Gesundheit & Pflege
pflege altenpflege

Praxisanleitung für Pflegeberufe

Berufspädagogische Zusatzqualifikation für examinierte Pflegefachpersonen, die Auszubildende in der praktischen Ausbildung anleiten, beurteilen und nach den Vorgaben der PflAPrV begleiten.

Redaktion: Kursweg Redaktion · Inhalt aktualisiert:

Kostenlos & unverbindlich anfragen

Auf einen Blick

DauerMind. 300 StundenOrientierung; Angebot prüfen
FormatBeim Anbieter erfragenje nach Angebot
KostenFörderung möglichBildungsgutschein
Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Kurzantworten zum Kurs

Einordnung: Berufliche Fachweiterbildung

Wie lange dauert der Kurs?
Nach der bundesweit geltenden PflAPrV umfasst die berufspädagogische Zusatzqualifikation für Praxisanleiter:innen mindestens 300 Stunden; nach Abschluss ist zusätzlich eine jährliche Fortbildung von mindestens 24 Stunden vorgeschrieben, um die Anleitungstätigkeit fortzuführen. Die 300 Stunden… Details
Welcher Abschluss ist vorgesehen?
Teilnehmende erhalten einen Nachweis über die absolvierte berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang der PflAPrV-Vorgaben, der die Grundlage für die Tätigkeit als Praxisanleiter:in bildet. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat mit Stundennachweis, nicht um einen eigenständigen… Details
Welche Voraussetzungen gelten?
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/-mann, Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger:in oder Altenpfleger:in mit gültiger Berufserlaubnis sowie in der Regel mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung. Vorkenntnisse in Pädagogik oder Erwachsenenbildung sind… Details

Worum geht es in diesem Kurs?

Wer in der Pflege examiniert ist und gerne eigenes Wissen weitergibt, übernimmt früher oder später eine zentrale Rolle im Team: die praktische Anleitung von Auszubildenden. Diese berufspädagogische Zusatzqualifikation bereitet Pflegefachpersonen gezielt auf die Aufgabe als Praxisanleiter:in vor, wie sie das Pflegeberufegesetz und die Pflegeberufe-Ausbildungs- und -prüfungsverordnung (PflAPrV) vorsehen. Im Mittelpunkt steht nicht die pflegerische Handlung selbst, sondern die Frage, wie sich diese Handlung so vermitteln lässt, dass ein lernender Mensch sie versteht, einordnet und irgendwann sicher und selbstständig ausführt. Der Kurs verbindet berufspädagogisches Grundwissen mit sehr konkreten Werkzeugen für den Ausbildungsalltag auf Station oder in der ambulanten Tour: wie eine Anleitungssituation geplant wird, wie ein Beurteilungsgespräch fair und nachvollziehbar verläuft und wie sich der Kompetenzaufbau über die gesamte Ausbildungszeit hinweg dokumentieren lässt. Am Ende steht eine Qualifikation, die in vielen Einrichtungen Voraussetzung dafür ist, offiziell als Praxisanleiter:in tätig zu werden und Ausbildungsstunden verantwortlich zu begleiten.

Was lernst du in diesem Kurs?

Der erste Themenblock schafft das fachdidaktische Fundament, auf dem die praktische Anleitung aufbaut. Teilnehmende setzen sich damit auseinander, wie Menschen in der Pflegeausbildung lernen und was das für die Gestaltung von Ausbildungssituationen bedeutet.

  • Grundlagen der Lern- und Entwicklungspsychologie für die praktische Ausbildung
  • Aufbau und Phasen eines Lernprozesses in der Pflegeausbildung
  • Kompetenzstufenmodelle und ihre Bedeutung für die Anleitung
  • rechtliche Grundlagen von Pflegeberufegesetz und PflAPrV für die Praxisanleitung
  • Rollenverständnis zwischen Praxisanleitung, Stationsleitung und Pflegeschule
  • Aufbau eines betrieblichen Ausbildungsplans für die praktische Ausbildung

Im zweiten Block geht es um das eigentliche Handwerk der Anleitung: die geplante Anleitungssituation von der Vorbereitung bis zur Nachbesprechung.

