Umschulung Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement
Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement, Fachrichtung Großhandel, stehen zwischen Herstellern und gewerblichen Abnehmern. Sie kaufen in großen Mengen ein, lagern und disponieren die Ware und verkaufen sie an Handwerk, Industrie, Einzelhandel und Gastronomie.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement, Fachrichtung Großhandel, stehen zwischen Herstellern und gewerblichen Abnehmern. Sie kaufen in großen Mengen ein, lagern und disponieren die Ware und verkaufen sie an Handwerk, Industrie, Einzelhandel und Gastronomie. Der Alltag: Bedarfe in Angebote übersetzen, Preise kalkulieren, Bestellungen auslösen, Liefertermine überwachen. Dazu Sortimentsarbeit und Abwicklung mit Versand, Frachtpapieren, Zoll und Reklamationen. Kalkulationssicherheit ist zentral: Bezugspreise, Rabattstaffeln, Skonti und Frachtkosten entscheiden über die Marge. Die zweite Fachrichtung, Außenhandel, verlagert den Schwerpunkt ins internationale Geschäft.
Der Berufsname schreckt viele ab — „Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement“ klingt nach BWL-Studium. Es ist ein normaler dualer Ausbildungsberuf; kaufmännischen Vorlauf setzen die Anbieter nicht voraus. Was zählt, ist Sorgfalt: ein falsch erfasster Auftrag kostet Geld. Kalkulation und Rechnungswesen gehören zur Prüfung. Rund 24 Monate sind lang — lass dir vorher schriftlich geben, welche Kammer prüft und wie das Praktikum läuft.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Großhandelsgeschäft und rechtliche Grundlagen (8 Wochen) – Der Einstieg klärt, welche Funktion der Großhandel überhaupt erfüllt und warum Hersteller und Abnehmer ihn bezahlen: Mengenausgleich, Lagerhaltung, Sortimentsbildung und Beratung. Dazu kommt der rechtliche Rahmen des Geschäfts zwischen Kaufleuten, der sich vom Verkauf an Privatpersonen unterscheidet. Inhalte: Stellung des Großhandels in der Wertschöpfungskette, Betriebsformen, Sortimentspolitik und Handelsfunktionen, Kaufvertragsrecht und Störungen im Kaufvertrag, Handelsrechtliche Besonderheiten im Geschäft zwischen Unternehmen.
- Modul 2: Beschaffung, Lieferantenmanagement und Verhandlung (9 Wochen) – Im Großhandel entsteht der Ertrag zu einem großen Teil im Einkauf. Das Modul behandelt den rechnerischen Angebotsvergleich einschließlich Fracht, Skonto und Rabatten sowie die Frage, wie man Konditionen verhandelt und Lieferanten systematisch bewertet. Inhalte: Bedarfsermittlung und Bestellmengenplanung, Angebotsvergleich mit Bezugspreiskalkulation, Rahmenverträge, Konditionen und Rabattstaffeln, Lieferantenbewertung und Zweitquellenstrategie, Verhandlungsvorbereitung und Gesprächsführung im Einkauf.
- Modul 3: Vertrieb, Kundenbetreuung und Angebotsbearbeitung (9 Wochen) – Der Vertriebsinnendienst ist die häufigste Einstiegsposition nach dieser Umschulung. Das Modul trainiert die Bearbeitung von Anfragen bis zum Auftrag, die Kalkulation belastbarer Verkaufspreise und den Umgang mit Reklamationen, die im Geschäft zwischen Unternehmen anders verlaufen als im Endkundengeschäft. Inhalte: Auftragsannahme und Angebotserstellung im Innendienst, Betreuung gewerblicher Stammkunden, Verkaufspreiskalkulation und Preisuntergrenzen, Reklamations- und Gutschriftenbearbeitung, Zusammenarbeit von Innen- und Außendienst.
- Modul 4: Lagerwirtschaft, Disposition und Logistik (8 Wochen) – Ohne funktionierende Disposition steht der Großhandel still. Behandelt werden die Steuerung von Beständen über Kennzahlen, die Wahl von Bestellzeitpunkten und die logistische Abwicklung bis zum Versand einschließlich der Lieferbedingungen, die Kosten und Risiko zwischen Verkäufer und Käufer verteilen. Inhalte: Lagerkennzahlen, Umschlagshäufigkeit und Kapitalbindung, Dispositionsverfahren und Meldebestände, Wareneingang, Kommissionierung und Versandabwicklung, Transportarten, Incoterms und Frachtkosten, Inventur und Bestandsdifferenzen.
