FEM-Entwickler Weiterbildung: eigener Solver
Entwicklung eigener FEM-Solver: mathematische Grundlagen, Modellierung, Implementierung numerischer Löser und Ergebnisvisualisierung in Python, C++ und MATLAB.
Auf einen Blick
Überblick
Diese Weiterbildung richtet sich an alle, die Finite-Elemente-Software nicht nur bedienen, sondern von Grund auf verstehen und selbst programmieren wollen. Statt fertige FEM-Pakete als Blackbox zu nutzen, entwickeln die Teilnehmenden Schritt für Schritt eigene Solver-Bausteine – von der mathematischen Diskretisierung über die Implementierung des Gleichungssystems bis zur Visualisierung der Ergebnisse. Der Kurs schließt mit einem eigenständigen Praxisprojekt, in dem ein funktionsfähiger Mini-FEM-Solver entsteht.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den Angeboten eines einzelnen Anbieters — es ist also kein Anbietervergleich, sondern das erfasste Angebot zu diesem Kurs. Konkrete Preise und Termine nennt der Anbieter im Beratungsgespräch.
Zu diesem Kurs ist bisher ein Anbieter erfasst. Wenn du eine Anfrage stellst, prüfen wir zusätzlich vergleichbare Kurse anderer Anbieter.
1
an 2 Standorten
1
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
0
an 4 erfassten Orten
3 Bundesländer
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinterne Teilnahmebescheinigung (Praxisprojekt)
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein · Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein · Qualifizierungschancengesetz
Lernformen
- Combined Learning100 %
Zeitmodelle
- Vollzeit100 %
Gemeldete Preisgruppen
- 1.000–5.000 €11×
Häufige Kursorte
- Sylt3×
- Norderstedt3×
- Bergisch Gladbach3×
- Kassel2×
Bundesländer
- Schleswig-Holstein6×
- Nordrhein-Westfalen3×
- Hessen2×
Vermittelte Kompetenzen
- Finite-Elemente-Methode
- Python
- C++
- MATLAB
- Solver-Entwicklung
- Numerische Lösungsverfahren
- FEM-Modellierung
- Ergebnisvisualisierung
Zugeordnete Zielberufe
- Forschungs- und Entwicklungsingenieur/Forschungs- und Entwicklungsingenieurin1.033 Stellen/12 Mon.
- Embedded-Systems-Entwickler/Embedded-Systems-Entwicklerin370 Stellen/12 Mon.
- Entwickler/Entwicklerin für Datenvisualisierung40 Stellen/12 Mon.
- Interfacedesigner/Interfacedesignerin15 Stellen/12 Mon.
Datenbasis: 59 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Einführung in die FEM-Entwicklung Der Einstieg klärt, was einen Entwickler von einem reinen Anwender unterscheidet, und legt das mathematische Fundament für alles Weitere.
- Grundlagen der Finite-Elemente-Methode und ihre historische Herleitung aus der Kontinuumsmechanik
- Aufbau und Funktionsweise kommerzieller wie selbstgeschriebener FEM-Systeme im Vergleich
- Abgrenzung der Rollen Anwender, Analytiker und Entwickler in der Praxis
- Mathematische Grundlagen: Diskretisierung von Kontinua, gängige Elementtypen, Freiheitsgrade pro Knoten
- Überblick über die für FEM-Entwicklung relevanten Programmiersprachen Python, C++ und MATLAB
- Struktur eines typischen Solver-Systems von der Eingabe bis zur Ausgabe
- Anwendungsfelder in Mechanik, Thermik und Dynamik als roter Faden für die folgenden Module
Modul 2 – FEM-Modellierung und Datenstrukturen Hier steht die Frage im Zentrum, wie aus einer realen Geometrie ein rechenbares numerisches Modell wird.
