Lernen im bestehenden Job

Weiterbildung für Beschäftigte: Förderung und Lernzeit im Job

Du möchtest neue Aufgaben übernehmen oder deinen Abschluss erweitern? Plane Lernziel, Arbeitszeit und Finanzierung gemeinsam, bevor du einen Lehrgang buchst.

Aktualisiert am

Von der Kursweg Redaktion

Drei Entscheidungen vor der Anmeldung

  • Lernziel: Welche konkrete Aufgabe oder welcher Abschluss soll danach möglich sein?
  • Lernzeit: Welche Unterrichts- und Übungszeiten lassen sich verbindlich freihalten?
  • Finanzierung: Wer trägt Kurskosten und wie wird die Abwesenheit von der Arbeit geregelt?

Wann die Arbeitsagentur Weiterbildung für Beschäftigte fördert

Ein bestehender Job schließt Förderung nicht aus. Die Arbeitsagentur kann Weiterbildungskosten übernehmen und einen Arbeitsentgeltzuschuss für den Betrieb leisten. Umfang und Eigenanteile hängen vom jeweiligen Fall ab. Verbindlich klärt das der Arbeitgeber-Service. Die BA erläutert die Förderwege für Unternehmen.

Für die klassische Beschäftigtenförderung müssen unter anderem folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Weiterbildung umfasst mehr als 120 Stunden; die Stunden können auf mehrere Abschnitte verteilt sein.
  • Sowohl der Bildungsträger als auch die konkrete Weiterbildung sind für die Förderung zugelassen.
  • Die Inhalte vermitteln mehr als eine kurzfristige Anpassung am einzelnen Arbeitsplatz. Eine Einweisung in betriebsspezifische Software fällt beispielsweise nicht darunter.

Ein AZAV-Hinweis auf einer Anbieterwebsite belegt daher noch keine persönliche Bewilligung. Wenn du zunächst eine kompakte Schulung für eine konkrete Aufgabe brauchst, besprecht auch eine direkte Finanzierung durch den Betrieb.

Qualifizierungsgeld: Entgeltausfall und Lehrgangskosten unterscheiden

Qualifizierungsgeld ist eine Entgeltersatzleistung. Es soll bei strukturwandelbedingtem Qualifizierungsbedarf helfen, Beschäftigung im bisherigen Betrieb zu sichern. Dafür gelten eigene betriebliche Voraussetzungen und Regelungen zum Qualifizierungsbedarf; bei Kleinstbetrieben bestehen Besonderheiten. Der Arbeitgeber stellt den Antrag und die Beschäftigten müssen zustimmen. Die BA beschreibt das Verfahren zum Qualifizierungsgeld.

Der Betrieb finanziert den Lehrgang; Beschäftigte dürfen daran nicht beteiligt werden. Für diesen Förderweg muss der Träger zugelassen sein, eine Zulassung der Maßnahme selbst ist nicht erforderlich. Auch hier gelten mehr als 120 Stunden und die Abgrenzung zur kurzfristigen Anpassung am Arbeitsplatz. Eine Kombination verschiedener Leistungen darfst du deshalb nicht einfach in dein Budget einrechnen. Förderbedingungen im Überblick.

So bereitest du das Gespräch im Betrieb vor

Bring eine kurze Entscheidungsvorlage mit: Beschreibe eine Aufgabe, die du nach der Weiterbildung übernehmen willst, deine vorhandenen Kenntnisse und die konkrete Lücke. Zwei vergleichbare Kursangebote helfen, Aufwand und Nutzen einzuschätzen.

  1. Ziel festlegen: Benenne das erwartete Arbeitsergebnis, etwa einen selbstständig erstellten Bericht, eine neue technische Aufgabe oder einen geregelten Fortbildungsabschluss.
  2. Angebote gegenüberstellen: Prüfe Lehrplan, Abschluss, Voraussetzungen, Betreuung, Gesamtpreis und Unterrichtszeiten. Passende Kursprofile findest du im Kurskatalog.
  3. Arbeitsorganisation klären: Wer übernimmt deine Aufgaben während der Lernzeiten? Welche Termine kollidieren mit Schichten, Saisonspitzen oder Projektfristen?
  4. Finanzierung und Antrag abstimmen: Der Betrieb kann mit dem Arbeitgeber-Service den passenden Förderweg prüfen. Klärt Bedingungen und Verantwortliche frühzeitig vor Beginn.
  5. Umsetzung vereinbaren: Haltet Kostenanteile, Freistellung, Lernzeiten und eine Gelegenheit fest, das Gelernte anschließend im Betrieb anzuwenden.

