Umschulung Mediengestalter/in Digital und Print (Digitalmedien)
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Digitalmedien produzieren Inhalte für Bildschirmmedien: Websites, Onlineshops, Newsletter, Social-Media-Formate, digitale Anzeigen und E-Paper.
Auf einen Blick
Überblick
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Digitalmedien produzieren Inhalte für Bildschirmmedien: Websites, Onlineshops, Newsletter, Social-Media-Formate, digitale Anzeigen und E-Paper. Aus dem Briefing entstehen Konzept, Entwürfe und Umsetzung: Bildmaterial auswählen und retuschieren, Farbräume und Auflösungen setzen, Layouts typografisch aufbauen und die Daten für die Ausgabe aufbereiten. Dazu gehören HTML- und CSS-Grundlagen, Content-Management-Systeme, responsive Gestaltung und Barrierefreiheit. Der Alltag ist stark von Regeln geprägt – Datenformate, Farbmanagement, Bildrechte, Korrekturschleifen, Termine – und von Abstimmung.
Die häufigste Sorge lautet: „Ich kann nicht zeichnen.“ Der Beruf lebt aber von Typografie, Rastern, sauberen Datenständen und der Fähigkeit, ein Briefing in ein funktionierendes Layout zu übersetzen; Freihandzeichnen kommt in der Prüfung nicht vor. Realistischer ist: Der Kreativmarkt ist eng, und deine Arbeiten werden kritisiert. Kläre vorab, wie viel Zeit im Lehrplan auf Konzeption entfällt und nicht nur auf Softwarebedienung.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Gestaltungsgrundlagen und Medienkonzeption (12 Wochen) – Am Anfang steht das, was in Softwarekursen meist fehlt: die Frage, warum eine Gestaltung funktioniert. Behandelt werden Wahrnehmung, Komposition, Raster und Farbwirkung sowie der Weg vom Briefing zum Konzept. Sie üben, Entwürfe zu begründen und zu präsentieren – eine Fähigkeit, die in der Prüfung wie im Berufsalltag abgefragt wird. Die konkrete Modulstruktur legt der jeweilige Bildungsträger fest. Inhalte: Wahrnehmung, Komposition, Gestaltungsraster und Bildaufbau, Farbenlehre, Farbwirkung und Farbmanagement, Briefing lesen, Zielgruppe und Botschaft bestimmen, Ideenfindung, Skizze, Moodboard und Entwurfspräsentation, Corporate Design und Gestaltungsrichtlinien.
- Modul 2: Digitale Bildbearbeitung und Bildproduktion (12 Wochen) – Das Modul vermittelt die Bildarbeit vom Rohmaterial bis zur ausgabefertigen Datei. Neben Retusche und Freisteller geht es um Auflösung, Farbräume und Formate – die häufigste Fehlerquelle im Berufsalltag. Ein eigener Block behandelt Bildrechte und Lizenzen, weil ein falsch verwendetes Foto im Kundenprojekt teuer wird. Inhalte: Pixel- und Vektorgrafik, Auflösung und Dateiformate, Freistellen, Retusche und Bildkorrektur, Farbräume, Profile und Ausgabeanpassung, Bildrechte, Lizenzmodelle und Quellenangaben, Grundlagen der Fotografie und Bildauswahl.
- Modul 3: Layout, Typografie und Reinzeichnung (12 Wochen) – Typografie ist der Teil des Berufs, an dem Laienarbeit am schnellsten erkennbar wird. Das Modul behandelt Schriftwahl, Satz und Umbruch ebenso wie den Aufbau mehrseitiger Dokumente mit Formatvorlagen. Am Ende steht die Reinzeichnung: die fehlerfreie, übergabefähige Datei – der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Reklamationen entstehen. Inhalte: Schriftklassifikation, Mikro- und Makrotypografie, Satz, Umbruch und Lesbarkeit auf Bildschirm und Papier, Mehrseitige Dokumente, Formatvorlagen und Musterseiten, Reinzeichnung, Preflight und Datenübergabe, Barrierefreie Dokumente.
