RatgeberBetreuungskraft-Ausbildung

Betreuungskraft (§43b SGB XI) werden: Ausbildung, Förderung & Gehalt

Zeit für Menschen statt Aktenberge: Als Betreuungskraft begleitest du Pflegebedürftige im Alltag – ein Beruf mit niedriger Einstiegshürde, hoher Nachfrage und oft voller Förderung. So läuft die Qualifizierung wirklich ab.

8 Min Lesezeit
Quereinstieg ohne Vorbildung
AZAV-zertifizierte Kurse
100 % Förderung möglich
Unabhängig & neutral
Datenschutzkonform
§43b
Rechtsgrundlage SGB XI
~160 Std.
Basiskurs (Richtwert)
bis 100%
Förderung möglich
kein
Abschluss zwingend

Was macht eine Betreuungskraft eigentlich?

Eine Betreuungskraft – oft auch Alltagsbegleiter oder Betreuungsassistent genannt – kümmert sich um die zusätzliche Betreuung und Aktivierung von Pflegebedürftigen, vor allem in stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen. Konkret heißt das: gemeinsame Spaziergänge, Gespräche, Vorlesen, Basteln, Gedächtnisübungen, Singen, Begleitung bei Ausflügen oder einfach Zeit und Zuwendung für Menschen, die sonst viele Stunden allein wären.

Wichtig zur Abgrenzung: Betreuungskräfte übernehmen keine pflegerischen Grundtätigkeiten wie Waschen, Anziehen oder Medikamentengabe. Diese bleiben examinierten Pflegefachkräften vorbehalten. Genau diese Aufgabenteilung macht den Einstieg so zugänglich – du brauchst keine dreijährige Pflegeausbildung, sondern eine überschaubare Qualifizierung und die richtige Haltung gegenüber den Menschen, die du begleitest.

Warum der Beruf gesucht ist

Pflegeeinrichtungen finanzieren zusätzliche Betreuung über die Pflegeversicherung und sind gesetzlich verpflichtet, Betreuungsangebote vorzuhalten. Zusammen mit dem allgemeinen Fachkräftemangel ergibt das eine stabile, langfristige Nachfrage – gerade für Menschen mit sozialer Ader.

Die Rechtsgrundlage: §43b, §53c und die alte §87b-Regelung

Die Tätigkeit ist gesetzlich klar geregelt. Grundlage ist §43b SGB XI in Verbindung mit den Betreuungskräfte-Richtlinien nach §53c SGB XI. Diese Richtlinien legen fest, welche Qualifizierung eine Betreuungskraft durchlaufen muss, welche Inhalte vermittelt werden und dass eine regelmäßige Fortbildung Pflicht ist.

Vielleicht bist du bei deiner Recherche noch über den Begriff §87b SGB XI gestolpert – so hieß die Regelung früher. Inhaltlich ist damit dasselbe gemeint; die Nummerierung wurde im Zuge von Pflegereformen geändert. Wenn ein Anbieter also mit „Betreuungskraft nach §87b" wirbt, meint er dieselbe Qualifikation, die heute unter §43b bzw. §53c läuft. Achte trotzdem darauf, dass der Kurs den aktuellen Richtlinien entspricht.

So läuft die Qualifizierung ab

Die Ausbildung ist modular aufgebaut und folgt einem in den Richtlinien vorgegebenen Muster. In der Regel durchläufst du diese Stationen:

1. Orientierungspraktikum

Vor dem Kurs ein mehrtägiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung, um den Arbeitsalltag kennenzulernen und die eigene Eignung zu prüfen.

2. Basiskurs (~160 Std.)

Theoretische Grundlagen: Krankheitsbilder wie Demenz, Kommunikation, rechtliche Grundlagen, Grundwissen Pflege und Betreuung, Beschäftigungsangebote.

3. Betreuungspraktikum

Praktische Phase in einer stationären Einrichtung, in der das Gelernte unter Anleitung angewendet wird.

4. Zertifikat & Einsatz

Nach erfolgreichem Abschluss Einsatz als anerkannte Betreuungskraft nach §43b SGB XI – mit jährlicher Fortbildungspflicht.

Der Basiskurs umfasst als Richtwert rund 160 Unterrichtsstunden. Je nach Anbieter wird er in Vollzeit über wenige Wochen oder in Teilzeit über mehrere Monate angeboten – teils auch mit Online-Anteilen. Nach dem Abschluss bist du nicht „fertig für immer": Die Richtlinien schreiben eine jährliche Fortbildung vor, damit du fachlich auf dem aktuellen Stand bleibst.

Voraussetzungen: Wer kann Betreuungskraft werden?

Die gute Nachricht für Quereinsteiger: Die formalen Hürden sind niedrig. In der Regel gilt:

  • Kein bestimmter Schulabschluss und keine pflegerische Vorbildung zwingend erforderlich.
  • Persönliche Eignung – Geduld, Empathie, Zuverlässigkeit und Freude am Umgang mit älteren oder demenzkranken Menschen.
  • Erweitertes Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge, da du mit schutzbedürftigen Menschen arbeitest.
  • Ausreichende Deutschkenntnisse, um mit Bewohnern, Angehörigen und dem Team kommunizieren zu können.

Damit ist der Beruf ein klassischer Einstieg für Quereinsteiger, Wiedereinsteigerinnen nach der Familienphase und Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten – häufig auch aus der Arbeitslosigkeit heraus. Wenn du noch unsicher bist, ob der Weg zu dir passt, hilft der KI-Kursberater bei einer ersten Einordnung.

Kosten & Förderung: Bildungsgutschein und AZAV

Buchst du die Qualifizierung privat, liegen die Kursgebühren je nach Anbieter und Umfang meist im mittleren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich. Der entscheidende Punkt für viele: Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Weiterbildung für Arbeitsuchende häufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zu bis zu 100 Prozent finanziert werden.

