Überblick
Künstliche Intelligenz verändert, wie Unternehmen Talente finden, entwickeln und binden. HR-Fachkräfte stehen vor der Aufgabe, diese Werkzeuge sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen — ohne dabei datenschutzrechtliche Grenzen zu überschreiten oder Bias-Risiken in Auswahlprozessen zu ignorieren. Diese Weiterbildung verbindet vier konkrete Themenbereiche: digitale Kollaboration und IT-Sicherheit nach ICDL-Standard, modernes Personalmanagement und -controlling, Prompt Engineering speziell für HR-Aufgaben und Change Management für die Steuerung von Veränderungen im Personalbereich. Das Ergebnis ist eine fundierte Qualifikation, die sofort in der täglichen HR-Arbeit anwendbar ist.
Kursinhalte & Lernziele
ICDL Microsoft 365: Digitale Zusammenarbeit, IT-Sicherheit und Datenschutz Der erste Block dauert rund vier Wochen und führt in die digitale Arbeitswelt mit Microsoft 365 ein. HR-Fachkräfte nutzen Teams, SharePoint, Planner und andere Kollaborationstools täglich — dieses Modul sorgt dafür, dass sie das sicher und effizient tun. Der Datenschutz-Anteil ist speziell auf die Verarbeitung personenbezogener Daten im HR-Kontext zugeschnitten.
- Kollaborative Dokumentenarbeit in Microsoft Teams und SharePoint
- Effiziente Kommunikation: Channels, Besprechungen, Dateifreigaben
- Grundlagen der IT-Sicherheit: Authentifizierung, Zugriffsrechte, Phishing-Erkennung
- Sicherheitskonzepte für die Cloud-Nutzung im Unternehmenskontext
- DSGVO: Grundsätze, Betroffenenrechte, Verarbeitungsverzeichnis
- Rechtliche Anforderungen an die digitale HR-Dokumentation
- Datenschutzkonforme Ablagesysteme und Löschfristen für Personalakten
- Praktische Umsetzung: Datenpannen melden, technische Schutzmaßnahmen wählen
Personalorganisation: Personalwesen und Personalmanagement Dieser Block dauert rund zwölf Wochen und bildet den Kernbereich der Weiterbildung. Er behandelt das Personalmanagement von der Stellenplanung über Rekrutierung und Entwicklung bis zum Controlling — strukturiert, betriebswirtschaftlich fundiert und mit Blick auf digitale Transformationsprozesse.
- Personalbedarfsplanung und Stellenbeschreibungen mit Kompetenzprofil
- Recruitingprozesse: Stellenausschreibung, Auswahlverfahren, Onboarding
- Mitarbeitendenentwicklung: Trainingsbedarf identifizieren, Entwicklungsgespräche führen
- Vergütungssysteme: Tarifrecht, variable Vergütung, Gehaltsverhandlung
- Mitarbeitendenmotivation: Ansätze von Maslow bis Self-Determination Theory
- Strategisches Personalmanagement: Employer Branding, Retention, Succession Planning
- Personalcontrolling: Fluktuationsrate, Time-to-Hire, Cost-per-Hire, Absentismus
- Personelle Neuausrichtung bei Restrukturierungen und Transfergesellschaften
Prompt Engineering: KI im Personalmanagement Dieser vierwöchige Block ist das Herzstück der KI-Qualifikation. Er erklärt, was KI-Sprachmodelle leisten können und wo ihre Grenzen liegen, und zeigt, wie HR-Fachkräfte Prompts schreiben, die praxisrelevante Ergebnisse liefern — für Stellenanzeigen, Interviewleitfäden, Feedbacktexte und mehr.
- Grundbegriffe: Large Language Models, Generative KI, Halluzinationen, Trainingsdaten
- Prompt-Prinzipien: Rollenanweisung, Kontext, Ausgabeformat, Iterationsschleife
- KI-gestützte Stellenanzeigen: bias-freie Sprache, SEO-Optimierung, Textvariation
- KI im Recruiting: Sichtungsunterstützung, Interview-Leitfäden, Bewerberkommunikation
- Automatisierung von Routineaufgaben: Zeugnistextbausteine, Onboarding-Checklisten
- Datenschutz beim KI-Einsatz: welche Daten dürfen in externe KI-Tools eingegeben werden?
- Algorithmische Fairness: Wie entstehen Verzerrungen in KI-Systemen und wie werden sie erkannt?
