Umschulung Verkäufer/in
Verkäuferinnen und Verkäufer sind die Schnittstelle zwischen Sortiment und Kundschaft. Sie beraten zu Waren, ermitteln im Gespräch den tatsächlichen Bedarf, zeigen Alternativen und führen den Verkauf zum Abschluss.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Verkäuferinnen und Verkäufer sind die Schnittstelle zwischen Sortiment und Kundschaft. Sie beraten zu Waren, ermitteln im Gespräch den tatsächlichen Bedarf, zeigen Alternativen und führen den Verkauf zum Abschluss. Dazu gehört mehr als die Kasse: Lieferungen annehmen und prüfen, ins Warenwirtschaftssystem buchen, Ware nachräumen, Mindesthaltbarkeitsdaten und Preisauszeichnung kontrollieren. Sie kassieren bar und unbar, rechnen ab und bearbeiten Reklamationen. Der Beruf verlangt Belastbarkeit, weil Beratung, Kassenschlange und Nachräumen gleichzeitig anstehen. Die Umschulung schließt mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab.
Wenn du fürchtest, Verkaufen sei nur etwas für redegewandte Menschen: Der größte Teil ist erlernbares Handwerk – Sortiment kennen, Fragen stellen, zuhören, sauber kassieren, Ware präsentieren. Freundlichkeit unter Zeitdruck ist Technik, nicht Talent. Einplanen solltest du rund 20 Monate Laufzeit und eine Tätigkeit überwiegend im Stehen, oft mit Samstagsdiensten und wechselnden Schichten.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Einzelhandel verstehen und die eigene Rolle im Betrieb (8 Wochen) – Zum Einstieg wird der Handel als Wirtschaftszweig eingeordnet und die eigene Rolle darin geklärt. Behandelt werden Betriebsformen, betriebliche Abläufe und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeit auf der Fläche. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Betriebsformen des Handels: Fachgeschäft, Filialist, Discount, Onlinehandel, Aufbau eines Verkaufsbetriebs und Zusammenspiel der Abteilungen, Arbeits- und Ausbildungsrecht, Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Hygiene- und Sicherheitsvorschriften auf der Verkaufsfläche, Auftreten, Erscheinungsbild und Umgang mit Kundschaft.
- Modul 2: Warenkenntnis und Sortimentsarbeit (12 Wochen) – Beratung funktioniert nur mit Warenkenntnis. Das Modul vermittelt, wie ein Sortiment aufgebaut ist, welche Eigenschaften und Kennzeichnungen für die Beratung zählen und wie Ware fachgerecht gepflegt wird. Teilnehmende üben, Produktmerkmale in verständliche Kundennutzen zu übersetzen. Inhalte: Sortimentsaufbau, Warengruppen und Artikelstammdaten, Produkteigenschaften, Kennzeichnung und Herkunftsangaben, Warenpflege, Haltbarkeit und Umgang mit Retouren, Fachbegriffe und Beratungsargumente je Warengruppe.
- Modul 3: Verkaufsgespräch und Kundenkommunikation (12 Wochen) – Das Kernmodul des Berufs. Geübt wird der vollständige Gesprächsverlauf in Rollenspielen, von der Ansprache über die Bedarfsermittlung bis zum Abschluss. Ein Schwerpunkt liegt auf schwierigen Situationen: Beschwerde, Preisdiskussion, Zeitdruck und Kundschaft, die sich unsicher ist. Inhalte: Gesprächsaufbau von der Kontaktaufnahme bis zum Abschluss, Bedarfsermittlung durch Fragetechnik und aktives Zuhören, Umgang mit Einwänden, Preisgesprächen und Vergleichsangeboten, Zusatz- und Ergänzungsverkauf ohne Überredung, Beschwerden annehmen und deeskalierend führen.
- Modul 4: Kasse, Zahlungsverkehr und Abrechnung (8 Wochen) – An der Kasse entscheidet sich, ob ein guter Beratungseindruck hält. Das Modul behandelt die sichere Bedienung des Kassensystems, alle gängigen Zahlungsarten sowie die Abrechnung mit Nachweispflichten. Dazu kommen Sicherheitsregeln im Umgang mit Bargeld. Inhalte: Kassensysteme bedienen, Bons und Storno korrekt handhaben, Bar- und Kartenzahlung, Gutscheine, Pfand und Rabatte, Kassenabrechnung, Differenzen und Dokumentationspflichten, Falschgelderkennung und Sicherheit im Kassenbereich.
