Fortbildung Personalfachkaufmann (IHK)
Personalfachkaufleute verantworten die operative und konzeptionelle Personalarbeit. Sie planen den Personalbedarf, führen Auswahlverfahren, gestalten Arbeitsverträge und Befristungen, rechnen Entgelte ab oder steuern die Abrechnung, betreuen Zeitwirtschaft und Fehlzeiten, begleiten …
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Überblick
Personalfachkaufleute verantworten die operative und konzeptionelle Personalarbeit. Sie planen den Personalbedarf, führen Auswahlverfahren, gestalten Arbeitsverträge und Befristungen, rechnen Entgelte ab oder steuern die Abrechnung, betreuen Zeitwirtschaft und Fehlzeiten, begleiten Personalentwicklung und Qualifizierung, arbeiten mit dem Betriebsrat zusammen und bereiten arbeitsrechtliche Maßnahmen vor. In kleineren Betrieben sind sie die einzige Personalfunktion und damit auch für Grundsatzfragen zuständig. Der Abschluss ist eine Aufstiegsfortbildung.
Personalarbeit ohne Rechtssicherheit ist unangenehm und riskant: jede Kündigung, jede Befristung, jede Abmahnung kann teuer werden. Genau darauf zielt diese Fortbildung — sie macht aus deiner Erfahrung eine belastbare Begründung. Sie setzt eine abgeschlossene Ausbildung und Berufspraxis voraus und ist keine Umschulung für den Einstieg ins Personalwesen.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Arbeitsrecht in der Personalpraxis (12 Wochen) – Das größte Risikofeld der Personalarbeit, geübt an Fällen mit realen Konsequenzen. Inhalte: Arbeitsvertrag, Befristung, Teilzeit, Kündigungsschutz und Abmahnung, Betriebsverfassungsrecht und Mitbestimmung, Arbeitszeit-, Urlaubs- und Mutterschutzrecht.
- Modul 2: Entgelt und Sozialversicherung (10 Wochen) – Der rechenintensive Teil. Fehler fallen hier direkt auf und sind nachträglich teuer. Inhalte: Entgeltabrechnung und Lohnsteuer, Sozialversicherungsrecht und Meldewesen, Entgeltfortzahlung, Pfändung, Sachbezüge, Betriebliche Altersversorgung.
- Modul 3: Personalbeschaffung und -entwicklung (10 Wochen) – Von der Bedarfsmeldung bis zur Bindung — die gestaltende Seite der Personalarbeit. Inhalte: Personalbedarfsplanung und Employer Branding, Auswahlverfahren und Interviewführung, Einarbeitung und Personalentwicklung, Qualifizierungsplanung und Bildungscontrolling.
- Modul 4: Steuerung, Führung und Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Personalarbeit mit Zahlen begründen und die eigene Position in der Prüfung vertreten. Inhalte: Personalkennzahlen und Personalcontrolling, Kosten- und Budgetplanung, Gesprächsführung und Konfliktbearbeitung, Präsentation und Fachgespräch üben.
Lernziele:
- Der etablierte IHK-Abschluss für verantwortliche Personalarbeit, in Ausschreibungen häufig verlangt
- 13 belegte Angebote in Voll- und Teilzeit, überwiegend mit Fern- oder Blended-Anteil
- Deckt Arbeitsrecht und Entgeltabrechnung zusammen ab — die beiden Risikofelder der Personalarbeit
- Enthält Personalentwicklung und Qualifizierung und damit die strategische Seite
Zielgruppe & Voraussetzungen
Kaufleute mit Berufspraxis in der Personalarbeit, die Personalprozesse verantworten und arbeitsrechtlich sicher entscheiden wollen.
- Personalsachbearbeitende, die zur Personalreferentin oder zum Personalleiter wachsen wollen
- Kaufleute für Büromanagement mit Wahlqualifikation Personalwirtschaft
- Beschäftigte in Lohnbuchhaltung oder Zeitwirtschaft mit Wunsch nach Verbreiterung
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 19 Monate in Teilzeit
- Eigener Rechner und Selbstlerndisziplin, da die Angebote Fern- oder Online-Anteile haben
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Hybrid Learning
19 Monate (berufsbegleitend in Teilzeit) – belegte Laufzeit: 572 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Schriftliche Prüfung in Personalarbeit organisieren, Personalgewinnung und -bindung sowie Personalentwicklung, dazu der wirtschaftsbezogene Teil.
Präsentation eines betrieblichen Personalfalls mit Fachgespräch vor dem IHK-Prüfungsausschuss.
Prüfende Stelle: IHK, IHK Nordschwarzwald, IHK Oberbayern. Offizieller Abschluss: Geprüfter Personalfachkaufmann / geprüfte Personalfachkauffrau.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: 1.000–5.000 €, 5.000–10.000 €.
Nutzen & Perspektiven
Personalfachkräfte mit Abrechnungs- und Arbeitsrechtskompetenz sind in kleinen und mittleren Betrieben durchgängig gesucht, weil dort keine eigene Rechtsabteilung existiert. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt und typische Voraussetzung für Personalreferenten- und Personalleitungspositionen im Mittelstand. Belegt sind mehrere Standorte, vor allem in Nordrhein-Westfalen, dazu Berlin und Sachsen.
Personalarbeit wird im öffentlichen Dienst tariflich eingeordnet, in der Privatwirtschaft frei verhandelt. Wer Entgeltabrechnung sicher beherrscht und arbeitsrechtlich belastbar ist, hat in kleineren und mittleren Betrieben eine starke Position, weil dort selten Juristen sitzen.
- Einstieg: ca. 42.000–47.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 50.000–60.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 66.000–82.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Personalbetreuung und -administration, Entgeltabrechnung und Zeitwirtschaft, Recruiting und Auswahlverfahren, Personalentwicklung und Qualifizierung, Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, Personalcontrolling
- Typische Arbeitgeber: Mittelständische Industrie- und Handelsbetriebe, Kliniken und Pflegeunternehmen, Öffentliche Verwaltung und Eigenbetriebe, Personaldienstleister, Steuerberatungen mit Lohnbüro
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Personalbetreuung und -administration
- Entgeltabrechnung und Zeitwirtschaft
- Recruiting und Auswahlverfahren
- Personalentwicklung und Qualifizierung
- Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat
- Personalcontrolling
Verwandte Kurse & Alternativen
8 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen prüft die IHK?
In der Regel eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung mit anschließender Berufspraxis, häufig mit Bezug zur Personalarbeit; ohne Ausbildung eine längere einschlägige Praxis. Die verbindliche Auskunft gibt die zuständige IHK vor der Anmeldung.
Ersetzt der Abschluss juristische Beratung?
Nein. Er macht arbeitsrechtlich handlungsfähig im Tagesgeschäft — Verträge gestalten, Fristen einhalten, Maßnahmen vorbereiten. Bei Kündigungsschutzklagen, Betriebsübergängen oder komplexen Betriebsvereinbarungen bleibt anwaltliche Begleitung nötig.
Ist das eine Umschulung?
Nein, eine Aufstiegsfortbildung nach BBiG auf DQR-Niveau 6. Sie setzt einen Berufsabschluss voraus. Der Förderweg ist das Aufstiegs-BAföG (AFBG); der Bildungsgutschein greift hier in der Regel nicht.
Wie unterscheidet er sich vom Personalreferenten?
Personalreferent ist keine geschützte Bezeichnung und keine geregelte Prüfung, sondern eine Stellenbezeichnung, die auch über Trägerzertifikate erreicht wird. Der Personalfachkaufmann ist ein IHK-Abschluss mit öffentlich-rechtlicher Prüfung und deshalb überregional vergleichbar.