- Gesetzliche Rahmenbedingungen: EU AI Act, AGG, Betriebsrat und KI-Nutzung
Prozess Manager: Change Management Dieser abschließende vierwöchige Block befasst sich mit der Steuerung von Veränderungsprozessen im HR-Bereich. Digitalisierung, KI-Einführung und organisatorische Umstrukturierungen erfordern ein methodisch fundiertes Change Management, das sowohl rationale als auch emotionale Aspekte berücksichtigt.
- Phasenmodelle des Wandels: Lewin, Kotter, Kübler-Ross im Vergleich
- Rationale und emotionale Dimensionen von Veränderungsprozessen steuern
- Stakeholder-Analyse: Widerstand erkennen, Sponsoren identifizieren, Koalitionen bauen
- Kommunikationsplanung bei organisatorischen Veränderungen
- Change-Erfolgsfaktoren: Führungsunterstützung, Ressourcen, Quick Wins
- Prozessmanagement-Werkzeuge: SIPOC, Prozesslandkarte, Ursache-Wirkungs-Diagramm
- Lessons Learned und Wirkungsmessung nach Transformationsprojekten
Betreute Praxiseinheiten In angeleiteten Übungsphasen werden die Inhalte der vier Module auf typische HR-Szenarien angewendet. Die Aufgaben sind praxisnah und fördern die direkte Anwendung der erlernten Konzepte.
- Datenschutzfolgenabschätzung für ein KI-gestütztes Recruitingtool durchführen
- Prompt für eine bias-freie Stellenanzeige entwickeln und iterativ verbessern
- Personalbedarfsplanung für eine Abteilung mit wachsenden KI-Aufgaben erstellen
- Change-Kommunikationsplan für die Einführung eines KI-Tools im HR entwerfen
- Fluktuationsanalyse mit HR-Kennzahlen durchführen und Maßnahmen ableiten
- Algorithmische Verzerrung in einem fiktiven Algorithmus-Szenario identifizieren
- Onboarding-Checkliste mit KI-Unterstützung erstellen und DSGVO-Konformität prüfen
- Entwicklungsgespräch mit KI-generierten Feedbackbausteinen vorbereiten
- Microsoft-Teams-Kanal für HR-Dokumentation strukturieren und Zugriffsrechte konfigurieren
- Stakeholder-Karte für ein HR-Digitalisierungsprojekt erstellen
- Change-Widerstand in einem Rollenspiel-Szenario kommunikativ bearbeiten
- EU-AI-Act-Anforderungen auf einen konkreten HR-KI-Anwendungsfall anwenden
Lernziele:
- Microsoft-365-Tools für die digitale Zusammenarbeit im HR-Bereich effizient einsetzen
- IT-Sicherheitskonzepte und Datenschutzanforderungen auf HR-Daten anwenden
- DSGVO-konforme Verarbeitung von Personaldaten sicherstellen
- Moderne Personalstrukturen aufbauen und strategisch steuern
- Vergütungsmodelle, Motivationsansätze und Fachkräfteentwicklung gestalten
- Personalcontrolling mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen verknüpfen
- KI-Konzepte und ihre Einsatzbereiche im Personalmanagement einordnen
- Prompts für HR-spezifische Aufgaben entwickeln und optimieren
- Automatisierungspotenziale in Personalrozessen erkennen und bewerten
- Rechtliche Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz im HR kennen
- Algorithmische Verzerrungen in KI-gestützten Auswahlverfahren erkennen und begrenzen
- Change-Management-Methoden für Transformationen im HR-Bereich anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an HR-Fachkräfte, die KI verantwortungsvoll in ihre tägliche Arbeit integrieren möchten, sowie an Berufseinsteiger, die eine zeitgemäße HR-Qualifikation aufbauen wollen.
- Personalreferentinnen und -referenten mit Wunsch nach KI-Kompetenz
- HR-Manager und -Managerinnen in Unternehmen, die gerade digitale HR-Tools einführen
- Personalentwickler, die Lernpfade mit KI-Unterstützung gestalten möchten
- Fachkräfte aus verwandten kaufmännischen Bereichen, die in HR wechseln möchten
- Berufsrückkehrende, die ihren HR-Wissensstand modernisieren wollen
Eine abgeschlossene Ausbildung im relevanten Bereich, ein Studienabschluss oder ausreichende Berufserfahrung im kaufmännischen oder HR-nahen Bereich wird vorausgesetzt. Grundlegende EDV-Kenntnisse und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich. Englischkenntnisse sind hilfreich, da manche KI-Tools englischsprachige Prompt-Konzepte verwenden, aber nicht zwingend notwendig. Vorkenntnisse in KI oder Programmierung sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt. Online-Lernphasen wechseln mit betreuten Praxiseinheiten ab, in denen Inhalte fallbasiert vertieft werden. Jeder der vier Themenblöcke schließt mit einer angeleiteten Übungsaufgabe ab, die den Transfer in den HR-Alltag fördert. Das KI-Modul arbeitet mit echten KI-Tools und aktuellen Prompting-Techniken — nicht mit abstrakten Beschreibungen.