- Modul 5: Warenannahme, Lagerhaltung und Inventur (10 Wochen) – Hinter jedem verkauften Artikel steht eine Kette aus Bestellung, Annahme, Buchung und Nachschub. Das Modul behandelt die Warenwirtschaft aus Sicht der Verkaufskraft: Wie Bestände entstehen, wo Verluste auftreten und wie eine Inventur vorbereitet und ausgewertet wird. Inhalte: Wareneingang prüfen, Lieferscheine und Mängelmeldung, Warenwirtschaftssystem: Buchungen, Bestände, Bestellvorschläge, Lagerorganisation, Umlagerung und Verlustquellen, Inventurverfahren und Nachbereitung, Bestandsdifferenzen erkennen und melden.
- Modul 6: Warenpräsentation, Werbung und Preisauszeichnung (8 Wochen) – Wie Ware steht, entscheidet mit über den Umsatz. Behandelt werden Regel- und Zweitplatzierung, saisonale Aufbauten und die formal korrekte Preisauszeichnung, deren Fehler regelmäßig abgemahnt werden. Teilnehmende planen und bauen eine Aktionsfläche selbst auf. Inhalte: Grundlagen der Flächen- und Regalgestaltung, Zweitplatzierung, Saison- und Aktionsware, Preisauszeichnung nach der Preisangabenverordnung, Werbemittel am Point of Sale und Aktionsvorbereitung.
- Modul 7: Recht im Verkauf und kaufmännisches Rechnen (10 Wochen) – Das Modul verbindet die rechtlichen Grundlagen des Verkaufs mit dem kaufmännischen Rechnen. Der Schwerpunkt liegt auf den Fällen, die in der Praxis tatsächlich vorkommen: Reklamation, Umtausch ohne Mangel, Garantiezusagen des Herstellers und die korrekte Berechnung von Rabatten und Preisen. Inhalte: Kaufvertrag, Zustandekommen und Erfüllung, Gewährleistung, Garantie, Umtausch und Widerruf, Jugendschutz, Produktsicherheit und Kennzeichnungspflichten, Prozent-, Kalkulations- und Mehrwertsteuerrechnen, Wirtschafts- und Sozialkunde für die Prüfung.
- Modul 8: Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (10 Wochen) – Zum Abschluss werden Praxis und Prüfung zusammengeführt. Die betriebliche Phase wird im Unterricht nachbereitet, anschließend werden schriftliche Prüfungsteile geübt und das fallbezogene Fachgespräch trainiert. Prüfungstermine und Anmeldefristen richten sich nach der zuständigen Kammer. Inhalte: Begleitete Praxisphase im Verkaufsbetrieb, Aufarbeitung der Praxiserfahrungen im Unterricht, Übungsprüfungen zu den schriftlichen Prüfungsbereichen, Training des fallbezogenen Fachgesprächs, Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräch.
Lernziele:
- Der Abschluss ist ein anerkannter Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer — kein reines Teilnahmezertifikat.
- Die Nachfrage ist breit: In den letzten 365 Tagen sind 154.681 offene Stellen zum Zielberuf erfasst, verteilt über nahezu jede Region.
- Mit rund 20 Monaten ist die Umschulung kürzer als die meisten kaufmännischen Umschulungen mit dreijährigem Ausbildungsberuf im Hintergrund.
- Die Angebote laufen in Vollzeit und in Teilzeit, was den Weg auch für Menschen mit Betreuungsaufgaben öffnet.
- Der Abschluss ist anschlussfähig: Er lässt sich später um das dritte Jahr zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel erweitern.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die im direkten Kundenkontakt arbeiten wollen und einen Abschluss suchen, der bundesweit anerkannt ist und in nahezu jeder Stadt gebraucht wird. Es gibt sie in Vollzeit und in Teilzeit, sie lässt sich also auch mit Betreuungsaufgaben verbinden. Besonders geeignet ist sie für Quereinsteigende, die bereits gemerkt haben, dass ihnen Beratung, Ordnung im Sortiment und Tempo im Tagesgeschäft liegen. Weniger passend ist der Weg für alle, die eine überwiegend sitzende Bürotätigkeit suchen oder auf feste Bürozeiten ohne Samstagsarbeit angewiesen sind.
