Kaufmännisch & Verwaltung
Abschluss nach BBiG/HwO

Umschulung Steuerfachangestellte/r

Steuerfachangestellte arbeiten in Steuerberatungskanzleien und bearbeiten die laufenden steuerlichen Angelegenheiten von Mandanten. Den größten Teil macht die Finanzbuchhaltung aus: Belege prüfen, zuordnen, verbuchen und zu monatlichen Auswertungen verdichten.

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Auf einen Blick

Dauer24 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzje nach Angebot
Kostenbis 500 €Konkreten Angebotspreis erfragen
Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Steuerfachangestellte arbeiten in Steuerberatungskanzleien und bearbeiten die laufenden steuerlichen Angelegenheiten von Mandanten. Den größten Teil macht die Finanzbuchhaltung aus: Belege prüfen, zuordnen, verbuchen und zu monatlichen Auswertungen verdichten. Dazu kommen Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen samt Meldungen an Sozialversicherung und Finanzamt sowie die Vorarbeiten für Jahresabschlüsse und Steuererklärungen. Ein eigener Teil ist die Kommunikation: Rückfragen bei Mandanten, Schriftverkehr mit dem Finanzamt, Fristenkontrolle. Fachliche Verantwortung und Zeichnungsrecht bleiben bei der Steuerberaterin oder dem Steuerberater.

Die häufigste Sorge ist nicht das Rechnen, sondern das Steuerrecht: Hast du nie ein Gesetz gelesen, wirkt der Stoff unzugänglich. Dafür sind die mindestens 730 Tage Laufzeit da: Abgabenordnung, Umsatzsteuer und Ertragsteuern werden schrittweise aufgebaut. Die belegten Angebote laufen in Präsenz und Vollzeit, du brauchst also zwei Jahre lang eine Regelung für Einkommen und Anfahrt. Weil die Angebotslage dünn ist, lohnt der Anruf beim Träger.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Rechnungswesen und Finanzbuchführung (20 Wochen) – Das Modul legt die handwerkliche Basis des Berufs, weil nahezu jede weitere Aufgabe auf korrekt gebuchten Zahlen aufsetzt. Es beginnt bei null und setzt keine kaufmännische Vorbildung voraus. Inhalte: Grundsätze der doppelten Buchführung und Kontenrahmen, Belegorganisation, Buchung laufender Geschäftsvorfälle, Anlagenbuchhaltung, Abschreibungen, Abgrenzungen, Monatsauswertungen lesen und plausibilisieren.
  • Modul 2: Steuerrecht I: Verfahrensrecht und Umsatzsteuer (20 Wochen) – Hier wird der Umgang mit dem Gesetz selbst geübt, denn im Kanzleialltag zählt weniger auswendig Gewusstes als das saubere Auffinden und Anwenden der maßgeblichen Norm. Verfahrensrecht und Umsatzsteuer stehen früh, weil sie im Tagesgeschäft am dichtesten vorkommen. Inhalte: Abgabenordnung, Fristen, Bescheide und Rechtsbehelfe, Umsatzsteuer: Steuerbarkeit, Steuerbefreiungen, Vorsteuerabzug, Voranmeldungen und Zusammenfassende Meldung, Arbeiten mit Gesetzestexten und Verwaltungsanweisungen.
  • Modul 3: Steuerrecht II: Ertragsteuern (18 Wochen) – Das Modul führt von einzelnen Vorschriften zum durchgerechneten Fall. Typische Mandantenkonstellationen werden vollständig bearbeitet, von den Unterlagen bis zur fertigen Erklärung. Inhalte: Einkommensteuer: Einkunftsarten, Ermittlung, Veranlagung, Gewinnermittlung durch Bilanz und Einnahmenüberschussrechnung, Körperschaft- und Gewerbesteuer in den Grundzügen, Erstellung von Steuererklärungen anhand vollständiger Fälle.
  • Modul 4: Lohnabrechnung, Sozialversicherung und Wirtschaftsrecht (18 Wochen) – Lohnarbeit ist in vielen Kanzleien ein eigener, gut nachgefragter Aufgabenbereich mit strengen Fristen. Das rechtliche Umfeld kommt hinzu, weil sich steuerliche Fragen selten ohne den zugrunde liegenden Vertrag beantworten lassen. Inhalte: Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht in der Abrechnungspraxis, Besondere Beschäftigungsformen und Meldeverfahren, Grundzüge des Arbeits-, Handels- und Gesellschaftsrechts, Wirtschafts- und Sozialkunde.
  • Modul 5: Kanzleipraxis, betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (20 Wochen) – Das Abschlussmodul verbindet die Fachinhalte mit dem tatsächlichen Ablauf in einer Kanzlei, einschließlich einer betrieblichen Praxisphase, die in Umschulungen dieser Art üblich ist. Ob und in welchem Umfang eine Praxisphase vorgesehen ist, sollte beim Träger erfragt werden. Inhalte: Arbeiten mit kanzleiüblicher Software und digitaler Belegverarbeitung, Fristen- und Mandantenmanagement, Schriftverkehr mit Behörden, Berufsrecht, Verschwiegenheit und Datenschutz, Betriebliche Praxisphase in einer Kanzlei, Fallbezogene Prüfungsvorbereitung.