Die Weiterbildung umfasst rund 24 Wochen und gliedert sich in vier Blöcke: ICDL Microsoft 365 (ca. 4 Wochen), Personalorganisation (ca. 12 Wochen), Prompt Engineering für HR (ca. 4 Wochen) und Change Management (ca. 4 Wochen). Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt.
Nach erfolgreichem Abschluss des ICDL-Moduls wird das ICDL-Zertifikat für den jeweiligen Kompetenzbereich ausgestellt. Für die gesamte Weiterbildung wird zusätzlich ein trägerinternes Zertifikat ausgehändigt, das die erfolgreich absolvierten Module und Kompetenzbereiche bescheinigt.
Nutzen & Perspektiven
HR-Abteilungen stehen unter doppeltem Druck: Einerseits sollen sie KI-Tools einführen und Effizienzpotenziale heben, andererseits müssen sie sicherstellen, dass diese Tools keine Diskriminierung fördern, keine Datenschutzverstöße produzieren und von den Belegschaften akzeptiert werden. Diese Weiterbildung bereitet auf genau diesen Spagat vor — nicht als technische Ausbildung, sondern als HR-spezifische Qualifikation. Das ICDL-Zertifikat ist ein anerkannter internationaler Nachweis für digitale Kompetenzen und ergänzt das trägerinterne Abschlusszeugnis um ein unabhängiges, überprüfbares Qualitätssignal. Arbeitgeber im DACH-Raum kennen das ICDL-Logo und assoziieren damit zertifizierte Anwenderkompetenz — das ist beim Bewerbungsprozess ein handfester Vorteil. Wer diese Weiterbildung abschließt, kann KI-Tools nicht nur nutzen, sondern auch bewerten: Ist dieses Tool DSGVO-konform? Erzeugt dieser Algorithmus systematisch benachteiligende Ergebnisse? Wie wird der Betriebsrat bei der Einführung eingebunden? Diese Fragen sind im HR-Alltag 2025 unvermeidbar — und wer sie beantworten kann, ist in der Organisation unentbehrlich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Kurs setzt keinerlei KI- oder Programmiervorkenntnisse voraus. Das Prompt-Engineering-Modul erklärt alle Konzepte von Grund auf und fokussiert auf die praktische Nutzung von KI-Tools im HR-Kontext, nicht auf technische Implementierung.
Was ist das ICDL-Zertifikat und wie anerkannt ist es?
Das ICDL (International Computer Driving Licence) ist ein weltweit anerkanntes Zertifikat für digitale Kompetenzen, das durch standardisierte Tests erworben wird. Es wird von Arbeitgebern im DACH-Raum als zuverlässiger Nachweis digitaler Anwenderkompetenz anerkannt und ergänzt das trägerinterne Abschlusszeugnis.
Wie geht der Kurs mit Bias-Risiken in KI-Systemen um?
Das Prompt-Engineering-Modul behandelt gezielt algorithmische Verzerrungen: Wie entstehen sie, wie werden sie in HR-Auswahlprozessen erkannt, und welche rechtlichen Anforderungen (AGG, EU AI Act) gelten? Teilnehmende lernen, KI-gestützte Auswahlverfahren kritisch zu bewerten und zu dokumentieren.
In welchem Format und welcher Dauer läuft die Weiterbildung?
Der Kurs läuft in Vollzeit im Combined-Learning-Format und dauert rund 24 Wochen. Er gliedert sich in vier Blöcke: ICDL Microsoft 365 (4 Wochen), Personalorganisation (12 Wochen), Prompt Engineering für HR (4 Wochen) und Change Management (4 Wochen).
Welche datenschutzrechtlichen Inhalte werden vermittelt?
Das ICDL-Modul behandelt die DSGVO-Grundsätze, Betroffenenrechte und das Verarbeitungsverzeichnis. Das KI-Modul vertieft den Datenschutz beim KI-Einsatz: Welche HR-Daten dürfen in externe KI-Tools eingegeben werden? Wie werden Datenpannen gemeldet? Was fordert der EU AI Act für HR-KI-Anwendungen?
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