- Quereinsteigende ohne Berufsabschluss, die einen anerkannten Abschluss mit breiter Nachfrage suchen
- Menschen mit Erfahrung als Aushilfe oder Ungelernte im Handel, die den Abschluss nachholen wollen
- Personen mit Betreuungsaufgaben, für die eine Teilzeitvariante dokumentiert ist
- Weniger geeignet für alle, die eine sitzende Bürotätigkeit ohne Samstagsdienst und ohne körperliche Belastung suchen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die Träger verlangen überwiegend gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, gesundheitliche Eignung für eine überwiegend stehende Tätigkeit und ein erkennbares Interesse an Kundenkontakt. Ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss wird häufig erwartet, Ausnahmen sind in Abstimmung mit dem Kostenträger möglich. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt — die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, weil Beratung und Kassenabwicklung sprachlich sicher laufen müssen
- Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss, Ausnahmen in Abstimmung mit dem Kostenträger möglich
- Gesundheitliche Eignung für eine überwiegend stehende Tätigkeit mit Heben und Tragen
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über rund 20 Monate mit betrieblichen Praxisphasen
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
20 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören bei dieser Umschulung zum Regelfall, weil der Verkaufsalltag nur im laufenden Geschäft geübt werden kann. Eine feste Dauer ist nicht vorgegeben; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest und stimmt sie mit dem Praxisbetrieb ab.
Vor der Abschlussprüfung steht in der Regel eine Zwischenprüfung, die den Lernstand feststellt und nicht über das Bestehen entscheidet. Der Bildungsträger meldet dazu an; Termin und Form richten sich nach der zuständigen Kammer.
Die Abschlussprüfung umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zum Verkauf, zur Warenwirtschaft und zur Wirtschafts- und Sozialkunde sowie einen praktischen Teil in Form eines fallbezogenen Fachgesprächs, in dem eine Verkaufssituation bearbeitet wird. Die genaue Aufteilung und Gewichtung regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Offizieller Abschluss: Anerkannter Berufsabschluss Verkäufer / Verkäuferin nach § 37 Berufsbildungsgesetz mit Prüfungszeugnis der Kammer..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil es sich um eine Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss handelt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation sowie von der Arbeitsmarktlage ab — eine Zusage vorab gibt es nicht. Die Kosten liegen teilweise über 10.000 Euro; den verbindlichen Preis nennt der Träger. Neben dem Bildungsgutschein kommen je nach Situation Leistungen zum Lebensunterhalt sowie Zuschüsse zu Fahrt- und Betreuungskosten in Betracht.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
In den letzten 365 Tagen sind 154.681 offene Stellen zum Beruf erfasst – der höchste Wert unter den kaufmännischen Umschulungsberufen in unserer Auswertung. Sie verteilen sich über nahezu jede Region und über Betriebsformen vom Fachgeschäft bis zum Lebensmittelhandel; ein Umzug ist selten nötig. Zur Einordnung gehört, dass hohe Stellenzahlen im Handel auch mit Fluktuation und Teilzeit zu tun haben.
Tarifverträge im Einzelhandel sichern Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Viele Verkäufer stocken später zum Kaufmann im Einzelhandel auf.
- Einstieg: ca. 25.000–29.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 29.000–36.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 37.000–46.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Kundenberatung und Verkaufsgespräch auf der Fläche, Kassieren, Abrechnung und Bearbeitung von Zahlungsarten, Warenannahme, Einbuchung und Nachschub aus dem Lager, Warenpräsentation, Zweitplatzierung und Aktionsaufbau, Preisauszeichnung und Kontrolle der Kennzeichnungspflichten, Reklamations- und Umtauschbearbeitung, Mitwirkung an Inventur und Bestandskontrolle
- Typische Arbeitgeber: Lebensmitteleinzelhandel und Vollsortimenter, Discounter und Filialisten des Non-Food-Bereichs, Inhabergeführte Fachgeschäfte und Fachmärkte, Drogerie- und Gesundheitsfachhandel, Bau- und Gartenfachmärkte, Bekleidungs- und Sportfachhandel, Verkaufsstellen in Bahnhöfen, Tankstellen und Flughäfen
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Kundenberatung und Verkaufsgespräch auf der Fläche
- Kassieren, Abrechnung und Bearbeitung von Zahlungsarten
- Warenannahme, Einbuchung und Nachschub aus dem Lager
- Warenpräsentation, Zweitplatzierung und Aktionsaufbau
- Preisauszeichnung und Kontrolle der Kennzeichnungspflichten
- Reklamations- und Umtauschbearbeitung
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für die Umschulung zum Verkäufer einen Schulabschluss?
