Umschulung Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privatpersonen und Betriebe zu Risiken und deren Absicherung. Zuerst die Analyse: Welche Risiken bestehen, welche kann jemand selbst tragen, welche würden ihn existenziell treffen.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen beraten Privatpersonen und Betriebe zu Risiken und deren Absicherung. Zuerst die Analyse: Welche Risiken bestehen, welche kann jemand selbst tragen, welche würden ihn existenziell treffen. Daraus entsteht ein Vorschlag über die Sparten hinweg – Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Kfz, Rechtsschutz, Unfall, Berufsunfähigkeit, Leben sowie Altersvorsorge. Der Beruf hat zwei Gesichter: im Vertrieb Gespräch, Angebot und Bestandspflege; im Innendienst Antragsbearbeitung, Risikoprüfung und vor allem Schaden- und Leistungsbearbeitung. Beratungspflichten und Dokumentation sind rechtlich vorgegeben.
Zwei Vorbehalte halten Menschen ab. Der erste: Ich will niemandem etwas aufschwatzen. Musst du nicht – der Beruf ist stark reguliert, Beratung muss dokumentiert werden, und der Wunsch der Kundschaft ist gesetzlich der Ausgangspunkt. Der zweite: Das ist mir zu kompliziert. Der Stoff ist umfangreich, aber du lernst ihn Sparte für Sparte. Einplanen solltest du rund 23 Monate Vollzeit und Deutsch auf Niveau B2.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Versicherungsmarkt, Unternehmen und Berufsrolle (10 Wochen) – Zum Einstieg wird geklärt, wie Versicherung überhaupt funktioniert und wer im Markt welche Rolle spielt. Behandelt werden die Marktteilnehmer, der innere Aufbau eines Versicherers und die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Funktion der Versicherung: Risikoausgleich im Kollektiv, Marktteilnehmer: Versicherer, Agenturen, Makler, Vergleichsportale, Aufbau eines Versicherungsunternehmens und seine Prozesse, Aufsicht über die Branche und ihre Aufgaben, Berufsbild, Vertriebswege und Vergütungsformen.
- Modul 2: Rechtliche Grundlagen des Versicherungsgeschäfts (12 Wochen) – Ohne Vertragsrecht ist dieser Beruf nicht auszuüben, weil jede Leistungsfrage am Bedingungstext entschieden wird. Das Modul vermittelt die rechtlichen Grundlagen und trainiert vor allem eine Fertigkeit: Versicherungsbedingungen genau zu lesen und ihre Folgen zu erkennen. Inhalte: Vertragsrecht: Zustandekommen, Willenserklärung, Anfechtung, Versicherungsvertragsrecht und vorvertragliche Anzeigepflichten, Allgemeine Versicherungsbedingungen lesen und auslegen, Obliegenheiten, Leistungsfreiheit und Verjährung, Haftungsrecht als Grundlage der Haftpflichtversicherung.
- Modul 3: Sach- und Haftpflichtversicherung (14 Wochen) – Das Modul behandelt die Sparten, die im Alltag am häufigsten vorkommen. Für jede Sparte werden Deckungsumfang, typische Ausschlüsse und wiederkehrende Streitfragen durchgearbeitet, weil sich Beratungsqualität genau daran zeigt. Inhalte: Privathaftpflicht und ihre Deckungsfragen, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung, Unterversicherung, Kraftfahrtversicherung: Haftpflicht, Kasko, Typklassen, Rechtsschutzversicherung und Deckungszusage, Gewerbliche Grunddeckungen im Überblick.
- Modul 4: Personenversicherung und Einkommenssicherung (12 Wochen) – Hier geht es um die Absicherung von Gesundheit, Arbeitskraft und Einkommen. Behandelt werden die Produkte und ihre Systematik ebenso wie die Risikoprüfung, bei der Gesundheitsangaben über Annahme oder Ablehnung entscheiden. Inhalte: Gesetzliche und private Krankenversicherung im Vergleich, Krankenzusatz- und Pflegeversicherung, Unfallversicherung und Gliedertaxe, Berufsunfähigkeitsabsicherung und Gesundheitsprüfung, Lebensversicherung und Hinterbliebenenabsicherung.