- Modul 4: Webdesign, HTML/CSS und Content-Management (14 Wochen) – Der Schwerpunkt der Fachrichtung Digitalmedien. Sie lernen, Screendesigns zu entwickeln und sie in funktionierenden Code zu überführen, responsive Layouts aufzubauen und Inhalte in einem Content-Management-System zu pflegen. Barrierefreiheit wird nicht als Zusatz behandelt, sondern als Anforderung, die die Gestaltung von Anfang an mitbestimmt. Inhalte: Aufbau von HTML-Dokumenten und Gestaltung mit CSS, Responsive Layouts und mobile Darstellung, Screendesign, Wireframes und Prototypen, Content-Management-Systeme einrichten und pflegen, Barrierefreiheit und grundlegende Suchmaschinenoptimierung, Ladezeiten, Bildoptimierung und Ausgabeformate für das Web.
- Modul 5: Bewegtbild, Animation und Audio für Digitalmedien (8 Wochen) – Digitale Kanäle verlangen zunehmend bewegte Inhalte. Das Modul vermittelt die dafür nötigen Grundlagen: Schnitt, einfache Animationen, Ausspielformate und Untertitel. Der Anspruch ist bewusst begrenzt – Ziel ist, kurze Formate selbst produzieren zu können, nicht eine Filmproduktion zu ersetzen. Inhalte: Grundlagen Videoschnitt und Formate für Onlineausspielung, Animation von Grafiken und Benutzeroberflächen, Vertonung, Musikrechte und Untertitelung, Social-Media-Formate und plattformgerechte Zuschnitte.
- Modul 6: Medienproduktion, Datenhandling und Ausgabeprozesse (10 Wochen) – Zwischen Entwurf und fertigem Produkt liegt ein Prozess, den viele unterschätzen. Das Modul behandelt Produktionsplanung, Datenorganisation, Ausgabewege und Qualitätssicherung sowie die Schnittstellen zu allen Beteiligten. Auch in der Fachrichtung Digitalmedien gehören Grundkenntnisse der Printausgabe dazu, weil Kunden selten nur einen Kanal bespielen. Inhalte: Produktionsabläufe von der Idee bis zur Auslieferung, Datenorganisation, Versionierung und Archivierung, Ausgabeprozesse für Digital- und Printkanäle, Qualitätssicherung, Korrekturschleifen und Freigaben, Zusammenarbeit mit Druckvorstufe, Textenden und Entwicklung.
- Modul 7: Kalkulation, Kundenbriefing und Projektmanagement (8 Wochen) – Mediengestaltung ist Auftragsarbeit, und die kaufmännische Seite wird in der Prüfung eigens geprüft. Das Modul behandelt Kalkulation, Briefing, Terminplanung sowie Urheber- und Nutzungsrechte. Gerade die Rechtefrage ist praxisrelevant, weil Bilder, Schriften und Musik jeweils eigenen Lizenzbedingungen unterliegen. Inhalte: Angebot, Kalkulation und Nachkalkulation von Medienprojekten, Briefinggespräch führen und Anforderungen dokumentieren, Termin- und Ressourcenplanung, Urheber- und Nutzungsrechte, Vertragsgrundlagen, Wirtschafts- und Sozialkunde.
- Modul 8: Prüfungsprojekt, Portfolio und Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Zum Abschluss werden die Inhalte auf die Kammerprüfung ausgerichtet: praktisches Prüfungsprojekt mit Dokumentation, Wiederholung der schriftlichen Bereiche und Übung von Präsentation und Fachgespräch. Parallel entsteht das Portfolio, das Sie für Bewerbungen brauchen – in diesem Beruf wird es fast immer verlangt. Inhalte: Bearbeitung des praktischen Prüfungsprojekts mit Dokumentation, Aufbau und Auswahl eines eigenen Portfolios, Wiederholung der schriftlichen Prüfungsbereiche, Prüfungsaufgaben früherer Termine bearbeiten, Präsentation und Fachgespräch üben.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine IHK-Kammerprüfung und damit ein staatlich anerkannter Berufsabschluss – im Kreativbereich, in dem viele Qualifikationen reine Kurszertifikate sind, ist das ein deutlicher Unterschied.
