Überblick
Wärmepumpen haben sich in den vergangenen Jahren von einer Nischentechnologie zur Standardlösung in neuen Wohngebäuden entwickelt. Im Jahr 2021 nutzten bereits rund die Hälfte der neuen Wohngebäude Wärmepumpen als Hauptheizenergiequelle — und der Markt wächst weiter, befeuert durch steigende Energiepreise, die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und staatliche Förderprogramme. Damit steigt der Bedarf an Fachleuten, die Wärmepumpenanlagen kompetent planen, dimensionieren, installieren und betreiben können erheblich. Dieser Kurs vermittelt das technische, thermodynamische, chemische und rechtliche Grundlagenwissen für den professionellen Umgang mit Wärmepumpensystemen — kompakt und praxisorientiert aufgebaut.
Kursinhalte & Lernziele
Thermodynamische, chemische und technische Grundlagen Das Herzstück jeder Wärmepumpe ist ein thermodynamischer Kreisprozess — der linkslaufende Carnot-Prozess in der Praxis. Um Wärmepumpen richtig dimensionieren und betreiben zu können, müssen Fachleute diesen Prozess in seinen Einzelschritten verstehen: Verdampfung, Verdichtung, Verflüssigung und Expansion. Der Kurs startet mit einer kompakten, aber vollständigen Darstellung dieser Grundlagen.
- Thermodynamik der Wärmepumpe: Kreisprozess, Enthalpie, COP und JAZ
- Wärmequellen im Vergleich: Luft, Erd- und Grundwasserwärme
- Kältemittel: chemische Eigenschaften, GWP-Werte, F-Gas-Verordnung
- Materialverträglichkeit und Korrosionsschutz im Hydrauliksystem
- Systemkomponenten: Verdampfer, Kompressor, Kondensator, Expansionsventil
- Wärmepumpen-Systemvarianten und ihre baulichen Voraussetzungen
Verordnungen, Gesetze und Normung Rechtliche und normative Anforderungen prägen den Alltag jeder Fachkraft in der Heizungstechnik. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und eine Reihe technischer Normen definieren Mindeststandards und Förderbedingungen. Dieser Block gibt einen strukturierten Überblick.
- Gebäudeenergiegesetz (GEG): relevante Paragraphen für Wärmepumpeninstallationen
- Technische Normen und Regelwerke für Wärmepumpenanlagen (z. B. VDI, DIN EN)
- F-Gas-Verordnung und deren Auswirkungen auf Kältemittelauswahl
- Anforderungen an Installateure: Zertifizierungspflichten und Berufsberechtigungen
- Dokumentations- und Nachweispflichten bei der Inbetriebnahme
- Normgerechte Planung und Abnahme von Heizungsanlagen
Förderung, Finanzierung und wirtschaftliche Bewertung Für viele Bauherren und Betreiber ist die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpenanlage ein zentrales Entscheidungskriterium. Fachkräfte, die Kundinnen und Kunden kompetent beraten wollen, brauchen Überblick über aktuelle Förderprogramme, Amortisationsbetrachtungen und Vergleichsrechnungen. Dieser Abschnitt behandelt die wirtschaftliche Seite des Wärmepumpenmarkts.
- Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Zuschüsse und KfW-Kredite
- Regionale Förderprogramme und kommunale Zuschüsse
- Wirtschaftlichkeitsvergleich Wärmepumpe vs. Gas- und Ölheizung
- Amortisationsrechnung und Lebenszykluskosten
- Beratungskompetenz: Fördermittelgespräch mit Bauherren vorbereiten und führen
Praxis: Planung und Installation von Wärmepumpenanlagen Die praktischen Lerneinheiten verbinden die theoretischen Grundlagen mit konkreten Aufgaben aus dem Berufsalltag. Planungsszenarien und Fallbeispiele helfen dabei, das Wissen zu verankern.
- Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
- Hydraulische Einbindung der Wärmepumpe ins Heizungssystem
- Auswahl geeigneter Wärmepumpen für verschiedene Gebäudetypen
- Kombination mit Photovoltaik, Pufferspeichern und Warmwasserbereitung
- Regelungstechnik und Smart-Home-Integration
- Fehlersuche und Instandhaltung: typische Probleme und Lösungsansätze
- Inbetriebnahme und Übergabe an den Betreiber
- Dokumentation und Messung der Effizienz im Betrieb
- Praxisbeispiele aus der SHK-Branche: Sanierung vs. Neubau
- Austausch von Erfahrungen aus dem Berufsalltag der Teilnehmenden
- Analyse von Fehldimensionierungen und deren Ursachen
- Ausblick: Hybridanlagen und Großwärmepumpen
Planung und Installation erfordern ein tiefes Verständnis der Gebäudehülle und des Nutzerverhaltens. Wärmepumpen sind keine Plug-and-Play-Lösung — sie müssen auf das jeweilige Gebäude und das Heizflächensystem abgestimmt sein. Der Kurs vermittelt die methodische Vorgehensweise für diese Abstimmung praxisnah und anbieterunabhängig.
Lernziele:
- Sie erläutern das Funktionsprinzip von Wärmepumpen und beschreiben den Kreisprozess thermodynamisch korrekt.
- Sie unterscheiden die wichtigsten Wärmepumpentypen nach Wärmequellen (Luft, Erde, Wasser) und bewerten ihre jeweiligen Einsatzgebiete.
- Sie kennen die relevanten Verordnungen und Gesetze, insbesondere das Gebäudeenergiegesetz, und ordnen deren Anforderungen an Heizungssysteme korrekt ein.
- Sie wenden geltende Normen und technische Regelwerke für Planung und Installation von Wärmepumpenanlagen an.
- Sie beurteilen chemische Eigenschaften von Kältemitteln und berücksichtigen Umwelt- und Sicherheitsaspekte.
- Sie planen Wärmepumpenanlagen unter Berücksichtigung von Gebäudetyp, Dämmzustand und Heizflächensystem.
- Sie erläutern Fördermöglichkeiten und Finanzierungsoptionen für Wärmepumpenprojekte und beraten Bauherren sachlich dazu.
- Sie prüfen Systemkomponenten auf Eignung und verstehen die Zusammenstellung von Wärmepumpenanlagen.
- Sie interpretieren Effizienzwerte (COP, SCOP, JAZ) und nutzen diese für den Anlagen-Vergleich.
- Sie erkennen häufige Planungs- und Installationsfehler und kennen Maßnahmen zur Qualitätssicherung.
- Sie beschreiben Regelungskonzepte moderner Wärmepumpenanlagen und deren Integration in Smart-Home-Systeme.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus dem Bereich der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie angrenzenden Gewerken, die ihr Wissen zu Wärmepumpensystemen systematisch aufbauen oder vertiefen wollen.
- Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Planerinnen und Planer aus der Gebäudetechnik
- Fachhandwerkerinnen und Fachhandwerker aus dem SHK-Bereich
- Anlagenmonteurinnen und Anlagenmonteure sowie Errichter von Heizungsanlagen
- Gebäudeenergieberaterinnen und Gebäudeenergieberater
- Mitarbeitende aus Wohnungsgesellschaften und dem Facilitymanagement mit technischem Hintergrund
Für die Teilnahme werden eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im technischen oder kaufmännischen Bereich vorausgesetzt. Alternativ ist eine nachgewiesene Tätigkeit im Bereich der Errichtung von Elektro-Wärmepumpen als Zugangsvoraussetzung anerkannt. Gute Deutschkenntnisse sind erforderlich, um Fachliteratur und Normtexte sicher zu lesen. Mathematische und physikalische Grundkenntnisse sind hilfreich für die thermodynamischen Inhalte.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung kombiniert Online-Lernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Einheiten im Combined-Learning-Modell. Fachvideos, digitale Lernmodule und interaktive Übungen ermöglichen das flexible Selbststudium. In Präsenz- oder Live-Einheiten werden Fallbeispiele aus der Praxis besprochen, Planungsaufgaben bearbeitet und Fragen direkt mit Fachreferentinnen und Fachreferenten geklärt. Der Kurs findet in Vollzeit statt und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat.
