Fortbildung Fachwirt/in Gesundheits- & Sozialwesen
Case- und Belegungsmanagerinnen und Belegungsmanager steuern, wer wann in eine Einrichtung aufgenommen wird und wie der Versorgungsweg weiterläuft. Sie planen die Belegung von Betten oder Plätzen, halten Auslastung und Wartelisten im Blick und koordinieren Aufnahmen, Verlegungen und Entlassungen.
Auf einen Blick
Überblick
Case- und Belegungsmanagerinnen und Belegungsmanager steuern, wer wann in eine Einrichtung aufgenommen wird und wie der Versorgungsweg weiterläuft. Sie planen die Belegung von Betten oder Plätzen, halten Auslastung und Wartelisten im Blick und koordinieren Aufnahmen, Verlegungen und Entlassungen. Im Case Management begleiten sie einzelne Fälle über den gesamten Verlauf: Bedarf klären, Leistungen beantragen, Übergänge zwischen Klinik, Reha, Pflege und ambulanter Versorgung organisieren. Dazu gehört die Verständigung mit Kostenträgern über Kostenzusagen und Abrechnung. Ein zweiter Teil ist Dokumentation und Qualitätssicherung, weil Belegungsentscheidungen begründet sein müssen.
Wenn du seit Jahren in der Versorgung oder Sachbearbeitung arbeitest, ist die Frage nicht, ob du das fachlich kannst, sondern ob der Aufwand zu deinem Leben passt. Zwei Punkte vorab: Der einzige belegte Standort ist Nürnberg, die Laufzeiten liegen zwischen etwa 13 und 19 Monaten. Wohnst du weiter entfernt, ist das eine Wegefrage, die du nicht wegorganisieren kannst. Angeboten wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Rechtliche und wirtschaftliche Grundlagen im Gesundheits- und Sozialwesen (12 Wochen) – Das Modul legt die gemeinsame Grundlage für alle weiteren Themen: Welche Leistung wird von wem bezahlt, welche Vorschrift entscheidet darüber und welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelten in der Einrichtung. Vorhandene Praxiserfahrung wird dabei geordnet und um die rechtliche und betriebswirtschaftliche Sicht ergänzt. Inhalte: Aufbau und Finanzierungslogik von Gesundheits- und Sozialwesen, Sozialgesetzbücher als Arbeitsgrundlage: Leistungsansprüche und Zuständigkeiten, Rechtsformen, Träger und Vertragsbeziehungen zu Kostenträgern, Betriebswirtschaftliche Grundbegriffe für Einrichtungen.
- Modul 2: Case Management: Fallsteuerung und Versorgungsplanung (14 Wochen) – Kern der Fortbildung ist die strukturierte Steuerung einzelner Versorgungsverläufe. Geübt wird an Fallbeispielen, wie Bedarf erhoben, ein Hilfe- oder Versorgungsplan aufgestellt und die Umsetzung über mehrere beteiligte Stellen hinweg nachgehalten wird. Inhalte: Regelkreis des Case Managements von der Bedarfsklärung bis zur Evaluation, Assessmentinstrumente und Hilfeplanung, Überleitung und Entlassmanagement zwischen Versorgungsbereichen, Fallkonferenzen, Netzwerkarbeit und Beratungsgespräche, Grenzen der eigenen Rolle und Umgang mit Zielkonflikten.
- Modul 3: Belegungsmanagement und Aufnahmesteuerung (12 Wochen) – Hier geht es um die zweite Hälfte der Berufsbezeichnung. Behandelt wird, wie Plätze und Betten planbar belegt werden, welche Informationen vor einer Aufnahme vorliegen müssen und wie Belegungsentscheidungen dokumentiert und mit den Fachbereichen abgestimmt werden. Inhalte: Kapazitäts-, Warteliste- und Auslastungsplanung, Aufnahme-, Verlegungs- und Entlassungsprozesse organisieren, Kostenzusagen und Kostenklärung vor der Aufnahme, Kennzahlen der Belegung und ihre Aussagekraft.
- Modul 4: Finanzierung, Abrechnung und Controlling (12 Wochen) – Fall- und Belegungsentscheidungen haben finanzielle Folgen. Das Modul vermittelt, wie Leistungen abgerechnet werden, wie Anträge und Prüfverfahren ablaufen und wie sich Auslastung und Fallkosten in verwertbare Auswertungen übersetzen lassen. Inhalte: Vergütungssysteme und Leistungsabrechnung mit Kostenträgern, Antrags-, Prüf- und Widerspruchsverfahren, Kosten- und Leistungsrechnung in der Einrichtung, Aufbereitung von Auswertungen für Leitung und Träger.