- Sie lernen Gestaltung als Handwerk mit Regeln, nicht als Softwarebedienung; das ist der Unterschied zwischen einem Programm bedienen und einen Auftrag lösen können.
- Die Fachrichtung Digitalmedien deckt mit Web, Social Media und digitalen Publikationen genau die Ausgabekanäle ab, in denen Budgets heute liegen.
- In zwei Jahren entsteht nebenbei ein Portfolio – in diesem Beruf zählen vorzeigbare Arbeiten im Bewerbungsverfahren oft mehr als das Zeugnis allein.
- Mit 25 Anbietern und 159 erfassten Terminen ist die Angebotsdichte hoch genug, um Träger, Starttermin und Schwerpunktsetzung wirklich vergleichen zu können.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Fachrichtung Digitalmedien passt zu Menschen, die gestalten wollen und dabei bereit sind, Handwerk zu lernen statt auf Talent zu vertrauen. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Regeln: Typografie, Raster, Farbräume, Datenformate, Barrierefreiheit. Wer aus einem Beruf mit viel Kundenkontakt kommt, etwa aus dem Einzelhandel, dem Büro oder dem Marketing, bringt für die Abstimmung mit Auftraggebern einiges mit. Wer bereits privat mit Bildbearbeitung, Websites oder Social-Media-Inhalten arbeitet, findet hier den strukturierten Rahmen dafür. Alle 26 Angebote laufen in Vollzeit über rund zwei Jahre – planbare Vollzeitpräsenz ist also Voraussetzung.
- Quereinsteigende mit gestalterischem Interesse, die einen anerkannten Abschluss statt eines Kurszertifikats wollen
- Menschen aus Verkauf, Büro oder Marketing, die ihre Erfahrung im Kundenkontakt gestalterisch weiterentwickeln
- Autodidaktinnen und Autodidakten aus Bildbearbeitung, Web oder Social Media, denen die systematische Grundlage fehlt
- Weniger geeignet für alle, die reine Programmierung suchen oder keine zweijährige Vollzeitmaßnahme einplanen können
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich; die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die hinterlegten Zugangstexte nennen Deutschkenntnisse auf Niveau B2, englische Grundkenntnisse auf Niveau B1 und EDV-Grundkenntnisse. Mehrere Träger bieten vorab ein persönliches Gespräch zur Abklärung der individuellen Teilnahmevoraussetzungen an. Gestalterisches Vorwissen wird nicht vorausgesetzt, wohl aber ein Interesse an Gestaltung und die Bereitschaft, eigene Arbeiten kritisieren zu lassen.
- Kein Berufsabschluss nötig – die Maßnahme führt selbst zum anerkannten Abschluss
- Deutschkenntnisse auf Niveau B2, weil Konzeption, Text und Kundenabstimmung dazugehören
- Englische Grundkenntnisse (Niveau B1) für Software-Oberflächen und Fachliteratur
- EDV-Grundkenntnisse und sicherer Umgang mit dem Rechner
- Persönliches Gespräch zur Abklärung der individuellen Teilnahmevoraussetzungen
Ablauf & Abschluss
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Die Umschulung läuft in Vollzeit über rund 24 Monate und enthält in aller Regel eine betriebliche Praxisphase in einer Agentur, einem Verlag oder einer Marketingabteilung. Eine einheitliche Dauer gibt es nicht; Umfang, Zeitpunkt und die Frage, ob der Träger den Betrieb vermittelt, legt der Bildungsträger fest. In der Mediengestaltung ist diese Phase besonders wertvoll, weil dort die Arbeiten entstehen, die später Ihre Bewerbungsmappe füllen.
Im Verlauf der Umschulung findet eine Zwischenprüfung beziehungsweise ein erster Prüfungsabschnitt statt, der den Ausbildungsstand feststellt. Wie dieser Abschnitt bei einer Umschulung genau eingeordnet und gewichtet wird, richtet sich nach der Prüfungsordnung der zuständigen Kammer – lassen Sie sich das vom Träger vorab bestätigen.
Die Abschlussprüfung umfasst einen praktischen Teil in Form einer umfangreichen Arbeitsaufgabe beziehungsweise eines Prüfungsprojekts mit schriftlicher Dokumentation und anschließendem Fachgespräch sowie schriftliche Prüfungsbereiche zu Konzeption und Gestaltung, zur Medienproduktion und zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Der praktische Teil bezieht sich auf die gewählte Fachrichtung Digitalmedien.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Die Anmeldung übernimmt der Bildungsträger; Termine, Prüfungsgebühren und der genaue Ablauf ergeben sich aus der Prüfungsordnung der Kammer. Zusätzliche Software- oder Sprachzertifikate, die einzelne Träger anbieten, werden davon unabhängig vergeben.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung führen Sie die Berufsbezeichnung Mediengestalter beziehungsweise Mediengestalterin Digital und Print mit der Fachrichtung Digitalmedien. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz, gleichwertig mit dem Abschluss aus einer dualen Ausbildung..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kommt bei dieser Umschulung grundsätzlich in Betracht, weil sie zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung: Geprüft werden unter anderem Ihre persönliche Situation, die arbeitsmarktliche Notwendigkeit sowie die AZAV-Zulassung von Träger und Maßnahme. Eine Zusage vorab gibt es nicht, und eine vollständige Kostenübernahme können wir nicht versprechen. Belegter Kostenrahmen der Angebote: teils keine Preisangabe hinterlegt, teils über 10.000 Euro. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Nutzen & Perspektiven
Unsere Auswertung weist 207 offene Stellen in den zurückliegenden 365 Tagen aus. Das ist nur ein Teil des Marktes: Viele Aufträge laufen über Empfehlungen und freie Mitarbeit. Nachgefragt wird in Werbe- und Digitalagenturen, Marketingabteilungen, Verlagen und bei Mediendienstleistern. Der Markt ist wettbewerbsintensiv, der Abschluss allein verschafft keinen Auftrag – entscheidend sind vorzeigbare Arbeiten.
In Werbe- und Digitalagenturen liegen die Gehälter am Einstieg oft niedriger, während Inhouse-Marketingabteilungen und UI/UX-Spezialisierungen spürbar besser vergüten.
- Einstieg: ca. 29.000–35.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 36.000–46.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 48.000–60.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Gestaltung und Umsetzung von Websites, Landingpages und Onlineshops, Bildbearbeitung, Retusche und Aufbereitung von Bildmaterial, Layout und Reinzeichnung digitaler und gedruckter Publikationen, Erstellung von Social-Media-Inhalten, Newslettern und digitalen Anzeigen, Pflege und Weiterentwicklung von Inhalten in Content-Management-Systemen, Umsetzung von Corporate-Design-Vorgaben über verschiedene Kanäle, Konzeption, Kundenabstimmung und Präsentation von Entwürfen
- Typische Arbeitgeber: Werbe-, Digital- und Kommunikationsagenturen, Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen, Verlage und Redaktionen mit digitalen Angeboten, Medien- und Druckdienstleister mit Vorstufe und Digitalgeschäft, E-Commerce-Unternehmen und Onlinehändler, Öffentliche Einrichtungen, Verbände und Hochschulen mit eigener Öffentlichkeitsarbeit, Selbstständige Tätigkeit als freie Mediengestalterin oder freier Mediengestalter
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Gestaltung und Umsetzung von Websites, Landingpages und OnlineshopsRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Bildbearbeitung, Retusche und Aufbereitung von BildmaterialRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Layout und Reinzeichnung digitaler und gedruckter PublikationenRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Erstellung von Social-Media-Inhalten, Newslettern und digitalen AnzeigenRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Pflege und Weiterentwicklung von Inhalten in Content-Management-SystemenRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Umsetzung von Corporate-Design-Vorgaben über verschiedene KanäleRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich zeichnen können, um die Umschulung zu schaffen?
Nein. Freihandzeichnen ist weder Zugangsvoraussetzung noch Prüfungsbestandteil. Der Beruf beruht auf gestalterischen Regeln – Typografie, Raster, Farbe, Bildaufbau – und auf der Fähigkeit, ein Briefing in ein funktionierendes Medium zu übersetzen. Skizzieren im Sinne schneller Layoutentwürfe lernen Sie in der Maßnahme; künstlerische Zeichenfertigkeit wird dafür nicht vorausgesetzt. Verlangt wird ein Interesse an Gestaltung und die Bereitschaft, eigene Arbeiten überarbeiten zu lassen.
Was unterscheidet die Fachrichtung Digitalmedien von den anderen Fachrichtungen?
Der Ausbildungsberuf Mediengestalter/-in Digital und Print hat mehrere Fachrichtungen mit gemeinsamer Grundlage. Digitalmedien setzt den Schwerpunkt auf Bildschirmmedien: Websites, Onlineshops, Newsletter, Social-Media-Inhalte und digitale Publikationen, einschließlich Grundlagen von HTML, CSS und Content-Management-Systemen. Die Schwesterfachrichtungen legen den Akzent stärker auf Konzeption und Visualisierung beziehungsweise auf Gestaltung und Technik in der Printproduktion. Die Fachrichtung wird im Prüfungszeugnis ausgewiesen.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form läuft sie?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 24 Monate, in Tagen ausgewiesen sind 727 Tage. Die Trägerangaben liegen überwiegend in der Spanne „mehr als 1 Jahr bis 2 Jahre“, in Einzelfällen darüber. Alle 26 Angebote sind Vollzeitmaßnahmen; als Unterrichtsformen sind Präsenzunterricht sowie kombinierte Lernformen und Combined Learning hinterlegt, also Mischungen aus Präsenz- und Online-Anteilen. Eine Teilzeitvariante enthält unsere Auswertung zu diesem Abschluss derzeit nicht.
Welchen Abschluss bekomme ich, und wer prüft?
Sie erwerben den staatlich anerkannten Abschluss Mediengestalter/-in Digital und Print in der Fachrichtung Digitalmedien. In den Angeboten ist der Abschluss durchgängig als Kammerprüfung der IHK ausgewiesen; geprüft wird also von der Industrie- und Handelskammer, nicht vom Bildungsträger. Mehrere Anbieter vergeben zusätzlich eigene Zertifikate, in den Daten genannt sind unter anderem Software- und Sprachzertifikate. Diese sind eine Ergänzung und ersetzen den Kammerabschluss nicht.
Brauche ich eigene Software und einen eigenen Rechner?
Das unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und gehört zu den Fragen, die Sie vor der Anmeldung klären sollten. Viele Träger stellen Arbeitsplätze und Lizenzen für die Dauer der Maßnahme bereit; bei Angeboten mit Online-Anteilen brauchen Sie in der Regel einen eigenen, ausreichend leistungsfähigen Rechner. Wichtig ist außerdem, ob Sie die Lizenzen nach Ende der Umschulung weiter nutzen können – für den Portfolioaufbau und die ersten Bewerbungen ist das relevant.
Was kostet die Umschulung, und wird sie gefördert?
Unsere Auswertung führt teils keine Preisangabe, teils Kostenrahmen über 10.000 Euro; das entspricht der Größenordnung einer zweijährigen Vollzeitmaßnahme. Weil die Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters der übliche Förderweg. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von Ihrer Situation und der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit ab. Eine pauschale Zusage gibt es nicht.
Wie stehen meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt?
Unsere Auswertung weist 207 offene Stellen zum Zielberuf in den letzten 365 Tagen aus. Der Markt ist wettbewerbsintensiv, und ein großer Teil der Aufträge läuft über Empfehlungen und freie Mitarbeit, taucht also in Stellenzahlen gar nicht auf. Entscheidend sind vorzeigbare Arbeiten: Wer die zwei Jahre für ein belastbares Portfolio nutzt und die Praxisphase gezielt im Wunschsegment absolviert, bewirbt sich deutlich stärker als mit dem Zeugnis allein.