  • Aufbau einer geplanten Anleitungssituation von der Vorbereitung bis zur Auswertung
  • Formulierung von Lernaufgaben passend zum jeweiligen Ausbildungsjahr
  • Anleitung vom Vormachen über das Nachmachen bis zur selbstständigen Durchführung
  • Einsatz alltäglicher Pflegesituationen als konkreten Lernanlass
  • Umgang mit Fehlern in der Anleitungssituation als Lernchance statt als Makel
  • Anleitung in besonders sensiblen oder belastenden Pflegesituationen

Der dritte Block widmet sich der Beurteilung, die über den weiteren Ausbildungsverlauf und am Ende auch über die Zulassung zur Prüfung mitentscheidet.

  • kompetenzorientierte Beurteilungskriterien für die praktische Ausbildung
  • Aufbau und Durchführung strukturierter Beurteilungsgespräche
  • schriftliche Dokumentation von Leistungsstand und Entwicklung
  • Umgang mit Leistungsschwankungen und Lernschwierigkeiten
  • Zusammenarbeit mit der Pflegeschule bei der Beurteilung praktischer Einsätze
  • rechtssichere Führung des Ausbildungsnachweises

Der vierte Block betrachtet die Praxisanleitung als Teil eines größeren Systems aus Team, Pflegeschule und Auszubildenden mit jeweils eigenen Erwartungen.

  • Gesprächsführung in schwierigen Anleitungs- und Konfliktsituationen
  • Einbindung des gesamten Pflegeteams in die praktische Ausbildung
  • Abstimmung mit der Praxisanleitung anderer Einsatzbereiche bei Rotationen
  • Umgang mit unterschiedlichen Lerntempi innerhalb einer Ausbildungsgruppe
  • Abgrenzung der eigenen Anleitungsrolle gegenüber disziplinarischen Führungsaufgaben
  • Selbstfürsorge und Abgrenzung in einer zusätzlichen Rolle neben der Fachtätigkeit

Im Praxisteil wird die Anleitungsrolle unmittelbar erprobt, damit die Qualifizierung nicht bei der Theorie stehen bleibt, sondern in eigene Handlungssicherheit mündet.

  • Planung einer vollständigen Anleitungssituation zu einer ausgewählten Pflegehandlung
  • Durchführung einer Anleitungssequenz mit Rückmeldung durch die Kursgruppe
  • Erprobung unterschiedlicher Frage- und Impulstechniken in der Anleitung
  • Aufbau eines Beurteilungsbogens für eine praktische Ausbildungssituation
  • Simulation eines Beurteilungsgesprächs mit anschließender Auswertung
  • Erstellung eines Ausbildungsplans für einen exemplarischen Praxiseinsatz
  • Bearbeitung von Fallbeispielen zu Konflikten zwischen Auszubildenden und Team
  • Rückschau eigener Anleitungserfahrungen aus dem bisherigen Berufsalltag
  • Entwicklung von Lernaufgaben für unterschiedliche Ausbildungsjahre
  • Vorbereitung eines Gesprächs bei stockendem Lernfortschritt
  • Aufbau eines einfachen Dokumentationssystems für den Kompetenzfortschritt
  • kollegiale Fallberatung zu herausfordernden Anleitungssituationen aus der eigenen Praxis

Der Kurs behandelt Praxisanleitung als eigenständige berufliche Rolle mit eigenen Werkzeugen und eigener Verantwortung, nicht als Aufgabe, die nebenbei miterledigt wird. Deshalb nimmt die konkrete Anleitungssituation im Kurs mehr Raum ein als die reine Theorie dahinter. Am Ende der Qualifizierung steht eine Anleitungspraxis, die auf nachvollziehbaren berufspädagogischen Prinzipien beruht statt auf reinem Ausprobieren, und die sich auf ganz unterschiedliche Ausbildungssituationen im Pflegealltag übertragen lässt.

