Logistik & Schutz
IHK-Prüfung

Umschulung Fachkraft Schutz & Sicherheit

Fachkräfte für Schutz und Sicherheit beurteilen Gefährdungslagen und setzen Schutzmaßnahmen um. Sie erstellen und bewerten Sicherheitskonzepte, kontrollieren Zugänge und Anlagen und bedienen Sicherheits-, Melde- und Videotechnik.

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Dauer24 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzflexibel
Kostenüber 10.000 €auf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*

Überblick

Fachkräfte für Schutz und Sicherheit beurteilen Gefährdungslagen und setzen Schutzmaßnahmen um. Sie erstellen und bewerten Sicherheitskonzepte, kontrollieren Zugänge und Anlagen und bedienen Sicherheits-, Melde- und Videotechnik. Sie dokumentieren Vorfälle rechtssicher, greifen bei Gefahren im Rahmen der gesetzlichen Befugnisse ein, leisten Erste Hilfe und arbeiten im Ernstfall mit Polizei und Feuerwehr zusammen. Rechtliche Grundlagen sind durchgängig zentral: Jedermannsrechte, Hausrecht, Datenschutz und die Grenzen privater Sicherheitstätigkeit.

Das Sicherheitsgewerbe hat viele Anlerntätigkeiten mit niedriger Bezahlung — deshalb der Zweifel, ob eine zweijährige Umschulung sich lohnt. Der Unterschied ist real: mit dem Ausbildungsberuf kommst du in Werkschutz, Objektleitung und Konzeption, nicht nur in den Pförtnerdienst. Rechtskenntnisse sind der Kern, nicht körperliche Präsenz. Ob es in deiner Region ein Angebot gibt, klären wir über die Anfrage mit passenden Trägern; sonst führt der Weg über die IHK-Externenprüfung.

Kursinhalte & Lernziele

  • Modul 1: Rechtliche Grundlagen (14 Wochen) – Der Kern des Berufs: wissen, was erlaubt ist und wo die Befugnisse endgültig enden. Inhalte: Jedermannsrechte, Notwehr, Nothilfe, Hausrecht und Gewerberecht (§ 34a GewO), Straf- und Strafprozessrecht im Überblick, Datenschutz und Videoüberwachung.
  • Modul 2: Sicherheitstechnik und Objektschutz (12 Wochen) – Die Technik und die Routinen, mit denen Objekte tatsächlich geschützt werden. Inhalte: Einbruch-, Brand- und Gefahrenmeldetechnik, Video- und Zutrittskontrollsysteme, Streifen- und Kontrollgänge, Schließmanagement, Objektbegehung und Schwachstellenanalyse.
  • Modul 3: Gefahrenabwehr und Erste Hilfe (10 Wochen) – Handeln im Ereignisfall — von der Deeskalation bis zur geordneten Evakuierung. Inhalte: Brandschutz und Evakuierung, Erste Hilfe und Notfallmanagement, Deeskalation und Konfliktbewältigung, Zusammenarbeit mit Polizei und Rettungsdiensten.
  • Modul 4: Konzeption, Dokumentation und Kundenauftrag (10 Wochen) – Die Aufgaben, die den Ausbildungsberuf von der Anlerntätigkeit trennen. Inhalte: Sicherheitskonzepte erstellen und bewerten, Vorfalldokumentation und Berichtswesen, Dienstplanung und Auftragskalkulation, Kundenkommunikation.
  • Modul 5: Betriebspraktikum und IHK-Prüfung (22 Wochen) – Praxisphase und Prüfungsvorbereitung; die Rechtsfächer entscheiden über das Bestehen. Inhalte: Praxisphase bei einem Sicherheitsdienst oder im Werkschutz, Bearbeitung eines betrieblichen Sicherheitsfalls, Wiederholung der Rechtsfächer, Fachgespräch üben.

Lernziele:

  • Vollständiger Ausbildungsberuf mit IHK-Prüfung statt nur der Sachkundeprüfung nach § 34a GewO
  • Öffnet Werkschutz, Objektleitung und Konzeptionsarbeit statt reiner Bewachung
  • Rechts- und Dokumentationskompetenz ist im Gewerbe knapp und macht schwerer ersetzbar
  • Körperlich moderater Beruf mit klaren Aufstiegswegen zum Meister für Schutz und Sicherheit

Zielgruppe & Voraussetzungen

Erwachsene ohne Berufsabschluss, die im Sicherheitsgewerbe über die reine Bewachung hinaus arbeiten und Verantwortung übernehmen wollen.

