Handwerk & Technik
Kammerprüfung

Umschulung Friseurgewerbe (Umschulung zum Friseurberuf)

Friseurinnen und Friseure beraten zu Haar und Erscheinungsbild und setzen das Ergebnis handwerklich um. Jeder Termin beginnt mit einer Diagnose von Haarstruktur, Kopfhaut und Vorbehandlungen.

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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Friseurinnen und Friseure beraten zu Haar und Erscheinungsbild und setzen das Ergebnis handwerklich um. Jeder Termin beginnt mit einer Diagnose von Haarstruktur, Kopfhaut und Vorbehandlungen. Dazu gehören Waschen und Pflegen, Schneidetechniken bis zum Rasiermesser, Föhnen, Stylen und Frisurengestaltung. Ein eigener Block ist die Chemie: Colorationen, Blondierungen, Farbkorrekturen, Dauerwelle und Glättung – hier entscheidet Fachwissen über Ergebnis und Haarschäden. Hinzu kommen Wimpern- und Augenbrauenbehandlungen, Make-up und Bartpflege. Der zweite Teil ist kaufmännisch: beraten, verkaufen, Termine planen, kassieren, Hygiene einhalten. Gearbeitet wird im Stehen, im Takt der Termine.

Die häufigste Sorge ist nicht das Fachliche, sondern die Haut. Friseurarbeit ist Feuchtarbeit, Handekzeme sind die typische Berufskrankheit. Neigst du zu trockener Haut, kläre das hautärztlich ab – ein Anbieter fordert gesundheitliche Eignung ausdrücklich. Zweitens das Geld: Die Branche zahlt niedrig. Rechne durch, ob dein Haushalt 26 Monate Umschulung trägt. Trotz des Namens Helferberuf führen alle Angebote zum Gesellenbrief mit Kammerprüfung.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Haar- und Kopfhautdiagnose, Pflege und Hygiene (12 Wochen) – Am Anfang steht das Verstehen des Materials, mit dem Sie arbeiten: Haarstruktur, Porosität und Kopfhautzustand bestimmen, was später möglich ist. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf Hygiene und Hautschutz – nicht als Formalie, sondern weil Handekzeme in diesem Beruf die häufigste Ursache für einen frühen Ausstieg sind. Die konkrete Modulstruktur legt der jeweilige Bildungsträger fest. Inhalte: Aufbau von Haar und Kopfhaut, Haarzustand beurteilen, Kopfhauterkrankungen erkennen und Grenzen der eigenen Zuständigkeit, Waschen, Massage, Pflege- und Aufbaubehandlungen, Hygieneplan, Desinfektion und Aufbereitung von Werkzeugen, Hautschutz, Handschuhgebrauch und Vermeidung von Handekzemen.
  • Modul 2: Schneidetechniken Damen und Herren (14 Wochen) – Das Schneiden ist das Rückgrat des Berufs und wird systematisch aufgebaut: erst der geometrische Aufbau eines Schnitts, dann die Variation, dann die Anpassung an den einzelnen Kopf. Geübt wird zunächst am Übungskopf, später am Modell, weil Winkel und Spannung sich am lebenden Haar anders verhalten. Inhalte: Schnittaufbau, Sektionen, Winkel und Führungsstrang, Stufungen, Konturen, Pony- und Übergangsschnitte, Herrenhaarschnitt mit Schere, Maschine und Rasiermesser, Schnittanpassung an Gesichtsform, Haarstruktur und Wirbel, Umgang mit Effilier- und Ausdünntechniken.
  • Modul 3: Coloration, Blondierung und Farbkorrektur (14 Wochen) – Der chemische Bereich ist fachlich der anspruchsvollste und wirtschaftlich der wichtigste. Behandelt werden Farbenlehre und Aufhellungsstufen, die gängigen Techniken und vor allem die Fehlerkunde – warum ein Ergebnis grünstichig oder fleckig wird und wie es korrigiert wird, ohne das Haar zu zerstören. Sicherheitsvorgaben und Allergietest gehören verbindlich dazu. Inhalte: Farbenlehre, Grundton, Untergrund und Aufhellungsstufen, Oxidative Colorationen, Tönungen und Direktzieher, Blondiertechniken: Strähnen, Balayage, Foliensträhnen, Farbkorrektur, Ausgleich und Reparatur missglückter Ergebnisse, Allergietest, Einwirkzeiten und Sicherheitsvorgaben.