- Modul 5: Altersvorsorge und Finanzanlagen (12 Wochen) – Das Modul gibt dem Beruf seinen zweiten Namensbestandteil. Behandelt werden die Struktur der Alterssicherung und die Grundlagen der Anlageprodukte einschließlich Kosten- und Risikobetrachtung sowie die besonderen regulatorischen Pflichten, die für die Anlageberatung gelten. Inhalte: Systematik der Alterssicherung in Deutschland, Betriebliche und private Vorsorgewege, Anlageklassen, Rendite, Risiko und Kosten, Investmentfonds und fondsgebundene Produkte, Regulatorische Anforderungen an die Anlageberatung.
- Modul 6: Schaden- und Leistungsbearbeitung (10 Wochen) – Im Schadenfall entscheidet sich, was ein Vertrag wert ist. Das Modul behandelt den vollständigen Ablauf von der Meldung über die Deckungsprüfung bis zur Entscheidung, einschließlich der schwierigen Gespräche, wenn eine Leistung ganz oder teilweise abgelehnt werden muss. Inhalte: Schadenmeldung annehmen und Sachverhalt aufklären, Deckungsprüfung anhand von Vertrag und Bedingungen, Regulierungsentscheidung und Höhe der Leistung, Regress, Betrugsindikatoren und Belegprüfung, Kommunikation bei Ablehnung und Teilregulierung.
- Modul 7: Kundenberatung, Vertrieb und Beratungsdokumentation (12 Wochen) – Das Modul trainiert das Kernstück der praktischen Prüfung und des Berufsalltags: das Beratungsgespräch. Geübt werden Bedarfsanalyse, verständliche Erläuterung von Produkten und die rechtssichere Dokumentation, ohne die eine Beratung angreifbar bleibt. Inhalte: Bedarfsanalyse und Risikoerfassung beim Kunden, Beratungsgespräch strukturiert führen und Angebote erläutern, Beratungs-, Informations- und Dokumentationspflichten, Einwandbehandlung ohne Überredung, Bestandspflege, Vertragsanpassung und Kundenbindung.
- Modul 8: Kaufmännische Steuerung, Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Der Abschluss verbindet die kaufmännische Seite mit Praxis und Prüfungsvorbereitung. Neben Rechnungswesen und Datenschutz steht die Simulation des Beratungsgesprächs im Mittelpunkt, das den praktischen Prüfungsteil bildet. Prüfungstermine und Anmeldefristen richten sich nach der zuständigen Kammer. Inhalte: Rechnungswesen, Beitragsberechnung und Provisionsabrechnung, Datenschutz und Umgang mit Gesundheitsdaten, Begleitete Praxisphase im Betrieb, Klausurtraining zu den schriftlichen Prüfungsbereichen, Simulation des Kundenberatungsgesprächs.
Lernziele:
- Der Abschluss ist ein anerkannter IHK-Berufsabschluss nach § 37 Berufsbildungsgesetz und in der Branche die übliche Eintrittskarte für qualifizierte Tätigkeiten.
- Das Berufsfeld bietet zwei sehr unterschiedliche Wege — Innendienst mit Sachbearbeitung und Schadenregulierung oder Beratung und Vertrieb — mit demselben Abschluss.
- Die Angebotsdichte ist mit 32 erfassten Terminen bei 5 Anbietern vergleichsweise hoch, sodass Einstiegszeitpunkte flexibler wählbar sind.
- Mehrere Angebote enthalten ein ausdrücklich ausgewiesenes Praktikum, teilweise verlängert — genau der Punkt, an dem in dieser Branche Anschlussstellen entstehen.
- Die Inhalte sind rechtlich fundiert und branchenweit übertragbar, vom Versicherungsunternehmen über Agentur und Makler bis zum Vertrieb bei Banken.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die gern beraten und dabei mit Regeln arbeiten: Versicherungsverträge sind rechtliche Konstruktionen, und ihre Vermittlung ist streng reguliert. Wer Freude daran hat, komplizierte Sachverhalte für Laien verständlich zu machen, findet hier ein passendes Feld. Sie läuft in Vollzeit über rund 23 Monate und überwiegend als hybride oder kombinierte Lernform, braucht also Selbstdisziplin für Onlinephasen und eine belastbare Tagesstruktur. Besonders geeignet ist sie für Umsteigende aus Beratung, Kundenservice oder Sachbearbeitung. Weniger passend ist sie für alle, die reine Zahlenarbeit ohne Kundenkontakt suchen oder denen Vertriebsdruck grundsätzlich widerstrebt.