Unterlagen für die Förderberatung vorbereiten

Für die individuelle Förderung nennt die BA Angaben zu Arbeitszeit und Arbeitsentgelt sowie zur Durchführung des Lehrgangs. Je nach Verfahren werden Arbeitnehmererklärung, Trägerbescheinigung und Beschäftigtenfragebogen benötigt; nach Abschluss kann eine Schlusserklärung erforderlich sein. Aktuelle Antragsunterlagen der BA.

  • Kursangebot mit Inhalten, Abschlussziel, Beginn, Dauer und Stundenplan.
  • Aufstellung aller Kosten, etwa Lehrgang, Prüfung, Material und notwendige Fahrten.
  • Nachweise zur Träger- und gegebenenfalls Maßnahmezulassung.
  • Angaben zu Ausbildung, bisheriger Tätigkeit und dem geplanten Qualifizierungsziel.
  • Abgestimmte Arbeits- und Schulungszeiten sowie die für das gewählte Verfahren angeforderten Erklärungen.

Persönliche Angaben kannst du im Individualverfahren auch selbst an die Arbeitsagentur übermitteln. Soll dein Betrieb Unterlagen für dich einreichen, sind die dafür vorgesehenen Einwilligungen beziehungsweise Vollmachten zu beachten. Informationen für Beschäftigte.

Berufsbegleitend lernen: den vollständigen Aufwand einplanen

„Online“ beschreibt den Lernort, aber noch keinen passenden Stundenplan. Vergleiche bei Online-Weiterbildungen feste Live-Termine, betreutes Selbstlernen und mögliche Präsenzphasen.

Verbindliche Termine

Unterricht, Präsenzblöcke, Abgaben und Prüfungen zuerst in den Kalender eintragen.

Zusätzlicher Aufwand

Übungen, Wiederholung, technische Vorbereitung und gegebenenfalls Anfahrt ergänzen.

Arbeitswoche abgleichen

Dienstplan, Betreuung, Erholung und Vertretung berücksichtigen; Engpässe früh besprechen.

Praxistest machen

Ein Probemodul bearbeiten und danach den tatsächlichen Zeitbedarf mit dem Plan vergleichen.

Eine detaillierte Planungshilfe findest du im Ratgeber zur Weiterbildung neben dem Beruf. Frage den Anbieter auch nach dem Vorgehen bei Fehlzeiten, Terminverschiebungen oder einer notwendigen Unterbrechung.

Weitere Unterstützung: Abschluss, Bundesland und Eigenanteil prüfen

Aufstiegs-BAföG für passende Fortbildungsabschlüsse

Wer sich etwa auf Meister-, Fachwirt- oder Technikerprüfungen vorbereitet, kann einen anderen Förderweg haben. Aufstiegs-BAföG setzt eine passende Fortbildungsmaßnahme und persönliche Voraussetzungen voraus; auch Teilzeitangebote können dazugehören. Prüfe Prüfungszulassung und Förderfähigkeit für den konkreten Lehrgang. Offizielle Informationen zu förderfähigen Fortbildungen.

Regionale Förderung und Bildungsurlaub

Landesprogramme hängen unter anderem von Zielgruppe, Wohn- oder Arbeitsort und der aktuellen Richtlinie ab. Prüfe die zuständige Programmstelle vor der Anmeldung. Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungszeit betrifft eine mögliche bezahlte Freistellung. Anerkennung, Voraussetzungen und Fristen richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Die KMK verlinkt die zuständigen Landesportale. Einen Einstieg in unterschiedliche Finanzierungswege bietet unser Ratgeber zur Förderung von Weiterbildung.

Selbst getragene Fortbildungskosten und Steuern

Beruflich veranlasste Fortbildungskosten können als Werbungskosten berücksichtigt werden. Steuerfreie Erstattungen mindern die ansetzbaren Aufwendungen. Ein Steuerabzug ist keine vollständige Kostenerstattung; für eine Erstausbildung gelten außerdem andere Regeln. Bewahre Rechnungen und Erstattungsnachweise auf. Die Finanzverwaltung erklärt die Abgrenzung und Kostenarten.

