Handwerk & Technik
Abschluss nach BBiG

Umschulung Tischler / Schreiner

Tischlerinnen und Tischler fertigen Möbel, Innenausbauteile, Fenster, Türen und Treppen aus Holz und Holzwerkstoffen. Sie nehmen Maße auf, erstellen Zeichnungen und Stücklisten, wählen Werkstoffe und Beschläge, bearbeiten Teile an Maschinen und zunehmend an CNC-Anlagen, montieren beim Kunden und …

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Auf einen Blick

Dauer30 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzflexibel
KostenPreis auf Anfrageauf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Tischlerinnen und Tischler fertigen Möbel, Innenausbauteile, Fenster, Türen und Treppen aus Holz und Holzwerkstoffen. Sie nehmen Maße auf, erstellen Zeichnungen und Stücklisten, wählen Werkstoffe und Beschläge, bearbeiten Teile an Maschinen und zunehmend an CNC-Anlagen, montieren beim Kunden und behandeln Oberflächen. Zum Beruf gehören Kundengespräche, Kalkulation kleiner Aufträge und die Einhaltung von Arbeitsschutz an laufenden Maschinen. In Norddeutschland heißt der Beruf Tischler, in Süddeutschland Schreiner — die Ausbildungsordnung ist dieselbe.

Sorge, mit 40 oder 50 handwerklich nicht mehr mitzukommen? Im Tischlerhandwerk zählt Genauigkeit mehr als Kraft, und Erwachsene lernen die Maschinenarbeit oft schneller als Jugendliche. Realistisch bleiben musst du bei der Verfügbarkeit: Es gibt vier Umschulungs-Angebote, alle in Rheinland-Pfalz. Außerhalb der Region ist die betriebliche Umschulung mit Kammerprüfung der praktikablere Weg.

Kursinhalte & Lernziele

  • Modul 1: Werkstoffe, Werkzeuge und Arbeitssicherheit (12 Wochen) – Grundlagenmodul mit klarem Schwerpunkt: sicheres Arbeiten an Maschinen, bevor komplexe Aufgaben kommen. Inhalte: Holzarten, Holzfeuchte, Holzwerkstoffe, Handwerkzeuge und stationäre Maschinen, Unfallverhütung an Kreissäge, Fräse, Hobelmaschine, Grundübungen in Zuschnitt und Bearbeitung.
  • Modul 2: Holzverbindungen und Korpusbau (16 Wochen) – Die klassische Tischlerarbeit. Hier entsteht die Handfertigkeit, die in der Gesellenprüfung geprüft wird. Inhalte: Zinken, Dübel, Lamello, Schlitz und Zapfen, Korpusaufbau, Rückwände, Böden, Beschläge und Auszugssysteme, Maßhaltigkeit und Passungen.
  • Modul 3: Technische Zeichnung und CAD (10 Wochen) – Vom Aufmaß zur Fertigungszeichnung — die Brücke zwischen Kundenwunsch und Werkstatt. Inhalte: Werkzeichnungen und Schnittdarstellungen, Stücklisten und Materialauszüge, CAD-Grundlagen für Möbel und Innenausbau, Aufmaß beim Kunden.
  • Modul 4: Bauelemente, Montage und Oberflächen (14 Wochen) – Der Teil der Arbeit, der auf der Baustelle stattfindet, inklusive Anschluss an fremde Gewerke. Inhalte: Fenster, Türen, Treppen, Trockenbau- und Innenausbaumontage, Oberflächenbehandlung: Beizen, Lackieren, Ölen, Bauanschlüsse und Abdichtung.
  • Modul 5: CNC-Technik und Fertigungsplanung (8 Wochen) – In modernen Betrieben entscheidend: wer CNC bedienen kann, ist deutlich leichter vermittelbar. Inhalte: CNC-Grundlagen und Programmierung, Nesting und Plattenoptimierung, Fertigungsablauf und Rüstzeiten, Qualitätskontrolle.
  • Modul 6: Betriebspraktikum und Gesellenprüfung (24 Wochen) – Prüfungsstück und Fachgespräch entscheiden über den Gesellenbrief; das Praktikum ist die Vorbereitung darauf. Inhalte: Praxisphase im Tischlereibetrieb, Gesellenprüfungsstück mit Arbeitsplanung, Kalkulation eines Kundenauftrags, Fachgespräch üben.