- Modul 5: Rechnungswesen, Kalkulation und Controlling (11 Wochen) – Der rechnerische Kern der Umschulung und der Teil, der die meiste Übung verlangt. Neben der Buchführung steht die Handelskalkulation im Mittelpunkt: Welche Spanne bleibt nach Fracht, Rabatt und Skonto, und ab welchem Preis ist ein Auftrag nicht mehr sinnvoll? Die umsatzsteuerliche Behandlung von Lieferungen ins Ausland ist hier ein eigener, prüfungsrelevanter Punkt. Inhalte: Buchführung und laufende Geschäftsvorfälle im Handel, Handelskalkulation vom Bezugs- zum Verkaufspreis, Umsatzsteuer, innergemeinschaftliche Lieferungen und Ausfuhr, Deckungsbeitrag, Handelsspanne und Artikelerfolgsrechnung, Auswertung von Kunden- und Artikeldeckungsbeiträgen.
- Modul 6: Außenhandel, Zoll und internationale Abwicklung (7 Wochen) – Auch in der Fachrichtung Großhandel gehört Grundwissen zum Außenhandel dazu, weil Lieferketten selten an der Landesgrenze enden. Das Modul behandelt Zollabwicklung, Dokumente und Zahlungssicherung – Themen, die in der Fachrichtung Außenhandel vertieft werden. Inhalte: Grundlagen des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, Zollanmeldung, Warentarifnummern und Ursprungsnachweise, Zahlungsbedingungen und Sicherungsinstrumente im Auslandsgeschäft, Dokumente im Export- und Importgeschäft, Länderrisiken und Währungsfragen.
- Modul 7: Warenwirtschaftssystem, Datenarbeit und Bürokommunikation (7 Wochen) – Der Alltag im Großhandel spielt sich im Warenwirtschaftssystem ab. Das Modul verbindet die Systemarbeit mit sauberer Stammdatenpflege – schlechte Stammdaten sind eine der häufigsten Fehlerquellen – und mit der Auswertung von Verkaufsdaten in der Tabellenkalkulation. Inhalte: Arbeiten im ERP- beziehungsweise Warenwirtschaftssystem, Artikel-, Kunden- und Lieferantenstammdaten pflegen, Auswertungen mit der Tabellenkalkulation, Kaufmännischer Schriftverkehr und Angebotsunterlagen.
- Modul 8: Praxisphase im Betrieb und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Zum Schluss wird der Stoff an durchgehenden Geschäftsvorgängen zusammengeführt und auf die IHK-Prüfung ausgerichtet. In diesem Abschnitt liegt in der Regel die betriebliche Praxisphase, aus der auch die Grundlage für den mündlichen Prüfungsteil entsteht. Umfang und Lage bestimmt der Bildungsträger. Inhalte: Betriebliche Praxisphase im Großhandels- oder Distributionsbetrieb, Bearbeitung eines eigenen Aufgabengebiets, Vorbereitung des mündlichen Prüfungsteils, Prüfungssimulationen zu den schriftlichen Bereichen, Wiederholung von Kalkulation, Recht und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Lernziele:
- Der Abschluss ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit IHK-Prüfung und wird branchenübergreifend gelesen – vom Baustoffhandel bis zum Pharmagroßhandel.
- Mit 6.000 in 365 Tagen erfassten Stellenangeboten ist eine stetige, breit gestreute Nachfrage belegt, die nicht von einer einzelnen Branche abhängt.
- Der Beruf verbindet Vertrieb, Einkauf und Logistik – wer aus dem Lager oder der Kommissionierung kommt, kann vorhandene Warenkenntnis unmittelbar einbringen.
- 64 Anbieter mit 370 Terminen und Angeboten in Vollzeit wie in Teilzeit machen es realistisch, einen zur eigenen Lebenssituation passenden Start zu finden.
- Die Qualifikation öffnet mehrere Anschlusswege: Vertriebsinnendienst, strategischer Einkauf, Disposition oder später eine Fachwirt-Fortbildung.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die kaufmännisch arbeiten wollen, ohne den Bezug zu realen Waren und Lieferketten zu verlieren. Großhandel ist Sachbearbeitung mit Warenbezug: Wer gerne disponiert, verhandelt und Termine im Blick behält, findet hier ein Feld, das weniger überlaufen ist als der Einzelhandel und mehr Spielraum bietet als reine Bürotätigkeiten. 64 Anbieter führen die Umschulung durch, in Vollzeit wie in Teilzeit. Weniger passend ist der Weg für Menschen, die ausschließlich Endkundenkontakt suchen – der Großhandel verkauft an Betriebe, nicht an Privatpersonen.
