Gesundheit & Pflege
Staatliche Prüfung

Umschulung Ergotherapie

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten unterstützen Menschen, die durch Erkrankung, Unfall, Behinderung oder Alter in ihren alltäglichen Handlungen eingeschränkt sind. Ziel ist die Rückkehr in Aufgaben, die für die Person wichtig sind: sich anziehen, kochen, schreiben, arbeiten, den Haushalt führen.

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Dauer36 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzje nach Angebot
Kostenbis 500 €Konkreten Angebotspreis erfragen
Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten unterstützen Menschen, die durch Erkrankung, Unfall, Behinderung oder Alter in ihren alltäglichen Handlungen eingeschränkt sind. Ziel ist die Rückkehr in Aufgaben, die für die Person wichtig sind: sich anziehen, kochen, schreiben, arbeiten, den Haushalt führen. Dafür erheben sie den Handlungsbedarf, planen Therapieziele mit den Betroffenen, üben Bewegungsabläufe und Alltagsfertigkeiten, trainieren kognitive Funktionen, passen Hilfsmittel und Wohnumfeld an und beraten Angehörige. Gearbeitet wird auf ärztliche Verordnung und im Team mit Pflege, Physiotherapie, Logopädie und Sozialdienst, in Neurologie, Geriatrie, Psychiatrie, Pädiatrie und Orthopädie.

Vielleicht zweifelst du, ob du Anatomie, Krankheitslehre und Therapieplanung nach langer Zeit ohne Schulbank schaffst. Der Unterricht setzt kein medizinisches Vorwissen voraus und führt dich in drei Jahren bis zur eigenen Behandlung unter Anleitung. Rechne aber mit einer Einschränkung: Bundesweit gibt es nur einen Anbieter, ausschließlich in Vollzeit und in Präsenz. Kläre früh, ob drei Jahre Vollzeit vor Ort machbar sind.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Grundlagen und Berufskunde der Ergotherapie (20 Wochen) – Einstieg in das Denken des Berufs: Warum die Ergotherapie von der Handlung des Menschen ausgeht und nicht von der Diagnose allein. Dazu kommen der rechtliche Rahmen der Tätigkeit auf Verordnung und die Grundlagen der Dokumentation. Inhalte: Handlungsmodelle und Fachbegriffe der Ergotherapie, Berufsrecht, Verordnung und Abrechnungsrahmen, Dokumentation und Therapieberichte, Ethik, Schweigepflicht und Rolle im Behandlungsteam.
  • Modul 2: Medizinische Grundlagen (28 Wochen) – Fachlicher Unterbau ohne medizinisches Vorwissen. Sie lernen Aufbau und Funktion des Körpers und die Krankheitsbilder, mit denen Sie später am häufigsten arbeiten, so weit, dass Sie Therapieziele fachlich begründen können. Inhalte: Anatomie und Physiologie, besonders Bewegungsapparat und Nervensystem, Krankheitslehre in Neurologie, Orthopädie, Geriatrie und Innerer Medizin, Psychiatrische Krankheitsbilder, Hygiene, Erste Hilfe und Arzneimittelwirkungen im Therapiealltag.
  • Modul 3: Psychosoziale Grundlagen und Gesprächsführung (18 Wochen) – Therapie gelingt nur mit Beteiligung der Person. Dieses Modul vermittelt psychologische Grundlagen und übt Gespräche, in denen Ziele gemeinsam gesetzt und auch Rückschritte tragfähig besprochen werden. Inhalte: Entwicklungspsychologie über die Lebensspanne, Motivation, Krankheitsverarbeitung und Umgang mit Widerstand, Gesprächsführung mit Betroffenen und Angehörigen, Gruppenprozesse und Konfliktsituationen.
  • Modul 4: Ergotherapeutische Mittel und Verfahren (30 Wochen) – Das praktische Handwerkszeug des Berufs. Sie üben, aus Werkstoffen, Alltagsaufgaben und Trainingsverfahren die Mittel auszuwählen, die zum Ziel einer bestimmten Person passen, und passen Hilfsmittel und Umfeld an. Inhalte: handwerklich-gestaltende Techniken als Therapiemittel, Training von Alltagsaktivitäten und Selbstversorgung, Hilfsmittelversorgung, Schienen und Wohnraumanpassung, Bewegungs-, Wahrnehmungs- und kognitives Training.
  • Modul 5: Ergotherapeutische Behandlung in den Fachgebieten (26 Wochen) – Anwendung des Gelernten auf die großen Arbeitsfelder. Für jedes Fachgebiet erarbeiten Sie Befund, Zielsetzung, Verlauf und Bewertung einer Behandlung, damit die Praxisphasen fachlich vorbereitet sind. Inhalte: Neurologie und Rehabilitation nach Schlaganfall, Geriatrie und Demenzbegleitung, Psychiatrie und Arbeitstherapie, Pädiatrie und Behandlung bei Behinderung, Befunderhebung, Therapieplanung und Evaluation.
  • Modul 6: Praktische Ausbildung in Einrichtungen (34 Wochen) – Die praktische Ausbildung ist Teil des dreijährigen Gangs und findet in mehreren Fachgebieten statt. Umfang, Verteilung und die kooperierenden Einrichtungen legt die ausbildende Schule fest; eine gesonderte Dauer ist dafür nicht ausgewiesen. Inhalte: Behandlung unter Anleitung in Klinik, Praxis oder sozialer Einrichtung, eigenständige Befunderhebung und Therapieplanung, Dokumentation und Therapiebericht, Zusammenarbeit im interdisziplinären Team.