Voraussetzung ist immer ein Beratungsgespräch bei der zuständigen Stelle, in dem geklärt wird, ob die Weiterbildung deine Eingliederungschancen verbessert. Wichtig: Den Bildungsgutschein musst du vor Kursbeginn beantragen und der Träger muss zertifiziert sein. Wie das Verfahren im Detail läuft, erklärt unser Ratgeber zum Bildungsgutschein. Und wenn du gerade arbeitssuchend bist, lohnt zusätzlich ein Blick in den Artikel Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit.

Erst Gutschein, dann buchen

Beginne den Kurs niemals eigenmächtig in der Hoffnung auf nachträgliche Erstattung. Ohne vorher ausgestellten Bildungsgutschein besteht kein Anspruch auf Kostenübernahme. Kläre die Förderung immer vorab mit deiner Ansprechperson.

Was verdient eine Betreuungskraft?

Beim Gehalt lohnt sich Ehrlichkeit statt Werbeversprechen: Als Betreuungskraft verdienst du in der Regel weniger als eine examinierte Pflegefachkraft. Die konkrete Vergütung hängt stark von Region, Träger und Tarifbindung ab – kirchliche und tarifgebundene Einrichtungen zahlen oft besser als private ohne Tarif. Deutschlandweit bewegt sich das Einstiegsgehalt typischerweise im Bereich zwischen Mindestlohn und dem unteren mittleren Lohnsegment; mit Berufserfahrung, Tarif und Zuschlägen kann es darüber liegen.

Was das Berufsbild attraktiv macht, ist weniger das Spitzengehalt als die Kombination aus krisensicherer Nachfrage, niedriger Einstiegshürde und sinnstiftender Tätigkeit. Wer mittelfristig mehr verdienen möchte, kann die Betreuungskraft-Qualifizierung als Sprungbrett nutzen – etwa in Richtung Pflegehelfer oder, mit weiterer Ausbildung, zur Pflegefachkraft.

Passt die Betreuungskraft-Ausbildung zu dir?

Erstelle ein kostenloses Konto und lass dich neutral beraten, welche geförderten Kurse in deiner Region verfügbar sind.

Wichtiger Hinweis zur Förderung

Ob eine Weiterbildung oder Umschulung gefördert wird, hängt von deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Die Förderfähigkeit und Bewilligung werden im Gespräch mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter geprüft.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Schulabschluss, um Betreuungskraft zu werden?

In der Regel nein. Die Betreuungskräfte-Richtlinien nach §53c SGB XI setzen keinen bestimmten Schulabschluss und keine pflegerische Vorbildung voraus. Entscheidend sind persönliche Eignung, Zuverlässigkeit und Freude am Umgang mit Menschen. Ein erweitertes Führungszeugnis ist üblich. Die Qualifizierung ist damit ein klassischer Quereinstieg.

Wie lange dauert die Qualifizierung zur Betreuungskraft?

Der Basiskurs umfasst laut Richtlinie als Richtwert rund 160 Unterrichtsstunden, ergänzt um ein Orientierungspraktikum vor dem Kurs und ein Betreuungspraktikum danach. Je nach Anbieter und Format (Vollzeit oder Teilzeit) ergibt sich daraus eine Gesamtdauer von meist wenigen Wochen bis einigen Monaten.

Wird die Ausbildung zur Betreuungskraft gefördert?

Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Qualifizierung für Arbeitsuchende häufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zu bis zu 100 Prozent finanziert werden. Ob im Einzelfall gefördert wird, entscheidet die zuständige Stelle nach einem Beratungsgespräch.

Häufige Fragen

Welche Weiterbildung passt zu mir?

Das hängt von Ihren Zielen, Vorkenntnissen und der verfügbaren Zeit ab. Nutzen Sie den kostenlosen KI-Kursberater auf Kursweg für eine persönliche Empfehlung.

Wie wird meine Weiterbildung finanziert?

Es gibt viele Fördermöglichkeiten: Bildungsgutschein (bis zu 100% für Arbeitssuchende), Aufstiegs-BAföG, Qualifizierungschancengesetz oder steuerliche Absetzbarkeit.

Quellen und Stand

Stand: Juli 2026

Für diesen Beitrag wurden Informationen aus offiziellen Quellen der Bundesagentur für Arbeit, von mein NOW sowie aus öffentlich sichtbaren Angebotsinformationen von Kursweg ausgewertet.

Förderungen und Voraussetzungen können im Einzelfall abweichen und werden individuell geprüft.

Passenden Kurs finden

Unser KI-Berater findet in 2 Minuten den optimalen Kurs für Ihr Profil.

Betreuungskraft werden 2026: Ausbildung §43b, Förderung & Gehalt – Ratgeber von Kursweg zu Weiterbildung, Umschulung und Förderung
Betreuungskraft werden 2026: Ausbildung §43b, Förderung & Gehalt — Ratgeber von Kursweg

Passende Kurse zum Thema

Geförderte Weiterbildungen, die zu diesem Artikel passen — mit Inhalten, Voraussetzungen und Förderwegen.

Betreuungskraft werden: Passt das zu dir?

Sag uns in zwei Minuten, wo du stehst. Wir ordnen ein, welche der Förderungen für dich infrage kommt — von der Vollförderung bis zur Eigenfinanzierung — und passende Bildungsanbieter melden sich mit konkreten Angeboten. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.

Unverbindliche Anfrage

Wir vergleichen passende Anbieter nach Region und Förderfähigkeit und melden uns in Kürze mit kostenlosen Kurs-Optionen.

Angaben ergänzen (optional) – für ein genaueres Angebot

Kostenlos & unverbindlich · Daten sind sicher