Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Umschulung Industriemechaniker/in

Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker bauen, montieren und halten Maschinen und Produktionsanlagen instand. Sie fertigen Bauteile nach technischer Zeichnung, richten Baugruppen aus, montieren mechanische, pneumatische und hydraulische Komponenten und nehmen Anlagen gemeinsam mit …

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Auf einen Blick

Dauer28 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatOnline & Präsenzje nach Angebot
Kostenkeine Preisangabe hinterlegtKonkreten Angebotspreis erfragen
Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker bauen, montieren und halten Maschinen und Produktionsanlagen instand. Sie fertigen Bauteile nach technischer Zeichnung, richten Baugruppen aus, montieren mechanische, pneumatische und hydraulische Komponenten und nehmen Anlagen gemeinsam mit Elektrofachkräften in Betrieb. Im laufenden Betrieb grenzen sie Störungen ein, tauschen Verschleißteile, arbeiten Wartungspläne ab und rüsten Anlagen für neue Produkte um. Fehlersuche heißt messen und ausschließen statt Teile auf Verdacht tauschen. Vier Einsatzgebiete sind klassisch: Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbau, Produktionstechnik und Feingerätebau.

Rund 28 Monate in Vollzeit sind eine lange Zeit, und es ist normal, wenn dich diese Zahl zuerst abschreckt. Du bist fünf Tage die Woche gebunden, und die Finanzierung deines Lebensunterhalts muss vorher stehen. Kein Hindernis sind ein fehlender Schulabschluss oder eine abgebrochene Ausbildung: für eine Umschulung ist kein Berufsabschluss nötig. Und sie beginnt bei den Grundlagen des Messens, Feilens und Bohrens, nicht an der CNC-Maschine.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Manuelle und maschinelle Fertigungstechnik (20 Wochen) – Der Einstieg findet an der Werkbank statt. Vermittelt werden die manuellen Grundfertigkeiten und der sichere Umgang mit Messmitteln, weil jede spätere Montage- und Instandhaltungsarbeit an der Frage hängt, ob ein Maß tatsächlich stimmt. Danach folgt die Bearbeitung an konventionellen Dreh- und Fräsmaschinen. Die genaue Modulgliederung legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Anreißen, Feilen, Sägen, Bohren, Senken und Reiben, Messen und Prüfen mit Messschieber, Bügelmessschraube und Lehren, Drehen und Fräsen an konventionellen Werkzeugmaschinen, Werkstoffkunde: Stahl, Aluminium, Kunststoffe und ihre Bearbeitung, Arbeitssicherheit an Maschinen und persönliche Schutzausrüstung.
  • Modul 2: Technische Kommunikation und Fachrechnen (12 Wochen) – Ohne Zeichnung keine Fertigung: Das Modul macht die technische Zeichnung vom Hindernis zum Arbeitsmittel. Behandelt werden Darstellungsregeln, Toleranzen und Passungen sowie die Rechenwege, die im Werkstattalltag gebraucht werden, etwa zur Bestimmung von Schnittwerten oder Kräften. Für Umschülerinnen und Umschüler ohne technische Vorbildung ist dieses Modul der eigentliche Schlüssel zum Rest der Ausbildung. Inhalte: Technische Zeichnungen lesen, Ansichten und Schnitte verstehen, Form- und Lagetoleranzen, Passungen und Oberflächenangaben, Stücklisten, Arbeits- und Prüfpläne, Fachrechnen: Längen, Flächen, Volumen, Kräfte, Drehzahlen und Schnittgeschwindigkeiten.
  • Modul 3: Montage-, Füge- und Verbindungstechnik (16 Wochen) – Hier entsteht aus Einzelteilen eine funktionierende Baugruppe. Vermittelt werden die gängigen Verbindungsverfahren und vor allem die Montagesorgfalt: Warum ein Anzugsmoment eingehalten wird, wie ein Lager richtig aufgezogen und wie eine Welle ausgerichtet wird. Fehler an dieser Stelle zeigen sich später als Lagerschaden oder Vibration, weshalb der Praxisanteil hoch ist. Inhalte: Schraub-, Stift- und Klemmverbindungen fachgerecht ausführen, Schweißen, Löten und Kleben in den Grundlagen, Lager, Wellen, Kupplungen und Getriebe montieren und ausrichten, Ausrichten und Fluchten von Maschinen und Baugruppen, Dichtungen, Schmierstoffe und Anzugsmomente.
  • Modul 4: Hydraulik, Pneumatik und Antriebstechnik (14 Wochen) – Produktionsanlagen bewegen sich über Hydraulik, Pneumatik und Elektroantriebe. Das Modul vermittelt Schaltpläne und Bauteilfunktionen und damit die Fähigkeit, einen Kreislauf gedanklich durchzugehen, bevor ein Bauteil ausgebaut wird. Ergänzt wird der Teil um elektrotechnische Grundlagen, weil Instandhaltung heute an der Schnittstelle zwischen Mechanik und Elektrik stattfindet. Inhalte: Aufbau und Symbolik hydraulischer und pneumatischer Schaltpläne, Pumpen, Ventile, Zylinder und Speicher, Wartung, Leckagesuche und Ölpflege, Elektrische Grundlagen, Motoren und Antriebe im Überblick, Sicherheit an druckbeaufschlagten Systemen.