Lernziele:

  • Der Abschluss ist bundesrechtlich geregelt und staatlich anerkannt, die Berufsbezeichnung ist geschützt.
  • Ein vorhandener Berufsabschluss ist nicht Bedingung, die Umschulung führt zu einem vollwertigen therapeutischen Abschluss.
  • Die Arbeit ist an konkreten Alltagszielen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet und damit gut sichtbar in ihrer Wirkung.
  • Das erfasste Angebot ist mit einem Kostenrahmen bis 500 Euro ausgewiesen und damit vergleichsweise günstig.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Die Umschulung richtet sich an Erwachsene, die einen staatlich anerkannten Abschluss in einem therapeutischen Gesundheitsfachberuf anstreben und dafür drei Jahre schulische Vollzeitausbildung mit Praxisphasen einplanen können. Da das einzige erfasste Angebot Präsenzunterricht an einem einzelnen Standort ist, kommen vor allem Menschen aus dessen Umkreis oder Umzugsbereite in Frage.

  • Menschen ohne Berufsabschluss oder mit Abschluss in einem anderen Feld, die therapeutisch arbeiten wollen
  • Beschäftigte aus Pflege, Betreuung, Pädagogik oder handwerklichen Berufen, die in die Therapie wechseln möchten
  • Personen im Umkreis des erfassten Standorts, für die Vollzeitpräsenz organisierbar ist
  • Umzugsbereite Interessierte, da bundesweit nur dieser eine Anbieter erfasst ist
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt zum Abschluss
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 36 Monate in Vollzeit
  • Aufnahmegespräch beim Bildungsträger

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenzunterricht

36 Monate (Vollzeit) – belegte Laufzeit: 1095 Tage

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.

Prüfende Stelle: Staatliche Prüfungsbehörde des Bundeslandes. Offizieller Abschluss: Ergotherapeut/Ergotherapeutin.

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung und hängt von der persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Belegte Kostenrahmen der Angebote: bis 500 €.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Bundesweit gibt es nur zwei Umschulungsangebote eines einzigen Anbieters an einem Standort, beide in Vollzeit über 1.095 Tage. Der Zugang über eine Umschulung hängt damit an wenigen Plätzen, während der Beruf selbst in Kliniken, Praxen und sozialen Einrichtungen breit vertreten ist.