  • Modul 4: Umformung, Föhnen und Frisurengestaltung (12 Wochen) – Umformung verändert die Haarstruktur dauerhaft und verlangt deshalb dieselbe Sorgfalt wie die Coloration. Das Modul verbindet die chemische Umformung mit dem täglichen Handwerk des Föhnens und Stylings und schließt mit der Frisurengestaltung für Anlässe, die in vielen Salons ein eigenes Geschäftsfeld ist. Inhalte: Dauerwelle und Glättung: Wirkprinzip, Wickeltechniken, Nachbehandlung, Föhnen, Rundbürstentechnik und Glätten, Hochsteckfrisuren und Anlassfrisuren, Haarverdichtung und Umgang mit Haarteilen, Styling für Alltag und besondere Anlässe.
  • Modul 5: Kosmetische Zusatzleistungen und Bartpflege (8 Wochen) – Rund um das Kerngeschäft haben sich Zusatzleistungen etabliert, die Umsatz und Kundenbindung tragen. Das Modul vermittelt die gängigen kosmetischen Behandlungen sowie die klassische Bart- und Rasurpflege, die in vielen Salons wieder stark nachgefragt wird – jeweils mit Blick auf Verträglichkeit und Grenzen der Behandlung. Inhalte: Augenbrauen- und Wimpernbehandlungen, Dekorative Kosmetik und Make-up-Grundlagen, Bartschnitt, Rasur und Bartpflege, Einfache Hand- und Nagelpflege, Verträglichkeit, Hautreaktionen und Dokumentation.
  • Modul 6: Beratung, Verkauf und Salonorganisation (10 Wochen) – Ein guter Schnitt allein füllt keinen Salon. Das Modul behandelt das Beratungsgespräch, in dem Wunsch und Machbarkeit zusammengebracht werden, sowie die betriebswirtschaftliche Seite von Kalkulation bis Warenbestand. Ausdrücklich geübt wird der Umgang mit Reklamationen, weil er über die Kundenbindung mehr entscheidet als jede gelungene Behandlung. Inhalte: Beratungsgespräch führen und Erwartungen klären, Produktkunde und Empfehlung ohne Überverkauf, Terminplanung, Kalkulation und Kassenführung, Warenwirtschaft, Bestellung und Lager, Reklamationen und schwierige Gespräche.
  • Modul 7: Betriebliche Praxisphase im Salon (24 Wochen) – Am Übungskopf entsteht Technik, im Salon entsteht Tempo und Sicherheit im Umgang mit Menschen. Die Praxisphase konfrontiert Sie mit echten Terminen, echten Erwartungen und dem Takt eines Betriebs – und ist erfahrungsgemäß der wichtigste Weg zur späteren Anstellung. Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest; klären Sie, ob Sie den Platz selbst suchen müssen. Inhalte: Mitarbeit im laufenden Salonbetrieb, Selbstständige Behandlungen am Kunden unter Anleitung, Arbeiten im Termintakt und im Team, Kundenbindung, Empfang und Salonabläufe, Führen des Praxisnachweises beziehungsweise Berichtshefts.
  • Modul 8: Prüfungsvorbereitung und Kundenauftrag (8 Wochen) – Zum Abschluss wird der komplette Ablauf unter Prüfungsbedingungen geübt: Kundengespräch, Diagnose, Planung, Ausführung am Modell und Begründung der eigenen Entscheidungen. Weil in der Gesellenprüfung mit Zeitvorgabe am Modell gearbeitet wird, ist das Training unter Zeitdruck ein eigener Schwerpunkt. Inhalte: Vollständige Kundenaufträge planen, ausführen und dokumentieren, Praktische Prüfungsleistungen am Modell unter Zeitbedingungen üben, Fachkunde, Chemie und Wirtschafts- und Sozialkunde wiederholen, Fachgespräch trainieren: Diagnose und Produktwahl begründen, Altprüfungen und Musteraufgaben durcharbeiten.

