Umschulung Kaufmann/-frau im Einzelhandel
Kaufleute im Einzelhandel verantworten den Weg der Ware vom Wareneingang bis zur Kasse und die Beziehung zur Kundschaft. Sichtbar ist die Beratung: Bedarf ermitteln, Alternativen zeigen, Zusatzverkäufe anbieten, Reklamationen und Umtausch abwickeln.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Kaufleute im Einzelhandel verantworten den Weg der Ware vom Wareneingang bis zur Kasse und die Beziehung zur Kundschaft. Sichtbar ist die Beratung: Bedarf ermitteln, Alternativen zeigen, Zusatzverkäufe anbieten, Reklamationen und Umtausch abwickeln. Weniger sichtbar, aber ebenso wichtig ist die Warenwirtschaft: Bestellungen prüfen und auslösen, Lieferungen kontrollieren, Bestände pflegen, Inventuren vorbereiten, Abschriften begründen. Dazu kommen Verkaufsraumgestaltung, Preisauszeichnung und Kassenabrechnung. Kaufmännisch zählen Umsatz je Fläche, Rohertrag, Lagerumschlag und Abschriftenquote. Die Anforderungen unterscheiden sich nach Branche, der Abschluss bleibt übertragbar.
Zwei Dinge halten viele zurück. Erstens der Ruf der Branche: Lohnen zwei Jahre Lernen für einen Beruf, in dem man auch ungelernt anfangen kann? Der Unterschied ist real — mit Abschluss stehen dir Warendisposition, Kassenaufsicht, Abteilungsverantwortung und später Führungspositionen offen. Zweitens die Sorge vor Rechnungswesen und Kalkulation: lernbar, aber es braucht Übung. Frag vor dem Start, wie der Träger damit umgeht.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Verkauf, Beratung und Kundenkommunikation (10 Wochen) – Das Kernmodul des Berufs. Trainiert wird der gesamte Ablauf eines Verkaufsgesprächs vom Kontakt bis zum Abschluss, dazu die Frage, wie man bei Beschwerden sachlich bleibt und trotzdem eine Lösung findet. Rollenspiele und Videofeedback sind hier üblich; die konkrete Ausgestaltung legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Gesprächsführung im Verkauf und Bedarfsermittlung, Warenkenntnis und Argumentation am Produkt, Zusatz- und Ergänzungsverkauf, Umgang mit schwierigen Situationen und Beschwerden, Verkauf an unterschiedliche Kundengruppen.
- Modul 2: Warenwirtschaft, Bestellwesen und Lager (9 Wochen) – Hier lernen Sie die unsichtbare Hälfte des Berufs. Es geht darum, wie viel Ware wann bestellt wird, wie Bestände sauber geführt werden und woran man erkennt, dass eine Warengruppe zu viel Kapital bindet. Das Modul arbeitet durchgängig mit einem Warenwirtschaftssystem. Inhalte: Bestellvorschläge prüfen, Mengen und Termine disponieren, Wareneingangskontrolle und Reklamation gegenüber Lieferanten, Bestandsführung, Inventur und Inventurdifferenzen, Warenwirtschaftssystem und Artikelstammdaten, Lagerkennzahlen und Abschriftensteuerung.
- Modul 3: Kasse, Zahlungsverkehr und Abrechnung (6 Wochen) – Die Kasse ist die Stelle, an der Fehler unmittelbar sichtbar und teuer werden. Das Modul behandelt die Abwicklung aller gängigen Zahlungsarten, die tägliche Abrechnung und den korrekten Umgang mit Differenzen sowie die rechtlichen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Kassenführung. Inhalte: Kassiervorgänge und Kassensysteme, Bar-, Karten- und mobile Zahlungsarten, Kassenabrechnung, Differenzen und Kassenbericht, Rechtliche Vorgaben zur Kassenführung und Belegpflicht.
- Modul 4: Warenpräsentation, Werbung und Marketing (7 Wochen) – Warum liegt welche Ware wo, und was kostet ein schlecht platziertes Regalmeter? Das Modul verbindet gestalterische Fragen mit betriebswirtschaftlichen: Flächenrentabilität, Aktionsplanung und die rechtlich korrekte Auszeichnung von Preisen. Ergänzt wird es um die zunehmende Verzahnung von Filiale und Online-Angebot. Inhalte: Platzierung, Zweitplatzierung und Flächenrentabilität, Preisauszeichnung und rechtliche Vorgaben der Preisangabenverordnung, Werbemittel, Aktionsplanung und Saisongeschäft, Visuelle Verkaufsförderung und Kundenlaufstudien, Verbindung von stationärem Geschäft und Online-Kanälen.
