Umschulung Konstruktionsmechaniker/in
Konstruktionsmechanikerinnen und Konstruktionsmechaniker bauen Metallkonstruktionen: Stahlbauteile für Hallen und Brücken, Behälter, Rohrleitungen, Maschinenrahmen und Anlagenteile. Der Arbeitstag beginnt mit der Zeichnung.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Konstruktionsmechanikerinnen und Konstruktionsmechaniker bauen Metallkonstruktionen: Stahlbauteile für Hallen und Brücken, Behälter, Rohrleitungen, Maschinenrahmen und Anlagenteile. Der Arbeitstag beginnt mit der Zeichnung. Daraus ergibt sich, welche Bleche, Profile und Rohre gebraucht werden und in welcher Reihenfolge die Baugruppe entsteht. Dann wird angerissen, getrennt, umgeformt und gefügt – überwiegend durch Schweißen. Man bedient Sägen, Abkantpressen und Brennschneidanlagen, richtet CNC-Maschinen ein und prüft Maße, Winkel und Nahtqualität. Der zweite Teil ist die Montage vor Ort, auf Baustellen und in Höhen. Dazu kommen Instandsetzung, Umbau und die Dokumentation von Schweißnähten.
Wenn dich 30 Monate abschrecken: Die Zahl stimmt. Was du dafür bekommst, ist ein Abschluss mit Kammerprüfung, den Betriebe kennen. Einen Schulabschluss oder Vorbildung im Metallbau brauchst du nicht – die Angebote setzen gesundheitliche Eignung, Handfertigkeit und Ausdauer voraus. Bist du bei deinen Deutschkenntnissen unsicher, frag vor der Anmeldung nach dem verlangten Niveau. Lass dir schriftlich geben, vor welcher Kammer du geprüft wirst.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Werkstoffe, Fertigungsgrundlagen und Arbeitssicherheit (14 Wochen) – Der Einstieg legt die Basis, ohne die keine Baugruppe entsteht: Werkstoffkunde, manuelle Grundfertigkeiten und die Sicherheitsregeln der Metallwerkstatt. Fachrechnen läuft von Anfang an mit, weil Zuschnitt und Abwicklung ohne sichere Rechenroutine nicht funktionieren. Die konkrete Modulfolge legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die im Berufsfeld üblichen Inhalte. Inhalte: Stähle, Aluminium und ihre Eigenschaften in der Verarbeitung, Manuelle Grundfertigkeiten: Anreißen, Sägen, Feilen, Bohren, Gewinde, Arbeitssicherheit, persönliche Schutzausrüstung, Gefahrstoffe, Fachrechnen: Längen, Flächen, Massen und Toleranzen.
- Modul 2: Technische Kommunikation, Zeichnung und Abwicklung (12 Wochen) – Im Stahlbau kommt der Auftrag als Zeichnung. Das Modul trainiert, technische Unterlagen sicher zu lesen, Abwicklungen zu ermitteln und Nahtangaben richtig zu interpretieren. Wer hier sauber arbeitet, spart in der Werkstatt teure Korrekturen. Inhalte: Technische Zeichnungen und Stücklisten lesen und erstellen, Abwicklungen von Blechteilen und Rohrdurchdringungen konstruieren, Schweißnahtsymbole, Oberflächen- und Form-Lage-Toleranzen, CAD-Grundlagen und Umgang mit digitalen Fertigungsunterlagen.
- Modul 3: Trennen, Umformen und Blechbearbeitung (14 Wochen) – Hier entsteht aus Halbzeug das Bauteil. Behandelt werden die thermischen und mechanischen Trennverfahren, das Umformen von Blechen und Profilen sowie das Richten von Verzug. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Maßabweichungen früh zu erkennen statt sie in die Montage mitzunehmen. Inhalte: Brennschneiden, Plasmaschneiden und maschinelles Sägen, Kanten, Biegen und Richten von Blechen und Profilen, Einrichten und Bedienen von Umform- und Schneidmaschinen, Maßhaltigkeit prüfen und Verzug beurteilen.
