Überblick
Digitale Technologien verändern das Personalmanagement grundlegend. Dieser Kurs vermittelt, wie HR-Abteilungen Software und Daten strategisch einsetzen, um Prozesse effizienter zu gestalten, bessere Entscheidungen zu treffen und die Employee Experience zu verbessern. Von ERP-Systemen mit HR-Modulen über Bewerbermanagementsoftware (ATS) bis zu People Analytics und digitalem Onboarding werden alle relevanten Themenbereiche behandelt. Dabei steht konsequent die datenschutzkonforme Umsetzung gemäß DSGVO im Vordergrund.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Grundlagen der HR-Digitalisierung Die Digitalisierung des Personalmanagements hat in vielen Unternehmen tiefgreifende Auswirkungen auf Prozesse, Rollen und Systeme. Dieses Modul legt das konzeptionelle Fundament: Was bedeutet digitale Transformation für HR, welche Systemlandschaft existiert, und wie unterscheiden sich verschiedene Ansätze der Softwarearchitektur im HR-Kontext?
- Entwicklung und Trends der HR-Digitalisierung
- Überblick über HRIS, HCM und ERP-Systeme mit HR-Modulen
- Unterschiede zwischen Cloud-Lösungen und On-Premise-Systemen
- Typische HR-Systemlandschaften in mittelständischen Unternehmen
- Integrationspunkte zwischen HR und Finanzen, Controlling und IT
- Reifegrad-Modelle für die digitale HR-Transformation
Modul 2: Recruiting-Technologie und Bewerbermanagementsysteme Die digitale Transformation beginnt für viele Unternehmen im Recruiting. Bewerbermanagementsysteme (ATS) automatisieren Schritte von der Stellenausschreibung bis zur Zu- oder Absage. Dieses Modul zeigt, wie ATS-Systeme aufgebaut sind, welche Auswahlkriterien entscheidend sind und wie ein digitaler Recruiting-Prozess durchgängig gestaltet wird.
- Aufbau und Funktionsweise gängiger ATS-Plattformen
- Anforderungsprofile und Stellenbeschreibungen im System pflegen
- Candidate Journeys digital abbilden und Rückmeldeprozesse automatisieren
- Multiposting und Jobboard-Integration
- Datenschutzkonforme Bewerberdatenverwaltung nach DSGVO
- Kennzahlen im Recruiting: Time-to-Fill, Cost-per-Hire, Conversion Rates
Modul 3: People Analytics und HR-Reporting Daten sind das neue Kapital im HR-Management – aber nur, wenn sie richtig interpretiert werden. Dieses Modul führt in People-Analytics-Methoden ein, zeigt, wie HR-Kennzahlen erhoben und aussagekräftig kommuniziert werden, und beleuchtet die ethischen und rechtlichen Grenzen der Personaldatenanalyse.
- Grundlegende HR-Kennzahlen: Fluktuationsrate, Absentismus, Time-to-Fill
- Deskriptive, prädiktive und präskriptive Analytics im HR-Kontext
- Dashboards und Visualisierungen für die HR-Geschäftsführungsvorlage
- Datenqualität sicherstellen: Quellen, Konsistenz, Aktualität
- Predictive Analytics: Fluktuation und Leistungsentwicklung modellieren
- Ethik und DSGVO-Grenzen bei der Nutzung von Personaldaten
Modul 4: Digitales Onboarding und Employee Experience Die ersten Wochen eines neuen Mitarbeiters prägen langfristig die Bindung an das Unternehmen. Digitale Onboarding-Prozesse helfen, neue Kolleginnen und Kollegen strukturiert einzuführen, auch im Remote-Kontext. Das Modul behandelt außerdem Employee-Experience-Plattformen und digitale Touchpoints entlang des Employee Lifecycle.
