Microsoft-Zertifizierung: Welcher Pfad passt zu dir?
AZ-104, MD-102, PL-300 – die Kürzel wirken abschreckend, folgen aber einem klaren System. Dieser Ratgeber ordnet die Pfade nach Berufsrollen, nennt die sinnvolle Reihenfolge und erklärt eine Regel, die viele erst nach der Prüfung entdecken: Microsoft-Zertifikate müssen jährlich erneuert werden.
Wie ist das Microsoft-Zertifizierungssystem aufgebaut?
Microsoft zertifiziert rollenbasiert in vier Stufen: Fundamentals (Grundlagen, ohne Vorkenntnisse), Associate (praktische Rollen wie Administration oder Entwicklung), Expert (Architektur und Verantwortung) sowie Specialty für Spezialthemen. Der Einstieg erfolgt über eine Fundamentals-Prüfung, der berufsrelevante Nachweis liegt auf Associate-Ebene.
- Vier Stufen: Fundamentals, Associate, Expert, Specialty.
- Keine formalen Zugangsvoraussetzungen – kein Studium nötig.
- Associate- und Expert-Zertifikate laufen nach 12 Monaten ab (kostenlose Online-Verlängerung).
Die vier Stufen
Seit der Umstellung auf rollenbasierte Zertifizierungen orientiert sich Microsoft nicht mehr an Produkten, sondern an Tätigkeiten. Das macht die Auswahl einfacher: Du suchst nicht das Produkt, das du kennst, sondern die Rolle, in die du willst.
Fundamentals – der Einstieg
AZ-900 (Azure), MS-900 (Microsoft 365), AI-900 (KI) oder DP-900 (Daten). Prüft Begriffe und Grundprinzipien, kein Praxiswissen. Ideal, um vor einer größeren Investition zu klären, ob die Richtung stimmt – und diese Zertifikate laufen nicht ab.
Associate – der berufsrelevante Nachweis
Hier liegt der Nachweis, den Stellenanzeigen meinen: AZ-104 für die Azure-Administration, AZ-204 für Entwicklung, AZ-500 für Sicherheit, MD-102 für die Endgeräteverwaltung, PL-300 für Power BI. Erwartet wird praktische Arbeit mit dem jeweiligen Dienst.
Expert – Architektur und Verantwortung
AZ-305 (Solutions Architect) oder MS-102 (Microsoft 365 Administrator). Diese Stufe setzt Associate-Wissen voraus und zielt auf Personen, die Entscheidungen über ganze Umgebungen treffen.
Specialty – Spezialthemen
Eng umrissene Felder wie AZ-140 für Azure Virtual Desktop. Sinnvoll, wenn genau diese Technologie im Job eine Rolle spielt – als Einstiegszertifikat dagegen zu speziell.
Die Regel, die viele übersehen
Rollenbasierte Zertifizierungen auf Associate-, Expert- und Specialty-Ebene sind zwölf Monate gültig. Danach verfallen sie – es sei denn, du verlängerst sie. Die gute Nachricht: Die Verlängerung ist kostenlos, läuft als Online-Prüfung im eigenen Microsoft-Learn-Konto und lässt sich ohne Termin und ohne Prüfzentrum ablegen. Das Zeitfenster öffnet sich sechs Monate vor Ablauf.
Für dich heißt das zweierlei: Ein Zertifikat im Lebenslauf sollte aktuell sein, sonst fällt es in der Prüfung durch den Arbeitgeber auf. Und die Erneuerung ist kein Kostenfaktor bei der Kursplanung – nur ein Termin, den du dir merken musst. Fundamentals-Zertifikate sind davon ausgenommen und gelten unbefristet.
Wie groß das Angebot in Deutschland ist
Aus unserer Auswertung des gesamten deutschen Weiterbildungsangebots ergibt sich für Microsoft-Systeme und -Zertifizierungen folgendes Bild:
Damit ist Microsoft eines der größten Themenfelder der geförderten Weiterbildung überhaupt – rund 5.861 Angebote von 195 Anbietern, im Schnitt also etwa 30 Kurse je Anbieter. Die Folge: Fast jede Zertifizierung wird an vielen Standorten und zu vielen Terminen angeboten. Der Unterschied liegt selten im Prüfungsziel, sondern in Dauer, Kombination und darin, ob die Prüfungsgebühr enthalten ist.Stand der Auswertung: August 2026.
Kosten und Förderung
Die Prüfungsgebühr ist bei Microsoft vergleichsweise überschaubar; den größeren Anteil macht der Vorbereitungskurs aus. Prüfe deshalb bei jedem Angebot, ob das Examen im Preis enthalten ist – und ob ein Wiederholungsversuch abgedeckt wird.
In der geförderten Weiterbildung steht eine Microsoft-Zertifizierung selten allein. Üblich sind Lehrgänge über mehrere Wochen, die zwei oder drei Prüfungen bündeln – etwa Azure-Administration zusammen mit Sicherheit, oder Microsoft 365 zusammen mit Endgeräteverwaltung. Ist der Träger AZAV-zugelassen, übernimmt der Bildungsgutschein die Kosten in der Regel vollständig.
Wichtiger Hinweis zur Förderung
Ob eine Weiterbildung oder Umschulung gefördert wird, hängt von deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Die Förderfähigkeit und Bewilligung werden im Gespräch mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter geprüft.
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Häufige Fragen
Welche Microsoft-Zertifizierung soll ich zuerst machen?
Für den Einstieg eignet sich eine Fundamentals-Prüfung wie AZ-900 (Azure) oder MS-900 (Microsoft 365). Sie setzt keine Vorkenntnisse voraus und klärt, ob die Richtung passt, bevor du in eine Associate-Zertifizierung investierst.
Laufen Microsoft-Zertifikate ab?
Rollenbasierte Zertifizierungen auf Associate-, Expert- und Specialty-Ebene sind zwölf Monate gültig. Die Verlängerung erfolgt über eine kostenlose Online-Prüfung im eigenen Microsoft-Learn-Konto. Fundamentals-Zertifikate laufen dagegen nicht ab.
Was ist der Unterschied zwischen Fundamentals, Associate und Expert?
Fundamentals prüft Grundverständnis und Begriffe. Associate setzt praktische Arbeit mit dem jeweiligen Dienst voraus, etwa Azure-Administration. Expert richtet sich an Personen, die ganze Architekturen entwerfen und verantworten.
Werden Microsoft-Kurse vom Jobcenter gefördert?
Ja, wenn der Träger AZAV-zugelassen und die Maßnahme zertifiziert ist. Dann übernimmt der Bildungsgutschein die Kosten in der Regel vollständig, einschließlich der Prüfungsgebühren.
Brauche ich ein Studium für eine Microsoft-Zertifizierung?
Nein. Es gibt keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Geprüft wird ausschließlich Fach- und Anwendungswissen, weshalb Zertifizierungen ein üblicher Weg für Quereinsteigende in die IT sind.
Stand: August 2026
Für diesen Beitrag wurden Informationen aus offiziellen Quellen der Bundesagentur für Arbeit, von mein NOW sowie aus öffentlich sichtbaren Angebotsinformationen von Kursweg ausgewertet.
Förderungen und Voraussetzungen können im Einzelfall abweichen und werden individuell geprüft.
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