- Modul 4: Schweiß- und Fügetechnik (16 Wochen) – Die Fügetechnik ist das Herzstück des Berufs und der Teil, der am meisten Übungszeit verlangt. Trainiert werden die gängigen Schweißverfahren in verschiedenen Positionen, dazu Nahtvorbereitung und Wärmeführung. Ob und welche gesonderten Schweißerprüfungen ein Träger anbietet, ist Bestandteil des jeweiligen Angebots und sollte vorab erfragt werden. Inhalte: Schutzgasschweißen MAG und WIG an Stahl und Aluminium, Lichtbogenhandschweißen und Positionsschweißen, Nahtvorbereitung, Wärmeführung und Verzugsminimierung, Schrauben, Nieten, Kleben als ergänzende Fügeverfahren, Vorbereitung auf Schweißerprüfungen nach den einschlägigen Normen.
- Modul 5: Baugruppen, Stahlbaukonstruktionen und Montage (14 Wochen) – Aus Einzelteilen wird ein Tragwerk. Das Modul behandelt den Zusammenbau in der Werkstatt einschließlich Vorrichtungsbau sowie die Montage vor Ort – vom Ausrichten und Verankern bis zum sicheren Umgang mit Lasten. Damit wird der Teil des Berufs abgedeckt, der außerhalb der Halle stattfindet. Inhalte: Vorrichtungen bauen und Baugruppen ausrichten, Rohrleitungs- und Behälterbau, Durchdringungen, Montage auf der Baustelle, Ausrichten und Verankern, Transport, Lastaufnahme und Sicherung.
- Modul 6: Maschinen-, Steuerungs- und CNC-Technik (12 Wochen) – Moderne Fertigung im Stahlbau läuft über gesteuerte Anlagen. Das Modul vermittelt die Steuerungsgrundlagen, das Einrichten und Programmieren von CNC-Maschinen sowie so viel Elektrotechnik, wie für den sicheren Umgang mit den Anlagen nötig ist. Inhalte: Grundlagen der Steuerungstechnik, Pneumatik und Hydraulik, CNC-Programmierung und Einrichten von Bearbeitungsmaschinen, Antriebe und elektrische Grundlagen an Produktionsanlagen, Störungen an Maschinen erkennen und melden.
- Modul 7: Qualitätssicherung, Prüfen und Dokumentation (10 Wochen) – Im Stahlbau ist die Dokumentation Teil des Produkts. Behandelt werden Messtechnik, die Sichtprüfung von Nähten und der Umgang mit Normen und Prüfprotokollen. Ziel ist, Abweichungen zu benennen und nachvollziehbar zu belegen, statt sie stillschweigend nachzuarbeiten. Inhalte: Mess- und Prüfmittel im Metallbau sicher einsetzen, Sichtprüfung von Schweißnähten und Nahtfehler erkennen, Normen, Herstellerangaben und Prüfprotokolle, Nacharbeit dokumentieren und Rückverfolgbarkeit sichern.
- Modul 8: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (16 Wochen) – Die Praxisphase im Betrieb bringt die Werkstattübungen in den echten Auftragsablauf und ist für viele Teilnehmende zugleich der Einstieg in den späteren Arbeitsplatz. Parallel läuft die gezielte Prüfungsvorbereitung. Umfang und Lage der Praxisphase bestimmt der Bildungsträger. Inhalte: Mitarbeit im Praxisbetrieb an realen Aufträgen, Wiederholung von Fachkunde, Fachrechnen und Technologie, Bearbeiten von Prüfungsaufgaben unter Zeitbedingungen, Vorbereitung auf das Fachgespräch der Kammerprüfung.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine Kammerprüfung nach Berufsbildungsgesetz und damit bundesweit anerkannt – kein trägerinternes Zertifikat, dessen Wert man erklären muss.
- Mit 10.416 in den letzten 365 Tagen erfassten offenen Stellen ist die Nachfrage nach diesem Zielberuf in unserer Datenbank die höchste in diesem Batch.
- 13 Anbieter mit 14 Angeboten und 21 Terminen bedeuten, dass es in der Regel mehrere Startmöglichkeiten gibt und man nicht auf einen einzigen Träger angewiesen ist.
- Die Angebote gibt es in Vollzeit und in Teilzeit, mit Präsenz- und Hybridanteilen – das lässt Spielraum für Betreuungsaufgaben oder eine Nebentätigkeit.
- Schweißkenntnisse aus dieser Umschulung sind auch außerhalb des Stahlbaus gefragt, etwa im Behälterbau, in der Instandhaltung und im Rohrleitungsbau.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Angesprochen sind Menschen, die sich beruflich neu aufstellen und dabei in einem produzierenden, körperlich fordernden Handwerksberuf ankommen wollen. Vorkenntnisse im Metall- oder Elektrobereich sind laut den erfassten Zugangstexten von Vorteil, aber keine Bedingung. Weil die Angebote überwiegend als Präsenzunterricht laufen, ein Teil als Hybrid Learning, und sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten werden, lässt sich der Weg an unterschiedliche Lebenslagen anpassen. Wer ausschließlich am Schreibtisch oder ortsunabhängig lernen möchte, findet das hier nicht.