  • Sicherheitsmitarbeitende mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, die den vollen Ausbildungsberuf nachholen
  • Quereinsteigende ohne Berufsabschluss mit Interesse an Sicherheits- und Rechtsfragen
  • Menschen, die aus körperlich belastenden Berufen in eine überwachende Tätigkeit wechseln
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 24 Monate in Vollzeit
  • Aufnahmegespräch beim Bildungsträger

Ablauf & Abschluss

24 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeit: 731 Tage

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.

Zwischenprüfung zu rechtlichen Grundlagen und Sicherheitstechnik.

Abschlussprüfung vor der IHK mit schriftlichen Teilen in Sicherheitstechnik, Rechtskunde und Wirtschafts- und Sozialkunde sowie einem Fachgespräch zu einem Sicherheitskonzept.

Prüfende Stelle: IHK- Prüfungsstelle. Offizieller Abschluss: Fachkraft für Schutz und Sicherheit.

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: über 10.000 €.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Nutzen & Perspektiven

Das Sicherheitsgewerbe wächst, hat aber überwiegend angelernte Kräfte; ausgebildete Fachkräfte sind knapp und werden für Werkschutz, Objektleitung und Konzeption gesucht. Kritische Infrastruktur, Luftsicherheit und Veranstaltungsschutz stellen erhöhte Qualifikationsanforderungen. Belegt ist ein Umschulungs-Angebot mit 24 Monaten Laufzeit; die Angebotslage in der Datenbank ist dünn.

Für das Wach- und Sicherheitsgewerbe gilt ein bundesweiter Mindestlohn-Tarifvertrag mit regionalen Unterschieden. Deutlich darüber liegen Werkschutz in Industriebetrieben, Luftsicherheit und Aufgaben mit Führungsverantwortung. Nacht- und Feiertagszuschläge machen einen erheblichen Teil aus.

  • Einstieg: ca. 32.000–36.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 38.000–46.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 50.000–60.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Werkschutz in Industrie und kritischer Infrastruktur, Objektschutz und Objektleitung, Sicherheitszentrale und Leitstelle, Veranstaltungs- und Versammlungsschutz, Erstellung von Sicherheitskonzepten, Einweisung und Anleitung von Sicherheitsmitarbeitenden
  • Typische Arbeitgeber: Sicherheits- und Bewachungsunternehmen, Industriebetriebe mit eigenem Werkschutz, Flughäfen und Verkehrsbetriebe, Kliniken und öffentliche Einrichtungen, Energieversorger und Rechenzentren

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Arbeitsmarkt-Report

Einstieg (0–2 J.):32.000–36.000 €
Mittel (3–7 J.):38.000–46.000 €
Senior (8+ J.):50.000–60.000 €

Zielberufe

Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.

  • Werkschutz in Industrie und kritischer Infrastruktur
  • Objektschutz und Objektleitung
  • Sicherheitszentrale und Leitstelle
  • Veranstaltungs- und Versammlungsschutz
  • Erstellung von Sicherheitskonzepten
  • Einweisung und Anleitung von Sicherheitsmitarbeitenden

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was unterscheidet die Fachkraft von der Sachkundeprüfung nach § 34a?

Erheblich. Die Sachkundeprüfung ist eine mehrtägige Unterrichtung mit IHK-Prüfung und Voraussetzung für bestimmte Bewachungstätigkeiten. Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf, der als Umschulung auf zwei Jahre verkürzt wird und Konzeptions-, Technik- und Führungsanteile enthält.

Brauche ich körperliche Voraussetzungen?

Es gibt keine formalen Anforderungen an Größe oder Kraft. Verlangt werden Zuverlässigkeit nach § 34a GewO, ein einwandfreies Führungszeugnis und die gesundheitliche Eignung für Wechsel- und Nachtdienste. Der Beruf lebt von Beobachtung, Rechtskenntnis und Kommunikation, nicht von Durchsetzung durch Kraft.

Was kommt nach dem Abschluss?

Der Meister für Schutz und Sicherheit (IHK) ist die nächste Stufe und führt in Objekt- und Bereichsleitung. Alternativ gibt es Spezialisierungen in Luftsicherheit, Brandschutz oder IT-nahe Sicherheitsaufgaben.

Wie lange dauert die Umschulung?

Das belegte Angebot läuft 731 Tage, also 24 Monate in Vollzeit, mit IHK-Prüfungsstelle als prüfender Stelle. Die Regelausbildung dauert drei Jahre und wird für Erwachsene verkürzt.