- Aufbau eines FEM-Modells aus Geometrie, Vernetzung und Materialdaten
- Implementierung von Knotendaten, Elementmatrizen und Steifigkeiten in Code
- Umgang mit Randbedingungen und Lastdefinitionen im Datenmodell
- Vernetzungsstrategien und Ansätze zur Netzoptimierung
- Verwaltung und Strukturierung von Ergebnisgrößen wie Spannungen, Verformungen und Energie
- Parametrisierung und Automatisierung von FEM-Eingabedaten für wiederkehrende Berechnungen
- Schnittstellen zwischen selbstentwickeltem Code und bestehenden CAD- beziehungsweise Simulationssystemen
Modul 3 – Solver-Entwicklung und Berechnung Im Kern der Weiterbildung entsteht die eigentliche Rechenlogik: das Herzstück jedes FEM-Programms.
- Aufbau des globalen Gleichungssystems aus den Elementbeiträgen
- Nutzung direkter und iterativer numerischer Lösungsverfahren im Vergleich
- Implementierung linearer und nichtlinearer Analysen
- Stabilitäts- und Eigenwertberechnungen als Erweiterung der Grundlösung
- Integration von Materialgesetzen für elastisches, plastisches und thermisches Verhalten
- Performance-Optimierung und Speicherverwaltung bei großen Gleichungssystemen
- Validierung eigener Solver-Ergebnisse anhand analytischer Referenzmodelle und Testfälle
Modul 4 – Visualisierung und Ergebnisanalyse Ein Solver ist erst nützlich, wenn seine Ergebnisse verständlich aufbereitet werden – dieses Modul macht Zahlen sichtbar.
- Darstellung von FEM-Ergebnissen in zwei- und dreidimensionaler Form
- Erstellung von Farbplots, Deformationsbildern und Diagrammen aus Rohdaten
- Nutzung von Python, ParaView oder Matplotlib zur systematischen Visualisierung
- Vergleich analytischer und numerischer Ergebnisse zur Plausibilitätsprüfung
- Automatische Berichtserstellung und Protokollierung von Berechnungsläufen
- Export der Ergebnisse in gängige Formate wie CSV, VTK oder Excel
- Interpretation der Ergebnisse im Hinblick auf Modellvalidierung und Optimierungspotenzial
Praxisblock – Eigener Mini-FEM-Solver Das Abschlussprojekt bündelt alle Module zu einem vollständigen, selbst geschriebenen Werkzeug.
- Entwicklung eines eigenen Mini-FEM-Solvers von Grund auf
- Implementierung einer einfachen Strukturanalyse für Balken-, Platten- oder Rahmenmodelle
- Definition eigener Randbedingungen und Lastfälle für das Testmodell
- Aufbau des zugehörigen Gleichungssystems im selbst geschriebenen Code
- Wahl und Implementierung eines passenden Lösungsverfahrens
- Systematischer Vergleich der eigenen Ergebnisse mit denen etablierter Standardsoftware
- Fehleranalyse bei Abweichungen zwischen eigenem Solver und Referenzlösung
- Visualisierung der berechneten Spannungen und Verformungen
- Dokumentation des Codes und der getroffenen Modellierungsentscheidungen
- Erstellung eines strukturierten Abschlussberichts mit Code, Ergebnissen und Diskussion
- Vorbereitung einer Präsentation der eigenen Lösung
- Feedbackrunde zur kritischen Einordnung von Stärken und Grenzen des eigenen Solvers
Über die vier Kernmodule hinaus zieht sich der Gedanke der Nachvollziehbarkeit durch den gesamten Kurs: Jede Formel, die eingeführt wird, landet unmittelbar danach als Codezeile im eigenen Projekt. Dieser enge Bezug zwischen Theorie und Implementierung unterscheidet die Weiterbildung von reinen Softwareschulungen, die sich auf die Bedienung fertiger Programme beschränken. Am Ende des Praxisprojekts steht ein lauffähiger, selbst geschriebener Solver, der zwar nicht mit kommerzieller Software konkurrieren soll, aber ein tiefes Verständnis dafür vermittelt, was im Inneren jeder FEM-Anwendung tatsächlich passiert – Wissen, das bei der Fehlersuche, der Bewertung von Simulationsergebnissen und der Erweiterung bestehender Berechnungswerkzeuge im Berufsalltag unmittelbar zum Tragen kommt.