- Umsteigende ohne Berufsabschluss, die einen anerkannten Facharbeiterabschluss anstreben
- Beschäftigte aus Helfertätigkeiten in Metallbau, Produktion oder Montage, die den Abschluss nachholen wollen
- Menschen mit Erfahrung im Metall- oder Elektrobereich, die diese Praxis formal absichern wollen
- Weniger geeignet für alle, die körperlich stark eingeschränkt sind oder eine reine Bildschirmtätigkeit suchen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden vor allem gesundheitliche Eignung, Volljährigkeit, technisches Verständnis und ausreichende Deutschkenntnisse. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss nötig – die Maßnahme führt selbst zum Kammerabschluss
- Gesundheitliche Eignung für körperliche Arbeit im Stahl- und Metallbau, Volljährigkeit
- Technisches Verständnis und gute Handfertigkeit, Ausdauer für millimetergenaues Arbeiten
- Deutschkenntnisse, die für Fachkunde, technische Zeichnungen und die Kammerprüfung reichen
- Bereitschaft zu rund 30 Monaten Qualifizierung mit betrieblichen Praxisphasen
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
30 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören fest zu dieser Umschulung. Bei einer belegten Gesamtlaufzeit von rund 30 Monaten fallen sie üblicherweise auf mehrere Monate, meist in Blöcken im zweiten Abschnitt. Umfang und Lage legt der Bildungsträger im Einvernehmen mit dem Praxisbetrieb fest.
Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung findet nach etwa der Hälfte der Umschulung statt und prüft die Grundfertigkeiten: Fertigung eines Bauteils nach Zeichnung mit Trenn-, Umform- und Fügearbeiten, dazu schriftliche Aufgaben zu Werkstoffen, Fertigungsverfahren und technischer Kommunikation. Das Ergebnis geht in die Gesamtnote ein.
Teil 2 am Ende der Umschulung umfasst einen betrieblichen oder praktischen Auftrag mit Dokumentation und Fachgespräch sowie schriftliche Prüfungsbereiche, üblicherweise zu Fertigungstechnik, Auftrags- und Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer; als Abschlussart werden IHK-Prüfung, Gesellenprüfung und Facharbeiterbrief der Industrie- und Handelskammer genannt.. Offizieller Abschluss: Konstruktionsmechaniker/in mit Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die genaue Bezeichnung und der Fachrichtungszusatz stehen im Angebot des jeweiligen Trägers..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung der übliche Weg. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III – sie hängt von der persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab. Eine Zusage vorab gibt es nicht. Auch Rentenversicherungsträger und Berufsgenossenschaften kommen als Kostenträger in Betracht, etwa wenn der bisherige Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Belegte Kostenrahmen der Angebote: über 10.000 Euro oder ohne hinterlegte Preisangabe.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Die Nachfrage ist deutlich belegt: 10.416 offene Stellen in den vergangenen 365 Tagen, der höchste Wert unter den Metall- und Technikprofilen dieser Auswertung. Gesucht wird im Stahl- und Behälterbau, im Rohrleitungs-, Maschinen- und Anlagenbau, in der Instandhaltung und bei Montagedienstleistern. Schweißarbeit an tragenden Konstruktionen lässt sich nicht auslagern. Im Gespräch zählen belegte Schweißkenntnisse und Montagebereitschaft.
Schiffbau, Stahlbau und Offshore-Projekte vergüten qualifizierte Schweißer und Konstruktionsmechaniker überdurchschnittlich.