- Umsteigende ohne kaufmännischen Abschluss, die eine warenbezogene Sachbearbeitung mit Kundenkontakt suchen
- Beschäftigte aus Lager, Logistik oder Kommissionierung, die vom Umschlag in die Disposition und den Innendienst wechseln wollen
- Menschen mit Interesse an Verhandlung, Kalkulation und Lieferantenbeziehungen statt an reiner Beratung am Endkunden
- Weniger geeignet für alle, die ausschließlich mit Privatkundschaft arbeiten möchten
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden angemessene Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC; kaufmännische Vorkenntnisse, etwa aus praktischer Berufserfahrung, sind hilfreich, aber keine Bedingung. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Angemessene Deutschkenntnisse in Wort und Schrift laut den Zugangstexten der Anbieter
- Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC, insbesondere Textverarbeitung und Tabellenkalkulation
- Kaufmännische Vorerfahrung ist hilfreich, aber ausdrücklich keine Bedingung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über rund 24 Monate sowie ein Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Eine betriebliche Praxisphase in einem Großhandels- oder Distributionsbetrieb gehört zu dieser Umschulung, weil Disposition, Lagerabläufe und Kundenbetreuung im Klassenraum nur simuliert werden können. Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest; bei einer belegten Gesamtlaufzeit von 744 Tagen sind mehrmonatige Praxisabschnitte die übliche Bauform.
Die Abschlussprüfung ist in diesem Beruf gestreckt angelegt: Ein vorgezogener erster Teil prüft die Grundlagen aus Beschaffung, Lagerwirtschaft und Vertrieb und geht bereits in das Gesamtergebnis ein. Wie er bei Umschulungen terminiert wird, regelt die zuständige Kammer.
Der zweite Teil umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zu den Geschäftsprozessen im Groß- und Außenhandel, zur kaufmännischen Steuerung und Kontrolle sowie zur Wirtschafts- und Sozialkunde, dazu einen mündlichen Teil, in dem Sie eine betriebliche Fachaufgabe darstellen und begründen. Maßgeblich sind Zuschnitt und Termine nach der Prüfungsordnung der zuständigen Industrie- und Handelskammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK). Offizieller Abschluss: Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement (IHK) – ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter Berufsabschluss. Die Bildungsträger stellen laut unseren Daten zusätzlich ein eigenes Zertifikat beziehungsweise eine Teilnahmebescheinigung aus; für den Arbeitsmarkt zählt das Prüfungszeugnis der Kammer..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Die Kosten liegen meist über 10.000 €, vereinzelt bei bis zu 500 €; den verbindlichen Preis nennt der Träger auf Anfrage. Für bereits Beschäftigte kommt je nach Konstellation eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Betracht.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
In den zurückliegenden 365 Tagen wurden 6.000 Stellenangebote zu diesem Beruf erfasst. Keine Rekordzahl, aber stetige Nachfrage über viele Branchen und Betriebsgrößen: Sanitär- und Elektrogroßhandel, Baustoffe, Lebensmittel, technische Industrieteile und Pharma suchen dieselbe Grundqualifikation. Sortimentskenntnis entsteht nur im Betrieb, wählen Sie die Praxisphase also in Ihrer Zielbranche. Angebotsseitig: 64 Anbieter, 68 Angebote, 370 Termine.
Großhandelsunternehmen mit Tarifvertrag bieten geregelte Entgeltstrukturen. Spezialisierung auf internationalen Einkauf oder B2B-Key-Accounting steigert das Gehaltsniveau.
- Einstieg: ca. 31.000–37.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 38.000–49.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 53.000–67.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Vertriebsinnendienst mit Angebots- und Auftragsbearbeitung für gewerbliche Kunden, Operativer und strategischer Einkauf einschließlich Konditionsverhandlung, Disposition, Bestandsführung und Sortimentspflege, Versand- und Frachtabwicklung, Reklamations- und Gutschriftenbearbeitung, Kalkulation von Verkaufspreisen und Auswertung von Deckungsbeiträgen, Export- und Zollabwicklung im grenzüberschreitenden Geschäft, Stammdatenpflege und Auswertungen im Warenwirtschaftssystem
- Typische Arbeitgeber: Sanitär-, Heizungs- und Elektrogroßhandel, Baustoff- und Holzhandel, Lebensmittel- und Getränkegroßhandel sowie Gastronomiebelieferung, Technischer Handel für Industriebedarf, Werkzeuge und Antriebstechnik, Pharma- und Medizinproduktegroßhandel, Verpackungs- und Bürobedarfsdistribution, Herstellerbetriebe mit eigener Vertriebs- und Distributionsorganisation
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Vertriebsinnendienst mit Angebots- und Auftragsbearbeitung für gewerbliche Kunden
- Operativer und strategischer Einkauf einschließlich Konditionsverhandlung
- Disposition, Bestandsführung und Sortimentspflege
- Versand- und Frachtabwicklung, Reklamations- und Gutschriftenbearbeitung
- Kalkulation von Verkaufspreisen und Auswertung von Deckungsbeiträgen
- Export- und Zollabwicklung im grenzüberschreitenden Geschäft
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum heißt der Beruf „Groß- und Außenhandelsmanagement“ und was bedeutet die Fachrichtung Großhandel?