- Onboarding-Prozesse strukturieren und digitalisieren
- Pre-Boarding: Kontakt und Vorbereitung vor dem ersten Arbeitstag
- Digitale Checklisten, Lernpfade und Self-Service-Portale
- Employee Experience Plattformen: Konzept und Auswahlkriterien
- Feedback-Systeme und Pulsumfragen digital einsetzen
- Offboarding digital und wertschätzend gestalten
Praxisblock – Digitale HR-Prozesse gestalten und implementieren Die folgenden Übungen führen die Modulinhalte zusammen und trainieren den Transfer in den HR-Arbeitsalltag.
- HR-Systemauswahl: Kriterienkatalog entwickeln und Angebote vergleichen
- Digitale Personalakte einrichten und DSGVO-konform führen
- Datenimport aus Legacy-Systemen planen und umsetzen
- Self-Service-Portale für Mitarbeitende konfigurieren
- Genehmigungsworkflows für Urlaub, Abwesenheit und Zeiterfassung abbilden
- Change-Management-Plan für eine neue HR-Software erarbeiten
- Stakeholder-Kommunikation bei der Systemeinführung vorbereiten
- Schulungskonzept für Endnutzer/innen erstellen
- DSGVO-Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) für HR-Systeme verstehen
- Verarbeitungsverzeichnis für HR-Daten führen
- Kennzahlen-Dashboard in einem HR-System konfigurieren
- Fehlerquellen bei der Datenmigration identifizieren und vermeiden
Der Kurs schließt mit einem integrierten Praxisfall ab, in dem alle gelernten Bereiche zusammengeführt werden: von der Systemauswahl über den Implementierungsplan bis zur datenschutzkonformen Inbetriebnahme.
Lernziele:
- ERP-Systeme mit HR-Modulen verstehen und für die Personalverwaltung nutzen
- Bewerbermanagementsysteme (ATS) auswählen und im Recruiting-Prozess einsetzen
- People-Analytics-Methoden anwenden und HR-Kennzahlen aussagekräftig interpretieren
- Digitale Personalverwaltung aufbauen und laufend optimieren
- Employee Experience mit digitalen Tools aktiv gestalten
- DSGVO-Anforderungen im HR-Kontext identifizieren und datenschutzkonform handeln
- Digitales Onboarding strukturieren und mit geeigneten Tools umsetzen
- Change-Management-Prozesse bei der Einführung neuer HR-Software begleiten
- HR-Reporting aufbauen und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen erstellen
- Digitale Personalakten einführen und rechtssicher führen
- Schnittstellen zwischen HR-Systemen und angrenzenden Unternehmensbereichen verstehen
- Trends der HR-Technologie einschätzen und für die eigene Organisation bewerten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Berufstätige, die bereits im HR-Bereich tätig sind oder in personalnahe Funktionen einsteigen möchten und das Thema Digitalisierung systematisch angehen wollen.
- HR-Referentinnen und -Referenten, die ihre digitale Kompetenz ausbauen wollen
- Personalverantwortliche in kleinen und mittleren Unternehmen
- Recruiter/innen, die mit modernen ATS-Systemen vertraut sein wollen
- Fachkräfte, die HR-IT-Projekte begleiten oder leiten
- Personen mit kaufmännischer oder sozialwissenschaftlicher Ausbildung, die in den HR-Bereich wechseln
Eine kaufmännische Ausbildung, ein Studium der Wirtschafts-, Sozial- oder Rechtswissenschaften oder vergleichbare Berufspraxis im kaufmännischen Bereich wird empfohlen. Allgemeine PC-Kenntnisse und ein grundlegendes Verständnis von Personalprozessen erleichtern den Einstieg. Vorkenntnisse in spezifischer HR-Software sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Wissensvermittlung mit fallbasierten Übungen. Theoretische Grundlagen zu Systemen, Prozessen und gesetzlichen Anforderungen werden durch realistische Praxisszenarien aus dem HR-Alltag ergänzt. Fallstudien und Systemübungen erlauben es, das Gelernte unmittelbar anzuwenden. Gruppenarbeiten und kollegiale Diskussionen zu konkreten Praxisfragen sind fester Bestandteil der Methodik.
