Umschulung Kaufmann/-frau Spedition und Logistikdienstleistung
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen organisieren den Transport von Gütern, ohne ihn selbst durchzuführen. Sie nehmen Aufträge an, wählen den Verkehrsträger — Lkw, Bahn, Schiff, Flugzeug oder kombiniert —, holen Frachtraten ein, kalkulieren Angebote und beauftragen Frachtführer und …
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Überblick
Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen organisieren den Transport von Gütern, ohne ihn selbst durchzuführen. Sie nehmen Aufträge an, wählen den Verkehrsträger — Lkw, Bahn, Schiff, Flugzeug oder kombiniert —, holen Frachtraten ein, kalkulieren Angebote und beauftragen Frachtführer und Lagerhalter. Sie disponieren Sendungen zu Ladungen, planen Touren und Termine und greifen ein, wenn Verzögerung, Grenzformalität oder Schaden den Ablauf stören. Ein großer Teil der Arbeit sind Dokumente: Frachtbriefe, Ladelisten, Zollpapiere, Gefahrgutunterlagen, Versicherungsnachweise. Dazu kommen Abrechnung, Rechnungsprüfung, Haftungsfälle und Kundenbetreuung, oft in mehreren Sprachen.
Zwei Bedenken sind typisch. Erstens der Stoff: Rechnungswesen, Kalkulation, Verkehrsrecht, Zoll und Englisch — das ist der theorielastigste Weg unter den Logistikprofilen. Fast alles hängt aber an einem konkreten Vorgang: Eine Kalkulation ist eine Sendung, ein Haftungsfall eine beschädigte Palette. Mehrere Angebote arbeiten deshalb mit einer Übungsfirma. Zweitens die Sprache: B2-Deutsch steht in den Zugangstexten, Englisch kommt im Beruf dazu.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Speditionelle Grundlagen und Verkehrsträger (10 Wochen) – Der Einstieg ordnet das Feld: Wer schuldet was, wer haftet wofür und welcher Verkehrsträger passt zu welcher Sendung. Ohne diese Grundlagen bleibt jede Kalkulation und jeder Haftungsfall später unverständlich. Aufbau und Reihenfolge der Module legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Rolle von Spediteur, Frachtführer und Lagerhalter, Verkehrsträger Straße, Schiene, See, Luft und ihre Eignung, Sammelgut, Teil- und Komplettladung, kombinierter Verkehr, Ladehilfsmittel, Sendungsstrukturen und Umschlagpunkte, Marktteilnehmer und Wettbewerbsstruktur der Branche.
- Modul 2: Auftragsabwicklung, Disposition und Sendungsverfolgung (12 Wochen) – Das Kernmodul des Berufs bildet den Vorgang von der Auftragsannahme bis zur Ablieferung ab. Geübt werden Disposition, Beauftragung und der Umgang mit Störungen – also die Frage, was zu tun ist, wenn ein Fahrzeug ausfällt, eine Rampe blockiert oder eine Ladung nicht vollständig ankommt. Inhalte: Auftragsannahme, Erfassung und Prüfung der Sendungsdaten, Disposition von Sendungen zu Ladungen und Touren, Beauftragung und Steuerung von Frachtführern, Sendungsverfolgung, Störungsmanagement und Kundeninformation, Arbeit mit einem Speditionsprogramm.
- Modul 3: Kalkulation, Preisbildung und Angebotserstellung (10 Wochen) – Hier entsteht das kaufmännische Rückgrat: Wie kommt ein Preis zustande, welche Kosten stecken in einer Relation und wann verdient eine Sendung Geld. Nachkalkulation und Deckungsbeitrag zeigen, warum eine gut ausgelastete Tour eine schlecht kalkulierte Sendung nicht dauerhaft rettet. Inhalte: Kostenarten im Transport und in der Lagerung, Sendungs- und Tourenkalkulation, Frachtratenermittlung und Zuschläge, Angebotserstellung und Nachkalkulation, Deckungsbeitrag und Wirtschaftlichkeit einzelner Relationen.
- Modul 4: Verkehrsrecht, Haftung und Versicherung (9 Wochen) – Recht ist in der Spedition kein Beiwerk, sondern Tagesgeschäft. Das Modul behandelt Haftungsgrundlagen, Fristen und Versicherungsdeckungen und übt die Bearbeitung von Schadensfällen – von der Schadensanzeige bis zur Regressfrage gegenüber dem Frachtführer. Inhalte: Frachtrecht des Handelsgesetzbuchs und internationale Regelwerke im Straßengüterverkehr, Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen und ihre Wirkung, Haftungsgrenzen, Schadensanzeige und Fristen, Transport- und Verkehrshaftungsversicherung, Bearbeitung von Schadens- und Reklamationsfällen.
