IT-Sicherheit: Welche Zertifizierung bringt dich weiter?
Security+, CEH, CISSP, CySA+ – die Abkürzungen stehen für sehr verschiedene Rollen, werden aber oft in einen Topf geworfen. Dieser Ratgeber ordnet sie nach Aufgabe und Reihenfolge, damit du nicht mit der falschen Prüfung anfängst.
Welche Security-Zertifizierung ist die richtige für den Einstieg?
CompTIA Security+. Sie ist herstellerunabhängig, verlangt keine Vorzertifizierung und deckt die Grundlagen breit ab. Darauf bauen die spezialisierten Wege auf: CySA+ für die Analyse im Sicherheitsbetrieb, CEH für Angriffstechnik und Schwachstellensuche, CISSP für Steuerungs- und Führungsverantwortung.
- Security+ ist der etablierte Einstieg – ohne Voraussetzungen.
- CEH ist technisch-praktisch, CISSP steuernd und erfahrungsbasiert.
- Netzwerkverständnis ist wichtiger als Programmierkenntnisse.
Die Zertifizierungen nach Rolle
CompTIA Security+ – der Einstieg
Herstellerunabhängige Grundlagenzertifizierung: Bedrohungen, Kryptografie, Zugriffskontrolle, Netzwerksicherheit, Notfallreaktion. Sie ist in Stellenanzeigen der häufigste genannte Nachweis auf Einstiegsebene und Voraussetzung für fast jeden weiteren Weg.
CySA+ – Sicherheitsbetrieb und Analyse
Der Weg in den Sicherheitsbetrieb: Angriffe erkennen, Meldungen bewerten, auf Vorfälle reagieren. Zielrolle ist die Arbeit im Security Operations Center – dort, wo laufend überwacht statt einmalig geprüft wird.
CEH – Angriffstechnik und Schwachstellen
Certified Ethical Hacker: Die Perspektive des Angreifers, um Schwachstellen zu finden, bevor andere es tun. Praktisch orientiert und der übliche Nachweis für alles rund um Penetrationstests. Sinnvoll erst mit solidem Netzwerk- und Systemwissen.
CISSP – Steuerung und Verantwortung
Breit angelegt und auf Führung ausgerichtet: Sicherheitsstrategie, Risikomanagement, Architektur, rechtliche Anforderungen. Verlangt mehrjährige einschlägige Berufserfahrung und ist deshalb kein Einstiegs-, sondern ein Aufstiegsnachweis.
ISO 27001 – das Managementsystem
Kein technischer, sondern ein organisatorischer Nachweis: Aufbau und Prüfung von Informationssicherheits-Managementsystemen. Gefragt bei Unternehmen, die zertifiziert werden müssen – und damit ein Feld mit stabiler Nachfrage, das auch Nicht-Technikern offensteht.
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Wie groß das Angebot in Deutschland ist
Aus unserer Auswertung des gesamten deutschen Weiterbildungsangebots für IT-Sicherheit und Datenschutz:
2.780 Angebote verteilen sich auf 252 Anbieter – im Schnitt rund 11 Kurse je Anbieter. Das ist deutlich breiter gestreut als in anderen IT-Themenfeldern: Viele Anbieter haben nur wenige Sicherheitskurse im Programm. Für die Auswahl heißt das, genauer hinzusehen, welche Prüfungen tatsächlich enthalten sind – die Prüfungsgebühren sind hier höher als in den meisten anderen Feldern.Stand der Auswertung: August 2026.
Eine sinnvolle Reihenfolge
Der häufigste Fehler ist der Einstieg über CEH oder CISSP, weil die Namen bekannter klingen. Beide setzen Vorwissen voraus – CISSP formal sogar Berufserfahrung. Wer ohne Grundlage startet, besteht die Prüfung im Zweifel, kann das Wissen im Job aber nicht einordnen.
Tragfähiger ist: erst Netzwerk- und Systemgrundlagen, dann Security+, danach die Spezialisierung entlang der Zielrolle — CySA+ für den laufenden Betrieb, CEH für Schwachstellenanalyse, ISO 27001 für die organisatorische Schiene. CISSP kommt sinnvollerweise erst, wenn die geforderte Berufserfahrung tatsächlich vorliegt.
Kosten und Förderung
IT-Sicherheit ist eines der Felder, in denen die Prüfungsgebühren deutlich ins Gewicht fallen – bei mehreren Zertifizierungen summiert sich das erheblich. Umso wichtiger ist die Frage, ob die Examen im Kurspreis enthalten sind. Bei AZAV-zugelassenen Trägern übernimmt der Bildungsgutschein in der Regel beides, Kurs und Prüfung.
Wichtiger Hinweis zur Förderung
Ob eine Weiterbildung oder Umschulung gefördert wird, hängt von deinen persönlichen Voraussetzungen ab. Die Förderfähigkeit und Bewilligung werden im Gespräch mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter geprüft.
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Häufige Fragen
Mit welcher Security-Zertifizierung sollte ich anfangen?
Mit CompTIA Security+. Sie ist herstellerunabhängig, setzt keine andere Zertifizierung voraus und deckt die Grundlagen breit ab – vom Bedrohungsbild über Kryptografie bis zu Zugriffskontrolle. Fast alle weiterführenden Wege bauen darauf auf.
Brauche ich Programmierkenntnisse für IT-Sicherheit?
Für den Einstieg nicht. Wichtiger sind Netzwerkverständnis und Systemkenntnisse. Für Penetrationstests und Malware-Analyse werden Skriptkenntnisse (meist Python) später allerdings zum Vorteil.
Was ist der Unterschied zwischen CEH und CISSP?
CEH ist praktisch-technisch und zielt auf Angriffsmethoden – die Perspektive des Angreifers, um Schwachstellen zu finden. CISSP ist breiter und stärker auf Steuerung und Verantwortung ausgerichtet; sie verlangt zudem mehrjährige Berufserfahrung.
Wird eine IT-Sicherheits-Weiterbildung gefördert?
Ja, bei AZAV-zugelassenen Trägern über den Bildungsgutschein – einschließlich der oft erheblichen Prüfungsgebühren. Geförderte Lehrgänge bündeln meist mehrere Zertifizierungen über mehrere Monate.
Ist IT-Sicherheit ein Quereinsteiger-Feld?
Bedingt. Ohne jede IT-Vorkenntnis ist der Einstieg schwer, weil Sicherheit auf Netzwerk- und Systemwissen aufsetzt. Wer aus Administration, Support oder Entwicklung kommt, hat dagegen eine gute Ausgangslage.
Stand: August 2026
Für diesen Beitrag wurden Informationen aus offiziellen Quellen der Bundesagentur für Arbeit, von mein NOW sowie aus öffentlich sichtbaren Angebotsinformationen von Kursweg ausgewertet.
Förderungen und Voraussetzungen können im Einzelfall abweichen und werden individuell geprüft.
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