Lernziele:

  • den rechtlichen Rahmen der praktischen Pflegeausbildung nach Pflegeberufegesetz und PflAPrV einordnen
  • die Rolle als Praxisanleiter:in von der fachlichen Vorgesetztenfunktion klar abgrenzen
  • Lernprozesse in der Pflegeausbildung berufspädagogisch begründet planen
  • Anleitungssituationen im Pflegealltag gezielt vorbereiten und durchführen
  • Auszubildende passend zu ihrem jeweiligen Ausbildungsstand unterschiedlich anleiten
  • Beurteilungs- und Bewertungsverfahren nachvollziehbar und fair anwenden
  • Beurteilungsgespräche strukturiert und wertschätzend führen
  • den Kompetenzaufbau von Auszubildenden über die Ausbildungszeit hinweg dokumentieren
  • vorbehaltene Tätigkeiten nach § 4 Pflegeberufegesetz bei der Anleitung berücksichtigen
  • mit Pflegeschulen und Ausbildungsverantwortlichen zielgerichtet zusammenarbeiten
  • Konflikte und schwierige Situationen in der praktischen Ausbildung durchdacht bearbeiten
  • die eigene Anleitungspraxis kontinuierlich weiterentwickeln

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Kurs richtet sich an examinierte Pflegefachpersonen, die im Ausbildungsalltag ihrer Einrichtung Verantwortung für Auszubildende übernehmen wollen oder dies bereits informell tun und dafür eine formale Qualifikation suchen.

  • Pflegefachpersonen, die künftig offiziell als Praxisanleiter:in tätig werden möchten
  • Pflegekräfte, die Auszubildende schon jetzt informell mitbetreuen und dies formalisieren wollen
  • Stationsleitungen, die die Ausbildungsqualität in ihrem Bereich stärken möchten
  • Pflegefachpersonen, die sich langfristig in Richtung Pädagogik oder Ausbildungsleitung orientieren
Voraussetzungen:

Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau/-mann, Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger:in oder Altenpfleger:in mit gültiger Berufserlaubnis sowie in der Regel mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung. Vorkenntnisse in Pädagogik oder Erwachsenenbildung sind nicht erforderlich, da diese im Kurs von Grund auf aufgebaut werden. Praktisch hilfreich ist, während der Weiterbildung bereits Zugang zu eigenen Anleitungssituationen im Berufsalltag zu haben, um das Gelernte parallel anzuwenden.

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Die Weiterbildung verbindet seminaristische Einheiten zu berufspädagogischen Grundlagen mit praktischen Übungen, in denen Anleitungs- und Beurteilungssituationen unmittelbar erprobt werden. Kollegiale Fallarbeit sowie Rollenspielsequenzen zu eigenen Anleitungssituationen bilden einen festen Bestandteil, sodass Theorie und eigene Berufspraxis fortlaufend aufeinander bezogen werden. Transferaufgaben tragen die Inhalte in den jeweiligen Arbeitsalltag der Teilnehmenden zurück und werden im weiteren Kursverlauf gemeinsam ausgewertet.

Nach der bundesweit geltenden PflAPrV umfasst die berufspädagogische Zusatzqualifikation für Praxisanleiter:innen mindestens 300 Stunden; nach Abschluss ist zusätzlich eine jährliche Fortbildung von mindestens 24 Stunden vorgeschrieben, um die Anleitungstätigkeit fortzuführen. Die 300 Stunden werden in aller Regel berufsbegleitend über mehrere Monate verteilt, häufig als Kombination aus Präsenzblöcken und eigenständigen Lernanteilen.