Lernziele:

  • Trotz des Profilnamens „Helferberuf“ führen alle Angebote zum vollen Gesellenbrief – Sie erwerben eine Fachkraftqualifikation, keine Hilfstätigkeitsbescheinigung.
  • Der Gesellenbrief im Friseurhandwerk ist bundesweit anerkannt und die Grundlage für eine spätere Meisterfortbildung und damit für Selbstständigkeit.
  • Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote sind erfasst, was die Umschulung mit Betreuungsaufgaben planbar macht.
  • Der Beruf ist kontaktintensiv und liefert ein unmittelbar sichtbares Ergebnis – für viele Umsteigende aus Bürotätigkeiten ist genau das der Grund für den Wechsel.
  • Salons sind flächendeckend verteilt, auch in kleineren Orten – die Tätigkeit ist nicht an Ballungsräume oder Industriestandorte gebunden.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Weg passt zu Menschen, die gern mit Kundinnen und Kunden arbeiten, Freude an Gestaltung haben und ein Handwerk lernen wollen, in dem das Ergebnis unmittelbar sichtbar ist. Weil sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote erfasst sind, ist die Umschulung auch mit Betreuungsaufgaben planbar. Sinnvoll ist sie für Quereinsteigende ohne Abschluss, für Menschen mit Salonerfahrung als Assistenz, die den formalen Gesellenbrief nachholen wollen, und für alle, die aus einer reinen Bürotätigkeit in einen kontaktintensiven, gestaltenden Beruf wechseln möchten. Zwei Punkte gehören zur ehrlichen Einordnung: Die Arbeit belastet Haut, Rücken und Beine, und das Entgeltniveau der Branche liegt unter dem vieler anderer Handwerke. Wer beides kennt und trotzdem will, ist hier richtig; wer es nicht vorher prüft, bricht erfahrungsgemäß später ab.

  • Quereinsteigende ohne Berufsabschluss, die einen anerkannten Handwerksabschluss mit Kundenkontakt anstreben
  • Menschen mit Salonerfahrung als Assistenz oder Aushilfe, die den Gesellenbrief formal nachholen wollen
  • Umsteigende aus Büro- oder Verkaufstätigkeiten, die gestaltend und mit unmittelbar sichtbarem Ergebnis arbeiten möchten
  • Weniger geeignet für Personen mit Hauterkrankungen, Handekzemneigung, Allergien gegen Friseurchemikalien oder Einschränkungen bei Steharbeit
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zum Gesellenabschluss. Die Zugangstexte der Anbieter nennen möglichst einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss, eine Neigung zu handwerklicher Tätigkeit und handwerkliches Geschick; Berufserfahrung im angestrebten Bereich wird als Vorteil, nicht als Bedingung genannt. Ein Anbieter fordert zusätzlich ein Sprachniveau B2, eine gesundheitliche Eignung und die Bewilligung einer Umschulung. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Gesellenabschluss
  • Möglichst Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Schulabschluss; Berufserfahrung im Bereich ist laut Anbieter von Vorteil, aber keine Bedingung
  • Gesundheitliche Eignung, die ein Anbieter ausdrücklich verlangt – insbesondere im Hinblick auf Feuchtarbeit, Hautbelastung und dauerhafte Steharbeit
  • Deutschkenntnisse für Beratung, Fachunterricht und Prüfung; ein Anbieter nennt ausdrücklich Niveau B2
  • Handwerkliches Geschick, Freude am Kundenkontakt und ein gepflegtes, kundenorientiertes Auftreten

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

26 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen im Salon sind fester Bestandteil dieser Umschulung, weil Kundenkontakt, Termintakt und Routine am Kunden nur dort entstehen. Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest; klären Sie vor der Anmeldung, ob Sie den Praktikumsplatz selbst suchen müssen oder vermittelt bekommen.

Die Gesellenprüfung im Friseurhandwerk ist in der Regel gestreckt angelegt. Der erste Teil liegt im Verlauf der Qualifizierung und prüft die Grundfertigkeiten: Haarpflege, Schnitt- und Föhntechniken sowie fachtheoretische Grundlagen. Das Ergebnis fließt in die Gesamtnote ein.

Der zweite Teil steht am Ende und umfasst praktische Prüfungsleistungen am Modell – typischerweise Schnitt, Farb- oder Umformbehandlung und Styling unter Zeitvorgabe –, ein begleitendes Fachgespräch sowie schriftliche Prüfungsbereiche zu Fachkunde, Chemie und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Prüfende Stelle: Die Gesellenprüfung nimmt die zuständige Handwerkskammer ab, nicht der Bildungsträger. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, bei welcher Kammer Sie geprüft werden, wann die Anmeldung erfolgt und ob Prüfungsgebühren und Modellkosten in den Lehrgangskosten enthalten sind.. Offizieller Abschluss: Bei Bestehen erhalten Sie den Gesellenbrief als Friseur beziehungsweise Friseurin. Das ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsabschluss nach Handwerksordnung – und ausdrücklich mehr als die Bezeichnung „Helfer im Friseurgewerbe“ vermuten lässt, unter der dieses Profil in der Berufssystematik geführt wird..

