet, sondern auch nach ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Schocks und ihrer gesellschaftlichen Verträglichkeit.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieser Weiterbildung beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen
- Risiken in der Lieferkette systematisch zu identifizieren und nach Wahrscheinlichkeit und Schadensausmaß zu bewerten
- Strategien zur Risikominderung zu entwickeln und operativ umzusetzen
- Notfallpläne (Business Continuity Plans) für Lieferkettenunterbrechungen zu erstellen
- Nachhaltigkeitsprinzipien auf Beschaffung, Produktion und Distribution anzuwenden
- ökologische und soziale Kennzahlen in Lieferketten zu erheben und zu interpretieren
- Corporate Social Responsibility im Supply-Chain-Kontext zu verankern
- Projekte in der Lieferkette mit klassischen und agilen Methoden zu planen und zu steuern
- Gantt-Diagramme und agile Planungstools für Lieferkettenvorhaben einzusetzen
- Fallstudien aus der Logistikpraxis zu analysieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten
- Stakeholder in Lieferkettenprojekten zu identifizieren und zielgerichtet einzubinden
- Leistungskennzahlen (KPIs) zur Steuerung nachhaltiger Lieferketten zu definieren und anzuwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Logistik, Einkauf, Produktion und Qualitätsmanagement, die ihre Kompetenzen in den Bereichen Risikomanagement und Nachhaltigkeit systematisch ausbauen möchten.
- Logistik- und Supply-Chain-Fachkräfte mit Interesse an Risiko- und Nachhaltigkeitsthemen
- Einkäufer:innen und Beschaffungsmanager:innen
- Risikoanalyst:innen und Compliance-Fachkräfte aus Produktions- und Handelsunternehmen
- Nachhaltigkeitsbeauftragte und CSR-Manager:innen
- Projektmanager:innen in Logistik- und Industrieunternehmen sowie Unternehmensberater:innen
Gute Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im kaufmännischen, wirtschaftswissenschaftlichen, technischen, logistischen oder IT-Bereich bildet die fachliche Grundlage. Grundlagenwissen in der betrieblichen Logistik oder im Supply-Chain-Management erleichtert den Einstieg, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten, das Präsenz- und Online-Phasen miteinander verbindet. Lehrvorträge wechseln sich mit Gruppenarbeiten, Fallstudienanalysen und praxisbezogenen Workshops ab. Digitale Lernmaterialien stehen über eine Lernplattform jederzeit zur Verfügung. Die Vollzeitform erlaubt eine intensive und fokussierte Auseinandersetzung mit den Lerninhalten innerhalb eines überschaubaren Zeitraums.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitmaßnahme konzipiert und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter. Die kompakte Vollzeitstruktur ermöglicht eine zügige Qualifizierung und einen schnellen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Das Dokument weist die erworbenen Kompetenzen aus und dient als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern.
Nutzen & Perspektiven
Fachkräfte, die Risikomanagement und Nachhaltigkeit in Lieferketten professionell beherrschen, sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Regulatorische Anforderungen wie die EU-Lieferkettenrichtlinie und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) zwingen Unternehmen, ihre Einkaufs- und Logistikprozesse grundlegend zu überdenken. Wer diese Transformationsprozesse gestalten kann, übernimmt Verantwortung und schafft echten Mehrwert. Der Lehrgang verbindet drei Kompetenzbereiche, die in der Praxis eng verzahnt sind: Wer Risiken managt, muss gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele verfolgen und Projekte steuern. Diese Kombination verschafft Absolvent:innen einen klaren Vorteil gegenüber Kandidat:innen mit schmalem Fachprofil. Die erlernten Methoden — von der Risikomatrix über Nachhaltigkeits-KPIs bis zum agilen Projektplan — können unmittelbar im Berufsalltag eingesetzt werden. Kursangebote in dieser Kategorie sind bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter förderbar. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes, der Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), der Rehabilitationsförderung sowie durch Leistungen der Deutschen Rentenversicherung. Eine persönliche Förderberatung vor Beginn der Maßnahme ist empfehlenswert. Der Lehrgang schafft damit eine solide Ausgangsbasis, um in einer sich fundamental wandelnden Branche langfristig relevant zu bleiben und Verantwortung für eine resiliente, faire und ökologisch tragfähige Lieferkette zu übernehmen. Wer heute gezielt in diese Kompetenzen investiert, positioniert sich für die wachsenden Anforderungen von Regulierung, Geschäftspartnern, Kunden und Kapitalgebern gleichermaßen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zu einer allgemeinen Logistik-Weiterbildung?
Dieser Kurs fokussiert sich auf drei Spezialbereiche, die in der modernen Lieferkettengestaltung zunehmend verknüpft sind: Risikomanagement, Nachhaltigkeit und Projektmanagement. Er richtet sich an Fachkräfte, die ihre bestehenden Logistikkenntnisse gezielt vertiefen und auf aktuelle Herausforderungen wie LkSG und EU-Lieferkettensorgfaltspflichten vorbereiten möchten.
Ist Vorkenntnisse in Supply-Chain-Management notwendig?
Grundlagenwissen in der betrieblichen Logistik oder im SCM erleichtert den Einstieg und wird empfohlen. Formale Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in einem kaufmännischen, technischen oder logistischen Bereich.
Welche Karrierechancen bietet der Abschluss?
Absolvent:innen qualifizieren sich für Stellen als Supply-Chain-Manager:in, Nachhaltigkeitsbeauftragte:r in der Logistik, Risikomanager:in oder Projektmanager:in in Beschaffung und Distribution. Die Kombination der drei Themenfelder ist auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.
Welche Abschlüsse oder Zertifikate gibt es?
Nach der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Ein staatlich anerkanntes oder IHK-Zeugnis ist nicht Gegenstand dieses Kurses.
Kann ich den Kurs mit einem Bildungsgutschein besuchen?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist die Maßnahme in der Regel über den Bildungsgutschein förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Förderungen der Deutschen Rentenversicherung und die Berufsförderung der Bundeswehr können in Frage kommen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Transport- und Logistik-Branche meldet seit Jahren akuten Fahrer- und Disponenten-Mangel. Berufskraftfahrer-Qualifikation (BKrFQG-Module) ist Pflicht; Logistik-Disposition und Lagerlogistik wachsen mit E-Commerce-Volumen stabil.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Supply-Chain-Manager/Supply-Chain-Managerin1.426 Stellen
- Fachkraft - Logistik/Materialwirtschaft1.337 Stellen
- Supply-Chain-Manager/in1.091 Stellen
- Risikomanager/in Supply Chain181 Stellen
- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Logistik/Bachelor Professional in Wirtschaft93 Stellen
- Logistikmanager/in38 Stellen