- Modul 5: Außenhandel, Zoll und internationale Verkehre (9 Wochen) – Sobald eine Sendung eine Grenze überquert, entscheidet die Papierlage über Laufzeit und Kosten. Das Modul vermittelt Lieferbedingungen, Zollverfahren und die Dokumente, ohne die Ware nicht abgefertigt wird, samt der Besonderheiten von See- und Luftfracht. Inhalte: Lieferbedingungen und Gefahrenübergang im internationalen Handel, Zollverfahren, Zollanmeldung und Warenursprung, Dokumente im Export und Import, Besonderheiten von See- und Luftfracht, Grundzüge der Gefahrgutbeförderung.
- Modul 6: Rechnungswesen, Controlling und kaufmännische Steuerung (10 Wochen) – Das Modul verbindet Buchführung mit der speditionellen Praxis: Abrechnung von Sendungen, Prüfung von Subunternehmerrechnungen und Kennzahlen, an denen sich später ablesen lässt, welche Kunden und Relationen tragen. Inhalte: Buchführungsgrundlagen und Belegbearbeitung, Ausgangsrechnungen erstellen und Eingangsrechnungen prüfen, Mahnwesen, Zahlungsverkehr und Forderungsmanagement, Kosten- und Leistungsrechnung im Speditionsbetrieb, Kennzahlen und Auswertungen in der Tabellenkalkulation.
- Modul 7: Kommunikation, Vertrieb und Englisch im Speditionsalltag (8 Wochen) – Spedition ist Kommunikationsarbeit. Das Modul trainiert Gesprächsführung mit Kunden, Frachtführern und Auslandspartnern sowie den englischen Fachschriftverkehr, der in international tätigen Häusern zum Alltag gehört. Inhalte: Kundengespräche, Angebotsverhandlung und Reklamationsgespräche, Zusammenarbeit mit Fahrern, Partnern und Auslandsagenten, Schriftverkehr und Fachbegriffe auf Englisch, Präsentation von Angeboten und Lösungen, Zusammenarbeit im Team unter Zeitdruck.
- Modul 8: Übungsfirma, Betriebspraktikum und Prüfungsvorbereitung (14 Wochen) – Der Schlussabschnitt führt alles zusammen. In der Übungsfirma oder im Praktikum werden vollständige Vorgänge bearbeitet, dazu kommt die gezielte Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsbereiche und das Fachgespräch. Wie viele Praxiswochen vorgesehen sind, bestimmt der Bildungsträger. Inhalte: Bearbeitung vollständiger Auftragsvorgänge in der Übungsfirma, Betriebliche Praxisphase in einem Speditions- oder Logistikbetrieb, Wirtschafts- und Sozialkunde als eigener Prüfungsbereich, Bearbeitung von Prüfungsaufgaben früherer Termine, Simulation des Fallbezogenen Fachgesprächs.
Lernziele:
- Der Abschluss ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf – in allen Angeboten ist eine Kammerprüfung dokumentiert, überwiegend ausdrücklich als IHK-Abschluss.
- Die Angebotslage ist stabil: 81 Anbieter mit 102 Angeboten und 524 Terminen bedeuten in der Regel mehrere Startmöglichkeiten im Jahr.
- In den vergangenen 365 Tagen wurden 5.931 offene Stellen zum Zielberuf erfasst – eine belegte, breit gestreute Nachfrage über die gesamte Transportbranche.
- Der Weg ist eine der wenigen kaufmännischen Umschulungen, die körperlich uneingeschränkt ausgeübt werden kann – ein realistischer Ausstieg aus belastenden operativen Tätigkeiten.
- Angeboten wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit, in Präsenz und in kombinierten Lernformen; mehrere Angebote arbeiten zusätzlich mit einer integrierten Übungsfirma.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Weg passt zu Menschen, die kaufmännisch arbeiten wollen, aber keinen reinen Bürojob suchen, sondern ein Feld mit Tempo, Terminen und ständigem Kontakt nach außen. Mit 81 Anbietern und Angeboten in Vollzeit wie in Teilzeit ist er regional gut erreichbar. Besonders naheliegend ist er für Menschen, die die Transportbranche bereits von der operativen Seite kennen – aus dem Lager, aus dem Fahrdienst oder aus dem Umschlag – und den Wechsel auf die disponierende und abrechnende Seite suchen, etwa aus gesundheitlichen Gründen. Verlangt wird dafür Ausdauer: 24 Monate mit Rechnungswesen, Recht, Kalkulation und Englisch sind eine lange Strecke, und der Beruf ist im Alltag deutlich stressiger, als das Wort Bürotätigkeit vermuten lässt.
- Berufserfahrene aus Lager, Umschlag oder Fahrdienst, die auf die kaufmännische Seite wechseln wollen
- Kaufmännisch Interessierte ohne verwertbaren Berufsabschluss, die einen anerkannten IHK-Abschluss anstreben
- Menschen, die gern koordinieren, verhandeln und unter Termindruck Entscheidungen treffen
- Weniger geeignet für alle, die ruhige, gleichförmige Sachbearbeitung ohne Termindruck suchen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zum anerkannten Abschluss. Die Anbieter formulieren jedoch eigene Anforderungen, und die sind hier klar dokumentiert: Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse werden ausdrücklich verlangt. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger nach einem persönlichen Gespräch, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Umschulung führt selbst zum Abschluss
- Deutschkenntnisse auf Niveau B2, in den Zugangstexten der Anbieter ausdrücklich gefordert
- EDV-Grundkenntnisse, insbesondere Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und E-Mail-Bearbeitung
- Englischkenntnisse sind für den späteren Berufsalltag wichtig und werden im Unterricht ausgebaut
- Persönliches Gespräch beim Bildungsträger zur Abklärung der individuellen Teilnahmevoraussetzungen
Ablauf & Abschluss
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören zu diesem Weg; einzelne Anbieter führen das Praktikum ausdrücklich im Titel, andere arbeiten mit einer integrierten Übungsfirma, in der Aufträge, Angebote und Abrechnung unter realitätsnahen Bedingungen bearbeitet werden. Umfang, Lage und die Frage, ob der Träger den Praktikumsplatz vermittelt, legt der Bildungsträger fest.
Schriftlicher Teil vor der Industrie- und Handelskammer mit Prüfungsbereichen zu Speditions- und Logistikleistungen, zur kaufmännischen Steuerung und Kontrolle sowie zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Verbindlich sind Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Mündlicher Teil in Form eines fallbezogenen Fachgesprächs: Anhand einer praxisnahen Aufgabenstellung aus dem Speditionsalltag wird ein Lösungsweg entwickelt und gegenüber dem Prüfungsausschuss begründet.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Umschülerinnen und Umschüler werden als externe Prüfungsteilnehmende beziehungsweise über die Umschulungsprüfung zugelassen; die Anmeldung übernimmt in der Regel der Bildungsträger.. Offizieller Abschluss: Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen (IHK) – ein anerkannter Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz. In einzelnen Angeboten ist zusätzlich ein trägerinternes Zertifikat dokumentiert; es tritt neben die Kammerprüfung und ersetzt sie nicht..
Weil die Qualifizierung zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Kammerprüfung führt, ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ein realistischer Weg. Die Bewilligung nach § 81 SGB III ist gleichwohl immer eine Einzelfallentscheidung; geprüft werden Ihre persönliche Situation, die arbeitsmarktliche Notwendigkeit und die AZAV-Zulassung der konkreten Maßnahme. Eine Zusage vorab gibt es nicht. Viele Träger nennen keinen festen Preis, was auf preisverhandelte Maßnahmen hindeutet; daneben gibt es Angebote über 10.000 Euro. Für Beschäftigte kann je nach Betriebsgröße und Alter eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz infrage kommen – auch das entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Nutzen & Perspektiven
In den vergangenen 365 Tagen sind 5.931 offene Stellen zum Zielberuf erfasst worden. Das ist weniger als bei den operativen Lagerberufen, beschreibt aber einen anderen Markt: kaufmännische Stellen in Disposition, Abrechnung, Zoll und Kundenbetreuung, die nicht mit angelernten Kräften besetzt werden. Nachgefragt wird breit, weil jede Branche Transport braucht. Realistisch ist auch: Die ersten Jahre sind operativ geprägt, oft mit Termindruck.
Internationale Speditionen (Luft-, See-, Schwergutfracht) und Kenntnisse in Zollabwicklung vergüten spürbar über dem Inlandsschnitt.
- Einstieg: ca. 32.000–38.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 40.000–52.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 55.000–72.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Disposition von Sendungen, Touren und Ladungen, Angebotskalkulation und Frachtratenverhandlung, Auftragsabwicklung und Sendungsverfolgung im Speditionsprogramm, Zoll- und Dokumentenabwicklung im Import und Export, Abrechnung von Sendungen und Prüfung von Subunternehmerrechnungen, Bearbeitung von Schadens-, Haftungs- und Reklamationsfällen, Kundenbetreuung und Zusammenarbeit mit Auslandspartnern
- Typische Arbeitgeber: Speditionen und international tätige Logistikdienstleister, Frachtführer und Transportunternehmen mit eigener Disposition, Kontraktlogistik- und Fulfillment-Dienstleister, Industrie- und Handelsunternehmen mit eigener Versandabteilung, Hafen-, Terminal- und Umschlagbetriebe, Luftfracht- und Seefrachtagenturen, Zolldienstleister und Verzollungsagenturen
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Disposition von Sendungen, Touren und Ladungen
- Angebotskalkulation und Frachtratenverhandlung
- Auftragsabwicklung und Sendungsverfolgung im Speditionsprogramm
- Zoll- und Dokumentenabwicklung im Import und Export
- Abrechnung von Sendungen und Prüfung von Subunternehmerrechnungen
- Bearbeitung von Schadens-, Haftungs- und Reklamationsfällen
Verwandte Kurse & Alternativen
7 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen verlangen die Anbieter?