Lernziele:

  • Der Abschluss ist der Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern, also ein Abschluss einer berufsständischen Kammer und keine trägerinterne Bescheinigung.
  • Die belegten Kostenangaben liegen bei bis zu 500 Euro und damit deutlich unter dem, was Umschulungen in anderen Feldern verlangen. Das senkt das finanzielle Risiko der Entscheidung.
  • Das Berufsbild ist klar umgrenzt: Buchführung, Lohn und Steuererklärungen werden in Kanzleien fortlaufend gebraucht, und die erlernten Arbeitsschritte sind unmittelbar einsetzbar.
  • Die Angebotslage ist dünn, und das ist auch ein Argument für einen frühen Entschluss: Belegt sind zwei Angebote mit Umschulungscharakter von drei Angeboten über 18 Monate, von zwei Anbietern an drei Standorten. Wer Interesse hat, sollte den Startzeitpunkt direkt beim Träger erfragen.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Weg richtet sich an Erwachsene, die einen anerkannten kaufmännischen Abschluss im steuerberatenden Bereich anstreben und dafür konzentriert zwei Jahre in Vollzeit investieren können. Als Umschulung verlangt er keinen vorhandenen Berufsabschluss als Zugang; er führt zu einem eigenen Abschluss, dem Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern. Vorausgesetzt wird stattdessen Genauigkeit im Umgang mit Zahlen, Fristen und Rechtstexten, denn Steuerrecht verzeiht Ungenauigkeit schlecht. Wichtig ist die räumliche Bindung: Es gibt zwei Anbieter an drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, ausschließlich in Präsenzunterricht und ausschließlich in Vollzeit. Wer diese Standorte nicht erreichen oder keine Vollzeitphase einplanen kann, findet derzeit keine passende Alternative.

  • Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die einen anerkannten Abschluss im steuerberatenden Bereich erreichen wollen
  • Menschen mit Sinn für Zahlen, Fristen und geregelte Abläufe, die einen Büroberuf mit klarem Fachprofil suchen
  • Interessierte in Mecklenburg-Vorpommern, die einen der drei belegten Standorte täglich erreichen können
  • Personen, die eine Vollzeitphase von 24 bis 28 Monaten organisieren können, denn Teilzeit wird hier nicht angeboten.
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 24 Monate in Vollzeit
  • Aufnahmegespräch beim Bildungsträger

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenzunterricht

24 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeit: 730 Tage

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.

Erster Teil: die schriftlichen Prüfungsleistungen, in Abschlussprüfungen dieses Berufsfelds üblicherweise Steuerlehre, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Da die prüfende Stelle nicht feststeht, ist die maßgebliche Prüfungsordnung beim Bildungsträger zu erfragen.

Zweiter Teil: die mündliche beziehungsweise fallbezogene Prüfungsleistung, in der ein steuerlicher Sachverhalt erläutert und bearbeitet wird. Abschluss ist der Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern. Zahl, Dauer und Gewichtung der Prüfungsteile stehen nicht fest und sollten vor der Anmeldung schriftlich bestätigt werden.

Prüfende Stelle: Beim Bildungsträger zu erfragen.. Offizieller Abschluss: Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer MV.

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: bis 500 €.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Bundesweit gibt es zu diesem Abschluss nur zwei Umschulungsangebote über 18 Monate, von zwei Anbietern an drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern. Wer außerhalb wohnt, findet keinen erreichbaren Präsenzplatz. Der Abschluss ist der Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer.