Die Maßnahme ist als Vollzeitweiterbildung konzipiert und erstreckt sich über mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Der genaue Stundenumfang und der Ablaufplan variieren je nach Anbieter. Erkundigen Sie sich beim jeweiligen Bildungsträger nach der aktuellen Terminsituation.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Zertifikat dokumentiert Ihre erworbenen Fachkenntnisse zu Wärmepumpensystemen und ist in der Branche ein anerkannter Nachweis für die Spezialisierung auf erneuerbare Wärmetechnologien. Ein staatlich anerkannter Abschluss oder IHK-Prüfung ist mit diesem Kurs nicht verbunden.
Nutzen & Perspektiven
Wärmepumpentechnik gehört zu den am stärksten wachsenden Kompetenzbereichen im deutschen Handwerk und in der Gebäudetechnik. Fachkräfte, die diesen Kurs absolviert haben, können Kundinnen und Kunden kompetent beraten, Anlagen fachgerecht planen und die steigenden gesetzlichen Anforderungen an neue Heizungssysteme sicher erfüllen. Das ist nicht nur ein Karrierevorteil, sondern auch ein unmittelbarer Mehrwert für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die qualifiziertes Personal in diesem Bereich suchen. Die Kombination aus thermodynamischem Grundlagenwissen, Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen und praktischer Planungskompetenz macht den Kurs zu einer vollständigen Einstiegsqualifizierung für den Wärmepumpenmarkt. Wer bisher vor allem mit gas- oder ölbetriebenen Heizungssystemen gearbeitet hat, findet hier einen strukturierten Weg in die erneuerbare Wärmetechnik — ohne Lücken, ohne Halbwissen. Darüber hinaus stärkt das Wissen um Förderprogramme und wirtschaftliche Kennzahlen die Beratungskompetenz im Kundenkontakt. Bauherrinnen und Bauherren erwarten heute fundierte Antworten zu Amortisation und Förderung — eine Fachkraft, die diese Fragen souverän beantwortet, schafft Vertrauen und gewinnt Aufträge.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus der SHK-Branche, Ingenieurinnen und Ingenieure, Gebäudeenergieberaterinnen und Gebäudeenergieberater sowie Mitarbeitende aus Wohnungsgesellschaften und dem Facilitymanagement mit technischem Hintergrund.
Welche Vorkenntnisse benötige ich?
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium im technischen oder kaufmännischen Bereich. Alternativ reicht eine nachgewiesene Tätigkeit bei der Errichtung von Elektro-Wärmepumpen. Gute Deutschkenntnisse sind erforderlich.
Behandelt der Kurs auch das Gebäudeenergiegesetz?
Ja, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und dessen Anforderungen an Heizungssysteme sind ein eigener thematischer Block. Ebenso werden technische Normen und die F-Gas-Verordnung behandelt.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach dem Kurs erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Eine IHK-Prüfung oder ein staatlicher Abschluss ist mit diesem Kurs nicht verbunden.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Weiterbildung wird in Vollzeit durchgeführt und erstreckt sich über mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Der genaue Zeitplan variiert je nach Anbieter.
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Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Berater/Beraterin für erneuerbare Energien2.003 Stellen
- Gebäudeenergieberater/Gebäudeenergieberaterin134 Stellen
- Technischer Fachkaufmann/Technische Fachkauffrau für Sanitär/Heizung/Klima109 Stellen
- Erneuerbare Energien (grundständig)64 Stellen