- Modul 5: Qualitätsmanagement, Dokumentation und Datenschutz (10 Wochen) – Steuerungsarbeit ist nur so belastbar wie ihre Dokumentation. Das Modul behandelt Qualitätssicherung, saubere Falldokumentation und den Umgang mit Sozial- und Gesundheitsdaten im Austausch mit Dritten. Inhalte: Qualitätsmanagementsysteme und interne Audits, Dokumentationspflichten und nachvollziehbare Fallakten, Datenschutz und Schweigepflicht in der Fallarbeit, Beschwerde- und Verbesserungsmanagement.
- Modul 6: Führung, Zusammenarbeit und Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Zum Abschluss werden die kommunikativen Anteile der Rolle geübt und die Prüfungsinhalte zusammengeführt. Bearbeitet werden Aufgabenstellungen im Format der Abschlussprüfung, einschließlich der Darstellung eines eigenen Falls. Inhalte: Kommunikation und Verhandlung mit Kostenträgern und Angehörigen, Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams, Moderation von Konflikten, Projekt- und Selbstorganisation in der Steuerungsrolle, Wiederholung der Prüfungsinhalte und Bearbeitung von Prüfungsaufgaben.
Lernziele:
- Es ist ein Aufstiegsabschluss auf einer vorhandenen Ausbildung: die bisherige Berufserfahrung bleibt der fachliche Kern und wird um Steuerungs-, Rechts- und Abrechnungswissen erweitert.
- Die Tätigkeit verlagert sich von der unmittelbaren Versorgung in Planung und Koordination, was für Beschäftigte mit körperlicher Belastung oder Schichtdienst eine belastungsärmere Perspektive öffnet.
- Der Abschluss ist ein Fortbildungsberuf mit einer öffentlichen Stelle als prüfender Instanz, das Ergebnis ist damit kein trägerinternes Zertifikat.
- Die Angebotslage ist belegbar, aber schmal: 23 Angebote über 18 Monate von einem Anbieter an einem Standort. Wer den Weg gehen will, kann das planen, sollte aber nicht mit einer Auswahl an Alternativen rechnen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung im Gesundheits-, Pflege-, Sozial- oder kaufmännischen Bereich und in der Regel einschlägiger Berufspraxis. Es handelt sich um eine Aufstiegsfortbildung, nicht um eine Umschulung: ohne vorhandenen Berufsabschluss ist der Zugang nicht vorgesehen. Angesprochen sind Beschäftigte, die von der direkten Versorgung oder Sachbearbeitung in die Steuerung von Aufnahme, Belegung und Versorgungsverläufen wechseln wollen.
- Pflege- und Gesundheitsfachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung und Berufspraxis, die in die Fallsteuerung wechseln wollen
- Beschäftigte aus sozialen Berufen mit Berufsabschluss, die Aufnahme- und Belegungsprozesse verantworten sollen
- Kaufmännische Fachkräfte aus Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder bei Kostenträgern mit abgeschlossener Ausbildung
- Fachkräfte, die einen Aufstiegsabschluss anstreben und nicht einen zweiten Erstberuf
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 18 Monate
- Eigener Rechner und Selbstlerndisziplin, da die Angebote Fern- oder Online-Anteile haben
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Blended Learning, Fernunterricht, Präsenzunterricht, Sonstige Präsenzveranstaltungen, Virtuelles Klassenzimmer
18 bis 19 Monate (Vollzeit oder Teilzeit) – belegte Laufzeiten: 547 bis 572 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Schriftlicher Teil: Prüfungsaufgaben zu den rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und methodischen Grundlagen, also Sozial- und Leistungsrecht, Finanzierung und Abrechnung, Belegungs- und Fallsteuerung sowie Qualitätssicherung. Die verbindliche Gliederung, Zahl und Dauer der Prüfungsleistungen setzt die prüfende Stelle fest, hier das Zentrum Bayern Familie und Soziales in Bayreuth.
Praxisbezogener Teil: Bearbeitung und Präsentation eines Falls aus dem Case- und Belegungsmanagement mit anschließendem Fachgespräch, in dem die eigene Vorgehensweise begründet wird. Auch hier gelten die Vorgaben der prüfenden Stelle; der genaue Ablauf und die Zulassungsvoraussetzungen sind vor der Anmeldung dort und beim Anbieter zu erfragen.
Prüfende Stelle: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Bayreuth. Offizieller Abschluss: Geprüfte/r Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: preisverhandelte Maßnahme.