- Umsteigende mit Beratungs- oder Serviceerfahrung, die einen IHK-Abschluss mit rechtlichem Fundament suchen
- Menschen, die komplexe Sachverhalte gern verständlich erklären und sorgfältig dokumentieren
- Personen, die einen Bürojob mit Kundenkontakt und planbaren Arbeitszeiten anstreben
- Weniger geeignet für alle ohne Bereitschaft zu Vertriebsarbeit oder mit Schwierigkeiten beim selbstgesteuerten Lernen in Onlinephasen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich — die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Der Zugang ist allerdings anspruchsvoller als bei vielen anderen kaufmännischen Umschulungen: Verlangt werden ein Schulabschluss und beziehungsweise oder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung, teilweise mit Eignungsüberprüfung vor Ort. Ein Träger erwartet in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss und beziffert die sprachliche Anforderung mit Deutschkenntnissen auf Niveau B2; hinzu kommen PC-Grundlagen und der sichere Umgang mit Standard-Bürosoftware. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt — die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- In der Regel mittlerer Bildungsabschluss erwartet, alternativ Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung
- Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B2, von einem Träger ausdrücklich beziffert
- PC-Grundlagen und sicherer Umgang mit Standard-Bürosoftware
- Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhängen sowie Bereitschaft zu rund 23 Monaten Vollzeit
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
23 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Ein betriebliches Praktikum gehört bei diesem Zielberuf fest dazu: Mehrere Anbieter führen es ausdrücklich im Titel, einer sogar als verlängerte Praxisphase. Eine feste Wochenzahl ist nicht vorgegeben; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest. Rechnen Sie mit einem erheblichen Praxisanteil, weil Beratung und Schadenbearbeitung nur am echten Kundenfall entstehen.
Vor der Abschlussprüfung steht in der Regel eine Zwischenprüfung, die den Lernstand feststellt und nicht über das Bestehen entscheidet. Der Bildungsträger meldet dazu an; Termin und Form richten sich nach der zuständigen Kammer.
Die Abschlussprüfung umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zur Versicherungswirtschaft, zu den Geschäftsprozessen des Betriebs und zur Wirtschafts- und Sozialkunde sowie einen mündlichen Teil, in dem ein Kundenberatungsgespräch anhand einer vorgegebenen Situation geführt wird. Die genaue Aufteilung, Gewichtung und die Wahl der Fachrichtung regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Offizieller Abschluss: Anerkannter Berufsabschluss Kaufmann / Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen nach § 37 Berufsbildungsgesetz mit Prüfungszeugnis der Kammer. Mehrere Träger stellen zusätzlich ein eigenes Zertifikat aus, das die Kammerprüfung jedoch nicht ersetzt..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil die Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Kammerprüfung führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation sowie der Arbeitsmarktlage ab — eine Zusage vorab gibt es nicht. Den verbindlichen Preis nennt der Träger. Weil mehrere Angebote ein ausgewiesenes, teilweise verlängertes Praktikum enthalten, lohnt zusätzlich die Frage, ob Fahrt- und Nebenkosten der Praxisphase im Förderumfang berücksichtigt werden können.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 4.454 offene Stellen erfasst. Die Nachfrage verteilt sich auf Versicherer mit großem Innendienst, Agenturen, Maklerhäuser, Vertriebsorganisationen sowie Banken und Sparkassen. Wer im Vertrieb nicht glücklich wird, kann in Vertragsverwaltung oder Schadenregulierung wechseln. Ein Teil der Stellen ist vertrieblich zugeschnitten und variabel vergütet.
Der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe gehört zu den attraktivsten kaufmännischen Tarifen. Im Innendienst gibt es verlässliche Festgehälter, im Außendienst zusätzliche Provisionen.
- Einstieg: ca. 35.000–42.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 43.000–59.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 62.000–84.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Bedarfsanalyse und Beratung von Privat- und Gewerbekunden, Angebotserstellung, Antragsaufnahme und Risikoprüfung, Vertragsverwaltung, Änderungen und Beitragsanpassungen, Schaden- und Leistungsbearbeitung einschließlich Deckungsprüfung, Betreuung und Ausbau eines Kundenbestands, Beratung zu Altersvorsorge und Finanzanlageprodukten, Beratungsdokumentation und Einhaltung der Informationspflichten
- Typische Arbeitgeber: Versicherungsunternehmen mit Innendienst und Schadenregulierung, Selbstständige Versicherungsagenturen und Generalvertretungen, Versicherungsmaklerhäuser und Industriemakler, Banken und Sparkassen mit Versicherungs- und Vorsorgegeschäft, Finanzvertriebe und Vermittlerorganisationen, Schaden- und Assistancedienstleister, Betriebliche Versicherungsabteilungen größerer Unternehmen
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Bedarfsanalyse und Beratung von Privat- und Gewerbekunden
- Angebotserstellung, Antragsaufnahme und Risikoprüfung
- Vertragsverwaltung, Änderungen und Beitragsanpassungen
- Schaden- und Leistungsbearbeitung einschließlich Deckungsprüfung
- Betreuung und Ausbau eines Kundenbestands
- Beratung zu Altersvorsorge und Finanzanlageprodukten
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich verkaufen können, um in diesem Beruf zu arbeiten?
