Fortbildung Konstrukteur/in Bautechnik
Bautechnische Konstrukteurinnen und Konstrukteure übersetzen Entwürfe in Pläne, nach denen tatsächlich gebaut werden kann. Sie erstellen mit CAD-Systemen Grundrisse, Schnitte, Ansichten sowie Ausführungs- und Detailpläne für Hoch- und Tiefbauvorhaben.
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Überblick
Bautechnische Konstrukteurinnen und Konstrukteure übersetzen Entwürfe in Pläne, nach denen tatsächlich gebaut werden kann. Sie erstellen mit CAD-Systemen Grundrisse, Schnitte, Ansichten sowie Ausführungs- und Detailpläne für Hoch- und Tiefbauvorhaben. Nach der Tragwerksplanung zeichnen sie Schal- und Bewehrungspläne und stellen die Bewehrungsmengen zusammen. Sie prüfen ihre Zeichnungen gegen Normen, Bauvorschriften sowie Wärme-, Schall- und Brandschutz und stimmen Details mit Architektur und Statik ab. Aus den Plänen leiten sie Massen und Mengen für Ausschreibung und Kalkulation ab. Der Unterschied zur zeichnerischen Zuarbeit liegt in der eigenständigen Durcharbeitung der Details.
Wenn du seit Jahren auf der Baustelle oder am Zeichentisch stehst, ist die Hürde nicht das Fachliche, sondern die Organisation. Das belegte Angebot läuft nur in Vollzeit, an einem einzigen Standort in Norddeutschland, mit Laufzeiten von etwa 14 bis 36 Monaten. Das heißt: über einen längeren Zeitraum kein voller Verdienst, dazu je nach Wohnort eine zweite Unterkunft. Rechne beides durch und kläre es mit deinem Kostenträger.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Technische Kommunikation, Normen und Bauvorschriften (10 Wochen) – Der Einstieg schafft die gemeinsame Sprache der Planung: Welche Darstellung ist verbindlich, welche Regel gilt und welche Unterlagen werden für welches Verfahren gebraucht. Wer aus der Ausführung kommt, ordnet hier die aus der Praxis bekannten Details systematisch ein. Inhalte: Bauzeichnungen lesen und normgerecht erstellen, Darstellungs- und Maßregeln, Normen, Landesbauordnung und Genehmigungsunterlagen, Baustoffe und ihre Verarbeitungseigenschaften, Bauaufnahme, Vermessungsgrundlagen und Bestandsdokumentation.
- Modul 2: CAD und Bauwerksmodellierung (14 Wochen) – Das umfangreichste Modul richtet die praktische Arbeitsfähigkeit am System ein. Geübt wird an durchgehenden Projektbeispielen, von der ersten Konstruktion bis zum abgabefähigen Plansatz einschließlich Umgang mit Änderungsständen. Inhalte: zweidimensionale Konstruktion: Grundrisse, Schnitte, Ansichten, modellbasiertes Arbeiten und Ableiten von Plänen aus dem Bauwerksmodell, Layer-, Bauteil- und Attributstrukturen, Plankopf und Planverwaltung, Datenaustausch mit Statik, Fachplanung und Ausschreibung, Planlogistik: Ausgabestände, Änderungen und Revisionen.
- Modul 3: Baukonstruktion und Bauphysik (12 Wochen) – Hier wird begründet, warum ein Detail so und nicht anders gezeichnet wird. Bauphysikalische Anforderungen werden an typischen Anschlüssen wie Sockel, Fensteranschluss oder Dachrand durchgearbeitet, damit Planunterlagen bauphysikalisch schlüssig sind. Inhalte: Konstruktionsprinzipien im Hochbau von Gründung bis Dach, Wärme- und Feuchteschutz, Vermeidung von Wärmebrücken, Schall- und Brandschutz in Bauteilen und Anschlüssen, Abdichtung und konstruktiver Feuchteschutz an kritischen Details.
- Modul 4: Tragwerk, Schal- und Bewehrungsplanung (10 Wochen) – Das Modul vermittelt, wie Vorgaben der Tragwerksplanung in vollständige, ausführbare Schal- und Bewehrungspläne übersetzt werden. Die statische Nachweisführung selbst bleibt Aufgabe der Tragwerksplanung, verstanden werden müssen ihre Ergebnisse und Grenzen. Inhalte: Lastannahmen und Tragwerksverständnis als Grundlage der Umsetzung, Stahlbetonbau: Schalpläne und Bewehrungspläne nach Vorgabe der Tragwerksplanung, Bewehrungslisten und Stahlmengen zusammenstellen, Konstruktionen in Mauerwerk, Holz und Stahl in der zeichnerischen Umsetzung.
