Kaufmännisch & Verwaltung
IHK-Prüfung

Umschulung Personaldienstleistungskaufmann/-frau

Personaldienstleistungskaufleute arbeiten in Firmen, die Personal überlassen oder vermitteln. Auf Kundenseite nehmen sie Personalbedarfe auf, kalkulieren Verrechnungssätze und schließen Überlassungsverträge.

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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Personaldienstleistungskaufleute arbeiten in Firmen, die Personal überlassen oder vermitteln. Auf Kundenseite nehmen sie Personalbedarfe auf, kalkulieren Verrechnungssätze und schließen Überlassungsverträge. Auf der anderen Seite sichten sie Bewerbungen, führen Vorstellungsgespräche und begleiten die Beschäftigten im Einsatz. Operativer Kern ist die Disposition: die tägliche Zuordnung Beschäftigter zu offenen Einsätzen. Dazu kommt Verwaltung – Arbeitszeitnachweise, Entgeltabrechnung, Kundenrechnungen. Den rechtlichen Rahmen setzen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Tarifverträge der Zeitarbeit, Equal Pay und Überlassungshöchstdauer. Der Alltag ist getaktet und voller kurzfristiger Änderungen.

Zeitarbeit hat keinen guten Ruf, und vielleicht fragst du dich, ob du in diesem Feld arbeiten willst. Stell dir die Frage ehrlich vor dem Start: Wie die Arbeit ist, hängt stark vom Unternehmen ab. Das zweite Bedenken ist der Rechtsstoff – Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Equal Pay, Tarifverträge. Er ist regelbasiert und lässt sich lernen, verlangt aber Genauigkeit. Kläre vor der Unterschrift, welche Kammer prüft. Und rechne mit rund 24 Monaten.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Personaldienstleistung, Branche und Geschäftsmodelle (7 Wochen) – Zum Einstieg wird die Branche geordnet: Was unterscheidet Überlassung von Vermittlung und beides vom Werkvertrag, und warum ist diese Abgrenzung rechtlich so bedeutsam? Das Modul klärt zugleich das Rollenverständnis zwischen Kundenbetrieb, Bewerbenden und eigenem Unternehmen. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittlung und Werkvertrag im Vergleich, Marktstruktur und Rolle der Personaldienstleistung am Arbeitsmarkt, Aufbau und Prozesse eines Personaldienstleistungsunternehmens, Berufsbild, Rollenverständnis und Berufsethik.
  • Modul 2: Arbeitsrecht und Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (11 Wochen) – Das rechtlich anspruchsvollste und für die Prüfung zentrale Modul. Behandelt werden das allgemeine Arbeitsrecht und die Sonderregeln der Arbeitnehmerüberlassung einschließlich der Grenzen, die das Gesetz der Branche setzt. Der Stoff ist regelbasiert und gut lernbar, verlangt aber saubere Fallarbeit. Inhalte: Arbeitsvertragsrecht, Befristung und Kündigungsschutz, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Erlaubnispflicht und Überlassungshöchstdauer, Gleichstellungsgrundsatz und tarifliche Abweichungen, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsschutz und Mitbestimmung, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz im Bewerbungsverfahren.
  • Modul 3: Personalgewinnung, Auswahl und Bewerbermanagement (8 Wochen) – Hier lernen Sie den Rekrutierungsprozess von der Bedarfsaufnahme bis zur Einstellungsentscheidung. Schwerpunkt sind strukturierte Gespräche, die belastbare Einschätzungen erlauben, sowie die rechtssichere und diskriminierungsfreie Gestaltung des gesamten Auswahlverfahrens. Inhalte: Anforderungsprofile aus Kundenbedarfen ableiten, Stellenanzeigen formulieren und Kanäle auswählen, Bewerbungsunterlagen sichten und vorauswählen, Vorstellungsgespräche strukturiert führen, Eignungsbeurteilung und Dokumentation im Bewerbersystem.
  • Modul 4: Disposition, Einsatzsteuerung und Betreuung (8 Wochen) – Die Disposition ist das operative Herz des Berufs. Das Modul trainiert die Zuordnung von Menschen zu Einsätzen unter realen Nebenbedingungen – Krankmeldungen, Fahrwege, Qualifikationsnachweise – und den Umgang mit Konflikten, die zwischen Einsatzbetrieb und Beschäftigten entstehen. Inhalte: Einsatzplanung unter Berücksichtigung von Qualifikation und Verfügbarkeit, Arbeitszeitkonten, Ausfälle und kurzfristige Umplanung, Betreuung überlassener Beschäftigter im Einsatz, Konfliktklärung zwischen Kundenbetrieb und Beschäftigten, Einsatzdokumentation und Verlängerungen.
  • Modul 5: Vertrieb, Kundengewinnung und Kalkulation (8 Wochen) – Ohne Kundenaufträge gibt es keine Einsätze. Das Modul verbindet Vertriebsarbeit mit der Rechenseite: Wie setzt sich ein Verrechnungssatz aus Entgelt, Lohnnebenkosten, Ausfallzeiten und Marge zusammen, und wo liegt die Grenze der Verhandelbarkeit? Inhalte: Akquise und Bedarfsanalyse bei Kundenbetrieben, Kalkulation von Verrechnungssätzen und Deckungsbeiträgen, Angebots- und Vertragsgestaltung in der Überlassung, Preisverhandlung und Konditionsgespräche, Kundenbindung und Beschwerdemanagement.
  • Modul 6: Entgelt, Sozialversicherung und kaufmännische Steuerung (9 Wochen) – Das Modul verbindet die abrechnungsnahen Grundlagen mit der kaufmännischen Steuerung des Unternehmens. Sie lernen, wie aus Arbeitszeitnachweisen eine Abrechnung und eine Kundenrechnung wird und welche Kennzahlen zeigen, ob ein Kundenverhältnis wirtschaftlich trägt. Inhalte: Grundlagen der Entgeltabrechnung und Lohnarten, Sozialversicherungsrecht und Meldeverfahren, Zuschläge, Zulagen und Branchentarife, Buchführungsgrundlagen und Rechnungsstellung, Kennzahlen der Personaldienstleistung.
  • Modul 7: Kommunikation, Beratung und Datenschutz (6 Wochen) – Der Beruf lebt von Gesprächen, und viele davon sind unangenehm: Absagen, Beschwerden, Einsatzabbrüche. Das Modul trainiert diese Situationen und verbindet sie mit dem Datenschutz, der im Umgang mit Bewerberdaten besonders strenge Anforderungen stellt. Inhalte: Gesprächsführung mit Bewerbenden und Kundenbetrieben, Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen und Absagen, Datenschutz im Bewerber- und Beschäftigtenverhältnis, Dokumentation, Fristen und Aufbewahrung.
  • Modul 8: Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Zum Abschluss wird der Stoff an realen Vorgängen zusammengeführt und auf die IHK-Prüfung ausgerichtet. In diesem Abschnitt liegt in der Regel die betriebliche Praxisphase; aus ihr entsteht auch die Grundlage für den mündlichen Prüfungsteil. Umfang und Lage bestimmt der Bildungsträger. Inhalte: Betriebliche Praxisphase in einem Personaldienstleistungsunternehmen, Eigenständige Bearbeitung von Bewerber- und Kundenvorgängen, Vorbereitung des mündlichen Prüfungsteils, Prüfungssimulationen zu den schriftlichen Bereichen, Wiederholung von Arbeitsrecht und Kalkulation.