  • Modul 5: Steuerungstechnik, Sensorik und CNC (14 Wochen) – Das Modul schlägt die Brücke zur automatisierten Fertigung. Behandelt werden der Signalweg vom Sensor über die Steuerung zum Aktor sowie die Grundlagen der CNC-Bearbeitung. Ziel ist nicht die Programmierausbildung, sondern die Fähigkeit, an einer gesteuerten Anlage strukturiert zu prüfen, ob ein Problem mechanisch, elektrisch oder in der Steuerung liegt. Inhalte: Speicherprogrammierbare Steuerungen: Aufbau und Signalverfolgung, Sensoren und Aktoren im Anlagenverbund, Grundlagen der CNC-Programmierung und Maschinenbedienung, Werkzeugvoreinstellung, Nullpunkte und Korrekturen, Diagnose über Bedienoberflächen und Fehlerspeicher.
  • Modul 6: Instandhaltung und systematische Störungssuche (14 Wochen) – Instandhaltung ist der Bereich, in dem die meisten Industriemechaniker arbeiten. Das Modul behandelt vorbeugende und zustandsorientierte Instandhaltung und trainiert die methodische Eingrenzung von Störungen unter Zeitdruck. Dazu gehört die saubere Dokumentation, weil eine Störung, die nicht festgehalten wird, in der nächsten Schicht erneut gesucht werden muss. Inhalte: Wartungspläne, Inspektionsintervalle und Instandhaltungsstrategien, Fehlersuche nach System statt nach Verdacht, Schadensbilder an Lagern, Zahnrädern und Führungen erkennen, Ersatzteilwesen, Instandhaltungsdokumentation und Störmeldungen, Zusammenarbeit mit Produktion und Schichtübergabe.
  • Modul 7: Qualitätssicherung, Arbeitssicherheit und Umweltschutz (8 Wochen) – Das Modul verankert die Regeln, die im Betrieb nicht verhandelbar sind. Behandelt werden Prüfmittel und Messprotokolle, die Grundzüge des Qualitätsmanagements sowie die Sicherheitsroutinen beim Arbeiten an Anlagen, insbesondere das sichere Freischalten und Gegen-Wiedereinschalten-Sichern. Ergänzt wird der Teil um den betrieblichen Umweltschutz. Inhalte: Prüfmittel, Prüfplanung und Messprotokolle, Qualitätsmanagement in der Fertigung und Rückverfolgbarkeit, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisungen und Freischaltung von Anlagen, Umgang mit Gefahrstoffen, Kühlschmierstoffen und Abfällen.
  • Modul 8: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (16 Wochen) – Die Praxisphase im Betrieb bringt zusammen, was in der Lehrwerkstatt geübt wurde, und ist zugleich die wichtigste Brücke in eine spätere Anstellung. Parallel läuft die Prüfungsvorbereitung: Wiederholung der Fachtheorie, Übungsstücke unter Prüfungsbedingungen und die Vorbereitung auf das Fachgespräch. Umfang und Lage der Praxisphase legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Mitarbeit in Fertigung, Montage oder Instandhaltung eines Betriebs, Bearbeitung eines betrieblichen Auftrags mit Dokumentation, Wiederholung von Fachkunde, Technischer Kommunikation und Fachrechnen, Übungen zum praktischen Prüfungsteil unter Zeitvorgabe, Wirtschafts- und Sozialkunde.

Lernziele:

  • Am Ende steht ein anerkannter Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer, nicht nur ein Trägerzertifikat.
  • Mit 72 Anbietern, 74 Angeboten und 132 Terminen ist die Angebotslage breit, sodass ein Start nicht an einem einzigen Anbieter hängt.
  • Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 61.356 offene Stellen erfasst – das ist eine der breitesten Nachfragen im gewerblich-technischen Bereich.
  • Der Zugang ist offen: Ein Berufsabschluss wird nicht vorausgesetzt, gefordert werden vor allem verlässliches Deutsch und ein Beratungsgespräch.
  • Der Abschluss ist nicht auf eine Branche festgelegt – Maschinenbau, Automobilzulieferung, Chemie, Lebensmittelproduktion und Energieversorgung beschäftigen dieselbe Qualifikation.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Das erfasste Angebot passt zu Menschen, die aus einer an- oder ungelernten Tätigkeit in der Produktion, aus einem körperlich nicht mehr tragfähigen Beruf oder aus einer abgebrochenen Ausbildung heraus einen anerkannten Facharbeiterabschluss anstreben. Weil die Umschulung durchgehend in Vollzeit läuft, richtet sie sich an alle, die für rund zwei Jahre und vier Monate eine Vollzeitstruktur einrichten können. Wer bereits in der Fertigung arbeitet und dort nur eine Zusatzqualifikation sucht, ist mit kürzeren Bausteinen besser bedient.