Der Kurs ist als Vollzeit- oder Teilzeitweiterbildung konzipiert. Aktuelle Durchführungszeiten und Formate sind beim jeweiligen Anbieter erhältlich. Der Umfang ist so dimensioniert, dass alle vier Modulbereiche vollständig behandelt werden können.
Nach Kursabschluss erhalten die Teilnehmer eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Da das Kursthema technologie- und anbieterübergreifend konzipiert ist, steht kein herstellerspezifisches Zertifikat im Mittelpunkt, sondern der Nachweis fundierter Kompetenzen in der digitalen HR-Praxis.
Nutzen & Perspektiven
HR-Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für messbar bessere Ergebnisse: schnellere Besetzungen, geringere Fluktuation, weniger Verwaltungsaufwand und mehr Zeit für die strategische Arbeit mit Menschen. Wer die digitalen Werkzeuge kennt und sicher anwenden kann, bringt sofort Mehrwert in die eigene HR-Abteilung. Der DSGVO-Fokus dieses Kurses ist ein differenzierendes Merkmal. Viele HR-Weiterbildungen streifen Datenschutzthemen nur am Rande, obwohl gerade Personaldaten zu den sensibelsten Daten in einem Unternehmen gehören. Wer versteht, wie Verarbeitungsverzeichnisse geführt werden, wie eine DSFA abläuft und welche Grenzen bei der Personaldatenanalyse gelten, schützt das Unternehmen vor kostspieligen Fehlern. Die Kombination aus People Analytics, Change Management und Onboarding macht diesen Kurs besonders für Fachkräfte interessant, die nicht nur die Systeme bedienen, sondern die digitale Transformation ihres HR-Bereichs aktiv mitgestalten wollen. Die erworbenen Kompetenzen sind unmittelbar in der Praxis einsetzbar und decken die Anforderungen eines modernen HR-Rollenbilds vollständig ab. Ein weiterer praktischer Nutzen liegt im Change-Management-Wissen: Die Einführung neuer HR-Software scheitert in der Praxis selten an der Technik, sondern häufig daran, dass Mitarbeitende die neuen Prozesse nicht annehmen. Wer versteht, wie Stakeholder-Kommunikation und Schulungskonzepte aufgebaut werden, macht Systemeinführungen dauerhaft erfolgreich. Dieser Kurs vermittelt genau dieses Zusammenspiel aus digitaler Kompetenz und organisationalem Veränderungswissen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Themen werden im Kurs behandelt?
Der Kurs umfasst vier Hauptbereiche: HR-Grundlagen der Digitalisierung, Recruiting-Technologie und ATS, People Analytics und HR-Reporting sowie digitales Onboarding und Employee Experience. DSGVO-Anforderungen sind durchgängig integriert.
Für wen ist der Kurs besonders geeignet?
Der Kurs eignet sich für HR-Referentinnen und -Referenten, Recruiter/innen und Personalverantwortliche, die ihre digitale Kompetenz ausbauen möchten, sowie für Personen, die in personalnahe Funktionen einsteigen wollen.
Sind Vorkenntnisse in HR-Software notwendig?
Nein, Vorkenntnisse in spezifischer HR-Software sind nicht erforderlich. Der Kurs baut systematisch auf kaufmännischen Grundkenntnissen auf und führt praxisnah in die relevanten Systeme und Methoden ein.
Welche Rolle spielt der Datenschutz im Kurs?
DSGVO-Anforderungen im HR-Kontext sind ein integraler Bestandteil aller Module. Vom ATS-Einsatz im Recruiting bis zur People-Analytics-Auswertung wird konsequent auf datenschutzkonforme Umsetzung eingegangen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach Kursabschluss erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Das Kursdesign ist systemübergreifend, sodass keine herstellerspezifische Zertifizierung erforderlich ist.
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