- Modul 5: Ausführungsplanung, Mengenermittlung und Ausschreibung (8 Wochen) – Aus Plänen entstehen Mengen, Ausschreibungen und Kosten. Das Modul verbindet die Detailplanung mit der wirtschaftlichen Seite und behandelt, welche Folgen Planänderungen für Mengen, Vergabe und Termine haben. Inhalte: Ausführungs- und Detailpläne bis zur Baureife durcharbeiten, Massen- und Mengenermittlung aus Plan und Modell, Leistungsbeschreibungen und Grundlagen der Ausschreibung, Kalkulations- und Kostenkennwerte im Planungszusammenhang, Zusammenarbeit mit ausführenden Firmen und Umgang mit Planänderungen.
- Modul 6: Projektarbeit und Prüfungsvorbereitung (6 Wochen) – Zum Abschluss wird ein zusammenhängendes Projekt eigenständig durchgeplant und die Bearbeitung begründet dargestellt. Parallel werden die Prüfungsinhalte wiederholt und Aufgabenstellungen im Prüfungsformat geübt. Inhalte: eigenständige Bearbeitung eines Bauvorhabens vom Entwurf bis zum Plansatz, Dokumentation und Präsentation der eigenen Planungsentscheidungen, Wiederholung der fachtheoretischen Prüfungsinhalte, Bearbeitung von Prüfungsaufgaben unter Zeitbedingungen.
Lernziele:
- Der Aufstiegsabschluss baut auf der vorhandenen Bau- oder Zeichnerausbildung auf: Baustellen- und Praxiserfahrung wird zum Vorteil bei der Detailplanung, statt bei einem Neuanfang verloren zu gehen.
- Die Arbeit verlagert sich von der Ausführung ins Büro, was bei körperlicher Belastung, Wetterabhängigkeit oder Montagetätigkeit eine tragfähige Perspektive im gleichen Fachgebiet eröffnet.
- Die Prüfung nimmt die IHK ab, der Abschluss ist damit ein Fortbildungsberuf und kein trägerinternes Zertifikat.
- Die Angebotslage ist eng und sollte nüchtern betrachtet werden: 11 Angebote über 18 Monate von einem Anbieter an einem Standort, ausschließlich in Vollzeit. Der Weg ist belegt, aber es gibt keine Ausweichmöglichkeit in Wohnortnähe.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung im Bau-, Bautechnik- oder technischen Zeichenbereich und in der Regel mit Berufspraxis. Sie ist eine Aufstiegsfortbildung und kein zweiter Erstberuf: ohne vorhandenen Berufsabschluss ist der Zugang nicht vorgesehen. Angesprochen sind Beschäftigte, die von der Ausführung oder der zeichnerischen Zuarbeit in die eigenverantwortliche Ausführungs- und Detailplanung wechseln wollen.
- Bauzeichnerinnen und Bauzeichner mit abgeschlossener Ausbildung, die Planungsverantwortung übernehmen wollen
- Fachkräfte aus Bauhaupt- und Ausbauberufen mit Berufsabschluss und Praxis, die in die Planung wechseln
- technische Zeichner und Beschäftigte in Planungsbüros mit einschlägiger Ausbildung
- Fachkräfte, die einen Aufstiegsabschluss unter Aufsicht der IHK anstreben und keine Erstausbildung nachholen
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 14 Monate in Vollzeit
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Combined Learning, Sonstige Präsenzveranstaltungen
14 bis 24 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeiten: 426 bis 729 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Fachtheoretischer Teil: schriftliche Prüfungsleistungen zu Baukonstruktion und Bauphysik, Normen und Bauvorschriften, Tragwerks- und Bewehrungsgrundlagen sowie Mengenermittlung und Baukalkulation. Zahl, Dauer und Gewichtung der Prüfungsleistungen setzt die prüfende Stelle fest, hier die IHK.
Praktischer Teil: eigenständige Bearbeitung einer Konstruktionsaufgabe am CAD-System bis zum abgabefähigen Plansatz, dazu die Erläuterung der Planungsentscheidungen in einem Fachgespräch. Der verbindliche Ablauf, die Hilfsmittel und die Zulassungsvoraussetzungen richten sich nach den Vorgaben der IHK und sind vor der Anmeldung dort sowie beim Anbieter zu erfragen.
Prüfende Stelle: IHK. Offizieller Abschluss: Bautechnischer Konstrukteur/Bautechnische Konstrukteurin.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: preisverhandelte Maßnahme.