  • Produktionshelferinnen und -helfer ohne anerkannten Abschluss, die den Facharbeiterbrief nachholen wollen
  • Quereinsteigende aus körperlich belastenden oder rückläufigen Branchen mit technischem Interesse
  • Menschen mit abgebrochener technischer Ausbildung, die den Abschluss in einem geordneten Rahmen nachholen
  • Weniger geeignet für Beschäftigte, die nur berufsbegleitend lernen können – die Angebote laufen in Vollzeit
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden durchgehend ausreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie ein Bewerbungs- und Beratungsgespräch, teilweise ergänzt um einen Einstellungstest. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
  • Deutsch in Wort und Schrift, weil Zeichnungen, Arbeitspläne und Prüfprotokolle sicher gelesen und geschrieben werden müssen
  • Bewerbung und Beratungsgespräch beim Bildungsträger, in einigen Angeboten zusätzlich ein Einstellungstest
  • Körperliche Eignung für Werkstattarbeit im Stehen, an Maschinen und teilweise an großen Baugruppen
  • Bereitschaft zu einer Vollzeitqualifizierung über rund 28 Monate

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)

28 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei dieser Umschulung der Regelfall, weil Fertigung, Montage und Instandhaltung nur an laufenden Anlagen wirklich gelernt werden. Eine feste Dauer gibt es nicht; Umfang, Lage und Praxisbetrieb legt der Bildungsträger fest und stimmt sie mit Ihnen ab. Fragen Sie vor der Anmeldung nach, ob der Träger die Praktikumsplätze vermittelt oder ob Sie sie selbst suchen müssen.

Die Prüfung ist in den industriellen Metallberufen gestreckt: Teil 1 wird nach etwa der Hälfte der Qualifizierung abgelegt und prüft die Grundlagen der Fertigungs- und Montagetechnik in einer praktischen Aufgabe mit ergänzenden schriftlichen Fragen. Dieser Teil zählt bereits in das Gesamtergebnis; die Gewichtung regelt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.

Teil 2 findet am Ende der Umschulung statt und besteht aus einem praktischen Arbeitsauftrag mit begleitendem Fachgespräch sowie schriftlichen Prüfungsbereichen zur Auftrags- und Funktionsanalyse, zur Fertigungstechnik und zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Ob der praktische Teil als betrieblicher Auftrag oder als praktische Aufgabe durchgeführt wird, legt die zuständige Kammer fest.

Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Offizieller Abschluss: Anerkannter Berufsabschluss Industriemechaniker beziehungsweise Industriemechanikerin nach § 37 Berufsbildungsgesetz mit Prüfungszeugnis der Kammer..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil diese Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihrer bisherigen Erwerbsbiografie und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Voraussetzung ist außerdem, dass Maßnahme und Träger nach AZAV zertifiziert sind. Die Lehrgangskosten liegen meist über 10.000 Euro; nicht jeder Anbieter nennt einen Preis, und einzelne kurze Bausteine liegen unter 500 Euro. Neben der Übernahme der Lehrgangskosten kommen je nach Situation Leistungen zum Lebensunterhalt sowie Zuschüsse zu Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten in Betracht. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 61.356 offene Stellen erfasst. Die Qualifikation ist nicht an eine Branche gebunden: Maschinenbau, Automobilzulieferung, Chemie, Lebensmittel, Verpackung und Versorger halten eigene Instandhaltungsmannschaften vor. Hinzu kommt Ersatzbedarf durch Renteneintritte. Zwei Einschränkungen: Schichtarbeit ist in der Instandhaltung verbreitet, und Arbeitgeber zählen neben dem Zeugnis die betriebliche Praxis.

Industriemechaniker profitieren von starken Flächentarifen der Metall- und Elektroindustrie. Schicht- und Montagezulagen erhöhen das Einkommen zusätzlich.