Nutzen & Perspektiven
Diese Steuerungsfunktion richten vor allem größere Einrichtungen ein: Kliniken, Reha-Einrichtungen, Pflege- und Eingliederungshilfeträger, Kostenträger. Die Fortbildung selbst gibt es nur an einem einzigen Ort: 23 Angebote über 18 Monate von einem einzigen Anbieter in Nürnberg. Der Weg zum Abschluss führt also über Mittelfranken, die Beschäftigung danach nicht.
Die Spanne hängt vor allem an der Tarifbindung des Trägers (öffentlicher Dienst, kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien oder privatwirtschaftlicher Haustarif), an der Region, an der Einrichtungsgröße und daran, ob zur Fallsteuerung Budget- oder Personalverantwortung hinzukommt. Die Werte sind Orientierungsgrößen für das Berufsfeld und keine Zusage eines Anbieters.
- Einstieg: ca. 36.000–41.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 42.000–50.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 58.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Belegungsplanung und Aufnahmesteuerung in Kliniken und Einrichtungen, Case Management einzelner Versorgungsverläufe von der Aufnahme bis zur Überleitung, Entlass- und Überleitungsmanagement zwischen Klinik, Reha, Pflege und ambulanter Versorgung, Kostenklärung, Antragsverfahren und Abrechnung mit Kostenträgern, Qualitäts- und Dokumentationsmanagement im Fall- und Belegungsprozess, Auswertung von Belegungs- und Fallkennzahlen für Leitung und Träger
- Typische Arbeitgeber: Krankenhäuser und Fachkliniken, Rehabilitationseinrichtungen, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungs- und Behindertenhilfe, Träger der freien Wohlfahrtspflege, Kranken- und Pflegekassen sowie andere Sozialversicherungsträger
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Belegungsplanung und Aufnahmesteuerung in Kliniken und Einrichtungen
- Case Management einzelner Versorgungsverläufe von der Aufnahme bis zur Überleitung
- Entlass- und Überleitungsmanagement zwischen Klinik, Reha, Pflege und ambulanter Versorgung
- Kostenklärung, Antragsverfahren und Abrechnung mit Kostenträgern
- Qualitäts- und Dokumentationsmanagement im Fall- und Belegungsprozess
- Auswertung von Belegungs- und Fallkennzahlen für Leitung und Träger
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das eine Umschulung, in die ich ohne Berufsabschluss einsteigen kann?
Nein. Es handelt sich um eine Aufstiegsfortbildung. Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung und in der Regel einschlägige Berufspraxis. Ein zweiter Erstberuf wird hier nicht erworben, sondern eine Höherqualifizierung auf dem vorhandenen Abschluss. Wer noch keinen Berufsabschluss hat, ist bei einer Umschulung besser aufgehoben; die genauen Zulassungsvoraussetzungen legt die prüfende Stelle fest und sollten vor der Anmeldung mit ihr und dem Anbieter abgeglichen werden.
Wie lange dauert die Fortbildung und in welcher Form findet sie statt?
Die Laufzeiten reichen von 395 bis 572 Tagen, also etwa 13 bis 19 Monate, angeboten in Vollzeit und in Teilzeit. Als Unterrichtsform sind sonstige Präsenzveranstaltungen vorgesehen, es handelt sich also nicht um ein reines Fernlernangebot. Die konkrete Wochenstruktur legt der Anbieter je Kurstermin fest.
Wer nimmt die Prüfung ab und wie heißt der Abschluss?
Prüfende Stelle ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales in Bayreuth. Die Abschlussbezeichnung lautet dort Case- und Belegungsmanager/-in im Gesundheits- und Sozialwesen. Der Abschluss ist als Fortbildungsberuf eingeordnet.
Wie wird die Fortbildung finanziert?
Der übliche Förderweg für eine Aufstiegsfortbildung ist das Aufstiegs-BAföG, nicht der Bildungsgutschein, der auf Umschulungen und Maßnahmen der Arbeitsförderung zielt. Die Maßnahme ist preisverhandelt, eine feste Preisangabe liegt nicht vor. Was das im Einzelfall bedeutet, ist vor der Anmeldung mit dem Anbieter und dem jeweiligen Kostenträger zu klären.
Wo kann ich die Fortbildung besuchen?
Bekannt ist ein Anbieter an einem Standort: das Berufsförderungswerk Nürnberg gemeinnützige GmbH in Nürnberg, Mittelfranken. Weitere Standorte oder Träger sind uns nicht bekannt und werden hier deshalb auch nicht genannt. Wer nicht in Reichweite von Nürnberg wohnt, muss Anfahrt oder Unterbringung einplanen.