Umschulung Physiotherapeut:in
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen, deren Bewegungsfähigkeit durch Verletzung, Operation, Erkrankung oder Alter eingeschränkt ist. Am Anfang steht der Befund: Beweglichkeit, Kraft, Schmerz, Gang und Alltagsfunktionen werden geprüft und mit der ärztlichen Verordnung …
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Worum geht es in diesem Kurs?
Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen, deren Bewegungsfähigkeit durch Verletzung, Operation, Erkrankung oder Alter eingeschränkt ist. Am Anfang steht der Befund: Beweglichkeit, Kraft, Schmerz, Gang und Alltagsfunktionen werden geprüft und mit der ärztlichen Verordnung abgeglichen. Daraus entsteht ein Behandlungsplan aus aktiven Übungen, manuellen Techniken und physikalischen Maßnahmen wie Wärme, Kälte oder Elektrotherapie. Dazu gehört ein Eigenübungsprogramm für zu Hause. Verlauf und Ergebnis werden dokumentiert und an die verordnende Praxis zurückgemeldet. In Praxen wird häufig im Takt von 20 bis 30 Minuten pro Termin gearbeitet.
Fast drei Jahre Schulbank und Praxiseinsätze, dazu Arbeit dicht am Menschen. Wenn du dich fragst, ob du das nach Jahren in einem anderen Job schaffst: Die Ausbildung ist schulisch aufgebaut und beginnt bei Anatomie und Physiologie von vorn, Vorwissen brauchst du nicht. Ehrlich ist auch, dass der Unterricht in Präsenz stattfindet und nur zwei Anbieter mit drei Umschulungsangeboten belegt sind.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Anatomie, Physiologie und medizinische Grundlagen (24 Wochen) – Fachliche Basis der Ausbildung. Ohne sicheres Wissen über Aufbau und Funktion des Körpers ist kein tragfähiger Befund möglich, deshalb steht dieser Block am Anfang und wird in späteren Modulen laufend wieder aufgegriffen. Inhalte: Bewegungsapparat: Knochen, Gelenke, Muskulatur, Bindegewebe, Herz-Kreislauf-System, Atmung, Stoffwechsel, Nervensystem und Steuerung der Bewegung, Grundlagen von Hygiene, Erster Hilfe und Arzneimittelwirkung, Fachsprache und Befundterminologie.
- Modul 2: Bewegungslehre, Trainingslehre und Befunderhebung (22 Wochen) – Hier wird der Kern der therapeutischen Arbeitsweise eingeübt: erheben, einordnen, Ziele festlegen, überprüfen. Die Ergebnisse aus diesem Modul sind die Grundlage für jede spätere Behandlung und für den praktischen Prüfungsteil. Inhalte: Gelenk- und Muskelfunktionsprüfung, Gangbild, Haltungsanalyse, Standardisierte Tests und Messverfahren, Trainingsprinzipien für Kraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit, Formulierung von Behandlungszielen und Behandlungsplan, Dokumentation und Verlaufskontrolle.
- Modul 3: Krankheitslehre und spezielle Physiotherapie (28 Wochen) – Krankheitsbilder und die dazu passenden physiotherapeutischen Vorgehensweisen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, zu erkennen, wann nicht behandelt, sondern ärztlich rückgemeldet werden muss. Inhalte: Orthopädie und Traumatologie, Behandlung nach Operationen, Neurologie, unter anderem Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie, Geriatrie, Pädiatrie und Gynäkologie, Kontraindikationen und Grenzen der eigenen Behandlung.
- Modul 4: Physiotherapeutische Techniken und physikalische Therapie (24 Wochen) – Praktisches Handwerk in Übungsräumen und Laboren, meist wechselseitig am Mitschüler oder an der Mitschülerin. Griffsicherheit, Dosierung und Kommunikation während der Behandlung werden hier trainiert. Inhalte: Manuelle Techniken an Gelenken und Weichteilen, Massagegriffe, Krankengymnastik am Gerät und Übungsaufbau, Elektro-, Thermo- und Hydrotherapie, Inhalation, Lymphologische Grundlagen und Entstauungstechniken, Eigenschutz, Rückengerechtes Arbeiten, Lagerung und Transfer.
- Modul 5: Praktische Ausbildung in Klinik, Praxis und Rehabilitation (34 Wochen) – Der längste Block der Ausbildung findet in Einrichtungen statt. Die Einsätze sind Pflichtbestandteil der staatlichen Ausbildung und werden vom Träger organisiert und begleitet; sie prägen erfahrungsgemäß, in welchem Bereich später gearbeitet wird. Inhalte: Behandlung eigener Patientinnen und Patienten unter Anleitung, Einsätze in verschiedenen Fachbereichen, unter anderem Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie, Übergabe, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Teambesprechungen, Dokumentation im Arbeitsalltag und Umgang mit Verordnungen, Reflexion der eigenen Rolle und Belastungssteuerung.