Quellen und redaktioneller Stand

Inhaltlich geprüft am . Die verlinkten Stellen erläutern die jeweils geltenden Voraussetzungen und Verfahren.

Häufige Fragen zur Weiterbildung für Beschäftigte

Kann Weiterbildung auch mit einem bestehenden Job gefördert werden?

Ja. Die Arbeitsagentur kann Beschäftigte bei Weiterbildungskosten unterstützen und dem Arbeitgeber einen Zuschuss für weiterbildungsbedingten Arbeitsausfall gewähren. Förderbedingungen und Umfang werden für den konkreten Fall geprüft. Besprich die Weiterbildung zuerst mit deinem Betrieb.

Welche Voraussetzungen gelten für die Beschäftigtenförderung?

Zu den Voraussetzungen gehören mehr als 120 Stunden Weiterbildung, die Zulassung des Trägers und der konkreten Maßnahme sowie Inhalte, die über eine kurzfristige Anpassung am Arbeitsplatz hinausgehen. Eine Schulung in betriebsspezifischer Software ist beispielsweise ausgeschlossen. Diese Punkte allein sind noch keine Förderzusage.

Ist Qualifizierungsgeld dasselbe wie ein Zuschuss zu den Kurskosten?

Nein. Qualifizierungsgeld ersetzt unter bestimmten Voraussetzungen weiterbildungsbedingten Entgeltausfall bei strukturwandelbedingtem Qualifizierungsbedarf im Betrieb. Der Betrieb trägt die Lehrgangskosten. Für diesen Förderweg braucht der Träger eine Zulassung; eine eigene Maßnahmezulassung ist dafür nicht erforderlich.

Brauche ich für die Förderung meinen Arbeitgeber?

Die Beschäftigtenförderung im bestehenden Arbeitsverhältnis erfolgt gemeinsam mit deinem Betrieb. Arbeitszeit, Freistellung, Finanzierung und Antrag müssen zusammenpassen. Für persönlich beantragte andere Förderwege, etwa eine passende Aufstiegsförderung, gelten eigene Regeln; notwendige Freistellung musst du dennoch klären.

Kann ich einen Online-Kurs neben dem Job besuchen?

Das hängt vom tatsächlichen Stundenplan ab. Prüfe Live-Termine, Selbstlernzeit, Prüfungen und Anwesenheitspflichten. Online-Unterricht kann tagsüber stattfinden oder Präsenzphasen enthalten. Lass dir daher einen vollständigen Zeitplan geben, bevor du dich festlegst.

Sind Bildungsurlaub und steuerliche Absetzbarkeit eine Kostenübernahme?

Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungszeit betrifft eine mögliche Freistellung nach den jeweiligen Landesregeln. Ein Steuerabzug berücksichtigt gegebenenfalls selbst getragene berufliche Fortbildungskosten; er erstattet die Rechnung nicht in voller Höhe. Prüfe Kurskosten, Zeit und mögliche Steuerwirkung daher getrennt.

Deine Weiterbildung im Job vorbereiten

Vergleiche Lernziele und Formate und kläre anschließend mit Betrieb, Anbieter und zuständiger Förderstelle die konkreten Bedingungen.

Weiterbildung für Beschäftigte: Förderung und Lernzeit im Job – Ratgeber von Kursweg zu Weiterbildung, Umschulung und Förderung
Weiterbildung für Beschäftigte: Förderung und Lernzeit im Job — Ratgeber von Kursweg

Weiterbildung für Beschäftigte: passende Anbieter finden

Sag uns in zwei Minuten, wo du stehst. Wir ordnen ein, welche der Förderungen für dich infrage kommt — von der Vollförderung bis zur Eigenfinanzierung — und passende Bildungsanbieter melden sich mit konkreten Angeboten. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.

So finanziert sich Kursweg: Bildungsanbieter zahlen ein Entgelt für die Weitergabe deiner Anfrage — für dich bleibt sie kostenlos. Details zum Geschäftsmodell.

Unverbindliche Anfrage

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