Fortbildung Immobilienfachwirt (IHK)
Immobilienfachwirtinnen und Immobilienfachwirte steuern Immobilienbestände kaufmännisch und technisch. Sie verantworten Vermietung und Mieterwechsel, kalkulieren Mieten und Nebenkosten, planen Instandhaltung und Modernisierung und führen die WEG- und Mietverwaltung einschließlich der Versammlungen.
Auf einen Blick
Überblick
Immobilienfachwirtinnen und Immobilienfachwirte steuern Immobilienbestände kaufmännisch und technisch. Sie verantworten Vermietung und Mieterwechsel, kalkulieren Mieten und Nebenkosten, planen Instandhaltung und Modernisierung und führen die WEG- und Mietverwaltung einschließlich der Versammlungen. Sie bewerten Objekte, begleiten An- und Verkäufe und führen Teams von Sachbearbeitenden. Recht ist durchgängig präsent: Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Makler- und Bauträgerrecht. Der Abschluss ist eine Aufstiegsfortbildung und setzt Ausbildung und Berufspraxis voraus.
Die Immobilienwirtschaft ist stark rechtlich geprägt — Mietrecht, WEG-Recht, Bauordnungsrecht. Wenn du aus der Praxis kommst, kennst du die Fälle, aber selten die Systematik, und genau davor haben viele Respekt. Die Fortbildung ordnet das. Sie setzt allerdings eine Ausbildung und Berufspraxis voraus; ein Einstieg in die Branche ohne Abschluss ist sie nicht.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Immobilienrecht (12 Wochen) – Der prüfungsintensivste Teil und im Alltag ständig gebraucht — Fehler hier kosten unmittelbar Geld. Inhalte: Mietrecht für Wohn- und Gewerberaum, Wohnungseigentumsrecht und Versammlungsführung, Makler- und Bauträgerverordnung, Grundbuch- und Sachenrecht.
- Modul 2: Bestandsmanagement und Vermietung (10 Wochen) – Das operative Kerngeschäft der Wohnungswirtschaft, von der Anzeige bis zur Abrechnung. Inhalte: Vermietungsprozess und Mieterauswahl, Mietkalkulation, Mietspiegel, Anpassungen, Betriebs- und Heizkostenabrechnung, Forderungsmanagement.
- Modul 3: Technik, Instandhaltung und Nachhaltigkeit (10 Wochen) – Die technische Seite, die kaufmännisch Verantwortliche beurteilen können müssen, ohne selbst zu bauen. Inhalte: Bauteile, Bauschäden, Verkehrssicherheit, Instandhaltungsplanung und Budgetierung, Energetische Modernisierung und GEG, Vergabe an Handwerksbetriebe.
- Modul 4: Investition, Bewertung und Führung (10 Wochen) – Objekte wirtschaftlich beurteilen und Teams führen, dazu gezieltes Prüfungstraining. Inhalte: Objekt- und Portfoliobewertung, Investitions- und Finanzierungsrechnung, Kennzahlen der Immobilienwirtschaft, Personalführung und Prüfungsvorbereitung.
Lernziele:
- Der etablierte Aufstiegsabschluss der Immobilienwirtschaft, in Ausschreibungen für Bestandsmanagement regelmäßig verlangt
- 17 belegte Angebote, unter anderem bei Akademien der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
- Deckt kaufmännische, rechtliche und technische Seite des Bestands zugleich ab
- Gute Grundlage für Sachkundenachweise und Weiterbildungspflichten der Branche
Zielgruppe & Voraussetzungen
Immobilienkaufleute und Verwaltungsfachkräfte mit Praxis, die Bestände, Teams oder Projekte in der Immobilienwirtschaft verantworten wollen.
- Immobilienkaufleute mit mehrjähriger Praxis in Verwaltung oder Vermietung
- Kaufleute aus Bank, Versicherung oder Verwaltung mit Wechselziel Immobilienwirtschaft
- Verwalterinnen und Verwalter, die WEG- und Mietverwaltung mit Abschluss unterlegen wollen
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 12 Monate
- Eigener Rechner und Selbstlerndisziplin, da die Angebote Fern- oder Online-Anteile haben
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Fernunterricht, Online-Seminar, Präsenzunterricht, Sonstige digitale Lernformen
12 Monate (Vollzeit oder Teilzeit) – belegte Laufzeit: 367 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Schriftliche Prüfung in Immobilienrecht, Bestandsmanagement, Immobilienbewertung und Unternehmenssteuerung.
Mündliche Prüfung mit Präsentation eines Praxisfalls und Fachgespräch vor der IHK.
Prüfende Stelle: IHK, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Offizieller Abschluss: Geprüfte/r Immobilienfachwirt/in.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: 1.000–5.000 €, 5.000–10.000 €.
Nutzen & Perspektiven
Wohnungsunternehmen, Verwaltungen und Genossenschaften suchen Fachkräfte für das Bestandsmanagement; Modernisierungsdruck und energetische Sanierung binden dauerhaft Kapazität. Der Abschluss ist die branchenübliche Qualifikation für Führungsaufgaben unterhalb der Geschäftsführung. Belegte Standorte sind unter anderem Bielefeld, Bremen, Dresden, Hamburg, Leipzig und Rostock, überwiegend berufsbegleitend.
In der Wohnungswirtschaft gilt häufig ein Tarifvertrag mit klarer Struktur; in der gewerblichen Verwaltung und im Asset Management wird frei verhandelt, oft mit variablen Anteilen. Der Abschluss ist die verlangte Qualifikation für Führungspositionen im Bestandsmanagement.
- Einstieg: ca. 43.000–49.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 53.000–64.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 70.000–84.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Bestands- und Objektmanagement, WEG- und Mietverwaltung, Vermietung und Mieterbetreuung, Instandhaltungs- und Modernisierungsplanung, Immobilienbewertung, Teamleitung in der Verwaltung
- Typische Arbeitgeber: Kommunale und private Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Hausverwaltungen und WEG-Verwalter, Immobilienabteilungen von Banken und Versicherungen, Asset- und Property-Management-Gesellschaften
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Bestands- und Objektmanagement
- WEG- und Mietverwaltung
- Vermietung und Mieterbetreuung
- Instandhaltungs- und Modernisierungsplanung
- Immobilienbewertung
- Teamleitung in der Verwaltung
Verwandte Kurse & Alternativen
8 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen gelten?
Die IHK verlangt in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung zum Immobilienkaufmann mit Berufspraxis oder eine andere kaufmännische Ausbildung mit einschlägiger Praxis in der Immobilienwirtschaft. Ohne Ausbildung ist eine längere Branchenpraxis nötig. Es ist eine Aufstiegsfortbildung, keine Umschulung.
Reicht der Abschluss für eine Maklertätigkeit?
Für die Maklererlaubnis nach § 34c GewO ist kein Fachwirtabschluss vorgeschrieben, sondern Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse. Der Abschluss erfüllt aber die Weiterbildungspflicht für Makler und Verwalter und ist fachlich deutlich mehr als der gesetzliche Mindeststandard.
Wie lange dauert es?
Die belegten Angebote laufen 367 bis 524 Tage, also etwa 12 bis 17 Monate. Berufsbegleitend heißt meist ein bis zwei Abende pro Woche plus Blockwochenenden.
Was kommt danach?
Nächste Stufe ist der Geprüfte Immobilienfachwirt hin zum Betriebswirt oder ein immobilienwirtschaftliches Studium; viele Hochschulen rechnen den Fachwirt teilweise an. Innerhalb der Branche führt der Weg üblicherweise über Bestandsleitung zu Bereichsverantwortung.