Die Werte sind eine fachliche Einordnung, keine Zusage. In der Steuerberatung gibt es keine flächendeckende Tarifbindung, deshalb entscheidet die einzelne Kanzlei stärker über das Gehalt als in tarifgebundenen Branchen. Wesentlich sind Kanzleigröße, Region mit einem spürbaren Abstand zwischen ostdeutschen Flächenregionen und westdeutschen Ballungsräumen, die Mandantenstruktur und der Umfang der eigenverantwortlich bearbeiteten Mandate. Wer später Zusatzqualifikationen aufsattelt, etwa in der Lohn- oder Bilanzarbeit, verschiebt die Spanne nach oben. Verdienstangaben der Bundesagentur für Arbeit liegen zu diesem Beruf nicht vor.

  • Einstieg: ca. 29.000–34.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 35.000–41.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 46.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Finanzbuchhaltung und Erstellung monatlicher Auswertungen, Umsatzsteuervoranmeldungen und steuerliche Meldeverfahren, Lohn- und Gehaltsabrechnung einschließlich Sozialversicherungsmeldungen, Vorbereitung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen, Fristenkontrolle und Schriftverkehr mit Finanzämtern, Mandantenbetreuung bei Unterlagen und Rückfragen
  • Typische Arbeitgeber: Steuerberatungskanzleien, von der Einzelkanzlei bis zur überörtlichen Sozietät, Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften mit Steuerabteilung, Buchhaltungs- und Lohnabrechnungsdienstleister, Rechnungswesen- und Personalabteilungen von Unternehmen, Genossenschaftliche und verbandliche Prüfungseinrichtungen

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Finanzbuchhaltung und Erstellung monatlicher Auswertungen
  • Umsatzsteuervoranmeldungen und steuerliche Meldeverfahren
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung einschließlich Sozialversicherungsmeldungen
  • Vorbereitung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen
  • Fristenkontrolle und Schriftverkehr mit Finanzämtern
  • Mandantenbetreuung bei Unterlagen und Rückfragen

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich schon eine kaufmännische Ausbildung haben, um umzuschulen?

Nein. Als Umschulung ist dieser Weg darauf ausgelegt, zu einem anerkannten Abschluss zu führen, und verlangt keinen vorhandenen Berufsabschluss als Zugang. Er ist damit etwas anderes als eine Aufstiegsfortbildung, etwa zur Bilanzbuchhalterin, die eine abgeschlossene Ausbildung und Berufspraxis voraussetzt. Welche Aufnahmebedingungen im Einzelnen gelten, etwa zu Schulabschluss oder einem Auswahlgespräch, legen die beiden belegten Anbieter fest; das klären wir über die Anfrage bei Kursweg mit passenden Trägern.

Wie lange dauert die Umschulung und geht sie auch in Teilzeit?

Sie dauert 24 bis 28 Monate, die Laufzeiten liegen zwischen 730 und 852 Tagen. Angeboten wird ausschließlich Vollzeit; eine Teilzeitvariante gibt es hier nicht. Wer nur in Teilzeit lernen könnte, sollte vor allen weiteren Schritten beim Träger nachfragen, ob es dafür überhaupt eine Möglichkeit gibt.

Welchen Abschluss bekomme ich und wer nimmt die Prüfung ab?

Der Abschluss ist der Fachangestelltenbrief der Steuerberaterkammer Mecklenburg-Vorpommern, rechtlicher Rahmen ist BBiG beziehungsweise HwO. Die prüfende Stelle steht dagegen nicht fest und muss beim Bildungsträger erfragt werden. Diese Frage gehört an den Anfang eines Beratungsgesprächs, weil davon abhängt, wo und nach welcher Ordnung geprüft wird.

Kann ich den Unterricht online oder von einem anderen Bundesland aus besuchen?

Nein. Angeboten wird ausschließlich Präsenzunterricht an drei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Fernunterrichtsangebot gibt es hier nicht. Ob einer der Standorte für dich erreichbar ist, klären wir über die Anfrage bei Kursweg. Wer die Standorte nicht erreichen kann, braucht entweder eine Umzugs- oder Pendelperspektive oder muss anderweitig weitersuchen.

Was kostet die Umschulung und kann ich sie gefördert bekommen?

Die Kosten liegen bei bis zu 500 Euro, die Kostenbelastung ist damit vergleichsweise gering. Bei einer Umschulung kommt eine Förderung über einen Bildungsgutschein grundsätzlich in Betracht, sie ist aber an Voraussetzungen gebunden, unter anderem an die Förderzulassung des konkreten Angebots und an eine Entscheidung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters im Einzelfall. Eine pauschale Zusage gibt es nicht. Weil die Angebotslage mit zwei Angeboten mit Umschulungscharakter dünn ist, lohnt der direkte Anruf beim Träger, auch um Startzeitpunkte und mögliche Wartelisten zu klären.