Der Beruf trägt seit der Neuordnung diesen Namen; früher hieß er Kaufmann beziehungsweise Kauffrau im Groß- und Außenhandel. Er hat zwei Fachrichtungen: Großhandel mit Schwerpunkt auf Beschaffung, Lager und Absatz an gewerbliche Kunden im Inland, und Außenhandel mit Schwerpunkt auf internationalen Geschäften, Zoll und Auslandszahlungsverkehr. In unseren Daten weisen manche Angebotstitel die Fachrichtung Großhandel ausdrücklich aus, andere Abschlusstexte nennen nur den Berufsnamen ohne Fachrichtung. Fragen Sie deshalb vor der Anmeldung nach, welche Fachrichtung im konkreten Angebot geprüft wird.
Brauche ich kaufmännische Vorkenntnisse?
Nein. Eine Umschulung setzt keinen Berufsabschluss voraus, und die Anbieter formulieren kaufmännische Vorerfahrung in ihren Zugangstexten ausdrücklich als hilfreich, nicht als Bedingung. Genannt werden angemessene Deutschkenntnisse in Wort und Schrift und Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC. Wer aus Lager, Kommissionierung oder Auslieferung kommt, bringt Warenkenntnis mit, die im Unterricht sofort nützlich ist.
Wie lange dauert die Umschulung und ist Teilzeit möglich?
Die belegte Laufzeit liegt bei 744 Tagen, also rund 24 Monaten. Unsere Auswertung dokumentiert sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote sowie Präsenzunterricht, Blended Learning und kombinierte Lernformen. Die Teilzeitvariante verlängert die Gesamtdauer, senkt aber die wöchentliche Belastung und ist für Menschen mit Betreuungsaufgaben oft die einzige realistische Option.
Welchen Abschluss erhalte ich und wer prüft?
Sie legen die Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer ab. In unseren Daten ist bei allen Angeboten eine Kammerprüfung hinterlegt, ergänzt um ein Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Der Abschluss ist ein nach dem Berufsbildungsgesetz anerkannter Ausbildungsberuf; für Bewerbungen zählt das Prüfungszeugnis der Kammer, das Trägerdokument ist eine Ergänzung und kein Ersatz.
Worin unterscheidet sich der Großhandel vom Einzelhandel?
Sie verkaufen an Betriebe statt an Privatpersonen. Das verändert fast alles: größere Mengen, längere Kundenbeziehungen, verhandelte Konditionen statt fester Ladenpreise, Rechnungskauf statt Kasse und in aller Regel Bürozeiten statt Spätdiensten und Samstagsarbeit. Fachlich verschiebt sich der Schwerpunkt von der Beratung am Endkunden hin zu Kalkulation, Disposition und Terminverfolgung.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
In unseren Daten ist bei einem Teil der Angebote kein Preis hinterlegt, bei anderen liegt der Kostenrahmen über 10.000 Euro; vereinzelt sind auch Angebote bis 500 Euro erfasst, bei denen es sich der Größenordnung nach nicht um eine vollständige Umschulung handeln dürfte. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei Umschulungen ein realistischer Förderweg, die Bewilligung bleibt eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Klären Sie Preis und Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich nach dem Abschluss?
Der Abschluss ist der Einstieg, nicht das Ende. Üblich sind Wege in die Verantwortung für ein Sortiment oder einen Kundenkreis, in den strategischen Einkauf oder in die Disposition. Als Aufstiegsfortbildung schließen der Handelsfachwirt und der Fachwirt für Außenwirtschaft an; sie setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung und in der Regel Berufspraxis voraus und werden nicht über den Bildungsgutschein, sondern über das Aufstiegs-BAföG gefördert.