Klinikträger und Rehazentren vergüten nach TVöD; in Praxen hängt das Einkommen von Zusatzqualifikationen ab.

  • Einstieg: ca. 31.000–36.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 37.000–47.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 48.000–59.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Befunderhebung und Therapieplanung auf ärztliche Verordnung, Training von Alltagsaktivitäten und Selbstversorgung, neurologische Rehabilitation, etwa nach Schlaganfall, Therapie in Psychiatrie und Arbeitstherapie, Pädiatrie, Frühförderung und Begleitung bei Behinderung, Hilfsmittelberatung und Anpassung von Wohn- und Arbeitsumfeld
  • Typische Arbeitgeber: Rehabilitationskliniken, ergotherapeutische Praxen, Akutkrankenhäuser mit Neurologie, Geriatrie oder Psychiatrie, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Werkstätten, Pflegeeinrichtungen und Tagespflege, Frühförderstellen und sozialpädiatrische Zentren

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Befunderhebung und Therapieplanung auf ärztliche Verordnung
  • Training von Alltagsaktivitäten und Selbstversorgung
  • neurologische Rehabilitation, etwa nach Schlaganfall
  • Therapie in Psychiatrie und Arbeitstherapie
  • Pädiatrie, Frühförderung und Begleitung bei Behinderung
  • Hilfsmittelberatung und Anpassung von Wohn- und Arbeitsumfeld

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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So finanziert sich Kursweg: Bildungsanbieter zahlen ein Entgelt für die Weitergabe deiner Anfrage — für dich bleibt sie kostenlos. Details zum Geschäftsmodell.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo kann ich diese Umschulung nach den vorliegenden Daten machen?

Es gibt zwei Angebote, beide beim selben Anbieter an einem Standort. Weitere Anbieter oder Standorte sind uns nicht bekannt. Wer nicht im Umkreis dieses Standorts wohnt, muss Umzug oder Pendeln einplanen. Über eine Anfrage bei Kursweg klären wir, ob auch Schulen in Ihrer Region in Frage kommen.

Brauche ich einen Berufsabschluss oder Berufserfahrung im Gesundheitswesen?

Nein. Die Umschulung führt zu einem eigenen Berufsabschluss, ein vorheriger Abschluss ist keine Bedingung und Vorerfahrung im Gesundheitswesen wird nicht verlangt. Üblich sind ein mittlerer Schulabschluss oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung, die gesundheitliche Eignung und in der Praxis ein Führungszeugnis. Verbindlich entscheidet die aufnehmende Schule.

Wie lange dauert die Ausbildung und in welcher Form läuft sie?

Die Belegdaten weisen für beide Angebote 1.095 Tage aus, also 36 Monate. Erfasst ist ausschließlich Vollzeit als Präsenzunterricht. Eine Teilzeit- oder Onlinevariante ist in den Daten nicht enthalten. Die praktische Ausbildung in Einrichtungen liegt innerhalb dieser drei Jahre.

Was kostet die Umschulung und welche Förderung ist möglich?

Für beide Angebote ist ein Kostenrahmen bis 500 Euro ausgewiesen. Eine Förderung, etwa über einen Bildungsgutschein nach dem SGB III, kann im Einzelfall in Frage kommen, ist aber nicht garantiert und muss vor dem Beginn mit Agentur für Arbeit oder Jobcenter geklärt werden. Eine pauschale vollständige Kostenübernahme lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten, ebenso keine Prämien.

Wer nimmt die Prüfung ab und was darf ich danach?

Es ist eine staatliche Prüfung nach Bundesrecht mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil, abgenommen von einem staatlichen Prüfungsausschuss an der Schule unter Beteiligung der zuständigen Landesbehörde. Eine Kammer ist als prüfende Stelle nicht beteiligt. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie die Erlaubnis, die geschützte Berufsbezeichnung zu führen und ergotherapeutisch auf Verordnung zu behandeln.