Lernziele:
- Den Unterschied zwischen FEM-Anwender, FEM-Analytiker und FEM-Entwickler klar einordnen können
- Die mathematischen Grundlagen der Finite-Elemente-Methode – Diskretisierung, Elementtypen, Freiheitsgrade – sicher beherrschen
- Den strukturellen Aufbau eines typischen FEM-Solver-Systems nachvollziehen und selbst nachbauen können
- Ein FEM-Modell aus Geometrie, Vernetzung und Materialdaten eigenständig aufbauen
- Knotendaten, Elementmatrizen und Steifigkeitsmatrizen programmiertechnisch umsetzen
- Randbedingungen und Lastfälle korrekt in ein numerisches Modell überführen
- Das globale Gleichungssystem einer FEM-Berechnung aufstellen und lösen
- Direkte und iterative numerische Lösungsverfahren gegenüberstellen und gezielt einsetzen
- Lineare und nichtlineare Analysen sowie Stabilitäts- und Eigenwertberechnungen umsetzen
- Materialgesetze für elastisches, plastisches und thermisches Verhalten in einen Solver integrieren
- FEM-Ergebnisse mit Python-Werkzeugen wie Matplotlib oder ParaView visualisieren und interpretieren
- Einen eigenen Solver anhand von Referenzmodellen validieren und dessen Ergebnisse kritisch einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung wendet sich an technisch versierte Fachkräfte, die von der reinen Anwendung hin zur Entwicklung eigener Berechnungswerkzeuge wechseln möchten. Angesprochen sind sowohl Ingenieurinnen und Ingenieure mit Berufserfahrung als auch technische Fachkräfte mit praktischem Hintergrund.
- Diplomingenieurinnen und Diplomingenieure, die ihre Simulationskompetenz vertiefen wollen
- Konstrukteurinnen und Konstrukteure sowie technische Zeichnerinnen und Zeichner mit Interesse an numerischer Berechnung
- Techniker und Produktdesignerinnen, die FEM-Ergebnisse künftig selbst nachvollziehen und prüfen möchten
- Werkzeugmacherinnen und Industriemechaniker mit Ambition Richtung Berechnung und Simulation
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus anderen technischen Branchen mit Programmiergrundkenntnissen
Da im Kurs eigener Code entsteht, sind Grundkenntnisse einer der genannten Programmiersprachen Python, C++ oder MATLAB hilfreich, auch wenn sie im Kursverlauf vertieft werden. Ein technisches oder ingenieurwissenschaftliches Grundverständnis für Mechanik, Statik oder Werkstoffkunde erleichtert den Einstieg in die mathematischen Herleitungen erheblich. Mitgebracht werden sollte zudem die Bereitschaft, sich analytisch und mit Ausdauer in mathematische Zusammenhänge einzuarbeiten, da die Solver-Entwicklung an mehreren Stellen abstraktes Denken erfordert.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert theoretische Herleitungen mit unmittelbarer praktischer Umsetzung am eigenen Rechner im Combined-Learning-Format, das Präsenz- und Onlinephasen verbindet. Vollzeit angelegt, wechseln sich fachliche Inputs zu mathematischen und numerischen Grundlagen mit Programmierübungen ab, in denen das Gelernte sofort in eigenen Code umgesetzt wird. Das durchgängige Praxisprojekt sorgt dafür, dass jedes Modul unmittelbar am eigenen Solver angewendet und vertieft wird, statt isoliert stehen zu bleiben.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit durchgeführt und gliedert sich in vier fachliche Module sowie ein abschließendes Praxisprojekt. Der modulare Aufbau erlaubt eine klare Orientierung von den mathematischen Grundlagen über die Modellierung bis zur eigenständigen Solver-Entwicklung. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf der praktischen Implementierungsphase, in der das erlernte Wissen in lauffähigen Code überführt wird.