Lernziele:

  • Gesellenbrief in einem zulassungspflichtigen Handwerk, damit Grundlage für Meister und eigenen Betrieb
  • Vier belegte Umschulungs-Angebote — für einen Handwerksberuf ein guter Wert in dieser Datenlage
  • Sichtbares Arbeitsergebnis und hoher Anteil eigenständiger Arbeit
  • Anschlussfähig an Innenausbau, Messebau, Restaurierung und Bauelementemontage

Zielgruppe & Voraussetzungen

Menschen mit handwerklicher Neigung, die einen anerkannten Gesellenbrief anstreben. Beide belegten Angebote sind Vollzeitmaßnahmen in Rheinland-Pfalz.

  • Erwachsene ohne Berufsabschluss mit Freude an Material und Werkzeug
  • Menschen, die nach einer Erkrankung in einen ruhigeren, planbaren Handwerksberuf wechseln
  • Quereinsteiger aus Hilfstätigkeiten in Bau, Montage oder Möbelhandel
  • Personen, die eine Vollzeitmaßnahme über 24 bis 36 Monate tragen können
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 30 Monate in Vollzeit
  • Aufnahmegespräch beim Bildungsträger

Ablauf & Abschluss

Praxistraining, Sonstige Präsenzveranstaltungen

24 bis 36 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeiten: 725 bis 1095 Tage

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.

Zwischenprüfung mit praktischer Arbeitsaufgabe und schriftlichem Teil.

Gesellenprüfung mit Prüfungsstück, Arbeitsproben, schriftlicher Prüfung und Fachgespräch vor der Handwerkskammer.

Prüfende Stelle: certqua, certqua, Bonn. Offizieller Abschluss: Tischler/in.

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: preisverhandelte Maßnahme.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Nutzen & Perspektiven

Das Tischlerhandwerk klagt seit Jahren über fehlende Fachkräfte, besonders im Innenausbau und in der Bauelementemontage. Der Gesellenbrief ist bundesweit anerkannt und öffnet den Meisterweg, der im zulassungspflichtigen Handwerk die Selbstständigkeit erlaubt. Belegt sind Standorte in Rheinland-Pfalz; wer in anderen Regionen sucht, sollte die betriebliche Umschulung mit Externenprüfung bei der örtlichen Handwerkskammer prüfen.

Im Tischlerhandwerk gelten regionale Tarifverträge mit spürbaren Unterschieden zwischen den Bundesländern. Der Sprung nach oben führt in der Regel über den Meister oder über eine Spezialisierung, etwa Messebau, Restaurierung oder CNC-Fertigung.

  • Einstieg: ca. 31.000–35.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 37.000–44.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 48.000–58.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Möbel- und Korpusbau, Innenausbau und Ladenbau, Fenster-, Türen- und Treppenbau, Montage beim Kunden, CNC-gestützte Fertigung, Restaurierung und Aufarbeitung
  • Typische Arbeitgeber: Tischlereien und Schreinereien, Innenausbau- und Ladenbaubetriebe, Möbel- und Küchenhersteller, Messebauunternehmen, Bauelementehersteller, Facility-Dienstleister mit eigener Werkstatt

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Arbeitsmarkt-Report

Einstieg (0–2 J.):31.000–35.000 €
Mittel (3–7 J.):37.000–44.000 €
Senior (8+ J.):48.000–58.000 €

Zielberufe

Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.

  • Möbel- und Korpusbau
  • Innenausbau und Ladenbau
  • Fenster-, Türen- und Treppenbau
  • Montage beim Kunden
  • CNC-gestützte Fertigung
  • Restaurierung und Aufarbeitung

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Tischler oder Schreiner — ist das ein Unterschied?

Nein, nur eine regionale Bezeichnung. Der Ausbildungsberuf heißt bundesweit Tischler; Schreiner ist die im Süden übliche Bezeichnung für dieselbe Qualifikation.

Wie lange dauert die Umschulung?

Die belegten Angebote laufen 725 bis 1095 Tage, also 24 bis 36 Monate in Vollzeit. Die Regelausbildung dauert drei Jahre; die Erwachsenenumschulung verkürzt auf zwei Jahre, wenn Vorkenntnisse anerkannt werden.

Brauche ich handwerkliche Vorkenntnisse?

Nicht formal. Praktisch hilft jede Erfahrung mit Werkzeug erheblich, weil das erste Jahr viel Grundfertigkeit verlangt. Die Träger führen in der Regel ein Aufnahmegespräch und teils einen praktischen Eignungstest durch.

Kann ich danach einen eigenen Betrieb gründen?

Nicht direkt. Das Tischlerhandwerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung — für einen eigenen Betrieb braucht es den Meister oder eine Ausnahmebewilligung. Der Gesellenbrief ist die Voraussetzung, um den Meister überhaupt angehen zu können.