Nutzen & Perspektiven
Bautechnische Planungsarbeit fällt in Architektur- und Ingenieurbüros, in Planungsabteilungen von Bauunternehmen und in kommunalen Bauverwaltungen an. Das Angebot dagegen ist schmal: 11 Lehrgänge über 18 Monate von einem einzigen Anbieter an einem Standort in Norddeutschland, ausschließlich in Vollzeit. Die Tätigkeiten fallen bundesweit an, der Zugang zum Abschluss nicht.
Maßgeblich sind die Tarifbindung des Arbeitgebers, die Betriebsgröße und die Region: tarifgebundene Bauunternehmen und öffentliche Auftraggeber vergüten anders als kleine, nicht tarifgebundene Planungsbüros, und das Niveau unterscheidet sich zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen deutlich. Auch die Fachrichtung wirkt, etwa Hoch- gegenüber Tiefbau. Die Werte sind eine Orientierung für das Berufsfeld.
- Einstieg: ca. 35.000–40.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 41.000–48.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 55.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Ausführungs- und Detailplanung im Hochbau, Schal- und Bewehrungsplanung im Stahlbetonbau nach Vorgaben der Tragwerksplanung, modellbasierte Konstruktion und Ableitung von Plansätzen mit CAD, Bauaufnahme und Planung im Bestand, Sanierung und Umbau, Massen- und Mengenermittlung als Grundlage für Ausschreibung und Kalkulation, Planverwaltung, Änderungsstände und Abstimmung mit Fachplanungen
- Typische Arbeitgeber: Architektur- und Ingenieurbüros, Planungsabteilungen von Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau, Tragwerksplanungs- und Statikbüros, Hersteller von Betonfertigteilen und Bausystemen, kommunale Bauämter und öffentliche Bauverwaltungen, Projektentwickler und Bauträger
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Ausführungs- und Detailplanung im Hochbau
- Schal- und Bewehrungsplanung im Stahlbetonbau nach Vorgaben der Tragwerksplanung
- modellbasierte Konstruktion und Ableitung von Plansätzen mit CAD
- Bauaufnahme und Planung im Bestand, Sanierung und Umbau
- Massen- und Mengenermittlung als Grundlage für Ausschreibung und Kalkulation
- Planverwaltung, Änderungsstände und Abstimmung mit Fachplanungen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich ohne Berufsabschluss als Quereinsteiger einsteigen?
Nein. Der Abschluss ist ein Fortbildungsberuf, also eine Aufstiegsfortbildung auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung, in der Regel ergänzt um Berufspraxis im Bau- oder Bautechnikbereich. Eine Erstausbildung wird damit nicht nachgeholt und ein zweiter Erstberuf nicht erworben. Welche Vorbildung und welche Praxiszeiten im Einzelfall anerkannt werden, entscheidet die prüfende Stelle, hier die IHK; das sollte vor der Anmeldung dort geklärt werden.
Wie lange dauert die Fortbildung und gibt es sie in Teilzeit?
Die Laufzeiten reichen von 413 bis 1093 Tagen, also etwa 14 bis 36 Monate, und zwar ausschließlich in Vollzeit. Ein Teilzeitangebot gibt es nicht. Die große Spanne der Laufzeiten ergibt sich aus unterschiedlich zugeschnittenen Kursterminen; welche Variante konkret in Frage kommt, ist beim Anbieter zu erfragen.
Wie heißt der Abschluss und wer prüft?
Die Abschlussbezeichnung lautet Bautechnischer Konstrukteur beziehungsweise Bautechnische Konstrukteurin, prüfende Stelle ist die IHK. Der Abschluss ist ein Fortbildungsberuf. Ein Studienabschluss oder eine Berufsbezeichnung als Ingenieurin oder Ingenieur ist damit nicht verbunden.
Wie wird die Fortbildung finanziert?
Für Aufstiegsfortbildungen ist das Aufstiegs-BAföG der einschlägige Förderweg, nicht der Bildungsgutschein, der auf Umschulungen und Maßnahmen der Arbeitsförderung zugeschnitten ist. Die Maßnahme ist preisverhandelt, eine konkrete Preisangabe liegt nicht vor. Weil das Angebot in Vollzeit läuft, gehört neben den Kosten auch der Einkommensausfall in die Rechnung; beides ist vorab mit dem Anbieter und dem Kostenträger zu klären.
Wo findet die Fortbildung statt?
Es gibt einen Anbieter an einem Standort in Norddeutschland; weitere Träger oder Standorte sind uns nicht bekannt. Die Einzelheiten klären wir nach einer Anfrage mit dem Anbieter. Wer nicht in der Region wohnt, muss Unterbringung und Heimfahrten einplanen und die Frage der Unterkunft vor der Anmeldung klären.