Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Fortbildung Industriemeister Mechatronik (IHK)

Industriemeisterinnen und Industriemeister der Fachrichtung Mechatronik führen Bereiche, in denen mechanische, elektrische und steuerungstechnische Systeme zusammenspielen.

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Auf einen Blick

Dauer24 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzflexibel
Kosten1.000–5.000 €auf Anfrage / Förderung
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Industriemeisterinnen und Industriemeister der Fachrichtung Mechatronik führen Bereiche, in denen mechanische, elektrische und steuerungstechnische Systeme zusammenspielen. Sie verantworten Instandhaltung und Anlagenverfügbarkeit, planen Wartung und Ersatzteile, analysieren Störungen an Antrieben, Sensorik und Steuerungen, koordinieren Umbauten und Inbetriebnahmen und führen Instandhaltungs- oder Fertigungsteams. Gefragt ist Wissen aus zwei Welten: Mechanik und Steuerungstechnik. Mit zunehmender Automatisierung ist das die Fachrichtung mit der breitesten technischen Anschlussfähigkeit.

Mechatronik heißt zwei Welten gleichzeitig: Mechanik und Steuerungstechnik. Wer aus einer der beiden kommt, muss die andere aufholen, und das ist der eigentliche Aufwand — nicht die Führungsteile. Rechne das ehrlich ein. Der Abschluss ist eine Aufstiegsfortbildung und setzt eine abgeschlossene Ausbildung mit Praxis voraus; Förderweg ist das Aufstiegs-BAföG.

Kursinhalte & Lernziele

  • Modul 1: Basisqualifikationen: Recht, Wirtschaft, Zusammenarbeit (14 Wochen) – Der fachrichtungsübergreifende Teil, separat prüfbar und meist vorab abgelegt. Inhalte: Rechtsbewusstes Handeln und Haftung, Betriebswirtschaftliches Handeln, Methoden der Information und Kommunikation, Zusammenarbeit und Führungsgrundlagen.
  • Modul 2: Mechanik, Elektrotechnik und Steuerungstechnik (18 Wochen) – Der doppelte technische Kern der Fachrichtung — hier entscheidet sich der Lernaufwand. Inhalte: Antriebstechnik und Maschinenelemente, Elektrotechnik, Messtechnik, Sensorik, SPS-Programmierung und Bussysteme, Pneumatik und Hydraulik.
  • Modul 3: Instandhaltung und Anlagenverfügbarkeit (14 Wochen) – Der Bereich, in dem Mechatronik-Meister am häufigsten eingesetzt werden. Inhalte: Instandhaltungsstrategien und Wartungsplanung, Störungsanalyse und Fehlersuchsystematik, Ersatzteilwirtschaft, Kennzahlen der Anlagenverfügbarkeit.
  • Modul 4: Organisation, Führung und Ausbildereignung (12 Wochen) – Führung, Sicherheit und Ausbildereignung, abgeschlossen mit Prüfungssimulation. Inhalte: Auftrags- und Personaleinsatzplanung, Arbeitssicherheit an elektrischen Anlagen, Berufsausbildung planen und durchführen (AEVO), Situationsaufgabe und Prüfungstraining.

Lernziele:

  • Automatisierungskompetenz mit Führungsabschluss — eine im Betrieb knappe Kombination
  • 41 belegte Angebote, breit über das Bundesgebiet verteilt, in Voll- und Teilzeit
  • Ausbildereignung nach AEVO inbegriffen
  • Anschlussfähig an Instandhaltungsleitung, Anlagenprojekte und den Technischen Betriebswirt

Zielgruppe & Voraussetzungen

Fachkräfte aus Mechatronik, Elektronik oder Metallberufen mit Praxis an automatisierten Anlagen, die Instandhaltung oder Fertigung führen wollen.

  • Mechatroniker und Elektroniker für Automatisierungstechnik mit Berufspraxis
  • Industriemechaniker mit Erfahrung an gesteuerten Anlagen
  • Instandhalter, die Bereichsverantwortung übernehmen wollen
Voraussetzungen:

Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.

  • Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
  • Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 24 Monate in Teilzeit
  • Eigener Rechner und Selbstlerndisziplin, da die Angebote Fern- oder Online-Anteile haben
  • Aufnahmegespräch beim Bildungsträger

Ablauf & Abschluss

24 Monate (berufsbegleitend in Teilzeit) – belegte Laufzeit: 730 Tage

Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.

Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen, schriftlich und separat prüfbar.

Handlungsspezifische Qualifikationen in Technik, Organisation und Führung mit situationsbezogener Aufgabe und Fachgespräch; AEVO gesondert.

Prüfende Stelle: Handelskammer Bremen, Industrie- und Handelskammer, Zuständige Kammer. Offizieller Abschluss: Geprüfte:r Industriemeister:in – Mechatronik (IHK).

Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: 1.000–5.000 €, 5.000–10.000 €, über 10.000 €.

Nutzen & Perspektiven

Mit fortschreitender Automatisierung wächst der Bedarf an Führungskräften, die Anlagen mit Steuerungstechnik beurteilen können — Instandhaltungsleitung ist in vielen Betrieben schwer zu besetzen. Mit 41 belegten Angeboten ist die Angebotslage sehr gut; Standorte reichen von Amberg und Arnstadt über Aschersleben und Augsburg bis Bad Freienwalde und Bad Salzdetfurth.

Wer Anlagen mit Steuerungstechnik verantwortet, ist schwerer ersetzbar als reine Mechanikführung. In der tarifgebundenen Industrie ist die Eingruppierung geregelt; Rufbereitschaft für Anlagenstörungen wird zusätzlich vergütet.

  • Einstieg: ca. 49.000–55.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 59.000–68.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 74.000–90.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Instandhaltungsleitung, Fertigungs- und Schichtführung an automatisierten Anlagen, Inbetriebnahme und Anlagenumbau, Störungsmanagement, Arbeitssicherheit an elektrischen Anlagen, Ausbildung von Nachwuchskräften
  • Typische Arbeitgeber: Automobil- und Zulieferindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit hoher Automatisierung, Chemie- und Pharmaproduktion, Logistikzentren mit Fördertechnik

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Arbeitsmarkt-Report

Einstieg (0–2 J.):49.000–55.000 €
Mittel (3–7 J.):59.000–68.000 €
Senior (8+ J.):74.000–90.000 €

Zielberufe

Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.

  • Instandhaltungsleitung
  • Fertigungs- und Schichtführung an automatisierten Anlagen
  • Inbetriebnahme und Anlagenumbau
  • Störungsmanagement
  • Arbeitssicherheit an elektrischen Anlagen
  • Ausbildung von Nachwuchskräften

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich eine Mechatroniker-Ausbildung?

Nicht zwingend. Zugelassen werden in der Regel abgeschlossene Ausbildungen in einem metall- oder elektrotechnischen Beruf mit Berufspraxis. Wer aus der Mechanik kommt, muss die Steuerungstechnik aufholen, wer aus der Elektrotechnik kommt, die Mechanik — beide Wege sind üblich.

Metall oder Mechatronik — welche Fachrichtung?

Metall passt für klassische Fertigungsführung mit Schwerpunkt Zerspanung, Umformung und Montage. Mechatronik passt, wenn Anlagen mit Steuerungstechnik im Zentrum stehen, insbesondere in der Instandhaltung. Mechatronik ist technisch breiter und dadurch anschlussfähiger, aber auch lernaufwändiger.

Ist die Ausbildereignung enthalten?

Ja, die Berufs- und Arbeitspädagogik nach AEVO gehört zur Qualifikation. Der Nachweis erfolgt gesondert und berechtigt zur Ausbildung von Nachwuchskräften im Betrieb.

Wie wird die Fortbildung finanziert?

Über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, in Vollzeit zusätzlich mit einem Beitrag zum Lebensunterhalt. Viele Industriebetriebe beteiligen sich, weil sie den Bedarf selbst haben. Der Bildungsgutschein greift hier in der Regel nicht.