Weil die Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Gesellenprüfung führt, ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach § 81 SGB III der Regelförderweg; ein Anbieter nennt die Bewilligung einer Umschulung sogar ausdrücklich als Zugangsvoraussetzung. Die Bewilligung bleibt eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit, Ihrer persönlichen Situation und der AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Die Lehrgangskosten liegen bei über 10.000 Euro; nicht jeder Anbieter nennt einen Preis. Klären Sie im Beratungsgespräch zusätzlich, wie Arbeitsmaterial, Werkzeugkoffer, Prüfungsgebühren und Modellkosten abgedeckt werden, und ob bei einer Teilzeitmaßnahme die längere Laufzeit die Bewilligungsdauer beeinflusst.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Unsere Marktdatenbank weist für die letzten 365 Tage 252.165 offene Stellen aus. Die Zahl stammt aus dem weit gefassten Helfer-Suchraum und zählt keine Friseurstellen – sie zeigt Bewegung im Helfersegment. Wichtiger ist die Branchenstruktur: Salons sind meist Kleinbetriebe, die Suche läuft über persönliche Vorstellung. Das Handwerk verliert seit Jahren Personal an andere Branchen, was die Chancen für Gesellinnen und Gesellen verbessert.

Im Friseurhandwerk spielen Trinkgelder und Verkaufsprovisionen auf Pflegeprodukte eine spürbare Rolle im Gesamteinkommen.

  • Einstieg: ca. 25.000–28.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 28.000–35.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 36.000–44.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Beratung, Haar- und Kopfhautdiagnose sowie Behandlungsplanung, Schneiden, Föhnen und Stylen für Damen und Herren, Colorationen, Blondierungen, Tönungen und Farbkorrekturen, Umformungen wie Dauerwelle und Glättung, Frisurengestaltung für Anlässe und Hochsteckfrisuren, Bartschnitt, Rasur und kosmetische Zusatzleistungen, Produktberatung, Verkauf und Salonorganisation
  • Typische Arbeitgeber: Inhabergeführte Friseursalons, Salonketten und Franchisebetriebe, Barbershops mit Schwerpunkt Herrenhaarschnitt und Bartpflege, Friseurabteilungen in Hotels, Kliniken und Senioreneinrichtungen, Mobile Friseurdienste mit Hausbesuchen, Betriebe für Haarersatz und Zweithaar, Film-, Theater- und Veranstaltungsproduktionen im Bereich Haarstyling

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Beratung, Haar- und Kopfhautdiagnose sowie Behandlungsplanung
  • Schneiden, Föhnen und Stylen für Damen und Herren
  • Colorationen, Blondierungen, Tönungen und Farbkorrekturen
  • Umformungen wie Dauerwelle und Glättung
  • Frisurengestaltung für Anlässe und Hochsteckfrisuren
  • Bartschnitt, Rasur und kosmetische Zusatzleistungen

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum heißt dieses Profil „Helfer im Friseurgewerbe“, wenn die Umschulung zum Friseur führt?

Weil Profilname und Angebotsrealität hier auseinanderfallen, und wir benennen das offen statt es zu glätten. Der Name stammt aus der Berufssystematik, in der die Angebote geführt werden. Sämtliche in unserer Datenbank Angebote sind jedoch als Umschulung zum Friseur beziehungsweise zur Friseurin ausgeschrieben und führen laut hinterlegter Abschlussart zur Kammerprüfung und zum Gesellenbrief. Für Sie bedeutet das: Sie erwerben keine Helferqualifikation, sondern einen vollwertigen Handwerksabschluss – mit entsprechend längerer Dauer von 26 Monaten und einer Prüfung vor der Handwerkskammer. Lassen Sie sich die Abschlussbezeichnung trotzdem vor der Anmeldung schriftlich bestätigen.

Wie lange dauert die Umschulung und geht sie auch in Teilzeit?