Zum Abschluss der Weiterbildung liegt keine gesonderte externe Prüfung oder Zertifizierung vor; maßgeblich ist die erfolgreiche Durchführung und Dokumentation des eigenen Praxisprojekts inklusive Abschlussbericht und Präsentation. Die konkrete Ausgestaltung der Teilnahmebestätigung obliegt dem jeweiligen Kursanbieter.
Nutzen & Perspektiven
Wer FEM-Software im Berufsalltag nutzt, ohne ihre innere Funktionsweise zu verstehen, stößt bei ungewöhnlichen Ergebnissen, Konvergenzproblemen oder der Bewertung von Simulationsqualität schnell an Grenzen. Diese Weiterbildung schließt genau diese Lücke, indem sie den Blick hinter die Kulissen kommerzieller Software öffnet und ein belastbares Verständnis für Diskretisierung, Gleichungssysteme und numerische Lösungsverfahren vermittelt. Der direkte Bezug zwischen mathematischer Theorie und eigener Implementierung sorgt dafür, dass das Gelernte nicht abstrakt bleibt, sondern unmittelbar in einem funktionierenden Solver mündet. Diese Erfahrung stärkt nicht nur das technische Verständnis, sondern auch die Fähigkeit, Ergebnisse fremder Simulationssoftware kritisch zu hinterfragen und methodische Schwächen frühzeitig zu erkennen. Für den beruflichen Alltag in Berechnung, Simulation und Produktentwicklung bedeutet das einen klaren Vorteil: Wer versteht, wie ein FEM-Solver intern arbeitet, kann Modellierungsentscheidungen fundierter treffen, Fehlerquellen gezielter eingrenzen und im Team überzeugender argumentieren, wenn es um die Plausibilität von Simulationsergebnissen geht.
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Forschungs- und Entwicklungsingenieur/Forschungs- und Entwicklungsingenieurin1.033 Stellen
- Embedded-Systems-Entwickler/Embedded-Systems-Entwicklerin370 Stellen
- Entwickler/Entwicklerin für Datenvisualisierung40 Stellen
- Interfacedesigner/Interfacedesignerin15 Stellen
Verwandte Kurse & Alternativen
30 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich vorher schon programmieren können?
Grundkenntnisse in Python, C++ oder MATLAB sind hilfreich, da im Kurs eigener Code entsteht. Die konkreten FEM-spezifischen Programmiertechniken werden im Kursverlauf Schritt für Schritt vermittelt.
Worin unterscheidet sich dieser Kurs von einer FEM-Anwenderschulung?
Anwenderschulungen zeigen die Bedienung fertiger Software. Hier entwickeln die Teilnehmenden Solver-Bausteine selbst und verstehen so, was im Inneren einer FEM-Berechnung tatsächlich passiert.
Was entsteht im Praxisprojekt konkret?
Ein eigener Mini-FEM-Solver für einfache Strukturanalysen wie Balken-, Platten- oder Rahmenmodelle, dessen Ergebnisse mit Standardsoftware verglichen und in einem Abschlussbericht dokumentiert werden.
Welche Software beziehungsweise Programmiersprachen kommen zum Einsatz?
Im Fokus stehen Python, C++ und MATLAB für die Solver-Entwicklung sowie Werkzeuge wie Matplotlib oder ParaView für die Visualisierung der Berechnungsergebnisse.
Für wen ist die Weiterbildung nicht geeignet?
Wer ausschließlich lernen möchte, eine bestehende FEM-Software zu bedienen, ohne sich mit den mathematischen und programmiertechnischen Grundlagen auseinanderzusetzen, ist mit einer reinen Anwenderschulung besser beraten.