Lernziele:

  • Der Abschluss ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit IHK-Prüfung und damit deutlich mehr als eine reine Branchenschulung.
  • In den zurückliegenden 365 Tagen wurden 2.095 Stellenangebote zu diesem Beruf erfasst – eine stetige Nachfrage in einer Branche mit hoher Personalbewegung.
  • Der Beruf verbindet Personalarbeit, Vertrieb und Recht; wer aus einer kundennahen Tätigkeit kommt, kann vorhandene Gesprächserfahrung unmittelbar einbringen.
  • Die erworbenen Kenntnisse in Arbeitsrecht, Recruiting und Entgeltgrundlagen sind auch außerhalb der Zeitarbeit anschlussfähig, etwa in internen Personalabteilungen.
  • 59 Anbieter mit 330 Terminen sowie Angebote in Vollzeit und Teilzeit machen einen passenden Starttermin realistisch.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Die Umschulung passt zu Menschen, die gerne mit Menschen arbeiten und dabei ein hohes Tempo aushalten. Personaldienstleistung ist eine Tätigkeit zwischen zwei Seiten: Bewerbende wollen einen passenden Einsatz, Kundenbetriebe wollen kurzfristig qualifiziertes Personal, und dazwischen steht die Person, die beides zusammenbringt. Wer aus Verkauf, Beratung, Gastronomie oder Pflege kommt, bringt für diesen Zuschnitt oft mehr mit als für eine klassische Bürotätigkeit. 59 Anbieter führen die Umschulung durch, in Vollzeit wie in Teilzeit. Weniger passend ist der Weg für Menschen, die ruhige, planbare Sachbearbeitung ohne Zeitdruck und ohne Vertriebsanteil suchen.

  • Umsteigende mit Erfahrung im Umgang mit Menschen – aus Verkauf, Beratung, Gastronomie oder Pflege
  • Menschen, die eine kaufmännische Tätigkeit mit hohem Gesprächsanteil statt reiner Schreibtischarbeit suchen
  • Beschäftigte, die selbst in der Zeitarbeit gearbeitet haben und die Branchenseite wechseln möchten
  • Weniger geeignet für alle, die ruhige, planbare Sachbearbeitung ohne Vertriebsanteil und Zeitdruck bevorzugen
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse; mehrere Anbieter bieten ausdrücklich ein persönliches Gespräch zur Klärung der individuellen Teilnahmevoraussetzungen an. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
  • Deutschkenntnisse auf Niveau B2, weil der Beruf fast durchgehend aus Gesprächen und Schriftverkehr besteht
  • EDV-Grundkenntnisse für die Arbeit mit Bewerber- und Dispositionssystemen
  • Bereitschaft, sich intensiv mit Arbeits- und Arbeitnehmerüberlassungsrecht zu befassen
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über rund 24 Monate sowie ein persönliches Aufnahmegespräch

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)

24 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Eine betriebliche Praxisphase in einem Personaldienstleistungsunternehmen gehört zu dieser Umschulung, weil Bewerbergespräche, Disposition und Kundenkontakt nur im laufenden Betrieb erlernbar sind. Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest; bei einer belegten Gesamtlaufzeit von 724 Tagen sind mehrmonatige Praxisabschnitte der Regelfall.

Vor der Abschlussprüfung steht in der Regel ein vorgezogener Prüfungsteil beziehungsweise eine Zwischenprüfung zu den Grundlagen der Personaldienstleistung, des Arbeitsrechts und der kaufmännischen Steuerung. Wie er bei Umschulungen terminiert und gewichtet wird, regelt die zuständige Kammer.

Die Abschlussprüfung umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zu den Personaldienstleistungsprozessen, zur kaufmännischen Steuerung und Kontrolle sowie zur Wirtschafts- und Sozialkunde und einen mündlichen Teil, in dem Sie eine betriebliche Fachaufgabe darstellen und begründen. Maßgeblich sind Zuschnitt und Termine nach der Prüfungsordnung der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK). Offizieller Abschluss: Personaldienstleistungskaufmann/Personaldienstleistungskauffrau (IHK) – ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter Berufsabschluss. Die Bildungsträger stellen laut unseren Daten zusätzlich ein eigenes Zertifikat beziehungsweise eine Teilnahmebescheinigung aus; für den Arbeitsmarkt zählt das Prüfungszeugnis der Kammer..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. In unseren Daten sind neben Angeboten über 10.000 € auch preisverhandelte Maßnahmen erfasst; bei einem Teil der Angebote ist kein Preis hinterlegt. Für bereits Beschäftigte kommt je nach Konstellation eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Betracht.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

In den zurückliegenden 365 Tagen wurden 2.095 Stellenangebote zu diesem Beruf erfasst – für ein eng umrissenes Feld eine stabile Grundlage. Die Branche hat eine hohe Personalbewegung, auch intern: oft offene Stellen, aber sehen Sie sich Arbeitgeber genau an. Der Abschluss trägt über die Zeitarbeit hinaus: Recruiting, Arbeitsrecht und Entgeltgrundlagen zählen auch in Personalabteilungen. Angebotsseitig: 59 Anbieter, 66 Angebote, 330 Termine.

In Personaldienstleistungsunternehmen setzt sich das Einkommen häufig aus einem Festgehalt und variablen Erfolgsprämien zusammen.