Die Angebote nennen überwiegend einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss als Erwartung, formal ist er für die Zulassung zur Kammerprüfung über eine Umschulung jedoch keine zwingende Bedingung. Mehrere Träger weisen ausdrücklich darauf hin, dass Ausnahmen in Abstimmung mit dem Kostenträger möglich sind. Wichtiger sind in der Praxis gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, weil Beratung, Kassenabwicklung und Prüfung sprachlich sicher laufen müssen.
Wie lange dauert die Umschulung und gibt es Teilzeit?
Die belegte Laufzeit der Angebote liegt bei rund 20 Monaten. Dokumentiert sind sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitvarianten, was diesen Beruf von vielen anderen kaufmännischen Umschulungen unterscheidet, die ausschließlich in Vollzeit angeboten werden. In Teilzeit verlängert sich die Gesamtdauer entsprechend. Als Unterrichtsformen sind Präsenzunterricht und hybride Formate erfasst, reine Fernangebote nicht.
Welchen Abschluss bekomme ich und wer prüft?
Sie erwerben den anerkannten Berufsabschluss Verkäufer beziehungsweise Verkäuferin nach § 37 Berufsbildungsgesetz. Geprüft wird vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer, nicht vom Bildungsträger — das Prüfungszeugnis stammt entsprechend von der Kammer. Dieser Abschluss ist bundesweit gültig und derselbe, den auch Auszubildende im dualen System erhalten. Ein trägerinternes Zertifikat kann zusätzlich ausgestellt werden, ersetzt die Kammerprüfung aber nicht.
Muss ich ein Praktikum machen und wer sucht den Betrieb?
Betriebliche Praxisphasen gehören bei dieser Umschulung zum Regelfall, weil sich Verkaufsroutine, Kassenpraxis und Warenwirtschaft nur im laufenden Betrieb aufbauen lassen. Eine feste Dauer ist in den Angeboten nicht hinterlegt. Ob der Träger Praxisplätze vermittelt oder ob Sie selbst suchen, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter — klären Sie das vor der Anmeldung, weil es über Ihren Zeitaufwand mitentscheidet.
Wie stehen die Chancen auf eine Stelle nach dem Abschluss?
Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 154.681 offene Stellen erfasst, verteilt über nahezu alle Regionen und Betriebsformen. Das ist der höchste Nachfragewert unter den kaufmännischen Umschulungen in unserer Auswertung. Eine Übernahmegarantie ergibt sich daraus nicht, aber die regionale Abhängigkeit ist geringer als in vielen anderen Berufen. Häufig entsteht die Anschlussstelle aus dem Praxisbetrieb der Umschulung heraus.
Was kostet die Umschulung und kann sie gefördert werden?
In den Angeboten ist teils ein Kostenrahmen über 10.000 Euro hinterlegt, teils gar keine Preisangabe — den verbindlichen Preis nennt der Träger. Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei Umschulungen ein realistischer Weg, jedoch immer eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Geprüft werden unter anderem die arbeitsmarktliche Notwendigkeit und die AZAV-Zulassung der Maßnahme. Eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern.
Kann ich später auf Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel aufstocken?
Der Abschluss Verkäufer/Verkäuferin ist auf einen zweijährigen Ausbildungsberuf ausgerichtet und gilt als anschlussfähig zum dreijährigen Beruf Kaufmann beziehungsweise Kauffrau im Einzelhandel. In der Praxis läuft das über ein zusätzliches drittes Jahr, das auf dem bereits erworbenen Abschluss aufbaut. Ob und in welcher Form das in Ihrem Fall möglich ist, hängt von der zuständigen Kammer und von der Bereitschaft eines Betriebs ab — klären Sie es rechtzeitig vor Ende der Umschulung.