Die belegte Regellaufzeit beträgt 26 Monate, also 793 Tage. In unseren Daten sind sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote erfasst, was diesen Weg auch mit Betreuungsaufgaben planbar macht. Als Unterrichtsform sind Präsenzunterricht und sonstige Präsenzveranstaltungen dokumentiert; Online-Angebote gibt es aus naheliegendem Grund nicht, da praktisch am Übungskopf und am Modell gearbeitet wird und die Gesellenprüfung am Modell stattfindet. Erfasst sind 14 Anbieter mit 14 Angeboten und 16 Terminen – die Auswahl ist damit schmaler als bei den technischen Umschulungen, weshalb sich eine frühzeitige Anfrage lohnt.

Ist der Beruf gesundheitlich belastend?

Ja, in klar benennbaren Punkten. Der wichtigste ist die Haut: Friseurarbeit ist Feuchtarbeit mit häufigem Wasserkontakt und Umgang mit Colorationen, Blondiermitteln und Umformprodukten – Handekzeme sind die typische Berufskrankheit dieser Branche. Hinzu kommen dauerhaftes Stehen, Arbeit mit erhobenen Armen und dadurch Belastung von Rücken, Schultern und Beinen. Konsequenter Hautschutz, Handschuhgebrauch und rückengerechtes Arbeiten sind deshalb im Unterricht Thema und nicht optional. Wenn Sie zu Ekzemen, Allergien oder Atemwegsproblemen neigen, lassen Sie das vor Beginn ärztlich abklären; ein Anbieter fordert die gesundheitliche Eignung ausdrücklich als Zugangsvoraussetzung.

Was verdient man im Friseurhandwerk?

Belegte Zahlen haben wir dazu nicht, denn unsere Auswertung erfasst keine Entgelte. Was wir sagen können und sollten: Das Friseurhandwerk gehört zu den Branchen mit vergleichsweise niedrigem Entgeltniveau, und viele Salons kombinieren ein Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Anteilen aus Umsatz oder Produktverkauf. Für belastbare Zahlen eignen sich der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und die Tarifverträge des Friseurhandwerks, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. Prüfen Sie vor der Entscheidung ehrlich, ob Ihr Haushalt die 26 Monate Umschulung und das anschließende Einstiegsniveau trägt – das ist die wichtigste Frage bei diesem Berufswechsel.

Brauche ich einen Schulabschluss oder Vorerfahrung?

Einen Berufsabschluss brauchen Sie nicht – die Umschulung führt selbst zum Gesellenabschluss. Die Zugangstexte der Anbieter nennen möglichst einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss, eine Neigung zu handwerklicher Tätigkeit und handwerkliches Geschick; Berufserfahrung im Bereich wird als Vorteil bezeichnet, nicht als Bedingung. Ein Anbieter verlangt zusätzlich ein Sprachniveau B2, gesundheitliche Eignung und die Bewilligung einer Umschulung. B2 ist in diesem Beruf sachlich begründet: Beratung, Reklamationsgespräche und die schriftliche Prüfung setzen sicheres Deutsch voraus.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

Die Angebote liegen bei einem Kostenrahmen über 10.000 Euro oder haben keine hinterlegte Preisangabe. Der übliche Förderweg ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach § 81 SGB III, weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss führt; ein Anbieter nennt die Bewilligung einer Umschulung sogar als Zugangsvoraussetzung. Die Bewilligung ist immer eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit, Ihrer persönlichen Situation und der AZAV-Zertifizierung ab. Fragen Sie zusätzlich nach, ob Arbeitsmaterial, Werkzeugkoffer, Prüfungsgebühren und Modellkosten enthalten sind – diese Posten sind im Friseurhandwerk nicht unerheblich.

Wie geht es nach dem Gesellenbrief weiter?

Der Gesellenbrief ist im Friseurhandwerk der Einstieg. Mit Berufserfahrung stehen mehrere Wege offen: die Spezialisierung auf Farbtechnik, Herrenschnitt und Barbering, Hochsteckfrisuren, Haarersatz oder Kosmetik; die Weiterbildung zum Friseurmeister beziehungsweise zur Friseurmeisterin, die zugleich der Weg in die Selbstständigkeit mit eigenem Salon ist; oder Tätigkeiten außerhalb des klassischen Salons, etwa in der Produktschulung, im Fachhandel oder in Film und Theater. Für die Meisterfortbildung ist der Förderweg nicht der Bildungsgutschein, sondern das Aufstiegs-BAföG – ein anderer Antrag bei einer anderen Stelle.