  • Einstieg: ca. 30.000–36.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 37.000–48.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 50.000–66.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Rekrutierung: Anzeigenschaltung, Bewerbersichtung und Auswahlgespräche, Disposition und Einsatzplanung überlassener Beschäftigter, Betreuung von Beschäftigten während des Einsatzes, Kundenbetreuung, Bedarfsaufnahme und Angebotserstellung, Kalkulation von Verrechnungssätzen und Auftragskonditionen, Vertrags- und Einsatzverwaltung einschließlich Fristenkontrolle, Vorbereitung der Entgeltabrechnung und Rechnungsstellung
  • Typische Arbeitgeber: Zeitarbeits- und Personalüberlassungsunternehmen, Personalvermittlungen und Personalberatungen, Spezialisierte Dienstleister für Pflege-, IT- oder Ingenieurpersonal, Interne Personalabteilungen größerer Unternehmen, Bildungsträger und Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, Unternehmen mit eigener Rekrutierungsorganisation im gewerblichen Bereich

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Rekrutierung: Anzeigenschaltung, Bewerbersichtung und Auswahlgespräche
  • Disposition und Einsatzplanung überlassener Beschäftigter
  • Betreuung von Beschäftigten während des Einsatzes
  • Kundenbetreuung, Bedarfsaufnahme und Angebotserstellung
  • Kalkulation von Verrechnungssätzen und Auftragskonditionen
  • Vertrags- und Einsatzverwaltung einschließlich Fristenkontrolle

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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So finanziert sich Kursweg: Bildungsanbieter zahlen ein Entgelt für die Weitergabe deiner Anfrage — für dich bleibt sie kostenlos. Details zum Geschäftsmodell.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Arbeite ich nach dieser Umschulung zwingend in der Zeitarbeit?

Der Beruf ist auf Personaldienstleistung zugeschnitten, und die meisten Stellen liegen bei Überlassungs- und Vermittlungsunternehmen. Die erworbenen Kenntnisse sind aber breiter verwertbar: Recruiting, Arbeitsrecht, Bewerbermanagement und Entgeltgrundlagen werden auch in internen Personalabteilungen, in der Personalberatung und bei Bildungsträgern gebraucht. Wenn Sie diesen Weg anstreben, sollten Sie die Praxisphase entsprechend wählen und Ihre Aufgaben dort dokumentieren lassen.

Wie viel Recht kommt in der Umschulung vor?

Viel, und das ist der Kern des Berufs. Arbeitsvertragsrecht, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, Gleichstellungsgrundsatz, Arbeitszeitgesetz, Datenschutz und Sozialversicherungsrecht bilden einen der größten Blöcke des Lehrplans und sind prüfungsrelevant. Sie brauchen dafür keine juristische Vorbildung: Der Stoff ist regelbasiert und wird an Fällen geübt. Genauigkeit ist wichtiger als Vorwissen, weil Fehler in diesem Bereich unmittelbare Haftungsfolgen haben.

Wie lange dauert die Umschulung und gibt es kürzere Angebote?

Die belegte Laufzeit der Umschulung liegt bei 724 Tagen, also rund 24 Monaten. Unsere Auswertung enthält daneben auch Angebote mit drei bis sechs Monaten Dauer. Diese kürzeren Maßnahmen können keinen vollständigen Berufsabschluss vermitteln, sondern sind Teilqualifikationen, Anpassungsqualifizierungen oder Prüfungsvorbereitungen. Achten Sie deshalb bei der Auswahl darauf, dass die Maßnahme ausdrücklich zur IHK-Abschlussprüfung führt.

Welchen Abschluss erhalte ich und wer prüft?

Sie legen die Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer ab und erhalten den Abschluss Personaldienstleistungskaufmann beziehungsweise -kauffrau (IHK). In unseren Daten ist bei allen Angeboten eine Kammerprüfung hinterlegt, ergänzt um ein Trägerzertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung. Für Bewerbungen zählt das Prüfungszeugnis der Kammer; das Trägerdokument ist eine Ergänzung und kein gleichwertiger Nachweis.

Muss ich verkaufen können?

Ein Vertriebsanteil gehört zum Beruf, weil ohne Kundenaufträge keine Einsätze zustande kommen. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt stark vom Arbeitgeber ab: Manche Unternehmen trennen Vertrieb und Disposition, andere fassen beides in einer Stelle zusammen. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch ausdrücklich danach und lassen Sie sich erklären, ob und wie ein variabler Vergütungsanteil an Vertriebsziele gekoppelt ist.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

In unseren Daten ist bei einem Teil der Angebote kein Preis hinterlegt, bei anderen liegt der Kostenrahmen über 10.000 Euro; zusätzlich sind preisverhandelte Maßnahmen erfasst, bei denen der Preis unmittelbar zwischen Kostenträger und Anbieter vereinbart wird. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei Umschulungen ein realistischer Förderweg, die Bewilligung bleibt eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Klären Sie Preis und Förderfähigkeit vor der Anmeldung.