- Modul 5: Rechnungswesen und Kalkulation im Handel (10 Wochen) – Für viele Teilnehmende der anspruchsvollste Teil, und zugleich der, der den Abschluss vom reinen Verkaufen unterscheidet. Im Zentrum steht die Handelskalkulation: Wie kommt ein Verkaufspreis zustande, welche Spanne bleibt, und was passiert mit dem Rohertrag bei Abschriften? Regelmäßiges Rechnen ist hier unvermeidbar. Inhalte: Grundlagen der Buchführung und Belegorganisation, Handelskalkulation: Bezugs-, Selbst- und Verkaufspreis, Rohertrag, Handelsspanne und Kalkulationszuschlag, Umsatzsteuer im Handel, Auswertung von Umsatz- und Ertragskennzahlen.
- Modul 6: Recht, Wirtschafts- und Sozialkunde (6 Wochen) – Das Modul liefert den rechtlichen Rahmen für den Verkaufsalltag. Wann muss ein Betrieb umtauschen und wann nicht, was bedeutet Gewährleistung gegenüber Garantie, welche Regeln gelten für Arbeitszeit und Spätdienste? Wirtschafts- und Sozialkunde ist zugleich ein eigener Prüfungsbereich. Inhalte: Kaufvertrag, Gewährleistung, Umtausch und Garantie, Verbraucherschutz und Preisangabenrecht, Arbeitsrecht, Arbeitszeit und Jugendarbeitsschutz, Sozialversicherung und betriebliche Mitbestimmung.
- Modul 7: Personal, Führung und betriebliche Organisation (5 Wochen) – Wer im Einzelhandel Verantwortung übernimmt, plant Personal und leitet an. Das Modul behandelt Einsatzplanung, die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen sowie Arbeitsschutzfragen im Verkaufsraum – Themen, die den Übergang zur Abteilungsverantwortung vorbereiten. Inhalte: Personaleinsatzplanung und Dienstpläne, Anleitung neuer Mitarbeitender im Verkauf, Arbeitsschutz und Sicherheit im Verkaufsraum, Betriebliche Abläufe und Schnittstellen zur Zentrale.
- Modul 8: Praxisphase im Handelsbetrieb und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Der letzte Abschnitt verbindet die betriebliche Praxis mit der gezielten Vorbereitung auf die IHK-Prüfung. In der Praxisphase übernehmen Sie ein eigenes Aufgabengebiet, das auch die Grundlage für das fallbezogene Fachgespräch bildet. Umfang und Lage der Praxiszeiten legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Betriebliche Praxisphase im Verkaufsraum, Bearbeitung eines eigenen Aufgabengebiets im Betrieb, Vorbereitung des fallbezogenen Fachgesprächs, Prüfungssimulationen zu den schriftlichen Prüfungsbereichen, Wiederholung von Kalkulation und Warenwirtschaft.
Lernziele:
- Mit 212.327 in 365 Tagen erfassten Stellenangeboten ist die Nachfrage im Umfeld dieses Berufs die mit Abstand größte in unserem gesamten kaufmännischen Katalog.
- Der Abschluss ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit IHK-Prüfung und wird bundesweit und branchenübergreifend gelesen.
- Der Weg ist offen für Menschen ohne kaufmännische Vorbildung – der Einstieg gelingt über Praxis, nicht über Vorleistungen aus dem Bürobereich.
- Er führt aus der ungelernten Verkaufstätigkeit heraus: Warendisposition, Kassenaufsicht und Abteilungsverantwortung setzen den Abschluss faktisch voraus.
- 68 Anbieter mit 325 Terminen und Angeboten in Vollzeit wie in Teilzeit machen die Planung eines passenden Starttermins realistisch.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die den Kontakt mit Kundinnen und Kunden mögen und einen anerkannten Abschluss in einem Feld suchen, in dem Personal dauerhaft gesucht wird. 68 Anbieter führen sie durch, in Vollzeit wie in Teilzeit – der Weg ist also auch mit familiären Verpflichtungen organisierbar. Wer schon länger im Verkauf arbeitet, aber ohne Abschluss, findet hier die Möglichkeit, die vorhandene Praxis endlich mit einem Zeugnis zu unterlegen. Weniger passend ist die Umschulung für Menschen, die eine ausschließlich sitzende Bürotätigkeit anstreben.