  • Einstieg: ca. 35.000–42.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 43.000–55.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 58.000–72.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Instandhaltung und Störungsbeseitigung an Produktionsanlagen, Montage und Inbetriebnahme von Maschinen und Baugruppen, Fertigung von Bauteilen, Vorrichtungen und Ersatzteilen, Umrüsten und Optimieren von Fertigungslinien, Wartung hydraulischer und pneumatischer Systeme, Prüfung, Vermessung und Dokumentation von Bauteilen, Anlagenbau und Montageeinsätze beim Kunden
  • Typische Arbeitgeber: Maschinen- und Anlagenbauunternehmen, Automobilhersteller und Zulieferbetriebe, Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie, Lebensmittel-, Getränke- und Verpackungsproduktion, Energieversorger, Wasserwerke und Entsorgungsbetriebe, Technische Dienstleister für Instandhaltung und Montage, Papier-, Stahl- und Metallverarbeitung

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Instandhaltung und Störungsbeseitigung an Produktionsanlagen
  • Montage und Inbetriebnahme von Maschinen und Baugruppen
  • Fertigung von Bauteilen, Vorrichtungen und Ersatzteilen
  • Umrüsten und Optimieren von Fertigungslinien
  • Wartung hydraulischer und pneumatischer Systeme
  • Prüfung, Vermessung und Dokumentation von Bauteilen

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich einen Schul- oder Berufsabschluss, um mit der Umschulung zu beginnen?

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die Angebote nennen als Zugang vor allem Deutsch in Wort und Schrift sowie eine Bewerbung mit Beratungsgespräch, teilweise ergänzt um einen Einstellungstest. Ein Hauptschulabschluss ist hilfreich, aber in den Zugangstexten nicht durchgehend als Bedingung genannt. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

Wie lange dauert die Umschulung und läuft sie in Vollzeit?

Die belegte Laufzeit liegt bei rund 28 Monaten, entsprechend 842 Tagen. Alle in der Auswertung Angebote laufen in Vollzeit; eine Teilzeitvariante ist zu diesem Zielberuf nicht dokumentiert. Damit ist die Umschulung deutlich kürzer als die reguläre duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren, verlangt aber eine durchgehende Vollzeitbindung über mehr als zwei Jahre. Planen Sie die Finanzierung des Lebensunterhalts für diesen gesamten Zeitraum, nicht nur für die ersten Monate.

Welchen Abschluss bekomme ich am Ende und wer prüft?

Die erfassten Anbieter weisen den Berufsabschluss Industriemechaniker beziehungsweise Industriemechanikerin aus, geprüft wird als Facharbeiterprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer nach dem Berufsbildungsgesetz. Das ist derselbe Abschluss, den auch Auszubildende aus der dualen Ausbildung erhalten; im Zeugnis ist nicht vermerkt, ob Sie den Weg über eine Ausbildung oder über eine Umschulung gegangen sind. Das Trägerzertifikat, das viele Anbieter zusätzlich ausstellen, ersetzt das Kammerzeugnis nicht.

In welcher Form findet der Unterricht statt?

Überwiegend findet Präsenzunterricht statt, einzelne Angebote laufen als kombinierte oder hybride Lernform mit Online-Anteilen. Einen reinen Fernkurs gibt es zu diesem Beruf nicht, und das ist fachlich folgerichtig: Feilen, Drehen, Fräsen und Montieren lassen sich nicht am Bildschirm lernen. Rechnen Sie also fest mit Anwesenheit in einer Lehrwerkstatt sowie mit betrieblichen Praxisphasen.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

In den Angeboten ist teilweise ein Kostenrahmen über 10.000 Euro hinterlegt, bei vielen Angeboten fehlt eine Preisangabe, und einzelne kurze Bausteine liegen unter 500 Euro. Den verbindlichen Preis nennt der Träger. Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil es sich um eine Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss handelt. Die Bewilligung ist jedoch eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und wird nicht automatisch erteilt.

Worin unterscheidet sich der Industriemechaniker vom Zerspanungsmechaniker oder Mechatroniker?

Der Industriemechaniker deckt die Breite ab: fertigen, montieren, in Betrieb nehmen und instand halten. Der Zerspanungsmechaniker spezialisiert sich auf die spanende Fertigung an Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen und arbeitet vor allem in der Teilefertigung. Der Mechatroniker verbindet Mechanik mit Elektrotechnik und Steuerungstechnik und übernimmt anteilig mehr elektrische Arbeiten. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Sie lieber Teile herstellen, Anlagen am Laufen halten oder an der Schnittstelle zur Elektrotechnik arbeiten wollen.

Schaffe ich die Umschulung, wenn ich seit Jahren nichts mit Technik zu tun hatte?

Die Umschulung ist genau dafür gebaut. Sie beginnt bei den manuellen Grundlagen, beim Messen und beim Lesen technischer Zeichnungen, nicht bei der CNC-Maschine. Der übliche Stolperstein ist nicht die Werkstatt, sondern das Fachrechnen und die technische Kommunikation, weil dort Schulwissen gebraucht wird, das lange zurückliegt. Fragen Sie beim Träger gezielt nach Stütz- und Wiederholungsangeboten in Mathematik und Fachkunde – seriöse Anbieter halten solche Angebote vor und benennen sie auch.