Fortbildung Fahrlehrer (Klasse BE)
Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer bilden Fahrschülerinnen und Fahrschüler theoretisch und praktisch aus. Sie unterrichten Verkehrsrecht, Fahrphysik, Umweltverhalten und Gefahrenlehre im Theorieunterricht, begleiten Fahrstunden im Doppelsteuerfahrzeug, beurteilen Fahrkompetenz, führen zur Prüfung und …
Kostenlos & unverbindlich anfragenAuf einen Blick
Überblick
Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer bilden Fahrschülerinnen und Fahrschüler theoretisch und praktisch aus. Sie unterrichten Verkehrsrecht, Fahrphysik, Umweltverhalten und Gefahrenlehre im Theorieunterricht, begleiten Fahrstunden im Doppelsteuerfahrzeug, beurteilen Fahrkompetenz, führen zur Prüfung und dokumentieren den Ausbildungsverlauf. Dazu kommen Beratung, Terminplanung und in eigener Fahrschule die kaufmännische Führung. Die Tätigkeit ist durch das Fahrlehrergesetz und die Fahrschüler-Ausbildungsordnung streng geregelt; die Fahrlehrerlaubnis wird von der zuständigen Behörde erteilt.
Der Zugang ist streng, und das prüfst du besser vor jeder anderen Überlegung: Mindestalter, Führerscheinbesitz seit mehreren Jahren, einwandfreies Fahreignungsregister, körperliche und geistige Eignung sowie ein Berufsabschluss oder eine gleichwertige Vorbildung nach dem Fahrlehrergesetz. Wer das schafft, hat einen Beruf mit stabiler Nachfrage. Die Ausbildung ist eine Vollzeitmaßnahme, nicht berufsbegleitend machbar.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Verkehrsrecht und Fahrlehrerrecht (12 Wochen) – Der rechtliche Rahmen, in dem jede Unterrichtsstunde stattfindet — prüfungsrelevant und im Alltag bindend. Inhalte: Straßenverkehrsordnung und Straßenverkehrsgesetz, Fahrerlaubnisverordnung und Fahrschüler-Ausbildungsordnung, Fahrlehrergesetz und Berufspflichten, Haftung und Versicherung.
- Modul 2: Verkehrspädagogik und Unterrichtsmethodik (14 Wochen) – Das eigentliche Handwerk: Fahren erklärbar machen und Rückmeldung so geben, dass sie wirkt. Inhalte: Lernpsychologie Erwachsener und Jugendlicher, Unterrichtsplanung und Methodenwahl, Umgang mit Prüfungsangst und Fahrfehlern, Beurteilung und Rückmeldung.
- Modul 3: Fahrzeugtechnik und Fahrphysik (10 Wochen) – Technisches Verständnis, das im Theorieunterricht und bei Rückfragen ständig gebraucht wird. Inhalte: Aufbau und Funktion von Kraftfahrzeugen, Fahrphysik, Bremsweg, Kurvenverhalten, Assistenzsysteme und Elektromobilität, Umweltbewusstes Fahren.
- Modul 4: Lehrproben und Praktikum in der Fahrschule (24 Wochen) – Das begleitete Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule ist gesetzlich vorgeschrieben und entscheidet über die Praxisreife. Inhalte: Theorieunterricht selbst halten, Begleitete Fahrstunden im Doppelsteuerfahrzeug, Ausbildungsdokumentation, Vorbereitung auf die Fahrlehrerprüfung.
Lernziele:
- Staatlich erteilte Fahrlehrerlaubnis nach dem Fahrlehrergesetz — kein Trägerzertifikat
- 21 belegte Angebote bundesweit, alle in Vollzeit und Präsenz, mit klar geregeltem Ablauf
- Stabile Nachfrage: Fahrschulen suchen durchgängig, viele Inhaber suchen Nachfolger
- Weg in die Selbstständigkeit mit eigener Fahrschule nach der Fahrschulleiterprüfung
Zielgruppe & Voraussetzungen
Menschen mit Führerschein und Berufserfahrung, die pädagogisch arbeiten wollen. Alle belegten Angebote sind Vollzeitmaßnahmen mit Präsenzunterricht.
