Umschulung Koch / Köchin
Köchinnen und Köche planen und bereiten Speisen zu. Sie kalkulieren Speisekarten und Mengen, bestellen und prüfen Waren und bereiten Fleisch, Fisch, Gemüse und Beilagen fachgerecht vor. Sie kochen, richten an und dokumentieren die Hygiene nach HACCP.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Köchinnen und Köche planen und bereiten Speisen zu. Sie kalkulieren Speisekarten und Mengen, bestellen und prüfen Waren und bereiten Fleisch, Fisch, Gemüse und Beilagen fachgerecht vor. Sie kochen, richten an und dokumentieren die Hygiene nach HACCP. Allergene und besondere Ernährungsformen müssen sie dabei berücksichtigen. Dazu kommen die Anleitung von Küchenhilfen und die Verantwortung für Sauberkeit und Warenwirtschaft im eigenen Bereich. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt in der À-la-carte-Küche, in der Gemeinschaftsverpflegung oder in der Diätküche.
Die Küche hat einen Ruf: harte Zeiten, wenig Geld, rauer Ton. Das gilt für Teile der Restaurantgastronomie, deutlich weniger für Kliniken, Kantinen und Senioreneinrichtungen mit planbaren Diensten und Tarifbindung — und dort ist der Bedarf am größten. Belegt ist nur ein Umschulungs-Angebot an einem einzigen Standort. Für andere Regionen ist die betriebliche Umschulung mit IHK-Externenprüfung der übliche Weg.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Küchengrundlagen und Hygiene (12 Wochen) – Handwerkliche Basis und Hygiene — letztere ist prüfungsrelevant und rechtlich zwingend. Inhalte: Schneidetechniken und Garverfahren, Warenkunde: Fleisch, Fisch, Gemüse, Molkereiprodukte, HACCP, Personal- und Küchenhygiene, Arbeitssicherheit in der Küche.
- Modul 2: Speisenzubereitung und Küchenposten (18 Wochen) – Der Durchgang durch alle Küchenposten — das eigentliche Kochhandwerk. Inhalte: Saucen, Suppen, Fonds, Beilagen, Gemüse, Sättigungsbeilagen, Fleisch- und Fischgerichte, Kalte Küche, Desserts, Backwaren.
- Modul 3: Ernährung, Diätetik und Allergene (10 Wochen) – Für Kliniken und Senioreneinrichtungen zentral und ein klarer Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Inhalte: Ernährungslehre und Nährstoffe, Kostformen und Diätküche, Allergenkennzeichnung und Kennzeichnungspflichten, Vegetarische und vegane Küche.
- Modul 4: Kalkulation, Warenwirtschaft und Organisation (10 Wochen) – Die kaufmännische Seite: hier entscheidet sich, ob die Küche wirtschaftlich arbeitet. Inhalte: Speisenkalkulation und Wareneinsatz, Bestellung, Lagerung, Inventur, Menü- und Speisekartenplanung, Anleitung von Küchenhilfen.
- Modul 5: Betriebspraktikum und Gesellenprüfung (24 Wochen) – Die praktische Prüfung ist ein Menü unter Zeitdruck; das muss unter realen Bedingungen geübt werden. Inhalte: Praxisphase im Küchenbetrieb, Prüfungsmenü unter Zeitvorgabe, Fachgespräch und Warenkunde, Prüfungssimulation.
Lernziele:
- Anerkannter Ausbildungsberuf mit Kammerprüfung statt Anlerntätigkeit als Küchenhilfe
- Breiter Bedarf über die Restaurantgastronomie hinaus: Kliniken, Kantinen, Senioreneinrichtungen
- Sichtbares Handwerk mit unmittelbarem Arbeitsergebnis
- Grundlage für den Küchenmeister und für Küchenleitungspositionen
Für wen ist der Kurs geeignet?
Erwachsene ohne Berufsabschluss mit Interesse an Küchenarbeit, die einen anerkannten Gesellenbrief anstreben. Belegt ist ein Angebot in Vollzeit.
- Küchenhilfen und Beiköche, die den Abschluss nachholen wollen
- Quereinsteigende ohne Berufsabschluss mit handwerklicher Neigung
- Menschen, die nach längerer Arbeitslosigkeit in einen Beruf mit sicherem Bedarf einsteigen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 24 Monate in Vollzeit
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Sonstige Präsenzveranstaltungen
24 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeit: 728 Tage
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.
Zwischenprüfung mit praktischer Arbeitsaufgabe und schriftlichem Teil.
Abschlussprüfung mit Zubereitung eines Menüs unter Zeitvorgabe, schriftlicher Prüfung in Warenkunde, Ernährungslehre und Wirtschaftskunde sowie Fachgespräch.
Prüfende Stelle: Beim Bildungsträger erfragen.. Offizieller Abschluss: Koch / Köchin.
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: preisverhandelte Maßnahme.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Der Bedarf an ausgebildeten Köchen ist hoch und wird durch die Abwanderung aus der Gastronomie verstärkt. Besonders Kliniken, Betriebskantinen und Senioreneinrichtungen suchen; sie bieten geregeltere Arbeitszeiten als die Restaurantgastronomie. Belegt ist ein Umschulungs-Angebot an einem einzigen Standort mit 24 Monaten Laufzeit. Die Angebotslage ist damit dünn.
Der Verdienst in der Gastronomie liegt im unteren Drittel des Handwerks, dafür sind Betriebskantinen, Kliniken und Senioreneinrichtungen häufig tarifgebunden und bieten geregelte Arbeitszeiten. Küchenleitung und Meisterabschluss heben das Niveau deutlich.
- Einstieg: ca. 30.000–34.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 36.000–43.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 48.000–62.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: À-la-carte-Küche in Restaurants und Hotels, Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen, Klinik- und Diätküche, Küche in Senioreneinrichtungen, Catering und Veranstaltungsküche, Systemgastronomie
- Typische Arbeitgeber: Hotels und Restaurants, Krankenhäuser und Rehakliniken, Betriebsgastronomie und Kantinenbetreiber, Alten- und Pflegeheime, Catering-Unternehmen
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- À-la-carte-Küche in Restaurants und Hotels
- Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen
- Klinik- und Diätküche
- Küche in Senioreneinrichtungen
- Catering und Veranstaltungsküche
- Systemgastronomie
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Umschulung?
Das belegte Angebot läuft 728 Tage, also 24 Monate in Vollzeit. Die Regelausbildung dauert drei Jahre; für Erwachsene wird auf zwei Jahre verkürzt, wenn Vorkenntnisse oder Berufserfahrung anerkannt werden.
Muss ich in der Restaurantgastronomie arbeiten?
Nein. Der Gesellenbrief gilt für alle Küchenbereiche. Wer geregelte Arbeitszeiten braucht, findet in Kliniken, Kantinen und Senioreneinrichtungen häufig Tarifbindung, feste Dienstpläne und weniger Abend- und Wochenendarbeit.
Welche Aufstiegswege gibt es?
Über Chef de Partie und Sous-Chef zur Küchenleitung, formal über den Küchenmeister (IHK) oder den Fachwirt im Gastgewerbe. Der Küchenmeister setzt den Gesellenbrief und Berufspraxis voraus.
Ist der Beruf körperlich hart?
Ja, das sollte man wissen: Stehen, Hitze, Zeitdruck und Heben gehören dazu. In der Gemeinschaftsverpflegung ist die Belastung durch feste Abläufe und größere Teams meist geringer als in kleinen À-la-carte-Küchen.