Teilnehmende erhalten einen Nachweis über die absolvierte berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang der PflAPrV-Vorgaben, der die Grundlage für die Tätigkeit als Praxisanleiter:in bildet. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat mit Stundennachweis, nicht um einen eigenständigen Studien- oder Berufsabschluss. Die endgültige Anerkennung der Anleitungstätigkeit liegt bei der jeweiligen Einrichtung und gegebenenfalls der zuständigen Pflegeschule.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Wer diese Qualifikation abschließt, übernimmt Ausbildungsverantwortung nicht mehr nebenbei, sondern auf einer fachlich begründeten Grundlage. Anleitungssituationen werden planbar statt zufällig, Beurteilungen nachvollziehbar statt vom Eindruck des Moments geprägt, und auch schwierige Situationen mit lernschwachen oder unsicheren Auszubildenden lassen sich gezielter auffangen. Für die eigene berufliche Entwicklung ist die Qualifikation zugleich ein Schritt in Richtung pädagogischer Verantwortung, der sich von der reinen Fachtätigkeit am Bett abhebt und in vielen Einrichtungen eine ausdrückliche Voraussetzung für die formale Übernahme von Ausbildungsaufgaben ist. Nicht zuletzt profitieren die Auszubildenden selbst von einer Anleitung, die auf klaren pädagogischen Prinzipien beruht: Wer strukturiert angeleitet wird, gewinnt schneller Sicherheit im praktischen Handeln, was sich langfristig auch auf die Qualität der Patient:innen- und Bewohner:innenversorgung auswirkt.

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Praxisanleiter:in Pflege
  • Mentor:in in der praktischen Pflegeausbildung
  • Ausbildungsbeauftragte:r im Pflegeteam
  • Pflegefachperson mit Ausbildungsverantwortung

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

Unverbindliche Anfrage

Wir vergleichen passende Anbieter nach Region und Förderfähigkeit und melden uns in Kürze mit kostenlosen Kurs-Optionen.

Mit * markierte Angaben sind erforderlich.

So finanziert sich Kursweg: Bildungsanbieter zahlen ein Entgelt für die Weitergabe deiner Anfrage — für dich bleibt sie kostenlos. Details zum Geschäftsmodell.

Für Rückfragen zu passenden Kursen. Mit Vorwahl, z. B. 0170 1234567.

Kostenlos & unverbindlich · Daten sind sicher

Verwandte Kurse & Alternativen

30 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich schon Erfahrung als Praxisanleiter:in haben, um teilzunehmen?

Nein. Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Pflegeausbildung mit in der Regel mindestens einem Jahr Berufserfahrung, keine bisherige Anleitungstätigkeit. Wer Auszubildende bereits informell mitbetreut, kann dieses Wissen im Kurs vertiefen und formalisieren.

Wie viele Stunden umfasst die Zusatzqualifikation?

Nach der PflAPrV sind mindestens 300 Stunden vorgesehen. Nach Abschluss ist zusätzlich eine jährliche Fortbildung von mindestens 24 Stunden vorgeschrieben, um die Anleitungstätigkeit fortzuführen.

Deckt der Kurs auch die jährliche Fortbildungspflicht für Praxisanleiter:innen ab?

Der Kurs vermittelt die grundlegende 300-Stunden-Qualifikation. Die danach jährlich vorgeschriebene Fortbildung von mindestens 24 Stunden ist eine eigenständige, wiederkehrende Verpflichtung und nicht Teil dieser einmaligen Zusatzqualifikation.

Für welche Pflegeberufe ist diese Qualifikation relevant?

Für examinierte Pflegefachpersonen der generalistischen Ausbildung ebenso wie für Gesundheits- und Krankenpfleger:innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:innen und Altenpfleger:innen, die Auszubildende in der Praxis anleiten.

Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?

Sie erhalten einen trägerinternen Nachweis über die berufspädagogische Zusatzqualifikation im PflAPrV-Umfang. Es ist kein Studienabschluss, sondern die fachliche Grundlage für die Tätigkeit als Praxisanleiter:in in der Einrichtung.