- Berufserfahrene mit Freude an Unterricht und Umgang mit Menschen
- Berufskraftfahrer und Kfz-Fachkräfte mit Wunsch nach einer Tätigkeit ohne Nachtfahrten
- Quereinsteigende, die eine Vollzeitmaßnahme über etwa 14 Monate tragen können
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 14 Monate in Vollzeit
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Präsenzunterricht
14 bis 14 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeiten: 424 bis 435 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Fachkundeprüfung in Verkehrsrecht, Verkehrspädagogik, Fahrzeugtechnik und Fahrverhalten.
Praktische Prüfung mit Lehrproben in Theorie und Praxis; die Fahrlehrerlaubnis erteilt anschließend die zuständige Behörde, in den belegten Angeboten unter anderem die Bezirksregierung Köln.
Prüfende Stelle: Bezirksregierung Köln, GZQ GmbH, HZA, Prüfungsausschuss der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Offizieller Abschluss: Fahrlehrer Klasse BE.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: über 10.000 €.
Nutzen & Perspektiven
Fahrschulen suchen bundesweit Fahrlehrer; viele Inhaber erreichen das Rentenalter und finden keine Nachfolge, was Übernahmechancen für Berufseinsteiger eröffnet. Zusatzklassen für Motorrad, Lkw oder Bus erhöhen den Marktwert deutlich. Belegt sind 21 Angebote, unter anderem in Erfurt, Frankfurt am Main, Hamburg, Koblenz und Mörfelden-Walldorf, alle in Vollzeit und Präsenz.
Angestellte Fahrlehrer werden meist mit festem Grundgehalt plus Fahrstundenanteil bezahlt. Mit einer eigenen Fahrschule steigt das Potenzial deutlich, dafür kommen Fahrzeugkosten, Miete und Ausfallrisiko hinzu. Zusatzklassen wie A, C oder D erhöhen den Marktwert unmittelbar.
- Einstieg: ca. 35.000–40.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 42.000–50.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 60.000–84.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Theorieunterricht in der Fahrschule, Praktische Fahrausbildung Klasse B, Aufbaukurse und Auffrischungsfahrten, Nachschulung nach Fahrerlaubnisentzug, Fahrschulleitung und Selbstständigkeit, Betriebliche Fahrsicherheitsschulungen
- Typische Arbeitgeber: Fahrschulen, Fahrschulverbünde und Verkehrsakademien, Verkehrsbetriebe mit eigener Fahrausbildung, Logistikunternehmen mit interner Fahrerqualifizierung, Fahrsicherheitszentren
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Theorieunterricht in der Fahrschule
- Praktische Fahrausbildung Klasse B
- Aufbaukurse und Auffrischungsfahrten
- Nachschulung nach Fahrerlaubnisentzug
- Fahrschulleitung und Selbstständigkeit
- Betriebliche Fahrsicherheitsschulungen
Verwandte Kurse & Alternativen
7 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen schreibt das Gesetz vor?
Nach dem Fahrlehrergesetz sind unter anderem ein Mindestalter, der Besitz der Fahrerlaubnis der zu unterrichtenden Klasse seit mehreren Jahren, ein einwandfreies Fahreignungsregister, körperliche und geistige Eignung sowie ein abgeschlossener Berufsabschluss oder eine gleichwertige Vorbildung nötig. Die verbindliche Prüfung übernimmt die zuständige Behörde vor Beginn der Ausbildung — das sollte der erste Schritt sein.
Ist das eine Umschulung mit Bildungsgutschein?
In der Regel nicht. Die Fahrlehrerausbildung setzt einen Berufsabschluss oder gleichwertige Vorbildung voraus und ist eine berufliche Aufstiegs- beziehungsweise Zusatzqualifikation. Der übliche Förderweg ist das Aufstiegs-BAföG; in Einzelfällen fördert die Agentur für Arbeit bei Vermittlungsperspektive. Das ist immer eine Einzelfallentscheidung.
Was kostet die Ausbildung?
Die belegten Kostenrahmen liegen zwischen 5.000 und über 10.000 Euro — deutlich über dem Niveau anderer Fortbildungen in dieser Auswertung. Grund sind Fahrzeug-, Fahrlehrer- und Prüfungskosten. Die Investition sollte gegen die Verdienstperspektive gerechnet werden, bevor man startet.
Kann ich sofort eine eigene Fahrschule eröffnen?
Nein. Für eine eigene Fahrschule ist zusätzlich die Fahrschulerlaubnis nötig, die eine Fahrlehrerlaubnis, mehrjährige Berufserfahrung als Fahrlehrer und die Fahrschulleiterqualifikation voraussetzt. Der Weg beginnt also als angestellter Fahrlehrer.