- Modul 6: Berufs- und Gesetzeskunde, Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Rechtlicher Rahmen des Berufs und gezielte Vorbereitung auf die staatliche Prüfung, einschließlich Probeprüfungen am Patienten unter Prüfungsbedingungen. Inhalte: Berufsrecht, Heilmittelverordnung, Schweigepflicht und Datenschutz, Grundlagen von Abrechnung, Zulassung und Praxisorganisation, Beratung, Gesprächsführung und Prävention, Wiederholung und Prüfungssimulationen für alle drei Prüfungsteile.
Lernziele:
- Der Abschluss ist bundesrechtlich geregelt: Staatlich anerkannte:r Physiotherapeut:in ist eine geschützte Berufsbezeichnung, die ohne diese Ausbildung nicht geführt werden darf, und sie ist Voraussetzung dafür, Leistungen auf ärztliche Verordnung zu erbringen.
- Der Unterricht findet in Präsenz statt und verbindet Theorie mit praktischen Einsätzen - Handgriffe, Befundtechnik und Patientenkontakt lassen sich so unter Anleitung einüben und korrigieren.
- Es gibt mehrere Zeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit sowie eine verkürzte berufsbegleitende Ausbildung. Welche Variante am jeweiligen Standort startet, ist beim Träger zu erfragen.
- Die hinterlegten Kosten liegen bei bis zu 500 Euro. Wird das Angebot als Umschulung über einen Bildungsgutschein gefördert, übernimmt die zuständige Stelle die Lehrgangskosten; über Förderung und Höhe entscheidet sie im Einzelfall.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Menschen ohne vorherigen Berufsabschluss, die in einen staatlich anerkannten Gesundheitsfachberuf wechseln wollen und eine schulische Ausbildung von 29 bis 36 Monaten in Präsenz tragen können. Ein Berufsabschluss ist für den Zugang nicht erforderlich, gefordert wird ein Schulabschluss. Bei Angeboten mit Umschulungscharakter ist eine Förderung über Bildungsgutschein von Agentur für Arbeit oder Jobcenter ein realistischer Weg, entschieden wird im Einzelfall.
- Quereinsteigende ohne Berufsabschluss mit mittlerem Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung
- Beschäftigte aus Pflege, Betreuung oder dem Sportbereich, die vom Anleiten zur therapeutischen Behandlung mit staatlicher Anerkennung wechseln wollen
- Arbeitsuchende mit Bildungsgutschein, für die eine mehrjährige Präsenzausbildung an einem der beiden belegten Standorte in Mecklenburg-Vorpommern zeitlich und finanziell machbar ist
- Personen mit Vorqualifikation als Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in, für die die verkürzte berufsbegleitende Variante in Frage kommt.
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 36 Monate
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
29 bis 36 Monate (Vollzeit oder Teilzeit) – belegte Laufzeiten: 881 bis 1095 Tage
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.
Schriftlicher und mündlicher Teil der staatlichen Prüfung: Aufsichtsarbeiten und mündliche Prüfungen zu den theoretischen Fächern, darunter Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Bewegungs- und Trainingslehre sowie Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde. Die Fächergruppen und ihre Gewichtung ergeben sich aus der bundesrechtlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.
Praktischer Teil: Befunderhebung, Behandlungsplanung und Durchführung einer Behandlung an Patientinnen und Patienten unter Aufsicht, mit anschließender Begründung des eigenen Vorgehens. Die Prüfung wird staatlich abgenommen; als prüfende Stelle wird in den Angebotsdaten die ausbildende Schule genannt. Termine, Reihenfolge und organisatorischen Ablauf legt die Schule zusammen mit der zuständigen Behörde fest und teilt sie im Ausbildungsverlauf mit.
Prüfende Stelle: Ausbildende Schule (staatliche Prüfung). Offizieller Abschluss: Staatlich anerkannte:r Physiotherapeut:in.
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: bis 500 €.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Die staatliche Anerkennung ist Voraussetzung, um die Berufsbezeichnung zu führen und auf ärztliche Verordnung zu behandeln; sie gilt bundesweit. Beschäftigung gibt es in Praxen, Krankenhäusern, Reha- und Pflegeeinrichtungen und in der Behindertenhilfe. Bundesweit gibt es allerdings nur 3 Angebote mit Umschulungscharakter von 2 Anbietern an 2 Standorten – entsprechend selten sind die Starttermine.