Nicht zwingend. Der Abschluss öffnet zwei sehr unterschiedliche Wege: den vertrieblichen mit Beratung, Bestandsbetreuung und Neugeschäft und den Innendienst mit Antrags- und Vertragsbearbeitung, Risikoprüfung und vor allem Schadenregulierung. Der Innendienst ist überwiegend Sachbearbeitung mit Kundenkontakt am Telefon, ohne Abschlussziele. Welche Richtung zu Ihnen passt, lässt sich in der Praxisphase gut herausfinden — nutzen Sie sie dafür bewusst.
Wie anspruchsvoll ist der Zugang zu dieser Umschulung?
Anspruchsvoller als bei vielen anderen kaufmännischen Umschulungen. Die Angebote nennen einen Schulabschluss und beziehungsweise oder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung, teilweise mit Eignungsüberprüfung. Ein Träger erwartet in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss und beziffert die Sprachanforderung mit Niveau B2, dazu PC-Grundlagen und den Umgang mit Standard-Bürosoftware. Formal setzt eine Umschulung dennoch keinen Berufsabschluss voraus — die Aufnahme entscheidet der Träger.
Wie lange dauert die Umschulung und wie wird unterrichtet?
Die belegte Laufzeit der Angebote liegt bei rund 23 Monaten, durchgehend in Vollzeit. Als Unterrichtsformen sind ausschließlich Hybrid Learning und weitere kombinierte Lernformen dokumentiert, reiner Präsenzunterricht nicht. Das bedeutet für Sie: Ein spürbarer Teil des Lernens findet online und selbstgesteuert statt. Klären Sie vor der Anmeldung, wie Präsenz- und Onlineanteile verteilt sind und welche technische Ausstattung Sie brauchen.
Ist ein Praktikum Bestandteil der Umschulung?
Bei diesem Zielberuf ist das ungewöhnlich gut belegt: Mehrere der Angebote führen ein Praktikum ausdrücklich im Titel, eines sogar als verlängerte Praxisphase. Eine feste Wochenzahl ist nicht hinterlegt. Der hohe Praxisanteil hat einen guten Grund — Beratungsroutine und Schadenbearbeitung entstehen nur am echten Fall. Klären Sie vor der Anmeldung, ob der Träger Praxisplätze vermittelt, denn in dieser Branche entstehen viele Übernahmen genau daraus.
Welchen Abschluss bekomme ich und wer prüft?
Sie erwerben den anerkannten Berufsabschluss Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen nach § 37 Berufsbildungsgesetz. Geprüft wird vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer, nicht vom Bildungsträger. Mehrere Träger stellen zusätzlich ein eigenes Zertifikat aus — das ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Für den Arbeitsmarkt zählt das Prüfungszeugnis der Kammer, weil es bundesweit gilt und dem Abschluss dual Ausgebildeter entspricht.
Wie sind die Beschäftigungsaussichten?
Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 4.454 offene Stellen erfasst, verteilt auf Versicherer, Agenturen, Makler, Finanzvertriebe sowie Banken mit Versicherungsgeschäft. Zwei Faktoren wirken günstig: eine ausgeprägte Altersstruktur in der Branche und gestiegene regulatorische Anforderungen an die Qualifikation Beratender, die ungeprüftes Personal zurückdrängen. Eine Übernahmegarantie ergibt sich daraus nicht, wohl aber eine solide Ausgangslage.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
Zu diesem Zielberuf ist in unserer Auswertung bei keinem Angebot ein Preis hinterlegt — den verbindlichen Preis nennt ausschließlich der Träger. Weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, kommt eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in Betracht. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit und der AZAV-Zulassung ab; eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern.