Umschulung Fachinformatiker/in Digitale Vernetzung
Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker der Fachrichtung Digitale Vernetzung binden Maschinen, Anlagen und Gebäudetechnik an IT-Netze an. Sie planen die Vernetzung und wählen Übertragungswege und Protokolle: Feldgeräte und Sensoren erfassen, Datenpunkte definieren, Industrial-Ethernet- und …
Auf einen Blick
Überblick
Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker der Fachrichtung Digitale Vernetzung binden Maschinen, Anlagen und Gebäudetechnik an IT-Netze an. Sie planen die Vernetzung und wählen Übertragungswege und Protokolle: Feldgeräte und Sensoren erfassen, Datenpunkte definieren, Industrial-Ethernet- und Feldbusstrecken aufbauen, Datenströme über OPC UA oder MQTT übergeben. Dazu kommt der Betrieb: Netze überwachen, Störungen eingrenzen, Änderungen dokumentieren, Anlagen absichern. IT-Sicherheit wiegt hier schwer, weil ein Fehler eine Produktionslinie stoppt. Die Fachrichtung kam 2020 dazu und übersetzt zwischen Automatisierungstechnik und Unternehmens-IT.
Zwei Jahre Vollzeit sind lang, und die Sorge, dafür zu alt zu sein, schiebt den Schritt oft auf. Die Fachrichtung entstand erst 2020: Auch die meisten Berufstätigen im Feld haben sie nicht gelernt, sondern sich hineingearbeitet. Du brauchst vor allem 24 Monate Zeit und einen finanziell geklärten Rahmen. Lass dir vorher schriftlich geben, wie die Praxisphase organisiert ist und wann Teil 1 und Teil 2 der Prüfung anstehen.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: IT-Grundlagen, Betriebssysteme und Arbeitsorganisation (12 Wochen) – Der Einstieg schafft die gemeinsame Basis für eine Gruppe, die mit sehr unterschiedlichem Vorwissen startet. Behandelt werden Aufbau und Inbetriebnahme von Rechnersystemen, der Umgang mit zwei Betriebssystemwelten und die Frage, wie Arbeit im IT-Umfeld organisiert und dokumentiert wird. Dieses Modul deckt zugleich den Stoff ab, den der erste Teil der gestreckten Abschlussprüfung abfragt. Die konkrete Modulstruktur legt der jeweilige Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte. Inhalte: Rechnerarchitektur, Hardwarekomponenten und Peripherie, Betriebssysteme unter Windows und Linux, Nutzer- und Rechteverwaltung, Einrichten und Übergeben eines IT-gestützten Arbeitsplatzes, Arbeitsorganisation, Ticketsysteme und technische Dokumentation, Grundlagen des Datenschutzes und der Arbeitssicherheit.
- Modul 2: Netzwerktechnik und Netzwerkinfrastruktur (14 Wochen) – Ohne Netzwerkverständnis ist die Fachrichtung nicht zu bewältigen, deshalb liegt hier ein Schwerpunkt. Sie lernen, Netze zu planen, zu adressieren und zu segmentieren, aktive Komponenten zu konfigurieren und den Datenverkehr mit Analysewerkzeugen zu lesen. Die Segmentierung ist besonders wichtig, weil Produktionsnetze aus Sicherheitsgründen von der Büro-IT getrennt geführt werden. Inhalte: Schichtenmodelle, Ethernet und IP-Adressierung, Switching, Routing, VLAN-Segmentierung und Adressvergabe, Verkabelung, aktive Komponenten und Messtechnik, WLAN- und Funkanbindung im industriellen Umfeld, Netzwerkanalyse mit Protokoll-Mitschnitten.
- Modul 3: Programmierung, Skripting und Datenverarbeitung (10 Wochen) – In dieser Fachrichtung wird nicht in großem Umfang Software entwickelt, aber ohne Skript- und Datenbankkenntnisse kommt niemand aus. Das Modul vermittelt genau so viel Programmierung, wie für Automatisierung, Datenaufbereitung und den Umgang mit Schnittstellen nötig ist – mit Blick auf die spätere Arbeit an Datenströmen aus Anlagen. Inhalte: Grundlagen der strukturierten Programmierung, Skripte zur Automatisierung wiederkehrender Aufgaben, Datenbanken, SQL-Abfragen und Datenmodelle, Datenformate und Schnittstellen (JSON, XML, CSV), Versionsverwaltung und saubere Codedokumentation.
- Modul 4: Industrielle Kommunikation und Vernetzung von Produktionssystemen (14 Wochen) – Das Kernmodul der Fachrichtung. Behandelt wird, wie eine Maschine überhaupt zum Datenlieferanten wird: Welche Signale es gibt, wie sie über Feldbus oder Industrial Ethernet transportiert werden, wie Steuerungen angebunden und Datenpunkte definiert werden und über welche Standards die Übergabe an übergeordnete Systeme läuft. Hier trifft das Netzwerkwissen aus Modul 2 auf die Anlagenwelt. Inhalte: Automatisierungspyramide, Feldbusse und Industrial Ethernet, Speicherprogrammierbare Steuerungen und ihre Anbindung, Kommunikationsstandards wie OPC UA und MQTT, Gateways, Protokollumsetzer und Datenpunktlisten, Anbindung an übergeordnete Systeme und Leitebene.
- Modul 5: Sensorik, Aktorik und Schnittstellen zur Maschine (8 Wochen) – Damit Daten stimmen, muss man wissen, woher sie kommen. Das Modul behandelt die physikalische Ebene: welche Sensoren welche Größen erfassen, wie Signale aufbereitet und übertragen werden und wie Feldgeräte in Betrieb genommen und parametriert werden. Für Umsteigende ohne technische Vorgeschichte ist das der Teil, der die meiste Umgewöhnung verlangt. Inhalte: Sensortypen, Messgrößen und Signalarten, Analoge und digitale Ein- und Ausgänge, Elektrische Grundlagen und Schaltpläne lesen, Inbetriebnahme und Parametrierung von Feldgeräten, Messen, Prüfen und Fehlerbilder erkennen.
- Modul 6: IT-Sicherheit in vernetzten Anlagen (8 Wochen) – Wer Produktion und Büro-IT verbindet, öffnet auch einen Weg für Angriffe. Das Modul behandelt Zonenkonzepte, sichere Fernwartung, Berechtigungsverwaltung und den heiklen Punkt der Updates in Anlagen, die nicht ohne Weiteres angehalten werden können. Dazu kommen Datensicherung und Wiederanlauf, weil im Störungsfall die Wiederherstellungszeit zählt. Inhalte: Schutzziele und Bedrohungslagen in Produktionsnetzen, Netztrennung, Zonenkonzepte und Firewallregeln, Zugriffs- und Berechtigungsverwaltung, sichere Fernwartung, Patch- und Update-Verfahren im laufenden Betrieb, Notfallkonzepte, Datensicherung und Wiederanlauf.
- Modul 7: Betriebliche Praxisphase und Projektarbeit (10 Wochen) – Die Praxisphase im Betrieb ist der Teil, den Arbeitgeber später am genauesten anschauen. Sie arbeiten an einem realen Vorhaben mit, nehmen Anforderungen auf, setzen um und dokumentieren das Ergebnis. Umfang und Organisation dieser Phase legt der Bildungsträger fest – fragen Sie vor der Anmeldung, ob er Praktikumsbetriebe vermittelt. Inhalte: Mitarbeit an einem realen Vernetzungs- oder Integrationsprojekt, Anforderungsaufnahme im Betrieb und Abstimmung mit Fachabteilungen, Umsetzung, Test und Inbetriebnahme unter Anleitung, Projektdokumentation und Präsentation der Ergebnisse.
- Modul 8: Prüfungsvorbereitung Teil 1 und Teil 2 (6 Wochen) – Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen, weshalb Prüfungsvorbereitung hier nicht erst am Ende stattfindet. Das Modul bündelt Wiederholung, Aufgabentraining und die Vorbereitung des praktischen Prüfungsteils einschließlich Dokumentation und Fachgespräch. Inhalte: Wiederholung der Prüfungsbereiche entlang der Ausbildungsordnung, Bearbeiten von Prüfungsaufgaben früherer Termine, Vorbereitung des betrieblichen Auftrags beziehungsweise der praktischen Aufgabe, Fachgespräch und Präsentation üben, Wirtschafts- und Sozialkunde.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine Kammerprüfung der IHK und damit ein staatlich anerkannter Berufsabschluss – kein Trägerzertifikat, dessen Wert Sie im Bewerbungsgespräch erst erklären müssen.
- Die Fachrichtung sitzt an der Schnittstelle zwischen Produktion und IT, einem Feld, das in Industriebetrieben unabhängig von einzelnen Technologiemoden gebraucht wird.
- Mit 29 Anbietern und 125 erfassten Terminen ist die Angebotslage breit genug, um Träger und Startzeitpunkt tatsächlich vergleichen zu können, statt das eine verfügbare Angebot nehmen zu müssen.
- Vorwissen aus gewerblich-technischen Berufen zahlt sich hier unmittelbar aus, weil Anlagenverständnis ein Teil der Qualifikation ist und nicht nebensächlich.
- Für den Zugang ist kein Berufsabschluss erforderlich; verlangt werden Sprach- und EDV-Grundlagen, die sich gezielt nachholen lassen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Umschulung richtet sich an Menschen, die technisch denken und den Schritt in die IT machen wollen, ohne den Bezug zur realen Anlage zu verlieren. Digitale Vernetzung ist die Fachrichtung an der Nahtstelle zwischen Produktion und Netzwerk: Wer aus einem gewerblich-technischen Umfeld kommt, etwa aus Fertigung, Instandhaltung, Elektro- oder Anlagentechnik, bringt Vorwissen mit, das hier direkt anschlussfähig ist. Ebenso passt der Weg für Quereinsteigende ohne technische Vorgeschichte, die bereit sind, zwei Jahre in Vollzeit zu lernen. Alle 32 Angebote laufen in Vollzeit – wer nur abends oder am Wochenende lernen kann, findet in dieser Fachrichtung derzeit nichts Passendes.
- Umsteigende aus gewerblich-technischen Berufen, die ihre Anlagenkenntnis in Richtung IT und Netzwerk erweitern wollen
- Quereinsteigende ohne einschlägigen Abschluss, die einen anerkannten IT-Beruf mit Kammerprüfung anstreben
- Menschen, die zwei Jahre am Stück in Vollzeit lernen können – alle Angebote sind Vollzeitmaßnahmen
- Weniger geeignet für alle, die reine Softwareentwicklung suchen oder berufsbegleitend in Teilzeit lernen müssen
Ein Berufsabschluss ist für die Aufnahme nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die Träger prüfen jedoch die Eignung: In den hinterlegten Zugangstexten werden Deutschkenntnisse auf Niveau B2, englische Grundkenntnisse auf Niveau B1 und EDV-Grundkenntnisse verlangt, dazu ein persönliches Beratungsgespräch und je nach Anbieter ein Eignungstest. Bei geförderten Plätzen entscheidet über die Aufnahme zusätzlich die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss nötig – die Maßnahme führt selbst zum anerkannten Abschluss
- Deutschkenntnisse auf Niveau B2; mehrere Träger verlangen dafür ein Zertifikat, das nicht älter als ein Jahr ist
- Englische Grundkenntnisse (Niveau B1), weil Handbücher, Fehlermeldungen und Konfigurationsoberflächen englisch sind
- EDV-Grundkenntnisse und sicherer Umgang mit dem Rechner, in den Zugangstexten teils als „gute PC-Kenntnisse“ beschrieben
- Beratungsgespräch und je nach Träger ein Eignungstest vor der Aufnahme
Ablauf & Abschluss
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Die Umschulung läuft in Vollzeit über rund 24 Monate und sieht regelmäßig eine betriebliche Praxisphase vor, weil die Prüfung praktische Arbeitsanteile verlangt. Eine einheitliche Dauer gibt es nicht – Umfang, Lage im Ablauf und die Frage, ob der Träger den Betrieb vermittelt oder Sie ihn selbst suchen, legt der jeweilige Bildungsträger fest. Klären Sie das vor der Anmeldung, denn die Praxisphase entscheidet in diesem Beruf häufig darüber, ob am Ende ein Übernahmeangebot steht.
Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung wird nach etwa einem Drittel der Umschulung abgelegt und behandelt das Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes. Das Ergebnis wird nicht separat bescheinigt, sondern fließt anteilig in die Gesamtnote ein – bestehen lässt sich dieser Teil nicht einzeln nachholen.
Teil 2 folgt am Ende der Maßnahme und umfasst einen praktischen Prüfungsteil (betrieblicher Auftrag beziehungsweise Arbeitsauftrag mit Dokumentation und Fachgespräch) sowie schriftliche Prüfungsbereiche zu den Fachqualifikationen der Digitalen Vernetzung, zur Vernetzung von Systemen und zur Wirtschafts- und Sozialkunde.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Der Bildungsträger meldet Sie zur Prüfung an; Prüfungstermine, Gebühren und Ablauf richten sich nach der Prüfungsordnung der jeweiligen Kammer und nicht nach dem Träger.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung führen Sie die Berufsbezeichnung Fachinformatiker beziehungsweise Fachinformatikerin der Fachrichtung Digitale Vernetzung. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz, gleichwertig mit dem Abschluss aus einer dualen Ausbildung..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kommt bei dieser Umschulung grundsätzlich in Betracht, weil sie zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung: Geprüft werden unter anderem Ihre persönliche Situation, die arbeitsmarktliche Notwendigkeit und ob die Maßnahme nach AZAV zertifiziert und der Träger zugelassen ist. Eine Zusage vorab gibt es nicht, und eine vollständige Kostenübernahme können wir nicht versprechen. Belegter Kostenrahmen der Angebote: teils keine Preisangabe hinterlegt, teils über 10.000 Euro. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Nutzen & Perspektiven
Unsere Auswertung weist 363 offene Stellen in den zurückliegenden 365 Tagen aus. Das ist spürbare Nachfrage, aber kein Massenmarkt wie bei der Systemintegration. Gesucht wird in Industrie, Anlagen- und Maschinenbau, bei Automatisierungsdienstleistern und in der Gebäudetechnik – oft unter Titeln wie Netzwerktechnik, Automatisierung oder OT-Integration. Die Nachfrage ist regional ungleich verteilt und in Industrieregionen höher.
Einsatzbereiche in der Industrie 4.0 und Automatisierungsindustrie zahlen in der Regel nach starken Industrietarifen (z.B. IG Metall).
- Einstieg: ca. 37.000–46.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 48.000–61.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 62.000–80.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Planung und Aufbau der Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Gebäudetechnik, Konfiguration von Netzwerkkomponenten, Gateways und Protokollumsetzern, Anbindung von Steuerungen und Feldgeräten an übergeordnete IT-Systeme, Erfassung, Aufbereitung und Visualisierung von Produktionsdaten, Absicherung und Segmentierung von Produktionsnetzen, Störungssuche, Netzwerkanalyse und Instandhaltung im laufenden Betrieb, Technische Dokumentation, Abnahme und Einweisung der Anwender
- Typische Arbeitgeber: Industriebetriebe mit eigener Produktion und Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbauer, die vernetzte Anlagen ausliefern, Automatisierungs- und Systemintegrationsdienstleister, IT-Systemhäuser mit Schwerpunkt Infrastruktur und Industrie, Betriebe der technischen Gebäudeausrüstung und Gebäudeautomation, Energie- und Versorgungsunternehmen mit vernetzter Anlagentechnik, Logistikzentren mit automatisierter Fördertechnik
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Planung und Aufbau der Vernetzung von Maschinen, Anlagen und GebäudetechnikRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Konfiguration von Netzwerkkomponenten, Gateways und ProtokollumsetzernRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Anbindung von Steuerungen und Feldgeräten an übergeordnete IT-SystemeRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Erfassung, Aufbereitung und Visualisierung von ProduktionsdatenRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Absicherung und Segmentierung von ProduktionsnetzenRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Störungssuche, Netzwerkanalyse und Instandhaltung im laufenden BetriebRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für die Umschulung einen Schul- oder Berufsabschluss?