- Einstieg: ca. 34.000–41.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 42.000–54.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 56.000–71.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Fertigung von Stahlbauteilen und Baugruppen nach technischer Zeichnung, Schweißen und Fügen von Blechen, Profilen und Rohren, Behälter-, Apparate- und Rohrleitungsbau, Montage und Ausrichtung von Konstruktionen auf der Baustelle, Instandsetzung, Umbau und Verstärkung bestehender Metallkonstruktionen, Einrichten und Bedienen von CNC-gesteuerten Trenn- und Umformanlagen, Prüfen, Messen und Dokumentieren von Bauteilen und Schweißnähten
- Typische Arbeitgeber: Stahl- und Metallbaubetriebe, Behälter-, Apparate- und Rohrleitungsbau, Maschinen- und Anlagenbau, Schiff- und Fahrzeugbau, Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung, Montage- und Industriedienstleister, Betreiber verfahrenstechnischer Anlagen in Chemie und Energiewirtschaft
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Fertigung von Stahlbauteilen und Baugruppen nach technischer Zeichnung
- Schweißen und Fügen von Blechen, Profilen und Rohren
- Behälter-, Apparate- und Rohrleitungsbau
- Montage und Ausrichtung von Konstruktionen auf der Baustelle
- Instandsetzung, Umbau und Verstärkung bestehender Metallkonstruktionen
- Einrichten und Bedienen von CNC-gesteuerten Trenn- und Umformanlagen
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für diese Umschulung einen Schul- oder Berufsabschluss?
Nein. Die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Berufsabschluss und setzt keinen vorhandenen Abschluss voraus. Die erfassten Zugangstexte nennen stattdessen gesundheitliche Eignung, Volljährigkeit, technisches Verständnis, gute Handfertigkeit und ausreichende Deutschkenntnisse. Einzelne Träger führen ein Aufnahmegespräch oder einen Eignungstest durch. Lassen Sie sich die Zulassungsbedingungen des konkreten Angebots vor der Anmeldung schriftlich bestätigen.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form läuft sie?
Die belegte Laufzeit beträgt 927 Tage, also rund 30 Monate. Ein Teil der Angebote liegt kürzer, in der Spanne von mehr als einem bis zu zwei Jahren. Dokumentiert sind Präsenzunterricht, sonstige Präsenzveranstaltungen und Hybrid Learning, jeweils in Vollzeit oder in Teilzeit. Reiner Fernunterricht ist bei diesem Beruf nicht möglich, weil der Werkstatt- und Schweißanteil vor Ort stattfinden muss.
Welchen Abschluss bekomme ich und wer prüft?
Es handelt sich um eine Kammerprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem trägerinternen Zertifikat: Der Abschluss ist bundesweit anerkannt und für Arbeitgeber ohne Erklärung einzuordnen.
Ist Schweißen Teil der Umschulung, und bekomme ich Schweißerprüfungen?
Schweiß- und Fügetechnik ist ein Kernbestandteil des Berufsbildes und nimmt in der Umschulung einen großen Teil der Werkstattzeit ein. Ob ein Träger zusätzlich gesonderte Schweißerprüfungen nach den einschlägigen Normen anbietet und ob deren Kosten im Preis enthalten sind, unterscheidet sich von Angebot zu Angebot. Fragen Sie das gezielt ab, denn solche Prüfungen sind auf dem Arbeitsmarkt ein eigenständiger Vorteil.
Wie körperlich anstrengend ist der Beruf wirklich?
Deutlich anstrengender als eine Bürotätigkeit. Gearbeitet wird überwiegend im Stehen, oft mit schwerem Material, teils in Zwangshaltungen, bei Montageeinsätzen auch in Höhen und im Freien. Lärm, Rauch beim Schweißen und Zeitdruck gehören dazu. Deshalb nennen die Zugangstexte gesundheitliche Eignung ausdrücklich. Wenn Sie Vorerkrankungen an Rücken, Gelenken oder Atemwegen haben, klären Sie die Eignung vor der Anmeldung ärztlich ab.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
Die Angebote weisen entweder einen Kostenrahmen über 10.000 Euro aus oder gar keinen Preis; die verbindliche Zahl nennt der Träger. Bei einer Umschulung ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters der übliche Förderweg. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt unter anderem davon ab, ob die Maßnahme arbeitsmarktlich notwendig und nach AZAV zertifiziert ist. Eine pauschale Zusage gibt es nicht.
Finde ich nach der Umschulung auch ohne Montagebereitschaft eine Stelle?
Das hängt vom Betriebstyp ab. Reine Werkstattfertigung in Stahlbau, Behälterbau oder Zulieferindustrie kommt ohne Reisetätigkeit aus, Montagedienstleister und Anlagenbauer verlangen dagegen häufig Wochenmontage. In unseren Daten sind 10.416 offene Stellen der letzten 365 Tage zu diesem Zielberuf erfasst, verteilt über beide Betriebstypen. Wer nicht reisen kann oder will, sollte das früh im Bewerbungsprozess ansprechen und gezielt nach ortsfester Fertigung suchen.