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, weil die Umschulung selbst zum anerkannten Abschluss führt. In den erfassten Zugangstexten werden allerdings ausdrücklich Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse verlangt; ergänzend bieten die Anbieter ein persönliches Gespräch zur Abklärung der individuellen Teilnahmevoraussetzungen an. Englischkenntnisse sind keine formale Hürde, im Beruf aber wichtig – sie werden im Unterricht ausgebaut.
Wie lange dauert die Umschulung?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 24 Monate, also 732 Tage. Damit ist die dreijährige duale Ausbildung wie bei Umschulungen üblich verkürzt. Die Angebote verteilen sich auf die Dauerklassen ein bis zwei Jahre und zwei bis drei Jahre; kürzere Formate sind in unserer Auswertung zu diesem Beruf nicht dokumentiert. Angeboten wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit, wobei die Teilzeitvariante entsprechend länger läuft.
Wie schwer ist die IHK-Prüfung?
Sie ist anspruchsvoll, weil sie drei Welten verbindet: kaufmännisches Rechnen und Kalkulation, Verkehrs- und Haftungsrecht sowie die praktische Abwicklung. Geprüft wird schriftlich in mehreren Prüfungsbereichen und mündlich in einem fallbezogenen Fachgespräch, in dem Sie eine praxisnahe Aufgabe lösen und Ihren Weg begründen. Genau darauf zielen die Prüfungsvorbereitung und – wo vorhanden – die integrierte Übungsfirma ab. Verbindlich sind die Prüfungsordnung und die Termine der zuständigen Kammer.
Was unterscheidet diesen Beruf von der Fachkraft für Lagerlogistik?
Die Fachkraft für Lagerlogistik arbeitet im Lager: annehmen, einlagern, kommissionieren, versenden, Bestände führen. Die Kauffrau oder der Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen organisiert den Transport dazwischen – Verkehrsträger wählen, kalkulieren, disponieren, verzollen, abrechnen und Haftungsfälle bearbeiten. Der Alltag ist überwiegend kaufmännisch, findet am Schreibtisch statt und ist körperlich uneingeschränkt ausübbar. Beide Umschulungen dauern in unserer Auswertung 24 Monate.
Wie viele Anbieter und Termine sind erfasst?
Für diesen Abschluss kennen wir 81 Anbieter mit 102 Angeboten und 524 Terminen. Unterrichtet wird in Präsenz, in kombinierten Lernformen, als Combined Learning und als Hybrid Learning, jeweils in Vollzeit und in Teilzeit. Anbieternamen und Standorte veröffentlichen wir auf dieser Seite nicht. Über die Anfrage gleichen wir Region, Zeitmodell und Wunschstart mit den passenden Angeboten ab und melden uns mit konkreten Möglichkeiten zurück.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
Bei vielen Angeboten ist keine Preisangabe hinterlegt, weil es sich um preisverhandelte Maßnahmen für Kostenträger handelt; daneben sind Angebote über 10.000 Euro dokumentiert. Da die Umschulung zu einem anerkannten Abschluss führt, ist der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III ein realistischer Förderweg. Die Bewilligung ist jedoch stets eine Einzelfallentscheidung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit und der AZAV-Zulassung ab; eine pauschale vollständige Kostenübernahme können wir nicht zusichern.
Brauche ich gutes Englisch für den Beruf?
Für den Zugang zur Umschulung ist Englisch nach den erfassten Zugangstexten keine formale Bedingung – dort werden Deutsch auf B2 und EDV-Grundkenntnisse genannt. Im Berufsalltag sieht es anders aus: Sobald Sendungen Grenzen überqueren, laufen Korrespondenz mit Auslandsagenten, Frachtdokumente und Seefracht- oder Luftfrachtunterlagen überwiegend auf Englisch. Deshalb ist Fachenglisch fester Bestandteil der Ausbildungsinhalte. Wer mit Grundkenntnissen startet und im Kurs mitarbeitet, kommt damit in der Regel gut zurecht.