Einen Berufsabschluss brauchen Sie nicht – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die Träger setzen aber Eignungskriterien: In den hinterlegten Zugangstexten stehen Deutschkenntnisse auf Niveau B2, teils per Zertifikat nachzuweisen, englische Grundkenntnisse auf Niveau B1 und EDV-Grundkenntnisse. Dazu kommt ein persönliches Beratungsgespräch und bei manchen Anbietern ein Eignungstest. Ausnahmen sind laut Zugangstexten in Absprache mit dem Kostenträger möglich.
Worin unterscheidet sich Digitale Vernetzung von der Systemintegration?
Die Systemintegration kümmert sich um Server, Clients und Netze der Unternehmens-IT. Die Fachrichtung Digitale Vernetzung setzt eine Ebene tiefer an: Sie bindet Maschinen, Steuerungen, Sensoren und Gebäudetechnik an diese Netze an und arbeitet mit Feldbussen, Industrial Ethernet und Standards wie OPC UA. Wer gern an realer Anlagentechnik arbeitet und trotzdem Netzwerkverständnis aufbauen will, ist hier richtig; wer ausschließlich Rechenzentren und Serverlandschaften betreuen möchte, eher in der Systemintegration.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form läuft sie?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 24 Monate, in Tagen ausgewiesen sind 723 Tage; die Trägerangaben liegen einheitlich in der Spanne „mehr als 1 Jahr bis 2 Jahre“. Alle 32 Angebote sind Vollzeitmaßnahmen. Als Unterrichtsformen sind Präsenzunterricht sowie kombinierte Lernformen und Combined Learning hinterlegt, also Mischungen aus Präsenz- und Online-Anteilen. Eine Teilzeitvariante enthält unsere Auswertung zu dieser Fachrichtung derzeit nicht.
Welchen Abschluss erhalte ich, und wer nimmt die Prüfung ab?
Sie erwerben den staatlich anerkannten Abschluss Fachinformatiker/-in der Fachrichtung Digitale Vernetzung. Der Abschluss ist in allen Angeboten als IHK-Prüfung ausgewiesen, geprüft wird also von der zuständigen Industrie- und Handelskammer, nicht vom Bildungsträger. Einzelne Anbieter stellen zusätzlich ein eigenes Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung aus – das ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die Kammerprüfung. Der Kammerabschluss ist einer dualen Ausbildung gleichwertig.
Was kostet die Umschulung, und wird sie gefördert?
Unsere Auswertung führt teils keine Preisangabe, teils Kostenrahmen über 10.000 Euro – bei einer zweijährigen Vollzeitmaßnahme ist das die übliche Größenordnung. Für Umschulungen ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters der gängige Förderweg. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von Ihrer persönlichen Situation und der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit ab. Eine pauschale Zusage kann Ihnen niemand geben, auch wir nicht.
Ist ein Praktikum Pflicht, und muss ich den Betrieb selbst suchen?
Eine betriebliche Praxisphase gehört bei diesen Vollzeitmaßnahmen zum Standard, weil der praktische Prüfungsteil betriebliche Arbeitsanteile voraussetzt. Eine einheitliche Dauer gibt es nicht, und ob der Träger einen Betrieb vermittelt oder Sie ihn selbst suchen, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Fragen Sie das im Beratungsgespräch ausdrücklich ab – die Praxisphase ist erfahrungsgemäß der wichtigste Türöffner für die spätere Bewerbung.
Wie viele Anbieter gibt es, und wie finde ich einen passenden?
Bekannt sind 29 Anbieter mit 32 Angeboten und 125 Terminen. Die Angebotslage ist damit breit genug für einen echten Vergleich. Namen und Standorte veröffentlichen wir nicht – stellen Sie stattdessen über dieses Portal eine Anfrage, dann gleichen wir Ihre Region, Ihren gewünschten Starttermin und Ihre Fördersituation mit den in Frage kommenden Trägern ab. Vergleichen sollten Sie vor allem Praxisorganisation, Prüfungsanmeldung und die Zahl der Präsenztage.