Die Spanne hängt an drei Punkten: an der Tarifbindung, weil Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen häufig nach TVöD oder kirchlichen Tarifwerken zahlen, private Praxen dagegen frei vereinbaren; an der Region, weil das Vergütungsniveau zwischen Bundesländern und zwischen Stadt und Fläche deutlich auseinandergeht; und an den anerkannten Zertifikatsfortbildungen wie Manuelle Therapie, Manuelle Lymphdrainage oder Bobath, die eigene Abrechnungspositionen eröffnen. Eine genauere Angabe ist vorab seriös nicht möglich, weil sie vom einzelnen Arbeitsvertrag abhängt.
- Einstieg: ca. 29.000–34.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 35.000–41.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 43.000–50.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Orthopädie und Traumatologie, Nachbehandlung nach Operationen und Verletzungen, Neurologische Rehabilitation nach Schlaganfall oder bei chronischen Erkrankungen, Innere Medizin, Atemtherapie und kardiologische Rehabilitation, Geriatrie und Physiotherapie in Pflegeeinrichtungen, Pädiatrie und Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen, Prävention, Rückenschule und betriebliche Gesundheitsförderung
- Typische Arbeitgeber: Physiotherapiepraxen und ambulante Therapiezentren, Akutkrankenhäuser und Universitätskliniken, Rehabilitationskliniken und Anschlussheilbehandlung, Pflege- und Senioreneinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Förderzentren, Sport- und Gesundheitseinrichtungen mit therapeutischem Angebot
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Orthopädie und Traumatologie, Nachbehandlung nach Operationen und Verletzungen
- Neurologische Rehabilitation nach Schlaganfall oder bei chronischen Erkrankungen
- Innere Medizin, Atemtherapie und kardiologische Rehabilitation
- Geriatrie und Physiotherapie in Pflegeeinrichtungen
- Pädiatrie und Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen
- Prävention, Rückenschule und betriebliche Gesundheitsförderung
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein abgeschlossener Berufsabschluss Voraussetzung?
Nein. Es handelt sich um eine Umschulung in einen zweiten Beruf, ein vorheriger Berufsabschluss ist nicht erforderlich. Gefordert ist ein Schulabschluss: ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Dazu kommen der Nachweis der gesundheitlichen Eignung und in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis. Die genaue Prüfung der Zugangsvoraussetzungen nimmt die aufnehmende Schule vor.
Wie lange dauert die Ausbildung und in welcher Form findet sie statt?
Die belegten Laufzeiten liegen bei 881 bis 1095 Tagen, das entspricht 29 bis 36 Monaten. Hinterlegt sind Vollzeit- und Teilzeitvarianten. Der Unterricht ist Präsenzunterricht, es gibt in den vorliegenden Angeboten kein Fern- oder Onlineformat. Eingerechnet sind die vorgeschriebenen praktischen Einsätze in Einrichtungen.
Wird die Umschulung über einen Bildungsgutschein gefördert?
Bei Angeboten mit Umschulungscharakter ist der Bildungsgutschein von Agentur für Arbeit oder Jobcenter der übliche Förderweg. Über Förderung und Umfang entscheidet die zuständige Stelle im Einzelfall, eine Zusage kann dieses Profil nicht geben. Genannt werden Kosten bis 500 Euro; ob damit Eigenanteile, Lernmittel oder Prüfungsgebühren gemeint sind, ist beim Träger zu erfragen. Bei einer Laufzeit von bis zu 36 Monaten sollte die Frage nach dem Lebensunterhalt vor der Anmeldung geklärt sein.
Was bedeutet die verkürzte berufsbegleitende Variante in den Angebotstiteln?
In den vorliegenden Angeboten ist neben der regulären Ausbildung auch eine verkürzte berufsbegleitende Ausbildung ausgeschrieben. Eine Verkürzung setzt anrechenbare Vorleistungen voraus, etwa eine verwandte Vorqualifikation im Bereich Massage und physikalische Therapie. Welche Vorleistungen anerkannt werden, entscheidet die Schule gemeinsam mit der zuständigen Behörde. Das ist im Einzelgespräch mit dem Träger zu klären, bevor eine Bewerbung erfolgt.
Wo kann die Ausbildung nach den vorliegenden Daten absolviert werden?
Belegt sind zwei Anbieter an zwei Standorten in Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Standorte oder Träger sind in dieser Auswertung nicht enthalten. Da es nur diese beiden Anbieter sind, ist mit wenigen Startterminen im Jahr zu rechnen, und die Nähe zum Unterrichtsort ist über die gesamte Laufzeit relevant. Welcher Standort in Frage kommt, klären wir über eine Anfrage bei Kursweg mit den passenden Trägern.