- Ungelernte Verkaufskräfte, die ihre Berufserfahrung mit einem anerkannten IHK-Abschluss absichern wollen
- Umsteigende aus anderen Branchen, die eine kundennahe Tätigkeit mit klarer Struktur suchen
- Menschen mit Betreuungsaufgaben, für die die dokumentierte Teilzeitvariante die Umschulung erst möglich macht
- Weniger geeignet für alle, die eine rein sitzende Bürotätigkeit ohne Publikumsverkehr anstreben
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie Word- und Excel-Grundkenntnisse; ein Teil der Anbieter erwartet zusätzlich mindestens einen erweiterten Hauptschul- oder Realschulabschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Deutschkenntnisse auf Niveau B2, weil der Beruf über weite Strecken aus Kundengesprächen besteht
- Word- und Excel-Grundkenntnisse laut den Zugangstexten der Anbieter
- Bei einem Teil der Angebote mindestens erweiterter Hauptschul- oder Realschulabschluss
- Gesundheitliche Eignung für überwiegend stehende Tätigkeit sowie Bereitschaft zu Spät- und Samstagsdiensten
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Eine betriebliche Praxisphase im Verkaufsraum gehört zu dieser Umschulung, weil Warenpräsentation, Kassenvorgänge und Kundengespräche nicht im Klassenraum erlernbar sind. Dauer und Lage legt der Bildungsträger fest; bei einer belegten Gesamtlaufzeit von 745 Tagen sind mehrere Praxisabschnitte in einem Handelsbetrieb der Regelfall.
Die Abschlussprüfung ist in diesem Beruf gestreckt: Ein erster Teil wird vorgezogen und deckt die Grundlagen aus Verkauf, Warenwirtschaft und Kassenabwicklung ab. Er zählt bereits in das Gesamtergebnis, wird also nicht wie eine reine Zwischenprüfung behandelt.
Der zweite Teil umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zu den Geschäftsprozessen im Einzelhandel und zur Wirtschafts- und Sozialkunde sowie ein fallbezogenes Fachgespräch, in dem Sie eine betriebliche Situation bearbeiten und Ihre Lösung begründen. Maßgeblich für Zuschnitt und Termine ist die Prüfungsordnung der zuständigen Industrie- und Handelskammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK). Offizieller Abschluss: Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (IHK) – ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter Berufsabschluss. Ein Teil der Bildungsträger stellt zusätzlich ein eigenes Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung aus; ausschlaggebend für Bewerbungen ist das Prüfungszeugnis der Kammer..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: 5.000–10.000 € sowie über 10.000 €; bei einem Teil der Angebote ist kein Preis hinterlegt. Für bereits Beschäftigte im Handel kommt je nach Konstellation eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Betracht.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
In den zurückliegenden 365 Tagen wurden 212.327 Stellenangebote im Umfeld des Einzelhandelsverkaufs erfasst, die höchste Zahl in unserem kaufmännischen Katalog. Sie umfasst auch Stellen, für die kein Abschluss verlangt wird. Der Abschluss verschiebt Sie innerhalb dieses Marktes nach oben: Warendisposition, Abteilungsverantwortung, Substitutenposition, mittelfristig Filialleitung. Angebotsseitig: 68 Anbieter, 86 Angebote, 325 Termine.
Die Bezahlung im Einzelhandel ist stark an regionale Tarife gebunden. Als Erstkraft, stellvertretende oder leitende Filialkraft sind deutliche Gehaltssprünge möglich.
- Einstieg: ca. 26.000–31.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 31.000–40.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 42.000–54.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Beratung und Verkauf im Fach- oder Selbstbedienungsgeschäft, Warendisposition, Bestellwesen und Bestandspflege, Kassenabwicklung, Kassenabrechnung und Differenzenklärung, Warenpräsentation, Aktionsflächen und Preisauszeichnung, Reklamations-, Umtausch- und Beschwerdebearbeitung, Inventurvorbereitung und Auswertung von Abteilungskennzahlen, Anleitung und Einsatzplanung von Aushilfs- und Verkaufspersonal
- Typische Arbeitgeber: Lebensmitteleinzelhandel und Vollsortimenter, Textil-, Schuh- und Sportfachgeschäfte, Bau-, Garten- und Heimwerkermärkte, Elektronik- und Technikfachmärkte, Drogerie-, Parfümerie- und Apothekenumfeld ohne pharmazeutische Tätigkeit, Möbel- und Einrichtungshäuser, Filialisten mit eigener Nachwuchsförderung für Führungspositionen
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Beratung und Verkauf im Fach- oder Selbstbedienungsgeschäft
- Warendisposition, Bestellwesen und Bestandspflege
- Kassenabwicklung, Kassenabrechnung und Differenzenklärung
- Warenpräsentation, Aktionsflächen und Preisauszeichnung
- Reklamations-, Umtausch- und Beschwerdebearbeitung
- Inventurvorbereitung und Auswertung von Abteilungskennzahlen
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich einen Schulabschluss für diese Umschulung?
Rechtlich ist für eine Umschulung kein Berufsabschluss erforderlich, und die Maßnahme führt selbst zum anerkannten Abschluss. Ein Teil der Anbieter formuliert in den Zugangstexten allerdings eigene Erwartungen und nennt mindestens einen erweiterten Hauptschul- oder Realschulabschluss, dazu Deutschkenntnisse und Word- sowie Excel-Grundkenntnisse. Diese Anforderungen sind Trägerentscheidungen und unterscheiden sich – fragen Sie deshalb konkret nach, bevor Sie sich auf ein Angebot festlegen.
Lohnt sich der Abschluss, wenn ich auch ohne ihn im Verkauf arbeiten könnte?
Für den Einstieg an der Kasse oder im Regal brauchen Sie tatsächlich keinen Abschluss. Der Unterschied zeigt sich danach: Warendisposition, Kassenaufsicht, Abteilungsverantwortung und Führungslaufbahnen bis zur Filialleitung setzen bei den meisten Handelsunternehmen eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung voraus. Der Abschluss ist zudem branchenübergreifend übertragbar, sodass Sie später vom Lebensmittelhandel in den Fachhandel wechseln können, ohne neu anfangen zu müssen.
Wie lange dauert die Umschulung und ist Teilzeit möglich?
Die belegte Laufzeit liegt bei 745 Tagen, also rund 24 Monaten. In unserer Auswertung sind Vollzeit- und Teilzeitangebote dokumentiert, außerdem Präsenzunterricht, Hybrid Learning und kombinierte Lernformen. Eine Teilzeitvariante streckt die Gesamtdauer, senkt aber die wöchentliche Belastung. Weil im Handel ohnehin Spätdienste und Samstagsarbeit vorkommen, sollten Sie die Vereinbarkeit mit Betreuungsaufgaben vor der Anmeldung durchrechnen.
Welchen Abschluss erhalte ich und wer prüft?
Sie legen die Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer ab und erhalten den Abschluss Kaufmann beziehungsweise Kauffrau im Einzelhandel (IHK). In unseren Daten ist bei einem Teil der Angebote ausschließlich die IHK-Prüfung hinterlegt, bei anderen zusätzlich ein Trägerzertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung. Für den Arbeitsmarkt zählt das Prüfungszeugnis der Kammer; das Trägerdokument ist eine Ergänzung.
Gibt es ein Praktikum, und wie finde ich einen Betrieb?
Ja, betriebliche Praxisphasen im Verkaufsraum gehören zu dieser Umschulung, weil Kassenvorgänge, Warenpräsentation und Kundengespräche nicht im Klassenraum erlernbar sind. Umfang und Lage bestimmt der Bildungsträger. Klären Sie vor der Anmeldung, ob der Träger bei der Suche unterstützt und welche Handelsbetriebe in Ihrer Region regelmäßig Umschulungsplätze zur Verfügung stellen – das Praktikum ist erfahrungsgemäß der häufigste Weg in die anschließende Anstellung.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
In unseren Daten ist bei einem Teil der Angebote kein Preis hinterlegt, bei den übrigen liegen die Kostenrahmen zwischen 5.000 und 10.000 Euro sowie über 10.000 Euro. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei Umschulungen ein realistischer Förderweg, die Bewilligung bleibt aber eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft; eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern.